Die Änderung des Vornamens

1. Januar 2021 Thema abonnieren
 Von 
sonnenblume92
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Die Änderung des Vornamens

Guten Tag,

wie der Titel bereits verrät, spiele ich seit langem mit dem Gedanken, meinen Vornamen ändern zu lassen und möchte das nun in diesem Jahr endlich verwirklichen. Nennen möchte ich ihn hier nicht. Es handelt sich um einen sehr seltenen weiblichen, hebräischen Vornamen, vielleicht ein wenig exotisch, aber nicht in einem Sinne, wie man es beispielsweise bei einem afrikanischen Namen oder so vermuten würde. Trotzdem, den meisten Menschen ist er nicht geläufig. Laut Statistik aus dem Netz macht er "nicht mal ein Promill der weiblichen Vornamen in D aus".
Wo auch immer ich mich vorstelle, muss ich mich erklären. Name zig mal sagen, obwohl er kurz ist. Herkunft erklären, meine eigene Herkunft erklären, manchmal sogar das Geschlecht ("Ist das überhaupt ein Mädchen/Frauenname?")... was soll man da noch sagen. Ich fühle mich richtig mies dabei. Er wird auch gerne mit einem bestimmten Männernamen verwechselt. Ich kann das nicht mehr und ich will das nicht mehr. Es reicht! Mir wird schon ganz schlecht im Magen, wenn ich den Namen sagen oder ganz ausschreiben muss, aber man kann eben nicht alles mit Abkürzungen oder Nachname erledigen und andere Vornamen, die man als Rufnamen vorziehen könnte, habe ich gar nicht.
Die einzigen, die den Namen richtig aussprechen und betonen, sind die engsten Familienmitglieder. Am Telefon muss ich ihn grundsätzlich buchstabieren oder 5 mal sagen, gerne wird er entweder noch mit der englischen Version des Namens vertauscht, der eine andere Schreibweise hat oder man ordnet mich des Namens wegen dem männlichen Geschlecht zu. In der Schule war ich, wo ich hinkam, eine Außenseiterin in einer Kleinstadt zwischen Kindern mit normalen, gängigen Namen. Schnell hatte ich ab der weiterführenden Schule die Opferrolle inne und wurde gemobbt, nicht nur wegen des Namens, aber auch.

Anders als bei den häufigen ursprünglich religiösen Namen wie Maria oder Elisabeth, wo man heutzutage aufgrund der Beliebtheit ja nicht mehr von einer Religionszugehörigkeit der Namensträgerinnen ausgehen kann, ist mein Name so selten, dass mir aufgrund des biblischen Ursprungs und der Seltenheit direkt ein Christlicher oder noch lieber ein Jüdischer Glauben zugeschrieben wird. Ich bin jedoch Atheistin und distanziere mich ausdrücklich von allen Religionen. Ich möchte keinen religiösen Namen! An einem ehemaligen Arbeitsplatz wurde ich sogar wegen des Namens stumpf als "Jude" bezeichnet, nicht einmal in der weiblichen Form und auch andere Wortspiele und Lächerlichkeiten mit dem Namen kamen von anderer Stelle mit den Jahren dazu, dabei habe ich mit Glauben nichts m Hut.

Mein Hauptproblem ist, dass ich quasi keine Beweise habe. Zwar kann ich dies alles in einer mehrseitigen Begründung ausführlich darlegen. Aber ich befürchte, dass man einen Antrag auf Namensänderung in einen geläufigen Vornamen dennoch ablehnen wird. Natürlich habe ich den Schriftverkehr nicht aufgehoben, wo die Post mal an "Herr XXX" ging statt an Frau, ich habe meine Kollegen bei den Beleidigungen nicht aufgenommen und auch keinen Kontakt mehr zu anderen Leuten von dort, Telefongespräche zeichne ich nicht auf. Schulmobbing kann ich auch nicht belegen, bis auf das Sitzenbleiberzeugnis (das existiert aber mir nicht vorliegt), da steht natürlich kein "Mobbing" als Grund für die abgesackten Noten drauf, denn damals im Jahre 2004 war das Thema auch noch nicht so groß bekannt. Meine Mutter könnte hier vielleicht eine Aussage zu tätigen, aber das wars schon.
Es gibt noch eine andere Sache, die sehr weit zurückliegt (hier müsste auch ein Entlassungsbrief aus einer psych. Einrichtung vorliegen, ca. 20 Jahre her), aber ehrlich gesagt möchte ich die große psychologische Schiene nicht fahren, da ich nicht wüsste, wo ich hier bei uns und ohne vorherige Psychologenbesuche ein Gutachten oder Attest herbekommen soll. Das könnte ich so dazu als Studentin nicht bezahlen und selbst das wird oft in der letzten Instanz vor Gericht nicht anerkannt.
Was mir ebenfalls Angst macht, ist die Ablehnung der Änderung bei vielen Erwachsenen, wo unteranderem als Grund aufgeführt wird, man habe ja schon die ganzen Jahre unter dem Namen am Rechtsverkehr teilgenommen. Ich bin fast 30.

Hat jemand positive Erfahrungen mit einer Namensänderung im Erwachsenenalter aus ähnlichen Gründen gemacht? Auch jemand mit super seltenem Namen und den Problemen?

Abschicken werde ich den Antrag so oder so, wenn alle fehlenden Unterlagen da sind, aber da ist diese riesige Angst da, dass ich dann am Ende doch den Rest des Lebens mit meinem Namen gebeutelt bleibe.

Danke und beste Grüße.

-- Editiert von sonnenblume92 am 01.01.2021 14:46

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118553 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von sonnenblume92):
Wo auch immer ich mich vorstelle, muss ich mich erklären.

Nein, muss man nicht. Man hat einen Vornamen, Punkt. Den Rest, das geht denjenigen schlicht nichts an.



Zitat (von sonnenblume92):
Name zig mal sagen, obwohl er kurz ist. Herkunft erklären, meine eigene Herkunft erklären, manchmal sogar das Geschlecht ("Ist das überhaupt ein Mädchen/Frauenname?")... was soll man da noch sagen.

Ganz einfach nichts sagen oder die Nachfragen (höflich) ablehnen.



Zitat (von sonnenblume92):
Hat jemand positive Erfahrungen mit einer Namensänderung im Erwachsenenalter aus ähnlichen Gründen gemacht?

Ein "Mein Name nervt mich" hat ungefähr die Erfolgsaussichten eines Eiswürfels im Hochofen ...
Die psychologische Schiene hätte bessere Erfolgsaussichten, aber auch keine überragenden.



Du hast nur einen Vornamen?



Zitat (von sonnenblume92):
Natürlich habe ich den Schriftverkehr nicht aufgehoben, wo die Post mal an "Herr XXX" ging statt an Frau,

Was auch nicht relevant wäre.



Zitat (von sonnenblume92):
ich habe meine Kollegen bei den Beleidigungen nicht aufgenommen

Das wäre sogar strafbar. Aber man hätte Strafanzeigen stellen können und Unterlassungsklagen erheben können.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31539 Beiträge, 5572x hilfreich)

Zitat (von sonnenblume92):
Abschicken werde ich den Antrag so oder so, wenn alle fehlenden Unterlagen da sind, aber da ist diese riesige Angst da,
Also beantrage die Änderung. Wenn du dann bei Ablehnung noch immer riesige Angst hast, obwohl du seit ca 25 Jahren diesen Vornamen trägst--- dann musst du eben wieder zum Facharzt für Psychiatrie. Vielleicht gibts ne Psychotherapie?
Hilft aber jetzt nix. Der wievielte Anlauf ist das nun ?
Immerhin bist du Studentin------------das geht also auch mit diesem Vornamen.

Deine Mutter hat dir diesen Namen gegeben--- evtl. könnte sie dir erklären, dass es eben kein Makel ist, so zu heißen. Was hat sie ansonsten so versäumt?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118553 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von Anami):
evtl. könnte sie dir erklären, dass es eben kein Makel ist, so zu heißen.

Ziemlich nutzlos ...



Zitat (von Anami):
Was hat sie ansonsten so versäumt?

Das geht Dich rein gar nichts an.



Zitat (von Anami):
Der wievielte Anlauf ist das nun ?

Wie man lesen kann der erste ...
Zitat (von sonnenblume92):
und möchte das nun in diesem Jahr endlich verwirklichen.[/quote


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47263 Beiträge, 16740x hilfreich)

Die Änderung des Vornamen ist auf Basis des zweiten Abschnitts der NamÄndVwV möglich, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Hier ist es durchaus denkbar, dass ein wichtiger Grund im Sinne der Nr. 36 vorliegt, ggf. in Verbindung mit der Nr. 37 Abs.1.

Auch der Umstand, dass sich aus dem Vornamen das Geschlecht nicht eindeutig ergibt, kann jedenfalls dann en Grund für eine Namensänderung sein, wenn man keinen zweiten Vornamen hat.

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Änderung des Vornamens relativ restriktiv gehandhabt wird.

Sollte man mehrere Vornamen haben, so ist die Sache relativ einfach. Dann kann die Reihenfolge der Namen auf Basis von § 45a PStG auf Antrag problemlos geändert werden. Sollte diese Möglichkeit bestehen, so liegt für eine weitergehende Änderung der Vornamen kein wichtiger Grund vor.

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