Kellnerin duzt schwerbehinderten, Kunde fasst es als diskriminierung auf?

18. Oktober 2021 Thema abonnieren
 Von 
zettel12
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Kellnerin duzt schwerbehinderten, Kunde fasst es als diskriminierung auf?

Hallo,
Meinem Vater gehört ein schwäbisches Restaurant, allerdings wurde ich auch in den Sachbestand eingeweiht um hier nach unserem Recht zu fragen, folgendes ist vorgefallen:
Vor zwei Wochen war eine Familie bei uns, bestehend aus sechs Leuten.
Einer von den Personen hatte eine Behinderung, saß im Rollstuhl und konnte nur langsam sprechen.

Als eine Bedinung die Bestellung aufnahm duzte sie (unterbewusst?) die besagte Person, nur diese Person wurde geduzt, die anderen wurden mit Sie angesprochen, unter anderem auch ein 16 Jähriger der auch dazugehörte.
Daraufhin teilte der Vater(?) der Bedinung sehr unhöflich mit dass das nicht in Ordnung sei, dass ein 16 Jähriger gesiezt wird aber ein 36 Jähriger wird wegen Behinderung geduzt.
Der Vater hat das laut und vor den anderen Gästen gesagt, also fast schon bloßgestellt. Nötigung?

Ein paar Tage später kam eine Google Bewertung über unser Restaurant, die den Vorfall genau beschreibt, u.a. ist hier von diskriminierung die Rede.
Die besagte Kellnerin arbeitet schon seit vier jahren bei uns und hatte keine bösen Absichten.
Die in der Google Bewertung angegebene diskriminierung hat nicht stattgefunden, die Kellnerin hat sich auch entschuldigt.
Außerdem wusste die Kellnerin auch nicht dass die Person schon 36 ist.

Der Antrag auf Löschung der Bewertung wurde nämlich abgelehnt, obwohl man eigentlich Bewertungen löschen lassen kann, wenn falsche Angaben gemacht werden.

-- Editiert von Moderator topic am 18.10.2021 14:25

-- Thema wurde verschoben am 18.10.2021 14:25

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19 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121684 Beiträge, 40049x hilfreich)

Zitat (von zettel12):
Der Vater hat das laut und vor den anderen Gästen gesagt, also fast schon bloßgestellt. Nötigung?




Zitat (von zettel12):
u.a. ist hier von diskriminierung die Rede.

Nicht jedes schlechte Benehmen ist gleich Diskriminierung.

Auch wenn das von gewissen Personenkreisen mitunter gerne und ausgiebig genutzt wird...



Zitat (von zettel12):
obwohl man eigentlich Bewertungen löschen lassen kann, wenn falsche Angaben gemacht werden.

Offenbar gelang es nicht, glaubhaft darzulegen, das falsche Angaben gemacht wurden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17635 Beiträge, 6553x hilfreich)

Zitat (von zettel12):
duzte sie (unterbewusst?) die besagte Person,

Die Bedienung hat die Person im Rollstuhl deutlich anders behandelt als alle anderen - und das ist Diskriminierung *), nämlich unterschiedliche Behandlung. Die Kellnerin musste nicht 'wissen', dass der Rollstuhlfahrer 'schon 36 Jahre' alt ist - sie wird auf alle Fälle klar erkannt haben, dass es sich um eine erwachsene Person handelt. Und sollte diskriminierendes Verhalten geringer zu gewichten sein, nur weil es vll. aus dem Un(ter)bewussten kommt?
(Hierzulande werden i.d.R. Kinder geduzt, abgesehen von einem schwedischen Möbelbaus, in dem alle Kunden mit 'du' angeredet werden und ein paar anderen, wo das Firmenkultur ist. Sie hat den Mann behandelt wie ein unmündiges Kind, also unangemessen.)

Und wieso sollte die Bewertung gelöscht werden? Die Darstellung selbst ist doch nach deiner eigenen Darstellung offenbar nicht falsch hinsichtlich der Tatsachenbehauptung - ihr mögt bloß die Wertung des Vorfalls nicht.

Und in welchem Sinne sollte es 'Nötigung' sein, wenn und weil der Vater sich deutlich und laut beschwert hat?

*) 'Diskriminierung' ist ein Begriff, der deutlich mehr umfasst, als im AGG § 1 als unerlaubte Diskriminierung verboten ist. Wobei hier noch zu sehen ist, dass Diskriminierung wegen einer Behinderung dort ausdrücklich benannt ist. Auch wenn das Verhalten folgenlos bleibt, von der schlechten Bewertung einmal abgesehen.

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38840 Beiträge, 14067x hilfreich)

Sehr schöner Beitrag, @ blaubär.

Wenn ich meine Schwiegermutter umbringe, kann ich auch nicht einfach sagen, ich habe mir nichts böses dabei gedacht. Und deshalb ist es straffrei. Was die Kellnerin da gemacht hat, das geht gar nicht. Überleg doch mal, wie Du das empfinden würdest. Alle rundherum bis zum 16-jährigen Kind werden respektvoll gesiezt und nur der Behinderte geduzt. Da würde mein Verständnis als Angehöriger/Mitglied der Gruppe oder als Betroffener selbst auch in Richtung Null tendieren. Ich verstehe die Aufregung des Angehörigen. Ich verstehe die Aufregung von Euch nicht mal im Ansatz.

Der Vorfall hat statt gefunden. Da ist nichts dran zu reparieren. Es wär vielleicht sinnvoll, der Mitarbeiterin klare Anweisungen zu geben, wie sie mit "Randgruppen" der Gesellschaft umzugehen hat. Nämlich genau so, wie sie erwartet, das mit ihr umzugehen ist. Also jene Rücksichtnahme auf andere zu nehmen, die man selbst auch von anderen erwartet.

wirdwerden

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#4
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8416 Beiträge, 3780x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Offenbar gelang es nicht, glaubhaft darzulegen, das falsche Angaben gemacht wurden.


Die wurden nicht gemacht: Es wurde vom Gast geschildert wie geschehen.

Zitat (von zettel12):
Die in der Google Bewertung angegebene diskriminierung hat nicht stattgefunden,


Doch hat sie :
Zitat (von zettel12):
Als eine Bedinung die Bestellung aufnahm duzte sie (unterbewusst?) die besagte Person, nur diese Person wurde geduzt, die anderen wurden mit Sie angesprochen,


.............und wenn es auch keine böse Absicht war, war es aber ziemlich geschäftsschädigend. Dann muss man die Entschuldigung ganz ehrlich empfinden und auch formulieren. Hier den Gast anzugreifen, ist völlig kontraproduktiv für den Ruf des Lokals.

-- Editiert von HeHe am 18.10.2021 16:22

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16778 Beiträge, 9385x hilfreich)

Hier droht der "Streisand-Effekt":

Wenn man jetzt noch sinnlos / hilflos / ungeschickt versucht, die Bewertung zu löschen oder gegen den Bewertenden vorzugehen, erzeugt man eine negative Publicity (neudeutsch: "Schitstorm" ), durch den man den Ruf der Gaststätte erst recht ruiniert.

Der Vorfall ist ärgerlich und hätte nicht passieren dürfen. Es ist aber passiert. Aber wenn man dazu steht ("Tut uns leid; wird nicht wieder passieren; alle Mitarbeiter wurden besser geschult" ) und daran arbeitet, dass man zukünftig auch mal gute Bewertungen bekommt, dann wird der Vorfall irgendwann auch bei Google nach hinten rücken. Aber durch ungeschicktes "Nachtreten" kann man alles noch viel schlimmer machen.

-- Editiert von drkabo am 18.10.2021 17:08

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#6
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3626 Beiträge, 578x hilfreich)

Zitat (von zettel12):
Daraufhin teilte der Vater(?) der Bedinung sehr unhöflich mit dass das nicht in Ordnung sei, dass ein 16 Jähriger gesiezt wird aber ein 36 Jähriger wird wegen Behinderung geduzt.
Der Vater hat das laut und vor den anderen Gästen gesagt, also fast schon bloßgestellt. Nötigung?


Der Vater hat richtig reagiert, sie sollten ihr Personal besser schulen, denn so etwas darf nicht vorkommen. Folge dessen war es in Ordnung, dass andere Gäste seine Beschwerde hörten.

Zitat (von zettel12):
Als eine Bedinung die Bestellung aufnahm duzte sie (unterbewusst?)


Warum unterbewusst? Alle anderen werden gesiezt und der Behinderte nicht. Da kann man eher von Absicht sprechen.

Das schlimme daran, sie sind auf der Seite der Kellnerin, haben offenbar auch nicht begriffen um was es ging. Die Bewertung ist doch in Ordnung so weiß man, welche Personen um ihr Lokal einen Bogen machten sollten.


-- Editiert von Loni12 am 18.10.2021 17:44

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121684 Beiträge, 40049x hilfreich)

Zitat (von HeHe):
Die wurden nicht gemacht: Es wurde vom Gast geschildert wie geschehen.

Da man die Bewertung ja offenbar Wort für Wort kennt, bitte mal hier posten, dann können sich auch noch andere mal ein Bild davon machen.



Zitat (von Loni12):
Der Vater hat richtig reagiert,

Nein, er hat auch nicht richtig reagiert.



Zitat (von drkabo):
Hier droht der "Streisand-Effekt":

Richtig.
Sieht man ja schon an den Reaktionen der Poster hier.


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7517 Beiträge, 1562x hilfreich)

Ich würde mich für die Bewertung bedanken, schreiben dass es einem Leid tut und es sich um ein Missgeschick handelt und man die Gäste beim nächsten mal gerne wieder empfängt und vom Service überzeugen möchte. Wenn man mag, schreibt man noch etwas von einem Freigetränk und gut ist.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#9
 Von 
Daskalos
Status:
Lehrling
(1069 Beiträge, 187x hilfreich)

Falls man die Adresse der Familie kennt, würde ich einen Entschuldigungsbrief schreiben mit einem kostenlosen Essen für die Familie. Eventuell wird das den Ärger wieder "gerade bügeln"

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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38840 Beiträge, 14067x hilfreich)

Wieso hat der Vater nicht richtig reagiert? Die Kellnerin hat einen erwachsenen Mann wie ein Kind behandelt, und das vor einer größeren Gruppe aus primitivster Motivation heraus. Der Angegriffene selbst kann sich aufgrund seiner Sprachhemmung selbst nicht angemessen wehren. Wohl aber sein Vater für ihn, denn das war ja letztlich ein Angriff auf die ganze Gruppe. Das hat er gemacht. Und darüber wird sich jetzt aufgeregt? Auch der Fragesteller hier regt sich über die Opfer auf, nicht aber über die Täterin. Weil, die habe sich ja entschuldigt. Damit ist so etwas nun wirklich nicht aus der Welt geschafft. Es geht hier um mehr, und die Vorschläge von Daskalas und cirius, eigentlich Selbstverständlichkeiten, auf so etwas ist man nicht von alleine gekommen?

wirdwerden

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#11
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3626 Beiträge, 578x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
itat (von Loni12):
Der Vater hat richtig reagiert,

Nein, er hat auch nicht richtig reagiert.


Wir wissen nicht, welche Erlebnisse es schon gab, deshalb war die Reaktion des Vaters angemessen.

-- Editiert von Loni12 am 19.10.2021 10:03

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
guest-12321.03.2022 17:40:03
Status:
Lehrling
(1312 Beiträge, 184x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
... deshalb war die Reaktion des Vaters angemessen.


Das ist aus der Ferne überhaupt nicht zu bewerten.

Zitat (von zettel12):
Daraufhin teilte der Vater(?) der Bedinung sehr unhöflich mit dass das nicht in Ordnung sei, ...

Zitat (von zettel12):
Der Vater hat das laut und vor den anderen Gästen gesagt, also fast schon bloßgestellt


Der Vater hat jedes Recht sich über das Verhalten der Kellnerin zu beschweren, ob er dabei "angemessen" oder "unangemessen" reagiert hat wird wohl darauf ankommen wie unhöflich und wie laut der reagiert hat. Das weiß man nicht und tut eigentlich auch nichts zur Sache, der Fehler der aus Sicht der Betroffenen das Diskriminierung empfunden wurde (und objektiv ist!) ging vom Restaurantpersonal aus, und da sollte man sich als Restaurant eher fragen wie man mit solchen Vorkommnisse professioneller und vor allem empathischer umgeht.

1x Hilfreiche Antwort


#14
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38840 Beiträge, 14067x hilfreich)

Darum geht es hier doch gar nicht. Problematik nicht erkannt?

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121684 Beiträge, 40049x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Problematik nicht erkannt?

Lavendelpflücker ist nur so ein kleiner Teilzeit-Troll.
Einfach nicht beachten.



Zitat (von Alter Sack):
Der Vater hat jedes Recht sich über das Verhalten der Kellnerin zu beschweren,

Richtig.
Sieht dann halt nur total blöde aus, wenn er dann ebenso ins Klo greift.



Zitat (von Loni12):
Wir wissen nicht, welche Erlebnisse es schon gab

Egal welche Erlebnisse es gab, ist das weder Grund noch Rechtfertigung sich ebenfalls daneben zu benehmen.



Zitat (von Loni12):
deshalb war die Reaktion des Vaters angemessen.

Keine Ahnung in welchen sozialen Strukturen man sich so bewegt, aber der öffentliche Pranger für Privatpersonen die keine Straftäter sind, ist in zivilisierten Regionen geächtet / weitgehend abgeschafft.


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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3626 Beiträge, 578x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Keine Ahnung in welchen sozialen Strukturen man sich so bewegt, aber der öffentliche Pranger für Privatpersonen die keine Straftäter sind, ist in zivilisierten Regionen geächtet / weitgehend abgeschafft.


Harry, keiner von uns war dabei, es kann sein, dass andere Gäste es hörten, muss aber nicht.
Die TE stellt es doch so dar, dass der Vater sich daneben benahm, aber nicht die Bedienung.

Es wurde auch niemand an den Pranger gestellt und über meine sozialen Strukturen musst du dir keine Sorgen machen. Meine Umgebung ist zivilisiert, allerdings erlebte ich durch mein Ehrenamt, dass behinderte Menschen öfters als Menschen 2. Klasse betrachtet werden, deshalb stehe ich Gruppe näher, als Gastwirtskinder, welche ihr Personal besser schulen und an ihrer Einstellung arbeiten sollten.

-- Editiert von Loni12 am 20.10.2021 07:13

1x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121684 Beiträge, 40049x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Harry, keiner von uns war dabei,

Eben.



Zitat (von Loni12):
Die TE stellt es doch so dar, dass der Vater sich daneben benahm,

Geanu, deshalb mauss man damit arbenten, was man an Fakten hat.



Zitat (von Loni12):
allerdings erlebte ich durch mein Ehrenamt, dass behinderte Menschen öfters als Menschen 2. Klasse betrachtet werden,

Na, dann sind wir ja schon 2 denen es so geht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6316 Beiträge, 1509x hilfreich)

Das Duzen einer fremden Person ist eine Beleidigung, wenn hierin eine soziale Herabwürdigung zum Ausdruck kommt. (Herrschende Rechtsmeinung)

Man kann ja mal ein Gericht fragen, ob es im beschriebenen Fall eine "soziale Herabwürdigung" als gegeben sieht.

Man sollte aber dabei bedenken, daß eine Beleidigung (§185 StGB) wie alle anderen Straftaten auch nur als vorsätzliche Tat überhaupt strafbar ist - es sei denn, fahrlässiges Handeln ist ausdrücklich im Gesetz auch mit Strafe bedroht.

Bei §185 StGB ist das nicht der Fall. eine fahrlässige Beleidigung gibt es insofern nicht.

Ein Anwalt der Kellnerin würde wohl einfach darauf hinweisen, daß Kellner unterschiedliche Gäste je nach Alter oder auch anderen Kriterien mit "Sie" oder mit "Du" anreden - weil sie einzuschätzen versuchen, wie der jeweilige Gast das am angenehmsten empfindet.

Ist der Gast ein "Hippie-Freak", wird er mit dem "SIe" fremdeln und das "Du" erwarten - das ja nicht nur in einem großen schwedischen Möbelhaus Standardanrede ist.

Und da, so würde der Anwalt dann argumentieren, ist die Kellnerin im Stress und der Hektik des Gaststättenbetriebs einfach durcheinandergekommen, und hat einen mit "Sie" und einen mit "Du" angeredet, und sich dabei ein bisserls vertüdelt. Damit war keine soziale Herabwürdigung beabsichtigt, und damit ist die "Beleidigung" strafrechtlich vom Tisch.

Objektiv betrachtet hat die ganze Sache was vom typischen Streit am Gartenzaun über die Gartenzwerge in Nachbars Garten.

Die Bewertung bei Google wird man nicht wegbekommen, da schreibt man dann einen möglichst unkonfrontativen Kommentar drunter. Ansonsten hat man den schon erwähnten "Streisand-Effekt".

Zum Glück gibt es im übrigen auch eine Menge Leute, denen ein solches Mimosen-Gehabe (von dem Vater) ganz fürchterlich auf den Keks geht, und die so einen Kommentar keineswegs als abschreckend hinsichtlich der Gaststätte ansehen.

Dürfte die große Mehrheit sein, daß die anderen mehr erscheinen, liegt nur daran, daß sie lauter schreien.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17178 Beiträge, 5921x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nicht jedes schlechte Benehmen ist gleich Diskriminierung.
Und auch nicht jede Diskriminierung ist verboten.

Zitat (von blaubär+):
Wobei hier noch zu sehen ist, dass Diskriminierung wegen einer Behinderung dort ausdrücklich benannt ist
Das spielt aber gar keine Rolle, denn das AGG ist hier gar nicht anwendbar, denn wo sollte hier eine Benachteiligung sein? O.k., es war unhöflich von der Kellnerin, aber von einer Benachteiligung kann ich nichts erkennen. Meiner Meinung nach handelt es sich hier eben genau nicht um eine unerlaubte Form der Diskriminierung.
Diskriminierung - ja
unerlaubte Diskriminierung - nein

Zitat (von HeHe):
Dann muss man die Entschuldigung ganz ehrlich empfinden und auch formulieren. Hier den Gast anzugreifen, ist völlig kontraproduktiv für den Ruf des Lokals
Genau so ist es. Man muss zu den Fehlern stehen, sich entschuldigen und der Bedienung auftragen sich korrekter zu benehmen.

Zitat (von Lavendelpflücker):
Das alberne Siezen gehört abgeschafft.
100% Zustimmung!!! Ist aktuell aber leider nicht so.

Zitat (von eh1960):
Objektiv betrachtet hat die ganze Sache was vom typischen Streit am Gartenzaun über die Gartenzwerge in Nachbars Garten.
Aus Sicht einer nicht behinderten Person sehe ich das auch so. Aus Sicht einer behinderten Person kann ich mir aber sehr gut vorstellen, dass man da ganz dünn-häutig wird wenn man tagtäglich damit zu kämpfen hat.

Signatur:

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