Minderjährige Studenten und Vollmacht

28. Mai 2021 Thema abonnieren
 Von 
go582418-17
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Minderjährige Studenten und Vollmacht

Ich habe vor Kurzem von einem kuriosen Fall eines sechszehnjährigen Mädchens erfahren. Und da ich kein Jurist bin, aber durchaus interessiert, würde ich gerne Fachkundige aus fragen.

Das Mädchen war Ende sechszehn und hatte schon ihr Abitur. Sie wollte im Anschluss studieren gehen.
Für die Einschreibung an einer Universität benötigte sie aber eine Einwilligungserklärung. Diese mussten (ggf. beide) gesetzlichen Vertreter unterschreiben.
Nun war es aber der Fall, dass sie zu einem Elternteil schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Weshalb, das weiß ich nicht.
Das andere, sich um sie sorgende, Elternteil besaß nur gesetzliche Vollmacht, nicht aber das alleinige Sorgerecht.

Wäre nun das bevollmächtigte Elternteil in der Lage gewesen eine Einwilligungserklärung als gesetzlicher Vertreter auszustellen?
Und hätte das nicht-bevollmächtigte Elternteil theoretisch die Einschreibung verhindern können?

Das Problem erübrigte sich, als sie sich aus finanziellen Gründen für ein Jahr arbeiten entschied.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8416 Beiträge, 3780x hilfreich)

Zitat:
Und hätte das nicht-bevollmächtigte Elternteil theoretisch die Einschreibung verhindern können?



Hier nicht, aber man hätte u. U. den Weg über das Familiengericht gehen müssen.

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#2
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6314 Beiträge, 1508x hilfreich)

Zitat (von go582418-17):
Das Mädchen war Ende sechszehn und hatte schon ihr Abitur. Sie wollte im Anschluss studieren gehen.
Für die Einschreibung an einer Universität benötigte sie aber eine Einwilligungserklärung. Diese mussten (ggf. beide) gesetzlichen Vertreter unterschreiben.

Logisch, weil im Regelfall beide Eltern das Kind gemeinsam vertreten.
Zitat:
Nun war es aber der Fall, dass sie zu einem Elternteil schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Weshalb, das weiß ich nicht.
Das andere, sich um sie sorgende, Elternteil besaß nur gesetzliche Vollmacht, nicht aber das alleinige Sorgerecht.

Was für eine "gesetzliche Vollmacht" soll das eine Elternteil besessen haben?

Zitat:
Wäre nun das bevollmächtigte Elternteil in der Lage gewesen eine Einwilligungserklärung als gesetzlicher Vertreter auszustellen?
Und hätte das nicht-bevollmächtigte Elternteil theoretisch die Einschreibung verhindern können?

Es ist nicht klar, von was für einer "Vollmacht" hier die Rede sein soll.

Wenn ein sorgeberechtigtes Elternteil eine Zustimmung verweigert (zu einer ärzlichen Behandlung, Berufausbildung, etc.pp.), kann diese Zustimmung durch das Familiengericht ersetzt werden. Da würde man sich dann hinwenden.

§ 1628 BGB Gerichtliche Entscheidung bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern


Können sich die Eltern in einer einzelnen Angelegenheit oder in einer bestimmten Art von Angelegenheiten der elterlichen Sorge, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, nicht einigen, so kann das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils die Entscheidung einem Elternteil übertragen. Die Übertragung kann mit Beschränkungen oder mit Auflagen verbunden werden.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32845 Beiträge, 5749x hilfreich)

Zitat (von go582418-17):
Wäre nun das bevollmächtigte Elternteil in der Lage gewesen eine Einwilligungserklärung als gesetzlicher Vertreter auszustellen?
Es sollte doch nur mind. 1 Elternteil unterschreiben.

Zitat (von go582418-17):
Und hätte das nicht-bevollmächtigte Elternteil theoretisch die Einschreibung verhindern können?
Wenn seit Jahren kein Kontakt bestand, woher hatte dieser davon wissen können, um etwas zu verhindern?

Zitat (von go582418-17):
als sie sich aus finanziellen Gründen für ein Jahr arbeiten entschied.
Das ist in der Tat kurios.

Die Story an sich ist mE einfach nur albern.

------------------------------------------
@eh1960
Dass sich hier Eltern nicht einigen konnten, ist nirgends zu lesen. Also erspart das den Blick ins Gesetz und den Gang zum Familiengericht.
Inzwischen ist das KIND 18.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38826 Beiträge, 14062x hilfreich)

eh, hier mal volle Zustimmung. Es ist albern, denn dieses Superkind hätte ja mit drei Jahren (bei Vollabitur) oder vier Jahren (bei Fachabitur) eingeschult werden müssen. Es gibt zwar Ausnahmeregelungen für Fünfjährige, aber das wars dann. Und wer bei einer Minderjährigen (17,6 Jahre), das kommt äußerst selten vor, aber trotzdem, unterschreiben muss, das ergibt sich auch der Studienordnung. Das Superkind, welches mit drei schon erfolgreich die Schullaufbahn begonnen hat, wird das sicherlich durch einfaches Lesen ohne Schwierigkeiten rausfinden.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121640 Beiträge, 40048x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
§ 1628 BGB Gerichtliche Entscheidung bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern

Irrelevant, da es hier ganz offensichtlich gar keine Meinungsverschiedenheiten der Eltern



Zitat (von go582418-17):
Das andere, sich um sie sorgende, Elternteil besaß nur gesetzliche Vollmacht,

Es gibt keine "gesetzliche Vollmacht", es wäre also erst mal zu klären was genau der Elternteil tatsächlich besaß.
Und dann müsste man prüfen, was genau diese "Vollmacht" denn umfasste.



Zitat (von wirdwerden):
Es ist albern, denn dieses Superkind hätte ja mit drei Jahren (bei Vollabitur) oder vier Jahren (bei Fachabitur) eingeschult werden müssen.

Quatsch. Wie kommt man denn darauf?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38826 Beiträge, 14062x hilfreich)

Weil der Schulabschluss mit Abitur bei uns 12 oder 13 Jahre Schulbesuch voraussetzt.

wirdwerden

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121640 Beiträge, 40048x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Weil der Schulabschluss mit Abitur bei uns 12 oder 13 Jahre Schulbesuch voraussetzt.

Nein, tut er nicht.
Es gibt in DE Abiturienten mit 14 Jahren und sogar Studenten mit 14 Jahren.

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32845 Beiträge, 5749x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
bei uns 12 oder 13 Jahre Schulbesuch voraussetzt.
In welchem Bundesland gilt das? Und da müsste das Kind mit 3 oder 4 Jahren...eingeschult worden sein? Steile These.

Das hier vorgestellte Kind war Ende 16 und hatte schon Abitur. Daraus würde ich mal ein *fast 17* ablesen.
Wie kommst du auf 17,6 ?

Ich habe auch schon davon gehört, dass Schüler*innen eine Klassenstufe überspringen dürfen. Je nach Landesrecht/Schulrecht.

Spielt aber alles keine Rolle. Offenbar ist das Kind nun 18 und kann sich ganz allein einschreiben.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Backautomat
Status:
Beginner
(54 Beiträge, 6x hilfreich)

Kinder können früh eingeschult werden und dann können sie noch Klassen überspringen.

Mein Ältester kam mit 5 in die Schule, über sprang die zweite Klasse, auf der weiterführenden Schule wurde die sechste Klasse übersprungen und so hatte er mit knappen 16 sein Abi.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
guest-12322.12.2023 22:48:26
Status:
Schüler
(496 Beiträge, 106x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Es ist albern, denn dieses Superkind hätte ja mit drei Jahren (bei Vollabitur) oder vier Jahren (bei Fachabitur)
Ich habe in der Schule zwei Klassen übersprungen. Wenn es Kinder gibt, die sitzen bleiben und eine Klasse wiederholen, muss man auch davon ausgehen, dass es Kinder gibt, die schneller lernen, als der Durchschnitt.

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