Millionenklage wegen abgelehntem Haareschneiden

2. Mai 2023 Thema abonnieren
 Von 
kati625
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Millionenklage wegen abgelehntem Haareschneiden

Guten Abend,

ich würde gerne von euch wissen, ob die ausgesprochenen Drohungen realistisch sind.

Erstmal was passiert ist:
Ich betreibe mit zwei Kolleginnen einen Friseursalon. Ende Februar kam ein bis dahin nicht bekannter Kunde zu uns. Der Salon ist in einer Kleinstadt, eigentlich kennt man sich, aber der Herr war unbekannt.
Da eine Kollegin unter starkem Asthma leidet, versuchen wir Atemwegsinfekte so gut es geht bei uns rauszuhalten. Das wissen unsere Kunden auch und sie kommen nicht, wenn sie gerade stark erkältet sind oder die Grippe haben.
Und da kam dieser Herr, setzte sich in den Wartebereich und hustete und schnäuzte sich die Seele aus dem Leib.
Ich sagte zunächst "Das hört sich gar nicht gut an" und darauf reagierte er nicht.
Ich sagte dann zu ihm, dass ich es sehr begrüßen würde, wenn er ein anderes Mal wiederkommt und sich erstmal auskuriert.
Daraufhin sagte sagte er vor mir und zwei weiteren Zeuginnen "Halt's Maul, Schnepfe!"
Ich habe ihn dann gebeten, den Salon zu verlassen.
Daraufhin verfiel er in Schimpftiraden, beschimpfte mich als "Nutte" und ich sollte "meinen Arsch auf den Straßenstrich stellen".
Ich habe daraufhin gedroht, dass er den Laden verlassen soll, ansonsten würde ich die Polizei rufen.
Er ist dann abgehauen.

Über unsere Betriebs-E-Mail bekommen wir seitdem regelmäßig Beleidigungen und Drohungen.
U.a. drohte er damit, unseren Laden anzuzünden.
Wir haben das angezeigt und laut Polizei gab es eine so genannte "Gefährdungsansprache".

Jetzt ist heute die nächste E-Mail gekommen und der Herr droht uns, nun zum Anwalt zu gehen und uns "fertigzumachen, dann könnt ihr euch aufhängen".
Er sagt, er habe mit einem Anwalt gesprochen und der würde eine Klage über 30 Millionen Euro einreichen.
Und er meint, er würde die Klage zwar verlieren, aber wir müssten dann 500000 Euro für unseren Anwalt bezahlen und er wäre sowieso in der Privatinsolvenz und bald tot.

Was hält man davon? Ist diese Vorgehensweise überhaupt möglich?

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6950 Beiträge, 1461x hilfreich)

Zitat (von kati625):
Was hält man davon? Ist diese Vorgehensweise überhaupt möglich?


Der, der das Verfahren verliert, bezahlt. Und der Streitwert wird die Summe die der gute Mann nannte sicherlich nicht erreichen

Geben Sie diese Mail an die Polizei weiter und Blückieren Sie die Mailadresse dieses Menschen. Halten Sie zudem ein Auge auf Ihre Google Bewertungen

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
kati625
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Geben Sie diese Mail an die Polizei weiter und Blückieren Sie die Mailadresse dieses Menschen. Halten Sie zudem ein Auge auf Ihre Google Bewertungen


Das machen wir sowieso, allein schon aus Versicherungsgründen, falls im Geschäft wirklich was passiert.
So wie ich den verantwortlichen Polizeibeamten verstanden habe, kennt man den Herrn dort. Es gab eine entsprechende Handbewegung und Gestik.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(921 Beiträge, 271x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Der, der das Verfahren verliert, bezahlt. Und der Streitwert wird die Summe die der gute Mann nannte sicherlich nicht erreichen


Das Problem ist... diese Leute sind häufig Mittellos... und dann bleibt man auf den eigenen Kosten sitzen. Und bei Klagen mit utopischen Streitwerten braucht man trotzdem noch immer den eigenen Anwalt der die das abwehrt... Und auf dessen Kosten bleibt man dann sitzen... aktuell eine beliebte Masche bei den Querdenkern.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39620x hilfreich)

Zitat (von kati625):
Was hält man davon? Ist diese Vorgehensweise überhaupt möglich?

Klar.

Dummerweise müsste er erst mal die ganzen Kosten vorstrecken ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Dummerweise müsste er erst mal die ganzen Kosten vorstrecken ...
Es sei denn, es handelt sich beim Anwalt um einen der Deppen der "Anwälte für Aufklärung".

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38187 Beiträge, 13946x hilfreich)

Aber auch depperte Anwälte werden kaum in Vorlage für Gerichtskosten gehen.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(921 Beiträge, 271x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Aber auch depperte Anwälte werden kaum in Vorlage für Gerichtskosten gehen.


Die Anwälte nicht, aber deren Verein schon.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1813x hilfreich)

Da duerfte es doch sicher auch Anti-Querdenker-Anwaelte geben, die eine individuelle Honorarvereinbarung treffen und nicht nach RVG abrechnen. Dann wird es zumindest nicht ruinoes teuer, wenn jemand auf Millionen klagt.

Im uebrigen duerfte das auch berufsrechtliche Folgen fuer den Anwalt des Querdenkers haben, denn der hat zu wissen, dass solche Streitwerte in DE utopisch sind und daher rechtsmissbraeuchlich.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(887 Beiträge, 157x hilfreich)

Die Frage wäre auch erstmal, auf was genau überhaupt geklagt werden sollte. Die Fragestellerin darf den "Kunden" ablehnen.

Ein Schaden ist gar nicht entstanden, erst recht nicht die hier genannten 30 Millionen.

Zitat (von kati625):
Was hält man davon? Ist diese Vorgehensweise überhaupt möglich?


Ich würde sowas nicht ernst nehmen.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.184 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.299 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen