Nachteilsausgleich Noten Universität

31. Juli 2014 Thema abonnieren
 Von 
guest-12330.04.2024 17:06:22
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Beginner
(73 Beiträge, 37x hilfreich)
Nachteilsausgleich Noten Universität

Hallo,

hoffe ich bin hier im richtigen Bereich, wenn nicht, bitte verschieben.

Ich bin schwerbehindert und werde bald mein Studium abschließen. Bedingt durch die Behinderung und viele Ausfallzeiten aufgrund notwendiger Behandlungen könnte ich nicht immer an den regulären Veranstaltungen teilnehmen.

Dies war während meiner Schulzeit auch schon so - hier wurde auf Antrag ein Gutachten erstellt, welches belegt, wie sich meine Noten entwickelt hätten, wenn ich nicht benachteiligt gewesen wäre.

Soweit so gut.

Jetzt habe ich, da die Uni-Prüfungsordnung vorsieht, dass es einen Nachteilsausgleich für Behinderte Studenten gibt, einen entsprechenden Antrag gestellt.

Dieser wurde abgelehnt mit der Begründung, der einzige Ausgleich könne so erfolgen, dass bspw. Leute, die nicht schreiben können, mündlich geprüft werden oder sowas in der Art. Alternative Prüfungsformen.

Darüber hinaus sei eine Korrektur der Noten oder ein Gutachten, welches die theoretisch erzielbaren Noten darlegt, nicht möglich und mit der Prüfungsordnung unvereinbar.

Nun hat ja mein Schulgutachten damals gezeigt, dass es schon entsprechende Wege gibt - was könnte man hier tun, um meinen Nachteil ausgeglichen zu bekommen?

Danke und Gruß

; )

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22 Antworten
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#1
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

quote:
Nun hat ja mein Schulgutachten damals gezeigt, dass es schon entsprechende Wege gibt


Das nützt aber nichts, wenn die Prüfungsordnung deiner Uni die Regelungen deiner Schule nicht enthält.

quote:
Darüber hinaus sei eine Korrektur der Noten oder ein Gutachten, welches die theoretisch erzielbaren Noten darlegt, nicht möglich und mit der Prüfungsordnung unvereinbar.


Das wäre mir auch in der Tat neu. Behinderte erhalten zwar die Möglichkeit, alternative Leistungsnachweise zu erbringen oder ggfs. auch Ausnahmen von Anwesenheits- und Mindeststundenverpflichtungen, aber von einer Regelung, daß man quasi sagt "diese Drei hier ist eigentlich so wertvoll wie eine Eins, also geben wir eine Eins " habe ich noch nie gehört.


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#2
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8421 Beiträge, 3780x hilfreich)


In der Ausbildung erfolgt der Nachteilsausgleich bei Prüfungen auch in der von der Uni genannten Form (Vergrößerung der Schrift bei Sehschwäche, Vorleser bei Legasthenie, mehr Zeitkontingent usw.) aber NIE wird der FACHLICHE Anspruch abgesenkt oder gar eine Note angehoben.

Die Vollzeitschule kann vllt. so ausgleichen, aber später geht das nicht mehr. Ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Deutschlehrerin mich damals in der Grundschule eine Notenstufe in ´´Schrift´´ aufgewertet hat, weil ich Linkshänder bin :-)

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#3
 Von 
guest-12330.04.2024 17:06:22
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 37x hilfreich)

Wärst du so nett, mir die rechtliche Grundlage aufzuzeigen?

In einem Master-Bewerbungsverfahren habe ich übrigens den Gleichen Vortrag wie im Antrag an meine Uni gehalten, und dort wurde ich im Bewerbungsverfahren mit 0,5 Notenpunkten besser berücksichtigt.

Nichts ist unmöglich....

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122592 Beiträge, 40153x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>In einem Master-Bewerbungsverfahren habe ich übrigens den Gleichen Vortrag wie im Antrag an meine Uni gehalten, und dort wurde ich im Bewerbungsverfahren mit 0,5 Notenpunkten besser berücksichtigt. <hr size=1 noshade>

Andere Zuhörer andere Benotung ...

Nur weil es immer der gleiche Vortrag ist, muss der nicht immer überall gleich bewertet werden.



quote:<hr size=1 noshade>Wärst du so nett, mir die rechtliche Grundlage aufzuzeigen? <hr size=1 noshade>

Manchmal reicht eigentlich auch der gesunde Menschenverstand, ganz ohne Gesetze, aber gut.

Leistungsnachweise an z.B. der Uni sind Kompetenznachweise.
Wenn Behinderten jetzt also mehr Kompetenz zugesprochen wird, als sie tatsächlich besitzen weil sie dies gar nicht erworben haben
quote:<hr size=1 noshade>viele Ausfallzeiten aufgrund notwendiger Behandlungen könnte ich nicht immer an den regulären Veranstaltungen teilnehmen <hr size=1 noshade>
wird das ganze System ins absurde geführt.
Leistungsnachweise von Behinderten würden ihren Wert schlicht verlieren, da sie keine Aussagekraft mehr besitzen.

Diese Art der "Benotung" wäre aber eine Diskriminierung von Behinderten und die Rechtsgrundlage dagegen ist Dir ja bekannt.


In übrigen wäre eine solche Benotung auch ein Schlag ins Gesicht derjenigen welche sich für die Gleichstellung/Gleichbehandlung von Behinderten einsetzen.


Spätestens im realen Arbeitsleben wäre dann Ende der Fahnenstange wenn die Kompetenslücken auftreten.
Oder soll dann argumentiert werden "ich bin behindert, also darf ich inkompetent sein"???





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39008 Beiträge, 14088x hilfreich)

Die gesetzliche Grundlage ergibt sich aus den Landesgesetz in Verbindung mit den einschlägigen Bestimmungen der Hochschule. Sowohl die Kristallkugel von Harry als auch die Meinige scheinen da versagt zu haben.

Abgesehen davon, wenn das System von miamit funktionieren würde, dann würde ich folgendes vorschlagen:

Ein geistig schwerbehinderter Mensch bekommt im Wege des Nachteilausgleichs die Noten für sein Abi-Zeugins. Denn wenn er nicht den Nachteil der Behinderung hätte, hätte er ja ein Einser-Abi geschafft. Dann dasselbe mit dem Studium. Ohne Behinderung hätte er ja das Studium geschafft. Und dann, bitteschön in den öffentlichen Dienst. Kann zwar nicht schreiben und lesen, aber ohne Behinderung .....

wirdwerden

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#6
 Von 
guest-12330.04.2024 17:06:22
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 37x hilfreich)

Nun, es ist ja nicht so, dass das unsubstantiiert angehoben werden würde. In der Schule geschaut, welche Noten ich vor Eintritt der Therapie schrieb, diese dann in den Zeitraum der Therapie extrapoliert. Waren glaub ich 0,2 Notenpunkte.

Mir stellt sich die Frage, warum dies nicht auch an einer Uni gehen sollte - schließlich konnte ich keinen Passus in irgendeinem Landesgesetz, Schulordnung oder Prüfungsordnung finden, die das explizit erlaubt oder verbietet...

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122592 Beiträge, 40153x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Mir stellt sich die Frage, warum dies nicht auch an einer Uni gehen sollte <hr size=1 noshade>

Weil es das genaue Gegenteil von dem ist was mit der Gleichstellung/Gleichbehandlung von Behindreten erreicht werden soll.
Weil dann keiner solche "Leistungsnachweise" von Behinderten mehr ernst nehmen würde. Das Diplom wäre nur noch ein Fall für das Altpapier.



quote:<hr size=1 noshade>schließlich konnte ich keinen Passus in irgendeinem Landesgesetz, Schulordnung oder Prüfungsordnung finden, die das explizit erlaubt oder verbietet... <hr size=1 noshade>

Wie gesagt, nicht für alles benötigt man Gesetze ...



Aber es steht jedem frei, über eine derartige Frage eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39008 Beiträge, 14088x hilfreich)

Es muss nicht alles in Gesetzen niedergelegt sein. Kann ja gar nicht. Nur für mich als Personalerin wäre die Konsequenz von so einem Procedere, dass wir nicht nur alle Schulabgänder prüfen müssten (was wir inzwischen tun, auch Abiturienten!), sondern auch alle Hochschulabsolventen. Und das kann es ja wohl nicht sein. Bisher haben wir grundsätzlich drauf verzichtet, zu fragen, ob jemand behindert ist oder nicht, ist uns wurscht. Aber, wenn sich das, was hier gefordert wird, durchsetzen würde, dann müssten wir das tun.

wirdwerden

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#9
 Von 
guest-12330.04.2024 17:06:22
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 37x hilfreich)

Danke, durch diesen Beitrag wurde das Thema dann wohl endgültig ins Abseits manövriert.

Bitte schließen.

Danke allen, die dennoch konstruktiv mitgewirkt haben.

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#10
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

quote:
Mir stellt sich die Frage, warum dies nicht auch an einer Uni gehen sollte - schließlich konnte ich keinen Passus in irgendeinem Landesgesetz, Schulordnung oder Prüfungsordnung finden, die das explizit erlaubt oder verbietet.


Nur weil die Uni das vielleicht (!) machen *dürfte*, heißt das nicht, daß du einen Anspruch darauf hast, daß sie es auch tun *muß*.

Und das war ja offenbar deine Eingangsfrage.

quote:
durch diesen Beitrag wurde das Thema dann wohl endgültig ins Abseits manövriert


Die Begründung, warum so etwas nicht gemacht wird, auch wenn es erlaubt wäre, ist für dich also uninteressant?

Was wäre denn der Sinn, wenn der eine Behinderte trotz Behinderung eine Eins schafft und der andere nur eine Drei, die dann wegen der Behinderung auf Eins angehoben würde? Dann wäre die Eins des ersten nicht mehr aussagekräftig, folglich müßten alle Personaler davon ausgehen, daß Behinderte grundsätzlich über ihrer tatsächlichen Leistung bewertet werden.

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#11
 Von 
guest-12330.04.2024 17:06:22
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 37x hilfreich)

Die Antworten sind m.E.n. größtenteils am Ziel vorbeigeschossen. Ich versuche mich anderswo zu erkundigen.

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#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122592 Beiträge, 40153x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Die Antworten sind m.E.n. größtenteils am Ziel vorbeigeschossen. <hr size=1 noshade>

Wenn das Ziel so ungefähr lautet "Ich muss bevorzugt werden weil ich behindert bin" dann hast Du recht.


Ich habe übrigens den Beitrag hier mal einer Vertreterin einer Benindertenorganisation gezeigt.
Ihr Kommentar war "Oh Gott, hoffentlich wird das so nie kommen."



quote:<hr size=1 noshade>Ich versuche mich anderswo zu erkundigen. <hr size=1 noshade>

Die Ergebnisse inklusive der Rechtsgrundlagen würden mich sehr interesieren.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#14
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39008 Beiträge, 14088x hilfreich)

Es geht doch einfach um den Weg. Man erleichtert den Weg, damit der Behinderte die gleiche Leistung erbringen kann. Etwa durch längere Prüfungszeiten, Hilfsmittel u.s.w.

Aber die Leistung, die muss nun mal erbracht werden. So einfach ist das.

wirdwerden

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#16
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

Ich bezweifle anhand der Darstellung des TE mittlerweile auch, daß er auf der Schule die Noten "schöngerechnet" bekommen hat.

Das Gutachten, auf das er sich beruft, kann allenfalls bei der Frage, wie die Noten bei der Versetzung berücksichtigt werden, relevant werden. Ich würde aber mal ein Pferd darauf verwetten, daß die Noten des TE auf dessen Zeugnis *nicht* nach oben korrigiert wurden.

Das zeigt auch schon seine Formulierung, es habe nur ein Gutachten gegeben, das seine Notenentwicklung "ohne Behinderung" prognostiziert hat, wohingegen er nicht schreibt, daß daraufhin auch seine Noten angehoben wurden.

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#17
 Von 
guest-12330.04.2024 17:06:22
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 37x hilfreich)

Nun, dieser Prognostizierte Schnitte wurde sodann in den Uni-Bewerbungsverfahrne überall und ausnahmslos statt dem tats. Schnitt berücksichtigt.

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#18
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39008 Beiträge, 14088x hilfreich)

na das ist doch was ganz anderes. Es sind keine Noten angehoben worden. Lediglich die Credit-Points zur Zulassung sind anders vergeben worden. Und da hat jede Hochschule ihr eigenes System. So wird z.B. berufliche Erfahrung in einigen Hochschulen höher bewertet, in einigen weniger hoch. So kann es soziale Punkte geben in Härtefällen, muss aber nicht. Und so können Behinderte eben Zusatzpunkte bekommen, müssen sie aber nicht. Eine Höherbewertung der Leistung ist dadurch aber nicht erfolgt. Wäre ja auch Quatsch. Die Hochschule kann doch nicht die Benotung einer Schule korrigieren. Sie kann sie nur anders bewerten im Zulassungsverfahren.

wirdwerden

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#19
 Von 
guest-12330.04.2024 17:06:22
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 37x hilfreich)

Das ist überhaupt nichts anderes, denn in NC-Fächern geht es nunmal NUR nach Abinote, und hier wurde eben der prognostizierte Schnitt herangezogen statt dem tats. erzielten.

Dies findet sich auch in den Hochschulgesetzen der jew. Länder wieder, wie der 'Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote' behandelt wird.



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#20
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8421 Beiträge, 3780x hilfreich)



Lass dir das doch eindeutig belegen, warum deinem Antrag nicht stattgegeben werden kann. Falls die Hochschule (und die Schreiber hier im Forum) sich irrt (irren), gib Bescheid.



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#21
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39008 Beiträge, 14088x hilfreich)

Wenn die Hochschule die Schulnoten anheben könnte, dann müsste sie ja ein neues Schulzeugnis ausstellen. Das darf und kann sie nicht. Sie kann nur eine gegebene Note anders gewichten. Das darf sie. Und damit die Zulassung zu einem Studium erleichtern. Das wars dann aber auch.

wirdwerden

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#22
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

Exakt.

So wie ein Arbeitgeber auch sagen könnte "wir stellen nur Leute mit mindestens der Examensnote 2,0 ein, aber für Behinderte machen wir Ausnahmen und lassen auch Examensnoten bis 2,7 zu". Das wäre aber eben etwas völlig anderes als der Anspruch (!) darauf, daß die Uni die Note von 2,7 auf 2,0 anheben müßte.

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