Job behalten und keinen Zivildienst leisten?

11. August 2006 Thema abonnieren
 Von 
MC.Iglo
Status:
Schüler
(243 Beiträge, 37x hilfreich)
Job behalten und keinen Zivildienst leisten?

Hi zusammen,

aaaalso... habe nun erfolgreich über ein Jahr damit herausgeholt, dass ich jetzt als Kreigsdienstverweigerer anerkannt bin.

So, in dem Schreiben, das nun heute kam steht lediglich "Ihre Heranziehung zum Zivildienst ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt beabsichtigt."

So, ich habe einen Job, der besondere Fähigkeiten und ein forlaufendes weiterbilden verlangt.
Ja, man könnte mit einigem Aufwand jemanden auf meine Stelle anlernen. Und ohne jetzt übertreiben oder großkotzig wirken zu wollen (das tit es aber wohl trotzdem), habe ich einen besonderen Riecher, den wohl nur sehr wenige haben.
Wird also de facto für meinen Arbeitgeber extrem schwer wenn nicht gar unmöglich, mich zu ersetzen. Sollte er das nun geschafft haben, und es wurde erfolgreich jemand auf meine Stelle angelernt, so kann man von meinem Arbeitgeber unmöglich verlangen, mich nach dem Zivieldienst wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. IT-Branche ist extrem schnellebig. Und 9 Monate machen in einem mittelständischem Unternehmen, das sich gerade im Umbruch befindet extrem viel aus.

Dies hätte zur folge, dass ich nach dem Zivieldienst wohl gekündigt werde. Ja, ich weiß, Kündigungsschutz usw... Aber: ich bin dann unterqualifiziert für den Job...

So, nun kommen wir zu meinem anderen Problem: ich habe zur Zeit noch einen Zeitvertrag bis April 2007. Auf Grund der oben geschilderten Situation ist bereits eine frühzeitige Verlängerung meinerseits und der Seite meines direkten Vorgesetzten angestrebt.
Wenn ich nun aber eingezogen werden sollte, bevor der Vertrag unterzeichnet ist, wird es keinen solchen Vertrag mehr geben. Eben aus oben angesprochenen Gründen.

Da in dem Schreiben keinerlei Datum genannt ist, kann ich da einfach warten, bis ich irgendwnn einberufen werde und dann von meinem Arbeitgeber eine Unverzichtbarkeits erklärung vorlegen?

Bin jetzt 22 und neben meinen beruflichen Befürchtungen, sehe ich auch nicht ein, irgendetwas für dieses Land zu tun. Meinen Arsch muss ich ja jetzt schon mal nicht hinhalten... Und wir haben genug arbeitslose Jugendliche, die als 1€-Jobber die Stelle des Zivis ausfüllen könnten!
Wäre auch noch die kostengünstigere Variante!

Wie seht ihr meine Chancen, meinen Job zu behalten können == keinen Zivildienst leisten zu müssen?
--------------

Und nein, ich will jetzt keine dummen Kommentare zu meiner politischen Einstellung hören!
Wer mir sachlich helfen kann, darf gerne Antworten, alle andren können getrost in einen andren Thread wechseln.

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47590 Beiträge, 16825x hilfreich)

Die Chancen halte ich für gering. Eine weitere Rückstellung ist gar nicht möglich, ad Du ab dem 23. geburtstag nicht mehr zum Zivildienst herangezogen werden kannst.

Die Chance wären deutlich höher gewesen, wenn Du den Kriegsdienst nicht verweigert hättest, da nur etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Männer eines Jahrganges zur Bundeswehr eingezogen werden.

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#2
 Von 
MC.Iglo
Status:
Schüler
(243 Beiträge, 37x hilfreich)

Ich habe einen Arbeitsvertrag, der bis April 2007 läuft. Aus dem können sie mich eh nicht rausholen...

Aber bist du dir mit den 23 ganz sicher? Wurde das nicht mittlerweile auf 25 erhöht?
Und wenn sie mich nur bis 23 einziehen können, dann werd ich das mit meinem Arbeitgeber schon so drehen, dass das nichts mehr wird...

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
The Honk
Status:
Schüler
(296 Beiträge, 76x hilfreich)

Moin,
Versuche es über deinen Arbeitgeber, bei meinem Bruder hat es funktioniert. Mein Bruder war damals in seiner alten Firma auch sozusagen das beste Pferd im Stall und der Arbeitgeber hat über einen Anwalt verkünden lassen, dass mein Bruder für die Firma unabkömmlich ist, das ging dann ein wenig hin und her aber so hat sich mein Bruder vorm Schlammkriechen drücken können ;) Frag mich aber nicht wie das genau abgelaufen ist, ist schon ca. 15 Jahre her. Wenn du irgendwelche gesundheitlichen Beschwerden hast, gibt es da evtl. auch einen Weg aber der ist recht langwierig. Falls das alles nix hilft kümmere dich schnellstmöglich um eine gute Zivi-Stelle bevor das Bundesamt dir eine zuweist. Wenn du eine Stelle in der Nähe deines Arbeitsplatzes bekommst kannst du vielleicht noch nebenbei dort arbeiten.

Gruß,
Honk

-----------------
"In dubio pro reo..."

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#4
 Von 
Ilmia
Status:
Praktikant
(514 Beiträge, 59x hilfreich)

Hallo

Ich muss The Honk rechtgeben ....

Sprich mit deinem Arbeitgeber - er hat die Möglichkeit , dich als unabkömmlich zu erklären .
Er muss glaubhaft versichern , daß .. und warum die Firma gerade auf dich nicht verzichten kann .
Gibt noch mal ein Jahr der Rückstellung ... und dann dürftest du aus der Schusslinie sein .

Freundlichen Gruss

Ilmia



-----------------
"Ilmia
Edel sei der Mensch , hilfreich und gut"

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#5
 Von 
C.Konert
Status:
Praktikant
(663 Beiträge, 92x hilfreich)

Eventuell sollte man eine Klage vorm Verwaltungsgericht in Betracht ziehen, die wohl aber außer ein bisschen Zeit und einer menge Kosten nichts einbringen wird (man wird normalerweise nicht gezogen wenn eine Klage anhängig ist). Durch die Instanzen könnten sie sich vielleicht bis 23 retten. Wenn Sie allerdings zurückgestellt wurden bin ich mir nicht sicher ob sich die Einzugsgrenze nicht auf 25 erhöht, dies ist zumindest beim Kriegsdienst so.

-----------------
"stud.iur Hr. C.Konert
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg"

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#6
 Von 
MC.Iglo
Status:
Schüler
(243 Beiträge, 37x hilfreich)

Bisher wurde ich ja nicht zurückgestellt.

Ich wurde das erste mal angeschreiben, als ich mit 16 in der Ausbildung war. Dann wurde ich mit 20 gemustert und habe gleich gesagt, dass ich verweigere. Habe aber nie etwas bei der Zivilstelle eingereicht. Also wurde meine Verweigerung nciht akzeptiert und ich sollte wieder zum KWEA, um meine Einsatzmöglichkeiten zu besprechen. Dort habe ich erneut verweigert und ganz am Ende der Frist diesmal meine Begründung abgeschickt. Darauf kam ein Schreiben zurück, dass noch Zweifel an meiner Glaubwürdigkeit bestünden. Also wieder einen Monat Frist bekommen, mich erneut zu äußern. Wieder bis auf den letzten Drücker gewartet und dann kam jetzt eben meine Anerkennung.
Manchmal ist die Bürokratie bei uns auch zu was gut ;)

Welche Zeitpunkte haltet ihr denn für am besten?
Soll ich jetzt sofort meinem Arbeitgeber das Ding auf den Tisch legen, oder soll ich noch warten, bis ich meinen unbefristeten Vertrag habe?
Wenn sofort, soll er mir gleich die Erklärung geben, oder erst, wenn ich eingezogen werden soll?
Können die mich überhaupt in der Zeit einziehen, so lange ich einen befristeten Vertrag habe?

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