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Klinik-Zuzahlung bei zwanghafter Einweisung in Psychiatrie?

14.2.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Frage richtig
 Von 
AlexXYZ
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 7x hilfreich)
Klinik-Zuzahlung bei zwanghafter Einweisung in Psychiatrie?

Hallo!

Ein Bekannter, der sich aktuell in einer etwas angespannten Lage befindet (Geld ist u.a. auch knapp), wurde kürzlich nach einem eher kleinen Autounfall (ohne Fremdschaden) unter leichtem Alkoholeinfluss (noch unter 0,5 Promille) auf "anraten" der Polizei auf Grund des Gesamtzustandes in der Psychiatrie vorgestellt. Er gab sich dem dann auch mehr oder weniger "freiwillig" hin, und hielt sich 6 Tage auf der geschlossenen Station auf (eine ohne "schwere Fälle", wo alles doch sehr ruhig und menschlich zugeht).

Nun hat er (erwartbar) die Rechung für die Krankenhaus-Zuzahlung erhalten (10€/Tag, max. 28 Tage).
Natürlich geht es hier um einen "überschaubaren" Betrag von 60€ (6 Tage)...(ich hatte etwas "ausgholfen", das ist ein lockeres Geben und Nehmen).

Trotzdem stellte ich mir die Frage, in wieweit man eine Zuzahlung für eine "zwanghafte" (wenn auch ganz sachlich freiwillig "akzeptierte") Einweisung leisten muss?
(Gesetzlich versichert, keine weiteren Zuzahlungsbefreiungen oder -Versicherungen.)

Klar, es ist ein "Krankenhaus-Aufenthalt"...
Ist das schlicht genauso als "in der Situation medizinisch notwendig" zu verbuchen wie beispielsweise ein gebrochener Arm bei einem Unfall (wo dann ja auch unverhofft ein Krankenhaus-Aufenthalt sehr schnell "zwangsweise medizinisch notwendig" sein kann)?
Dann wäre es klar: Man muss zahlen.
Richtig?

MfG...

.

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Frage richtig


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81240 Beiträge, 33940x hilfreich)

Zitat (von AlexXYZ):
Ist das schlicht genauso als "in der Situation medizinisch notwendig" zu verbuchen

Würde ich so sehen ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Loni12
Status:
Praktikant
(857 Beiträge, 157x hilfreich)

Die Polizisten haben richtig gehandelt, er befand sich offenbar in einer Ausnahmesituation.

Die Entscheidung war offenbar richtig, sonst wäre er keine 6 Tage im KH gewesen und somit auch die Zuzahlung korrekt.

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31051 Beiträge, 12369x hilfreich)

Noch ein Hinweis: er kann von Zuzahlungen befreit werden bei geringem Einkommen.

wirdwerden

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#4
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14189 Beiträge, 2148x hilfreich)

Zitat (von AlexXYZ):
für eine "zwanghafte" (wenn auch ganz sachlich freiwillig "akzeptierte") Einweisung leisten muss?
Zwanghafte Einweisungen gibt es nicht. uU werden *Unterbringungen nach PsychKG* ---angeordnet---. Dann ist der Zuzahlungsbeitrag von 10€/Tag auch zu zahlen, evtl. von anderen.

Die 6 Tage werden im Streitfalle auch nachweisbar sein--- beruhigen/beobachten/ durchchecken/behandeln. Da das KH immerhin 6 Tage benötigte, gab es sicher Gründe...

Auf der Rechnung steht: Krankenhausaufenthalt vom/bis . Niemals steht dort: wegen dit &dat

Eine Zuzahlungsbefreiung geht nicht auf 0. Auch nicht bei geringem Einkommen. Aber das Wort klingt schön.
auf 2% p.a. des Brutto, bei Chronikern auf 1%.

Da das Jahr noch jung ist, dürften die 60,- über keine Zuzahlungs-Belastungsgrenze gehen.

Zitat (von AlexXYZ):
Dann wäre es klar: Man muss zahlen. Richtig?
Hier auch klar. Man muss zahlen.

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#5
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8832 Beiträge, 2837x hilfreich)

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Wer im Krankenhaus 6 Tage vollversorgt wird, spart doch weit mehr als 10 € pro Tag ein.

Berry

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31051 Beiträge, 12369x hilfreich)

Nö Berry, oder glaubst du ernsthaft, dass z.B. ein ALG II Empfänger 10 € am Tag für Essen und Trinken und abgelaufene Schuhsolen ausgibt?

wirdwerden

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#7
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14189 Beiträge, 2148x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
oder glaubst du ernsthaft, dass z.B. ein ALG II Empfänger 10 € am Tag für Essen und Trinken und abgelaufene Schuhsolen ausgibt?
Es ging doch wohl nicht um einen Alg2-Bezieher. Auch bei anderen ist das Geld mal knapp.

Auf jeden Fall hat die o.g. Person die 60,- für den KH-Aufenthalt zu zahlen.
Das KH-PC-System schickt auch Erinnerungen und kostenpflichtige Mahnungen.

Es führt kein Weg dran vorbei.


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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28283 Beiträge, 15390x hilfreich)

Trotzdem stellte ich mir die Frage, in wieweit man eine Zuzahlung für eine "zwanghafte" (wenn auch ganz sachlich freiwillig "akzeptierte") Einweisung leisten muss? Es gab überhaupt keine Zwangseinweisung - eine Zwangseinweisung wird von einem Richter angeordnet, was hier ganz offenbar nicht der Fall war.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#9
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1752 Beiträge, 238x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Es ging doch wohl nicht um einen Alg2-Bezieher. Auch bei anderen ist das Geld mal knapp.
Aber auch diese Personengruppe "spart" sich erst recht keine 10€ pro Tag. Eher im Gegenteil, es kommen wohl nicht selten dann noch Einkommenstechnische Schwierigkeiten hinzu.

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#10
 Von 
AlexXYZ
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo zurück!

Okay Danke!
Er hat die 60€ ja auch bezahlt, es ging mir bzgl. der Frage eher rein interessehalber "ums Prinzip".
Ja, scheint mir auch alles einleuchtend und plausibel.

Nur nebenbei:

Zitat:
Da das KH immerhin 6 Tage benötigte, gab es sicher Gründe...

Es waren in dem Fall auch nur 2 Tage auf der "geschlossenen Station", die als 3 Tage gerechnet wurden (da Einweisung knapp vor 0 Uhr), sowie übers Wochenende (Freitag bis Montag) auf der freien Station, bevor montags bei der Visite dann die Entlassung am selben Tag erfolgte.
(Klar, auf der offenen Station kann man sich auch selbstentlassen, hatte er auf dem Wege aber nicht getan.)
Und nein, kein ALG2-Bezug.

MfG Alex

.

-- Editiert von AlexXYZ am 18.02.2020 19:31

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#11
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14189 Beiträge, 2148x hilfreich)

In Summe waren es dann eben 6 Tage. Und so zählt das KH-System.

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