An Verleumdung & übler Nachrede schuldig gemacht?

28. Juli 2007 Thema abonnieren
 Von 
§ und ?
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 6x hilfreich)
An Verleumdung & übler Nachrede schuldig gemacht?

Hallo alle miteinander,

ich würde gerne eure Meinung (fachlich wie auch menschlich) zu folgender Situation erfahren:

Ausgangsbasis ist ein Bauernhof, auf dem unterschiedliche Besitzer Ihre Pferde eingemietet haben. Verschiedene Mieter haben sich zusammengeschlossen und wollen einen Reitverein gründen, dessen Name bisher noch nicht besteht.

Weihnachten nähert sich, und eine Gruppe von ca. 15 Personen beschließt dem Bauern ein Weihnachtsgeschenk zu machen. Diese 15 Personen sind teilweise „zukünftige Mitglieder“ des Reitvereins und teilweise „neutrale“ Personen.

Das Geschenk soll ein Namensschild für den Bauernhof werden, welches auch den noch nicht existenten Namen des zukünftigen Reitvereins tragen soll. Es wird von Person A Geld für das Geschenk eingesammelt. Es gibt keine besprochene Summe, jeder gibt das was er mag oder kann.

Da Aufgrund des fehlenden Namens für den Reitverein das Schild nicht rechtzeitig fertig gestellt wird, bekommt der Bauer leckeren Wein und die Geschenkzusage dass das Schild, welches bis auf den Reitverein bereits fertig gestellt und bezahlt ist, nachgereicht wird.

Soweit so gut. Die Zeit vergeht, das Thema Reitvereingründung gelangt etwas in den Hintergrund, es wird mal ein Name vorgeschlagen der sich dann aber wieder verwirft. Von einer der Personen, nennen wir Sie mal Person B, die einen Beitrag zum Geschenk geleistet hat, erfolgt die Nachfrage bei A, wie es denn mit der Fertigstellung des Schildes nun aussehe? Es würde langsam mal Zeit…

A antwortet darauf hin, dass immer noch kein Name für den Reitverein beschlossen ist und der ja nun mal erforderlich ist um das bezahlte Geschenk fertig stellen zu lassen! Es folgt also ein neuer Namensvorschlag der sich dann allerdings bei den zukünftigen Mitgliedern auch wiederum nicht durchsetzt.

Die Zeit vergeht weiterhin und mittlerweile ist Weihnachten dann auch schon ein paar Monate um…

Nun zur eigentlichen Fragestellung:
Eines Tages hängt B, ohne jegliche Vorankündigung von Unstimmigkeiten o.ä. einen von Ihr persönlich verfassten, handgeschriebenen Brief, als öffentlichen Aushang ans „schwarze Brett“ mit sinngemäßem Inhalt, dass A ja Geld eingesammelt hat um ein Geschenk für den Bauern zu beauftragen, welches aber bis dato noch nicht überreicht, bzw. fertig gestellt ist. B bezichtigt A der Unterschlagung des Geldes, sowie des Betruges. Dies erfolgt in verschönten, aber dennoch klaren u. unmissverständlichen, Worten! B setzt A eine Frist von 8 Tagen zur Fertigstellung und Übergabe des Geschenks.

Macht B sich mit seiner Handlung nicht des §185 StGB (Beleidigung), §186 StGB (Üble Nachrede) und/oder des §187 StGB (Verleumdung) an A schuldig? Insbesondere da B die Situation ja kennt!

A fällt durch diese Handlung von B in öffentlichen Misskredit und verliert an Ansehen und Vertrauen zu anderen Personen die besagten öffentlichen Aushang lesen konnten. Dies schädigt A in erheblicher Weise, da A befugt und beauftragt ist von anderen Personen Gelder für Schmiedearbeiten entgegen zu nehmen und weiter zu leiten! Durch die nachweislich unwahren Anschuldigungen des öffentlichen Aushangs könnten andere Personen nun Ihre Zahlungsbereitschaft an A, Aufgrund zerrütteten Vertrauens, verweigern. Da A Arbeitnehmer des Schmiedes ist, wird der Arbeitgeber auf diese Situation aufmerksam und es besteht die Gefahr, dass A, Aufgrund von unberechtigtem Vertrauensverlust des Arbeitgebers, seinen Arbeitsplatz verliert!

A wird eine Tat unterstellt (Unterschlagung u. Betrug) die definitiv und nachweislich nicht von Ihr begangen wurde! Die Geschenkübergabe, bzw. Fertigstellung verzögert sich nur deshalb so, weil immer noch kein endgültiger Name für den noch einzugravierenden Verein genannt wurde. Die Namensfindung liegt unter anderem auch mit im Einfluss von B…

A hat umgehend beschlossen, und auch B persönlich mitgeteilt, das Schild nun ohne Vereinsnamen abzuholen, B seinen Geldbeitrag aus privater Tasche zurück zu zahlen und B offiziell vom Geschenk auszuschließen.

Wie ist eure Meinung zur Situation?

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12319.11.2008 09:24:21
Status:
Lehrling
(1536 Beiträge, 182x hilfreich)

Hallo § und ?,

was es so alles gibt!

:(

Menschlich betrachtet finde ich das Verhalten von B zum :kotz:


Aber wo kein Kläger..... Deswegen könnte A den/die B nur verklagen. Aber ausser Stress und Geldverschwendung wird das nicht allzuviel bringen.

Als A würde ich einen sehr ruhig und sachlich formulierten Aushang am Schwarzen Brett anbringen, in dem ich die Situation erläutere.

Dem Schmied kann man nur im Vorfeld, bevor sich die Gerüchte verfestigen, die Situation so erklären wie oben.


Was ich als A nicht gemacht hätte, ohne die Ermächtigung durch die restlichen Mitglieder, das Schild abgeholt.

Da kann man Politikern oder sonstwie in der Öffentlichkeit stehenden Personen, nachfühlen, wie das ist:

Ist der Ruf erst ruiniert - lebt´s sich ganz ungeniert.





-----------------
"Wie war das mit dem Pferd vor der Apotheke?"

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Commodore
Status:
Lehrling
(1521 Beiträge, 463x hilfreich)

Hallo,

nach meiner Auffassung und *Vereinserfahrung* liegt hier der 'Zwist' wahrscheinlich wesentlich tiefer und auch ganz woanders. Warum hat z.B. die A das Ganze so lange *schluren* lassen, ohne die 15 Mitbeteiligten korrekt zu informieren oder auf einen Termin zu drängen, alternativ die Rückgabe des Geldes an jeden Beteiligten.

Also, hier ist ein wenig Sand im Getriebe der Gemeinschaft!!
:wipp:

MfG

-----------------
"Der Beitrag ist keine Rechtsberatung, lediglich ein hoffentlich hilfreicher Beitrag im Laien-Forum!"

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1710x hilfreich)

Ich glaube nach über 3 Jahren hier im Forum, daß es die mit Abstand meisten Zwistigkeiten anscheinend wirklich unter Reitern und Hundezüchtern gibt.
Solche Vereine sollte man also besser meiden. ;)

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12319.11.2008 09:24:21
Status:
Lehrling
(1536 Beiträge, 182x hilfreich)



quote:
Ich glaube nach über 3 Jahren hier im Forum, daß es die mit Abstand meisten Zwistigkeiten anscheinend wirklich unter Reitern und Hundezüchtern gibt.


*dolle zustimm*

:fight:


Nicht zu vergessen die Kleingartenbesitzer!





-----------------
"Wie war das mit dem Pferd vor der Apotheke?"

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
§ und ?
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 6x hilfreich)

Und nun wieder zurück zum Thema... ;)
Das lautet, nochmal zur Erinnerung, §§ 185 , 186 , 187 StGB ...???
Es geht nicht um das Einleiten von rechtlichen Schritten, sondern um eine Antwort auf die Frage zum "Tatverhalten" von B!! Hat sich B nun im Sinne der oben genannten §§ schuldig gemacht, oder nicht? Ob wissentlich, beabsichtigt oder unbeabsichtigt ist auch widerum ein ganz anderes Thema!

Eure themenbezogenen Meinungen sind nun gefragt... :devilangel:

PS:
@ Commodore
A streitet im übrigen auch gar nicht ab etwas "geschlunzt" zu haben was den Zeitablauf angeht. A hat sich bereits schon länger VOR der "Eskalation" dazu bekannt und entschuldigt, Gleichzeitig auch nochmal auf die Vereinsnamensfindung hingewiesen. Bedingt durch berufliche 6 Tagewoche a 12-14 Std., was im übrigen Hofweit bekannt ist, lässt sich die Verzögerung erklären.

Aber das nur am Rande...beeinflusst ja nichts an der Fragestellung!! ;)

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47196 Beiträge, 16726x hilfreich)

Ob wissentlich, beabsichtigt oder unbeabsichtigt ist auch widerum ein ganz anderes Thema!

Die genannten Straftaten kann man nur wissentlich begehen.

Zur Beurteilung müsste wohl der Originaltext des Aushanges vorliegen.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
§ und ?
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 6x hilfreich)

Das sehe ich anders! Man könnte ja auch aus einem Gefühl heraus mal etwas unglücklich formulieren, oder? Dann wäre es a) unwissentlich und b) unbeabsichtigt. Aber das war ja uch gar nicht das Thema, daher Schwamm drüber ;)

Ich werde versuchen heute Abend den original Text zu zitieren.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1710x hilfreich)

Dann wäre es a) unwissentlich und b) unbeabsichtigt.

'Unwissentlich' ist in meinem Wörterbuch etwas anderes (etwa, wenn man etwas sagt, ohne zu wissen, daß jemand mithört).
Hier geht es wohl allenfalls um Tatbestandsirrtum (der aber in den meisten Fällen bei §§185 ff. StGB nicht behauptet werden kann).

1x Hilfreiche Antwort

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