Nachbarschaftsrecht, Baum zu nah an Grenze, Beseitigungsklage

28. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
dunkleZiffer
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)
Nachbarschaftsrecht, Baum zu nah an Grenze, Beseitigungsklage

Liebes Forum,

folgendes Problem: Der Nachbar pflanzte 2018 eine Rotbuche 1m von der Grenze entfernt. (Nachgelesen habe ich, dass der notwendige Grenzabstand in NRW für stark wachsende Bäume wie Rotbuche 4m betragen muss).

Mittlerweile ist die Buche schon höher als unser Haus, wächst mehr als 2 Meter über die Grenze, die Äste streifen bei Wind sogar schon unser Haus, welches 3m von der Grenze aus steht. Das Laub bedeckt unsere kompletten Steingarten, sehr ärgerlich, weil es Humor bildet. Ausserdem nimmt es uns die Aussicht auf einen kleinen Weiher von unserem Balkon aus und die Sonne für die Terrasse im Garten, da der Baum im Süden steht. Klar für uns. Die Buche muss weg.

Auf unser Problem angesprochen, sagt der Nachbar nur, dass er den Baum fachgerecht schneiden lassen wird. Aber nicht mehr bis 15.12., bis dahin hatten wir eine Frist gesetzt. Unser Vorschlag war, dass er uns alternativ fest zusagt, dass sein Baum eine bestimmte Höhe nicht überschreitet, doch darauf lässt er sich nicht ein. Nun tickt zum Jahresende die Verjährung, wir fragen uns nun, was zu tun ist.

1. Wird die Verjährung gehemmt durch die Diskussionen über die Buche? Oder müssen wir klagen?

2. Muss der Nachbar bei Unterliegen einer Klage die damit verbundenen Kosten tragen?

3. Muss die Klage von einem Anwalt eingerecht werden, wie hoch sind die Kosten einer Beseitigungskalge wegen einem Baum?

Danke für eure Einschätzungen. LG

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1693 Beiträge, 369x hilfreich)

Zitat (von dunkleZiffer):
Nun tickt zum Jahresende die Verjährung,

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. [§ 195 BGB]
Zitat (von dunkleZiffer):
Der Nachbar pflanzte 2018


Viel Spaß in der angeheiterten Nachbarschaft ;)

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16352 Beiträge, 9250x hilfreich)

Zitat (von dunkleZiffer):
1. Wird die Verjährung gehemmt durch die Diskussionen über die Buche?

Nein

Zitat (von dunkleZiffer):
Oder müssen wir klagen?

Ja.
Bei mir ist aber 2018 + 6 Jahre = 2024. Eine Verjährung zum Jahresende sehe ich noch nicht.

Zitat (von dunkleZiffer):
2. Muss der Nachbar bei Unterliegen einer Klage die damit verbundenen Kosten tragen?

Ja. (Zumindest die gesetzlichen Gebühren. Wenn Sie einen Anwalt nehmen, der mehr verlangt als die gesetzlichen Gebühren, dann bleiben Sie auf den Mehrkosten auch bei einem Sieg sitzen.)

Zitat (von dunkleZiffer):
3. Muss die Klage von einem Anwalt eingerecht werden

Nein. Wäre aber empfehlenswert.

Zitat (von dunkleZiffer):
wie hoch sind die Kosten einer Beseitigungskalge wegen einem Baum?

Reine Gerichtskosten 483€ (bei Zugrundelegung des Auffangstreitwerts)

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von dunkleZiffer):
Unser Vorschlag war, dass er uns alternativ fest zusagt, dass sein Baum eine bestimmte Höhe nicht überschreitet,

Nun, Bäume pflegen die Eigenschaften des Wachstums in die Höhe zu haben. Insofern ist es nachvollziehbar, das es da keine Zusage gab.



Zitat (von dunkleZiffer):
Aber nicht mehr bis 15.12., bis dahin hatten wir eine Frist gesetzt

War diese Frist denn die von Gesetzgeber und Rechtsprechung geforderte angemessenen Frist?



Zitat (von dunkleZiffer):
Auf unser Problem angesprochen, sagt der Nachbar nur, dass er den Baum fachgerecht schneiden lassen wird.

Damit könnte schon der Klagegrund entfallen sein.



Zitat (von dunkleZiffer):
Das Laub bedeckt unsere kompletten Steingarten, sehr ärgerlich, weil es Humor bildet.

Also ich finde gerade Humor ist in aktuellen Zeit wichtiger denn je ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
dunkleZiffer
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Lieben Dank für die Antworten.

Noch zur Ergänzung. Der Vorschlag war, dass jedes Jahr ein Stutzen der Bäume auf eine bestimmte Höhe zugesagt wird, der Nachbar müsste also regelmäßig die Höhe und Breite schneiden.

Wenn eine solche Vereinbarung geschlossen wird,... und die Verjährung eintritt... und sich der Nachbar dann irgendwann nicht daran hält... bestehen dann noch Möglichkeiten, das Fällen zu verlangen? Oder muss in eine solche Vereinbarung zum regelmäßigen Zurückschneiden des Baums aufgenommen werden, dass im Falle einer Zuwiderhandlung das Fällen verlangt werden kann und der Nachbar auf Einrede der Verjährung verzichtet?

Besten Dank.



P.S. Wäre schön, wenn das Laub Humor bilden würde. Leider war Humus gemeint : )

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.248 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.329 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen