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Klagen vor Gericht - Anwaltskosten, Anwalt ratsam?

8.12.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Anwalt Gericht
Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
Yoyoyoyooy
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Klagen vor Gericht - Anwaltskosten, Anwalt ratsam?

Hallo zusammen,

ich habe, wie viele hier, ziemlichen Ärger.
Mir ist vor einem halben Jahr jemand auf mein Auto gefahren, als ich beim Anfahren vor der Ampel abgewürgt habe. Die Polizei kam hat den Auffahrer verwarnt und den Unfall dokumentiert. Ich ließ ein Gutachten erstellen (total Schaden) und habe alle Dokumente an die gegnerische Versicherung gesendet. Als ich dann eine Antwort bekam in der stand, dass ich zu 100% schuldig sei, da ich abgewürgt habe und dabei leicht angefahren bin und das als abruptes Bremsen zu bewerten ist, war ich doch schon sehr verwundert.
Leider habe ich keine Rechtschutzversicherung, trotzdem rief ich einen Anwalt zu Rat. Er erklärte mir ich habe gute Chancen. Doch auch nach mehrer maligem Schriftverkehr zwischen meinem Anwalt und der Versicherung, änderte die Allianz ihren Standpunkt nicht.
Nun will ich klagen. Allerdings schrecken mich die Anwaltskosten ziemlich ab. Macht es also Sinn allein zu klagen und auf Beistand zu verzichten, da meine Chancen ja eigentlich ziemlich gut stehen?

-- Editiert von annyker am 08.12.2017 16:12

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Anwalt Gericht


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Schüler
(490 Beiträge, 271x hilfreich)

Zitat (von annyker):
Macht es also Sinn allein zu klagen und auf Beistand zu verzichten, da meine Chancen ja eigentlich ziemlich gut stehen?

Du hast den Anwalt falsch verstanden. Er meint nicht Deine Chancen, sondern seine eigenen, wenn er Dich vertritt.

Wenn Du dich selbst vertreten willst, musst Du bedenken: Das Gericht darf nur die Tatsachen berücksichtigen, die von den Parteien vorgetragen werden. Das Gericht darf nicht von sich aus ermitteln. Alles, was der Gegner behauptet und was Du nicht bestreitest, gilt als zugestanden. Was Du nicht mit hinreichenden Argumenten bestreitest, gilt ebenfalls als zugestanden. Wenn Du nicht weisst, was Du sagen müsstest, um recht zu bekommen, dann muss das Gericht deinem Gegner recht geben, auch wenn es weiß, dass das eigentlich falsch ist.

Ob man dabei als juristischer Laie trotzdem Erfolg haben kann, ist so ein bisschen wie die Frage, ob man sich einen Rolls Royce leisten kann: Wenn man schon glaubt, fragen zu müssen, dann wahrscheinlich nicht.

Aber eben nur wahrscheinlich, abschließend lässt sich das nicht beurteilen. Was Du tun könntest, und tatsächlich sowieso tun müsstest (meiner Ansicht nach), ist: Kauf oder lies den Oberheim, um zuallererst einmal zu erfahren, was vor Gericht passiert.

Wenn Du nicht 100%ig verstehst, was dort gesagt wird, und was Du tun müsstest, dann lass es. Wenn Du stattdessen denkst: "Klasse, genau die Frage hatte ich mir auch gestellt", dann könnte es klappen. Das Buch ist nach meiner Erfahrung eine gute Einführung, wie man sich als Laie vor Gericht selbst vertreten kann. Es ist zwar ganz und gar nicht zu diesem Zweck geschrieben worden, aber meiner Ansicht nach dennoch sehr nützlich genau dafür.

Nachtrag: Die Frage ist übrigens müßig, wenn es um mehr als 5000 Euro geht: Dann geht der Fall zwangsweise vor das Landgericht, wo Anwaltszwang herrscht.


-- Editiert von metttwurstkneckebrot am 08.12.2017 20:59

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#2
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25255 Beiträge, 6913x hilfreich)

Zitat:
Nachtrag: Die Frage ist übrigens müßig, wenn es um mehr als 5000 Euro geht: Dann geht der Fall zwangsweise vor das Landgericht, wo Anwaltszwang herrscht.

Exact

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