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Firmenhandy, sogar Notruf 110 u. 112 gesperrt?

30.10.2011 Thema abonnieren
 Von 
lkirschner
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 2x hilfreich)
Firmenhandy, sogar Notruf 110 u. 112 gesperrt?

Hallo.
Ich bin LKW Fahrer im Fernverkehr,und ich besitze kein eigenes Handy. Ja, sowas gibts auch.
Sondern lediglich das Firmenhandy steht mir zur Verfügung, damit ich mit meiner Dispo und den Chefs telefonieren kann.
Alle ausgehenden Anrufe der Fahrerhandys ausser Dispo und Chefs sind gesperrt.
Eines Nachts geschah vor mir ein Unfall auf der Landstrasse und ich wollte erste Hilfe leisten. Gott sei dank gab es keinen Personenschaden, so das ich nur den Polizeinotruf wählte, und plötzlich leuchtete im Display die Meldung: "Nicht erlaubt" auf. Erst dachte ich ich hab mich vertippt, also gleich nochmal 110 und siehe da, nicht erlaubt. Dann hab ich noch die 112 gewählt: "Nicht erlaubt".
Ich war Fassungslos. Glücklicherweise kam nach ca. 5 Minuten ein Pkw vorbei, dessen Fahrer dann die Polizei rief.

Unglaublich aber wahr. Währe die junge Frau die in den Graben gerutscht ist verletzt gewesen, wären dadurch wertvolle Minuten verstrichen.

Ich hab am nächsten Tag meinen Chef informiert, das die Notrufnummern nicht wählbar sind, seine Antwort war nur das dies schon seine Richtigkeit habe.

Das kann doch nicht erlaubt sein sowas. Im Notfall muss ich doch mir oder anderen Helfen können.

Was kann man da tun?

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"Wenn du denkst es geht nicht schlimmer, ein Bürokrat findet immer einen Weg."

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(30409 Beiträge, 12243x hilfreich)

Es besteht keine Handy-Mitführungspflicht für Notfälle in Deutschland. Damit ist doch eigentlich alles klar, oder?

wirdwerden

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#2
 Von 
lkirschner
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 2x hilfreich)

quote:
>Firmenhandy, sogar Notruf 110 u. 112 gesperrt?
Es besteht keine Handy-Mitführungspflicht für Notfälle in Deutschland. Damit ist doch eigentlich alles klar, oder?

wirdwerden



@ wirdwerden:Frage nicht verstanden?
Hier geht es nicht um die Pflicht zur Mitführung eines Handys, sondern darum, das mit einem Handy das mitgeführt wird, eingeschaltet ist, und dessen SIM-Karte aktiv ist, das absetzen eines Notrufes dennoch nicht möglich ist. Weil der Chef alle ausgehenden Nummern hat sperren lassen.

Das ist ein grosser Unterschied oder?
Nach meiner Rechtsauffasung sollte so etwas nicht erlaubt sein.

Siehe:

quote:
Strafgesetzbuch
Besonderer Teil (§§ 80 - 358)
28. Abschnitt - Gemeingefährliche Straftaten (§§ 306 - 323c)
§ 323c
Unterlassene Hilfeleistung

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.


Damit ist doch eigentlich alles klar, oder?

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"Wenn du denkst es geht nicht schlimmer, ein Bürokrat findet immer einen Weg."

-- Editiert lkirschner am 30.10.2011 11:18

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(30409 Beiträge, 12243x hilfreich)

Nö, ich hab es kapiert. Nur, wenn es keine gesetzliche Verpflichtung gibt, ein Handy mit freigeschalteter Notruf-Nr. mit sich zu führen, dann kann derjenige, der das Handy mitgibt, bestimmen, was geht und was nicht.

Und die von Dir genannte Bestimmung umfasst doch ganz andere Sachverhalte. Du kannst eben nicht 110 wählen, und gut ist.

wirdwerden

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#4
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3869 Beiträge, 2218x hilfreich)

Tipp für den Notfall: SIM-Karte rausnehmen.
Die Notrufnummern funktionieren auch ohne SIM-Karte (oder ist das nicht mehr aktuell? Mein Handy ist so alt, da geht das jedenfalls).

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#5
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6931 Beiträge, 4784x hilfreich)

quote:
Tipp für den Notfall: SIM-Karte rausnehmen.
Die Notrufnummern funktionieren auch ohne SIM-Karte (oder ist das nicht mehr aktuell? Mein Handy ist so alt, da geht das jedenfalls).

In Deutschland wurde das inzwischen geändert, Notrufe gehen nur mit Handies mit aktivierter Simkarte http://winfuture.de/news,45224.html

Allerdings wäre mir kein Handy bekannt, bei dem man ausgehende Notrufe sperren könnte. Sicher, dass das Handy nicht einfach nur keinen Empfang hatte?

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#6
 Von 
guest-12311.06.2012 09:58:36
Status:
Praktikant
(571 Beiträge, 278x hilfreich)

wegen unterlassener Hilfeleistung könnte man Sie nur rankriegen, wenn Sie weitergefahren wären, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Verzögerungen einen Notruf abzusetzen haben darauf keinen Einfluß. Auch die Beauftragung eines Dritten den Notruf abzusetzen gilt als 1. Hilfe!

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#7
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8327 Beiträge, 3392x hilfreich)

Hier liegt aus meiner Sicht ein Versagen des Providers vor. Mir sind Komplettsperren für abgehende Anrufe bekannt - Notrufe gehen trotzdem! Wenn der Chef als Vertragsinhaber sich nicht drum kümmert ... naja, zwingen kann man ihn nicht und ein juristisches Thema ist das eigentlich nicht.
Kostenlose SIMs sind im Web problemlos zu finden. Also notfalls eine zusätzliche SIM mitnehmen und tauschen

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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78925 Beiträge, 33615x hilfreich)

quote:
Das ist ein grosser Unterschied oder?

Nein.
Niemand ist gesetzlich verpflichtet ein Handy für Notrufe mit zu führen.
Niemand ist gesetzlich verpflichtet sein Handy für Notrufe freischalten zu lassen.


Aber der Chef wird es auch mal kapieren wenn mal ein Lkw ausgebrannt ist und die Versicherung nicht zahlen will weil der Fahrer die Feuerwehr nicht rufen konnte - trotz Firmenhandy.



quote:
Hier liegt aus meiner Sicht ein Versagen des Providers vor. Mir sind Komplettsperren für abgehende Anrufe bekannt - Notrufe gehen trotzdem!

Nein, das kann man bei einigen Modellen auch über sie Software/Firmware sperren. Da hat der Provider dann keinen Einfluss.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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