Krankenversicherung / MDK will Pflegestufe nicht neu beurteilen

27. Dezember 2018 Thema abonnieren
 Von 
guest-12308.02.2023 20:22:25
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Krankenversicherung / MDK will Pflegestufe nicht neu beurteilen

Folgender Sachverhalt liegt vor:

Mein Vater wurde von Pflegestufe 2 auf derzeit Pflegestufe 1 vom MDK eingestuft. Dies fand wohl in einer fünf minütigen Untersuchung/Beurteilung im Pflegeheim statt. Aufgrund der Umstufung, musste er aus dem Heim heraus und in seine alte Unterkunft zurück - die nicht seinen Ansprüchen genügt und für Pflegebedürftige nicht geeignet ist.
Da sowohl behandelnde Ärzte, wie auch ambulante Pfleger oder Personen die allgemein in diesem Bereich Erfahrung haben diese Einstufung kritisieren und anzweifeln, wurde von seiner gesetzlichen Betreuerin Einspruch in die Beurteilung vom MDK eingelegt und um ein Eilverfahren gebeten. Da die vermutete Stufe eher 3-4 sein sollte und entsprechend Pflegeleistungen, wie die Unterbringung in einem Pflegeheim mit täglicher Überwachung, nicht ermöglicht werden.
Die für meinen Vater zuständige Berufsbetreuerin hat diesen Einspruch mit ärztlicher Bescheinigung über die zuständige Krankenkasse veranlasst. Nun haben wir jedoch keinerlei Rückmeldung oder Anzeichen vom MDK, dass diese erneute Prüfung stattfinden soll geschweige denn einen Zeitplan des Ablaufs. Auf Anraten des Pflegepersonals soll nun gegen den MDK Anzeige erstattet werden. Dies wurde nun auch gemacht, jedoch konnte die Polizei dies nicht sinnvoll zuordnen und weiß nicht in welche Kategorie die Strafanzeige fällt oder inwiefern da nun ermittelt werden sollte.
Nun wre meine Frage, unter was müsste die Anzeige laufen und welche Voraussetzungen müssten erfüllt werden, damit die Untersuchungen gegen den MDK eingeleitet werden und so der Druck auf eine dringend notwendige Nachprüfung der Pflegestufe erhöht wird?

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17 Antworten
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#1
 Von 
Jonathon
Status:
Praktikant
(853 Beiträge, 288x hilfreich)

Sry,
aber immer lese ich was von Anzeige.
Bei allem Verständnis, aber wie die Polizei bereits sagte auch ich kann da keine Strafbarkeit erkennen.

In meinen Augen wäre der Weg ein ganz anderer.
Zuerst benötigt Ihr mal einen Gutachter, welcher Euren Vater begutachtet und die Pflegestufe einschätzt.
Dann müsste dieses Gutachten der Kasse zur Kenntnis gebracht werden mit Fristsetzung und Klageandrohung bei Nichtbeachten.
Ich denke mal, dass gegen die Entscheidung des MDK nicht fristgerecht Widerspruch erhoben wurde.
Dann die Frage, wer hat die Vorsorgevollmacht, oder ist Euer Vater noch voll geschäftsfähig? Wenn ich bereits Berufsbetreuerin lese, denke ich, das an der Sache noch mehr dran ist.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt: Keine Rechtsberatung. Es gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
guest-12308.02.2023 20:22:25
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Jonathon):

Ich denke mal, dass gegen die Entscheidung des MDK nicht fristgerecht Widerspruch erhoben wurde.
Dann die Frage, wer hat die Vorsorgevollmacht, oder ist Euer Vater noch voll geschäftsfähig? Wenn ich bereits Berufsbetreuerin lese, denke ich, das an der Sache noch mehr dran ist.


Ja, die Anfrage wurde an die Betreuerin gestellt, wann diese den Einspruch eingelegt hat. Eine Antwort steht jedoch aus.
Da Sie (die Betreuerin) allgemein nicht gerade aktiv ist und man sie eher zu den Aufgaben die sie erledigen müsste drängen muss, wäre da auch die nicht Verlängerung der Betreuung bzw. ein Betreuerwechsel mehr als nötig. Jedoch scheint die Priorität erst einmal auf der richtigen Einstufung der Pflegestufe und eine adequate Unterbringung und Versorgung des Vaters in Vordergrund zu stehen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
bernardoselva
Status:
Bachelor
(3253 Beiträge, 1810x hilfreich)

Hallo,

der medizinische Dienst der Krankenkassen ist darauf getrimmt, alles, ja, wirklich alles, zurückzuweisen. Ihr Vater muss einen entsprechenden Bescheid vorliegen haben. Auf diesem Bescheid befindet sich eine Rechtsmittelbelehrung.

Bei mir war es so, dass die Rechtsmittelbelehrung darauf verwies, dass man gegen die Entscheidung beim zuständigen Sozialgericht Klage einreichen muss, was ich auch gemacht habe. In der Klagebegründung sollte man nicht hinter dem Berg bleiben und den beteiligten Personen des MDK jegliche Qualifikation absprechen. Das habe ich gemacht, war schon hart zur Grenze der persoenlichen Beleidigung.

Gleichzeitig habe ich einen Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt, der tatsaechlich durchging und den ganzen Fall einem auf Sozialrecht spezialisierten Anwalt übergeben. Der hat dem Ganzen noch ein Haeubchen aufgesetzt - daraufhin hat das Gericht einen neutralen Gutachter beauftragt. Termin vermutlich Januar / Februar 2019, auf keinen Fall sollte man klein beigeben, sofort schwerstes Geschütz auffahren, man hat nichts zu verlieren.


Viele Gruesse
bernardoselva

Signatur:

Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12308.02.2023 20:22:25
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von bernardoselva):
Hallo,

der medizinische Dienst der Krankenkassen ist darauf getrimmt, alles, ja, wirklich alles, zurückzuweisen. Ihr Vater muss einen entsprechenden Bescheid vorliegen haben. Auf diesem Bescheid befindet sich eine Rechtsmittelbelehrung.

Bei mir war es so, dass die Rechtsmittelbelehrung darauf verwies, dass man gegen die Entscheidung beim zuständigen Sozialgericht Klage einreichen muss, was ich auch gemacht habe. In der Klagebegründung sollte man nicht hinter dem Berg bleiben und den beteiligten Personen des MDK jegliche Qualifikation absprechen. Das habe ich gemacht, war schon hart zur Grenze der persoenlichen Beleidigung.

Gleichzeitig habe ich einen Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt, der tatsaechlich durchging und den ganzen Fall einem auf Sozialrecht spezialisierten Anwalt übergeben. Der hat dem Ganzen noch ein Haeubchen aufgesetzt - daraufhin hat das Gericht einen neutralen Gutachter beauftragt. Termin vermutlich Januar / Februar 2019, auf keinen Fall sollte man klein beigeben, sofort schwerstes Geschütz auffahren, man hat nichts zu verlieren.


Viele Gruesse
bernardoselva


Vielen Dank! Das ist sehr hilfreich!

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118366 Beiträge, 39557x hilfreich)

Zitat (von ironmaiden):
jedoch konnte die Polizei dies nicht sinnvoll zuordnen und weiß nicht in welche Kategorie die Strafanzeige fällt oder inwiefern da nun ermittelt werden sollte.

Da sich aus der Schilderung kein strafrechtlich relevantes Verhalten erkennen lässt, somit auch keine großen Ermittlungen folgen werden, wird das wohl bald in die Kategorie "E" wie eingestellt fallen.



Zitat (von ironmaiden):
die nicht seinen Ansprüchen genügt

Irrelvant.
Geleistet wird was versichert ist, bei staatlichen Versicherung ist meist das das absolute Minimum.
Wenn man mehr will, muss man selbst vorsorgen.



Zitat (von ironmaiden):
Nun haben wir jedoch keinerlei Rückmeldung oder Anzeichen vom MDK, dass diese erneute Prüfung stattfinden soll geschweige denn einen Zeitplan des Ablaufs.

Das geht euch auch nichts an. Weder seid ihr der zu Begutachtende noch der Beteuer.



Zitat (von ironmaiden):
wäre da auch die nicht Verlängerung der Betreuung bzw. ein Betreuerwechsel mehr als nötig.

Schon mal über "selber machen" nachgedacht?
Da steigt die Quote auf 1:1 (statt 1:10 bis 1:20)



Ansonsten kann ich bernardoselva nur bepflichten.
Die Frage ist nur, ob und wie der Betreuer sich zu solchem Vorgehen motivieren lässt.




-- Editiert von Harry van Sell am 27.12.2018 18:16

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
Heiserkeit
Status:
Lehrling
(1510 Beiträge, 560x hilfreich)

Man sollte erstmal selbst prüfen ob überhaupt die Voraussetzungen für den gewünschten Pflegegrad vorliegen - Beim sog. Pflegegrad (vorher Pflegestufe) geht es um den nötigen "Zeitbedarf" bei der eine Person Unterstützungsbedarf hat.
Jedoch sollte man sich im klaren sein, dass es nicht darum geht für den Vater eine Köchin zu organisieren weil er nie gelernt hat sich ein Butterbrot zu schmieren u. das, obwohl er es eigentlich könnte, jetzt nicht selbstständig machen möchte.

Der gewünschte Pflegegrad 3-4 bedeutet das in der Grundpflege (Körperpflege, hauswirtschaftliche Unterstützung, Mobilität...) ein täglicher Zeitaufwand von 3-5 Stunden zugrunde gelegt wird. Außerdem muss ein Hilfe-/Unterstützungs-bedarf bei den Punkten "psychosoziale Unterstützung" (2-6 mal), "nächtliche Hilfe" (bis zu 3 mal) u. "präsenz Tagsüber" (6-12 Stunden) vorliegen...

Welcher Zeitaufwand für welche Tätigkeit (durchschnittlich!) zugrunde gelegt wird, kann man .B. unter https://www.pflegeverantwortung.de/pflegehilfe-pflegefall/grundpflege/ nachlesen.
Ob es hierbei allerdings auch Abstufungen ("Hilfebedarfsgruppe nach Metzler" - "kann", "kann nicht", "kann mit Unterstützung", "kann mit Anleitung", "stellvertretende Ausführung"...) gibt, kann ich nicht sagen...

//Edit//

Zitat (von Harry van Sell):
Schon mal über "selber machen" nachgedacht?
Da steigt die Quote auf 1:1 (statt 1:10 bis 1:20)


Ein Berufsbetreuer muss, um von dem Geld "leben zu können", eher 70 u. mehr Betreuungen inne haben - Dementsprechend ist die Quote nicht 1:10 od. 1:20, sondern 1:70.
//Editend//

-- Editiert von pOtH am 27.12.2018 19:12

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#7
 Von 
guest-12308.02.2023 20:22:25
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von pOtH):

Der gewünschte Pflegegrad 3-4 bedeutet das in der Grundpflege (Körperpflege, hauswirtschaftliche Unterstützung, Mobilität...) ein täglicher Zeitaufwand von 3-5 Stunden zugrunde gelegt wird. Außerdem muss ein Hilfe-/Unterstützungs-bedarf bei den Punkten "psychosoziale Unterstützung" (2-6 mal), "nächtliche Hilfe" (bis zu 3 mal) u. "präsenz Tagsüber" (6-12 Stunden) vorliegen...

Welcher Zeitaufwand für welche Tätigkeit (durchschnittlich!) zugrunde gelegt wird, kann man .B. unter https://www.pflegeverantwortung.de/pflegehilfe-pflegefall/grundpflege/ nachlesen.
Ob es hierbei allerdings auch Abstufungen ("Hilfebedarfsgruppe nach Metzler" - "kann", "kann nicht", "kann mit Unterstützung", "kann mit Anleitung", "stellvertretende Ausführung"...) gibt, kann ich nicht sagen...


Das wurde ja von der ambulanten Pflege entsprechend durchgerechnet und wenn man es sehr kleinlich sieht käme Pflegestufe 3 heraus, bei großzügiger Beurteilung auch 4. Aktuell zahlt die Krankenkasse vermutlich viel mehr, weil er aufgrund der schlechten Zustände regelmäßig für mehrere Wochen ins Krankenhaus eingeliefert und behandelt werden muss. Günstiger ist das auf keinen Fall für die Kasse, lediglich stressiger für den Patienten mit dem häufigen hin und her.


Zitat (von pOtH):

//Edit//
Zitat (von Harry van Sell):
Schon mal über "selber machen" nachgedacht?
Da steigt die Quote auf 1:1 (statt 1:10 bis 1:20)


Ein Berufsbetreuer muss, um von dem Geld "leben zu können", eher 70 u. mehr Betreuungen inne haben - Dementsprechend ist die Quote nicht 1:10 od. 1:20, sondern 1:70.
//Editend//

-- Editiert von pOtH am 27.12.2018 19:12


Ich kenne ja die Zahlen nicht, aber gemäß Aussage des Arztes bezüglich des Verdienstes p.P. (400-600€ im Monat) würde ich mich mit 20 Betreuungen schon als reich bezeichnen. Bei 70 dann jährlich ein Haus kaufen.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Heiserkeit
Status:
Lehrling
(1510 Beiträge, 560x hilfreich)

Zitat (von ironmaiden):
Ich kenne ja die Zahlen nicht, aber gemäß Aussage des Arztes bezüglich des Verdienstes p.P. (400-600€ im Monat) würde ich mich mit 20 Betreuungen schon als reich bezeichnen. Bei 70 dann jährlich ein Haus kaufen.


Schuster bleib bei deinen Leisten.: Die Stundensätze liegen bei 19,50€, 25€ u. 33,50€ (http://www.gesetze-im-internet.de/vbvg/__3.html) u. er kann (je nachdem wie lange er die Betreuung einer Person inne hat) zw. 2 u. 8,5 Stunden (//Edit// http://www.gesetze-im-internet.de/vbvg/__5.html //Editend//) abrechnen - Was erstmal nach viel aussieht, aber man muss genauer hinsehe u. der Betreuer muss, um als Berufsbetreuer anerkannt zu werden, erstmal min. 11 Betreuungen inne haben.

Beispiel.: Der Berufsbetreuer hat eine abgeschlossene Ausbildung u. kann somit einen Stundensatz von 25€ (Brutto) ansetzen. Der Betreuer kann, da der Betreute bereits über einem Jahr im Heim lebt u. mittellos ist, 2 Stunden abrechnen.
Der Betreuer erhält, da er durch das "Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz" nur pauschal abrechnen kann, also pro Betreuung (egal wie viel Zeit er tatsächlich aufwenden muss!) 50€ im Monat Brutto - Hiervon muss er noch Steuern, Versicherungen, Sprit, Auslagen, Anschaffungen, Instandhaltungen... zahlen - Um Brutto 3500€ zu verdienen, muss er also min. 70 Betreuungen inne haben.

-- Editiert von pOtH am 27.12.2018 20:03

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7959 Beiträge, 4487x hilfreich)

Zitat:
Ich kenne ja die Zahlen nicht, aber gemäß Aussage des Arztes bezüglich des Verdienstes p.P. (400-600€ im Monat) würde ich mich mit 20 Betreuungen schon als reich bezeichnen.

Wenn du davon überzeugt bist, dass Berufsbetreuer mit ihrem Beruf reich werden, solltest du das schnellstmöglichst in Angriff nehmen.

P.S: Ich bin übrigens kein Berufsbetreuer ;)

-- Editiert von cruncc1 am 27.12.2018 20:05

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
guest-12308.02.2023 20:22:25
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
Zitat:
Ich kenne ja die Zahlen nicht, aber gemäß Aussage des Arztes bezüglich des Verdienstes p.P. (400-600€ im Monat) würde ich mich mit 20 Betreuungen schon als reich bezeichnen.

Wenn du davon überzeugt bist, dass Berufsbetreuer mit ihrem Beruf reich werden, solltest du das schnellstmöglichst in Angriff nehmen.

P.S: Ich bin übrigens kein Berufsbetreuer ;)

-- Editiert von cruncc1 am 27.12.2018 20:05


Ist ja vom Thema nicht nützlich zur Sache. Außerdem will ich einen Job der mir gefällt und nicht zwangsläufig alles machen nur um reich zu werden. ;)

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12308.02.2023 20:22:25
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von pOtH):
Zitat (von ironmaiden):
Ich kenne ja die Zahlen nicht, aber gemäß Aussage des Arztes bezüglich des Verdienstes p.P. (400-600€ im Monat) würde ich mich mit 20 Betreuungen schon als reich bezeichnen. Bei 70 dann jährlich ein Haus kaufen.


Schuster bleib bei deinen Leisten.: Die Stundensätze liegen bei 19,50€, 25€ u. 33,50€ (http://www.gesetze-im-internet.de/vbvg/__3.html) u. er kann (je nachdem wie lange er die Betreuung einer Person inne hat) zw. 2 u. 8,5 Stunden (//Edit// http://www.gesetze-im-internet.de/vbvg/__5.html //Editend//) abrechnen - Was erstmal nach viel aussieht, aber man muss genauer hinsehe u. der Betreuer muss, um als Berufsbetreuer anerkannt zu werden, erstmal min. 11 Betreuungen inne haben.

Beispiel.: Der Berufsbetreuer hat eine abgeschlossene Ausbildung u. kann somit einen Stundensatz von 25€ (Brutto) ansetzen. Der Betreuer kann, da der Betreute bereits über einem Jahr im Heim lebt u. mittellos ist, 2 Stunden abrechnen.
Der Betreuer erhält, da er durch das "Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz" nur pauschal abrechnen kann, also pro Betreuung (egal wie viel Zeit er tatsächlich aufwenden muss!) 50€ im Monat Brutto - Hiervon muss er noch Steuern, Versicherungen, Sprit, Auslagen, Anschaffungen, Instandhaltungen... zahlen - Um Brutto 3500€ zu verdienen, muss er also min. 70 Betreuungen inne haben.

-- Editiert von pOtH am 27.12.2018 20:03


Das würde auch erklären, weshalb von Seiten der Betreuung eine Heimunterbringung wohl weniger interessant ist und entsprechend bei den Themen nicht oder nicht schnell gehandelt wird.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38084 Beiträge, 13919x hilfreich)

Ich bin gerade dabei, so einen Zirkus ehrenamtlich für einen guten Freund durchzuziehen. Nach vorläufiger mündlicher Zusage wird die BKK dem Rechtsbehelf Anfang nächsten Jahres stattgeben und die Höhergruppierung durchziehen. Ich wurde auch darauf hingewiesen, dass die Krankenkassen leider keinen Einfluß auf die Auswahl der Begutachter hat. In meinem Fall geht es um einen Tumorpatienten, der letztlich dauerhaft intensiver Unterstützung bedarf, weil er nicht mehr als etwa 10 Schritte auf Krücken gehen kann, das Haus nur zu Untersuchungen verlässt, mit einem Krankentransport. Frau MDK stellte dann fest, dass er mit leichter Hilfe auch Öffis benutzen könne u.s.w.

Wie bin ich vorgegangen? Dem Bescheid der GKV ist ja der Bewertungsbogen des MDKs beigefügt. Den habe ich Punkt um Punkt abgearbeitet. Ich hab also Widerspruch eingelegt, und dann die Stellungnahme des MDK Punkt um Punkt widerlegt. Mich also an dem Katalog des MDK "langgearbeitet." Da braucht es kein Gegengutachten, was ja auch wieder Zeit kostet. Das kann man doch gut und effizient selbst machen. In meinem Fall war Frau MDK ganz auf demente alte Menschen eingestellt. Wie jemand, der wegen Metastasen nicht stehen kann, sondern nur in ständigem Wechsel liegen oder sitzen kann, sein Leben selbst mit leichter Unterstützung organisieren soll, das ist ein Rätsel geblieben.

Also die Auflistung des MDK abarbeiten, Befunde beifügen, von Ärzten und Pflegeheim, dann sieht man weiter. Und das bitte zügig einreichen. Sollte dann nicht bald was geschehen, dann ab zum Anwalt.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3432 Beiträge, 541x hilfreich)

Bei uns gab es auch eine Rückstufung. Wir haben dann den Widerspruch zurückgenommen und einen neuen Antrag gestellt und nun Pflegegrad 3.
Bei Widerspruch wird nur nach Aktenlage entschieden, ein Neuantrag kann sinnvoller sein.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118366 Beiträge, 39557x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
und dann die Stellungnahme des MDK Punkt um Punkt widerlegt. Mich also an dem Katalog des MDK "langgearbeitet." Da braucht es kein Gegengutachten,

Kleiner Hinweis: Durch das beifügen von Befunden / Attesten das ist durchaus ein Gegengutachten.



Zitat (von wirdwerden):
Und das bitte zügig einreichen. Sollte dann nicht bald was geschehen, dann ab zum Anwalt.

Die Frage ist nur, ob und wie der Betreuer sich zu solchem Vorgehen motivieren lässt?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38084 Beiträge, 13919x hilfreich)

Ob das noch in den Betreuungsumfang rein fällt, keine Ahnung. Aber das kann der Fragesteller doch auch alleine tun. Ihm liegt ja sehr viel an der Regelung.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118366 Beiträge, 39557x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Aber das kann der Fragesteller doch auch alleine tun.

Ja, nur muss das keiner beachten, da der Fragesteller keinerlei wirksame Vollmacht / Berechtigungen besitzt.

Befunde / Atteste wird ihm wohl auch keiner der der Beteiligten aushändigen.
Und zu Widersspruch / Klage ist er auch nicht befugt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38084 Beiträge, 13919x hilfreich)

Ich dachte an den ghostwriter. Da ist der Betreuer doch froh, wenn das jemand tut.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

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