Problem mit Bausachverständigen bei Vorabnahme

16. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
ravenhawk90
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Problem mit Bausachverständigen bei Vorabnahme

Hallo zusammen,

wir stehen vor dem folgenden Problem:

Meine Partnerin und ich haben ein Reihenhaus vom Bauträger gekauft und wir haben im Zuge einer Vorabnahme einen Bausachverständigen beauftragt, der uns bei der Vorabnahme begleitet.

In seinem Angebot wurden folgende Leistungen angeboten:
- Begehung der Immobilie im Zuge der Vorabnahme
- mündliche Beratung des Auftraggebers zu vorgefundenen Feststellungen
- Hilfestellung bei der Erstellung des Abnahmeprotokolls zur Vorabnahme
- An- und Abfahrt
- Einarbeitung in die vertraglichen Unterlagen, wie Grundrisse, Bau.- und Leistungsbeschreibung, Sonderwünsche etc.

Am Tag der Vorabnahme erschien der Bausachverständige dann mit einer Frau im Auto sitzend und schilderte, dass er am Abend zuvor einen Bänderriss erlitt und dadurch nicht persönlich die Vorabnahme begleiten kann. Stattdessen würde die Frau uns begleiten und parallel ein Live-Schaltung halten und der Bausachverständige die Vorabnahme per Video durchführen.
Da wir uns unsicher waren, ob die Qualität per Video gleichwertig ist und wir uns auch "betrogen" fühlten, weil dies im Vorfeld auch nicht kommuniziert wurde, lehnten wir diese Begleitung ab und ließen ihn wieder nach Hause fahren. Für uns war diese Form der Begehung nicht vereinbart.

Am selben Abend erhielten wir dann eine Rechnung per E-Mail mit der Forderung, die Kosten für die An- und Abfahrt, und die Vorbereitung zum Vororttermin (Sichtung der Unterlagen und Einarbeitung) zu begleichen. Dies entsprach 4/7 des ursprünglichen Betrags (1h Anfahrt + 3h Einarbeitung. Begehung war ursprünglich mit weiteren 3h vereinbart).


Sind wir verpflichtet, diese Rechnung genau so komplett zu übernehmen? Wir haben dem Bausachverständigen angeboten, zur Endabnahme seine Leistung nachzuerfüllen, dieser lehnte er jedoch ab.
Der Sachverständige droht bereits 9 Tage nach seiner Rechnung mit der Einschaltung eines Anwalts und uns sämtliche entstehenden Kosten mit aufzurechnen.

Ich danke euch vielmals für eure Tipps und Hilfe.

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18 Antworten
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#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32984 Beiträge, 5765x hilfreich)

Zitat (von ravenhawk90):
Sind wir verpflichtet, diese Rechnung genau so komplett zu übernehmen?
Nein.
Zitat (von ravenhawk90):
Der Sachverständige droht bereits 9 Tage nach seiner Rechnung mit der Einschaltung eines Anwalts und uns sämtliche entstehenden Kosten mit aufzurechnen.
Das Drohen steht dem SV frei.
Ich sehe noch keinen Grund, die Rechnung komplett zu begleichen.

- Der SV hätte den Termin absagen und verschieben können.
- 6 Std. für Einarbeitung in Unterlagen etc und Vorabnahme-Begehung erscheint mir als Zeitaufwand nicht nachvollziehbar, oder ist es ein besonderes Haus mit besonderen Komponenten?
- Welchen Fertigstellungsgrad hatte das Haus zur geplanten Vorabnahme?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#2
 Von 
ravenhawk90
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort.

Zitat (von Anami):
6 Std. für Einarbeitung in Unterlagen etc und Vorabnahme-Begehung erscheint mir als Zeitaufwand nicht nachvollziehbar, oder ist es ein besonderes Haus mit besonderen Komponenten?

Im Vorfeld wurde kein Arbeitsaufwand kommuniziert, jedoch wurde vom Bauträger ein Vorabnahme-Termin mit bis zu 3 Stunden geplant. Die 3 Stunden Einarbeitungszeit in die Unterlagen (Baubeschreibung und Sonderwünsche) hat der SV erst im Nachgang in Rechnung gestellt (um die Begehung selbst abtrennen zu können).
Ansonsten ist es ein normales Reihenhaus.

Zitat (von Anami):
Welchen Fertigstellungsgrad hatte das Haus zur geplanten Vorabnahme?

Die Vorabnahme findet 2 Wochen vor der Übergabe statt, d.h. das Haus war zu 99% fertig. Es ging lediglich um Mängelerkennung, z.B. Wände, Fenster, Fließen etc. kontrollieren. Gerade aus diesem Grund, wo es mehr um die Details geht, hielten wir eine "Livestream"-Begehung für unpassend, da solche Details doch sehr schwer erkennbar sind.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121984 Beiträge, 40086x hilfreich)

Zitat (von ravenhawk90):
Am selben Abend erhielten wir dann eine Rechnung per E-Mail mit der Forderung, die Kosten für die An- und Abfahrt, und die Vorbereitung zum Vororttermin (Sichtung der Unterlagen und Einarbeitung) zu begleichen.

Was konkret war denn zum Thema "Bezahlung" vertraglich vereinbart?



Zitat (von ravenhawk90):
Für uns war diese Form der Begehung nicht vereinbart.

Doch, hier
Zitat (von ravenhawk90):
- Begehung der Immobilie im Zuge der Vorabnahme




Zitat (von Anami):
- Der SV hätte den Termin absagen und verschieben können.

Musste er aber nicht, wozu also unnütze Verzögerungen erzeugen?



Zitat (von Anami):
- 6 Std. für Einarbeitung in Unterlagen etc und Vorabnahme-Begehung erscheint mir als Zeitaufwand nicht nachvollziehbar

Das wäre zu prüfen, aber je 3h erscheint mir heutzutage nicht zu hoch.
Ein Wust an Vorschriften den es zu beachten gilt und teils unterirdische Arbeitsqualität der Billigarbeiter machen durchaus einen erhöhten Aufwand erforderlich.



Zitat (von ravenhawk90):
Wir haben dem Bausachverständigen angeboten, zur Endabnahme seine Leistung nachzuerfüllen, dieser lehnte er jedoch ab.

Verständlich, da diese Leistung zu dem Zeitpunkt denknotwendigerweise nicht mehr erbracht werden kann.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32984 Beiträge, 5765x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das wäre zu prüfen, aber je 3h erscheint mir heutzutage nicht zu hoch.
Mir schon, deshalb fragte ich, was das für ein Bauwerk sei. Man liest Reihenhaus vom Bauträger.
Zitat (von Harry van Sell):
Ein Wust an Vorschriften den es zu beachten gilt und teils unterirdische Arbeitsqualität der Billigarbeiter machen durchaus einen erhöhten Aufwand erforderlich.
Mir scheint, das war so explizit nicht vereinbart. Mir erschließt sich nicht, wieso man per se von **Arbeitsqualität und Billigarbeitern ausgehen kann.

Zitat (von Harry van Sell):
Musste er aber nicht, wozu also unnütze Verzögerungen erzeugen?
Deshalb schrieb ich, er hätte den Termin...Denn mir erscheint das als Naheliegendstes in dieser Situation und würde auch für die Begleichung der kompletten Rechnung sprechen. Denn irgendeine Frau mit einem Video durchs Haus laufen zu lassen usw...und der SV im Auto bewertet irgendwelche Mängel?
Zitat (von Harry van Sell):
Doch, hier
Ich nehme an, der TE meint die Begehung durch den SV selbst.

Zitat (von Harry van Sell):
da diese Leistung zu dem Zeitpunkt denknotwendigerweise nicht mehr erbracht werden kann.
Denkbar einfach wäre das unter Abänderung des Vertrages (statt Vorabnahme dann Endabnahme) möglich gewesen. Damit bestünde auch der Anspruch auf die vereinbarte Summe.


Frage an den TE:
Was für ein Bau-SV ist denn das? Es gibt da recht unterschiedliche .

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#5
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1846 Beiträge, 399x hilfreich)

Es wurde eine Dienstleistung vereinbart.
Von dieser Leistung wurden die Teile Einarbeitung in die Unterlagen sowie An- und Abfahrt erbracht.
Für den Rest wurde die Leistung angeboten, jedoch die Annahme grundlos verweigert.

Der abgerechnete Zeitaufwand für die Einarbeitung in die Unterlagen ist mit nur 3 h überhaupt nicht zu beanstanden. (Vertrag, Leistungsbeschreibung, Pläne, Nachweise zur Standsicherheit, zum Wärmeschutz und ggf. Schallschutz, Sonderwünsche ...)

Zur Qualität der Begleitperson gib es gar keine Aussage. War sie eventuell schon allein sachkundig?

Eine Begehung zu diesem Zeitpunkt ist meiner Meinung nach Geld verbrennen. Es können nur noch de vorliegenden Unterlagen auf Schlüssigkeit und die vorgefundenen Oberflächen nach optischen Mängeln begutachtet werden. Die ggf. tatsächlich vorhandenen "wirklichen" Mängel (fehlerhaft verlegte Bewehrung, unzureichende Betondeckung, fehlerhafte Abdichtungen ...) sind nicht mehr sichtbar.

Meiner Meinung nach ist die vereinbarte Vergütung in der geforderten Höhe geschuldet und sollte schnellstens beglichen werden.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32984 Beiträge, 5765x hilfreich)

Zitat (von de Bakel):
Von dieser Leistung wurden die Teile Einarbeitung in die Unterlagen sowie An- und Abfahrt erbracht.
Wo kann man lesen, dass diese Leistung erbracht wurde?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121984 Beiträge, 40086x hilfreich)

Zitat (von de Bakel):
Zur Qualität der Begleitperson gib es gar keine Aussage. War sie eventuell schon allein sachkundig?

Qualität der Begleitperson ist mit "atmet" und "hält Kamera korrekt" völlig erfüllt.
Jedes "mehr" ist ein Pluspunkt für den Sachverständigen.



Zitat (von Anami):
Mir scheint, das war so explizit nicht vereinbart.

Muss es auch nicht.
Ein Sachverständiger der sich nicht in die Unterlagen einarbeitet, der ist so sinnvoll wie ein Busfahrer ohne Bus ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1846 Beiträge, 399x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Wo kann man lesen, dass diese Leistung erbracht wurde?

Im Eingangspost:
Zitat (von ravenhawk90):
Am Tag der Vorabnahme erschien der Bausachverständige

Das er ohne vorherige Einarbeitung in die Unterlagen zum Termin erschien ist unwahrscheinlich und zudem nicht beweisbar.

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#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32984 Beiträge, 5765x hilfreich)

Zitat (von ravenhawk90):
jedoch wurde vom Bauträger ein Vorabnahme-Termin mit bis zu 3 Stunden geplant.
Danke, das könnte dann uU auch sehr viel schneller gegangen sein, das hätte man anders vereinbaren sollen (zB nach Zeitaufwand).
Zitat (von ravenhawk90):
Die 3 Stunden Einarbeitungszeit in die Unterlagen (Baubeschreibung und Sonderwünsche) hat der SV erst im Nachgang in Rechnung gestellt
Was bedeutet ...im Nachgang?
Zitat (von ravenhawk90):
d.h. das Haus war zu 99% fertig
Da stimme ich @de Bakel zu, dass eine Vorabnahme in diesem Stadium tatsächlich *verbranntes Geld* ist.
Man kann bei 99% Fertigstellung eigentlich nichts mehr *richtig* prüfen, vor allem nicht, ob die Leistungsbeschreibung und andere Vorschriften erfüllt wurden, ohne Probeöffnungen zu machen.

Eine gutachterliche Stellungnahme oder ein Protokoll war nicht vereinbart. Für das Abnahmeprotokoll sollte es irgendwelche Hilfestellungen für den TE geben.

Ist es denn ein ö.b.u.v. SV?

Zitat (von Harry van Sell):
Ein Sachverständiger der sich nicht in die Unterlagen einarbeitet,
Das hatte ich weder gedacht noch geschrieben.
Dass 3 Std. für mich nicht nachvollziehbar sind, ist noch immer so.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#10
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1846 Beiträge, 399x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Dass 3 Std. für mich nicht nachvollziehbar sind, ist noch immer so.

Ich durfte schon das eine oder andere Leistungsverzeichnis solcher Anbieter lesen.

In allen Fällen war es im Vorfeld. Der Zeitaufwand lag immer bei mehr als 3 Stunden, um die Problemstellen und Widersprüche zu finden.

Ich weiß nicht, ob Du es schonmal machen durftest, aber
Zitat (von Anami):
Dass 3 Std. für mich nicht nachvollziehbar sind, ist noch immer so.

es ist hier Deine Meinung und die akzeptiere ich.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121984 Beiträge, 40086x hilfreich)

Zitat (von de Bakel):
Ich weiß nicht, ob Du es schonmal machen durftest

Ich glaube Anami hat andere Schwerpunkte bei der Lektüre ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32984 Beiträge, 5765x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ich glaube Anami hat andere Schwerpunkte bei der Lektüre ...
Es bleibt dir stets unbenommen, etwas zu glauben.

Ich kann den Einarbeitungs-Aufwand von 3 Stunden (für ein normales Reihenhaus) für übertrieben/nicht nachvollziehbar halten.
Ich kann mir vorstellen, dass der Bau-SV ein Berufsanfänger ist, der noch keine Standard-LB und Sonderwunsch-Vereinbarung eines xy Bauträgers oder von diesem Bauträger X gesehen hat und nun den Auftrag bekam, den TE zu begleiten. Ist hier nicht relevant.
Ich kann mir noch ganz anderes vorstellen, ist hier auch nicht relevant.

Aber: Eine Einarbeitung in die Unterlagen--- was soll das überhaupt sein?
mW prüfen Bau-SV in solchen Fällen die Übereinstimmung der Ausführung mit den Vertragsunterlagen... und stellen uU Mängel fest.
mW erstellen Bau-SV darüber mehr oder weniger umfangreiche Protokolle oder auch gutachterliche Stellungnahmen.
Damit können Bauherren oder Erwerber was anfangen...oder auch nicht.
mW findet eine Abnahme zwischen Bauherr und Bauträger statt.

Zitat (von ravenhawk90):
Die 3 Stunden Einarbeitungszeit in die Unterlagen (Baubeschreibung und Sonderwünsche) hat der SV erst im Nachgang in Rechnung gestellt (um die Begehung selbst abtrennen zu können).
Was im Nachgang heißen soll, weiß ich noch nicht. Dass der SV die gesamte Leistung in 3 Teile trennt, ist nachvollziehbar.
Ob die mitgebrachte Frau eine Mitarbeiterin des SV und befähigt zu solcher *Prüfung* war, ist noch unbekannt.

Zitat (von de Bakel):
Ich durfte schon das eine oder andere Leistungsverzeichnis solcher Anbieter lesen.
Wenn du als versierte Fachkraft dafür >3 Stunden benötigst, kann ich das auch akzeptieren.

Darum gehts hier nicht.

Die TE-Frage war--- ob man verpflichtet sei...die komplette Rechnung für diese 7 Std. innerhalb der Frist zu begleichen.
Ich sehe diese Pflicht noch immer nicht.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#13
 Von 
ravenhawk90
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Was konkret war denn zum Thema "Bezahlung" vertraglich vereinbart?


Vorab wurde eine Gesamtsumme mit den o.g. Leistungen vereinbart (ohne Zahlungsziel). Im Nachgang erhielt ich die Rechnung mit der Forderung "Die Rechnung ist sofort nach Erhalt, ohne Abzüge, zu zahlen". Nachdem ich antwortete, dass ich diesen Sachverhalt erstmal überprüfen möchte, setze der BSV am 12.12.2023 eine Frist auf den 15.12.2023, ansonsten leitet er rechtliche Schritte ein.

---------------

Da hier auch keine Einigkeit besteht, werde ich wohl das Lehrgeld i.H.v. 500 € zahlen, da ich letztendlich keine Lust auf große Streitereien hab.
Ob ein Gutachter zu dem Zeitpunkt sinnvoll ist oder nicht, ist letztendlich ein anderes Problem. Ich hatte in meinen vorigen ETW-Abnahmen öfter die Situation, wo ich einige Dinge bemängelt habe, und der Bauträger immer mit allen DIN-Normen und was weiß ich konterten. Letztendlich muss ich dem dann immer blind vertrauen.

Zitat (von de Bakel):
Zur Qualität der Begleitperson gib es gar keine Aussage. War sie eventuell schon allein sachkundig?

Ob die Frau sachkundig war, wurde vor Ort nicht mitgeteilt, sondern erst nachdem ich die Rechnung erhielt. Eine Gutachterin selbst scheint sie nicht zu sein, denn dann wäre doch der eigentliche Gutachter nicht notwendig gewesen, der dies per Video begleitet?

Zitat (von de Bakel):
Es wurde eine Dienstleistung vereinbart.
Von dieser Leistung wurden die Teile Einarbeitung in die Unterlagen sowie An- und Abfahrt erbracht.
Für den Rest wurde die Leistung angeboten, jedoch die Annahme grundlos verweigert.

Zitat (von Harry van Sell):
Qualität der Begleitperson ist mit "atmet" und "hält Kamera korrekt" völlig erfüllt.

Diese beiden Aussagen machen mir nun wirklich Angst für die Zukunft. Wenn ich nächstes Mal einen Meister-Friseur buche oder einen Meister-Handwerker, diese aber aufgrund einer Verletzung dann entweder mit ihr "anderen" Hand arbeiten oder jemanden Ahnungslosen hinschicken, und der Meister schaut nur per Video zu, dann muss ich es bedingungslos hinnehmen? Und wenn ich es ablehne, zahle ich alle vorbereitenden Maßnahmen, obwohl die "endgültige Dienstleistung" gar nicht in der Qualität angeboten werden kann?

Hätte ich von vorne rein gewusst, dass es per Video gemacht wird, hätte ich das Angebot nicht angenommen bzw. einen großen Abschlag verlangt. Hier wurde die vereinbarte Dienstleistung ("Gutachtliche Begleitung der Vorabnahme") im Leistungsbild geändert. Und da sind mir die Schritte davor ziemlich egal, weil ich von der Einarbeitung rein 0 Kommentare oder ähnliches bekomme.

-- Editiert von User am 17. Dezember 2023 17:44

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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121984 Beiträge, 40086x hilfreich)

Zitat (von ravenhawk90):
Ob die Frau sachkundig war

Ist hier irrelevant



Zitat (von ravenhawk90):
Hätte ich von vorne rein gewusst, dass es per Video gemacht wird, hätte ich das Angebot nicht angenommen bzw. einen großen Abschlag verlangt.

Und mit welcher Begründung?



Zitat (von ravenhawk90):
Hier wurde die vereinbarte Dienstleistung ("Gutachtliche Begleitung der Vorabnahme") im Leistungsbild geändert.

Nicht mal ansatzweise.



Zitat (von ravenhawk90):
dann muss ich es bedingungslos hinnehmen?

Nö.
Nur muss der Dienstleister sich für nachträglich gestellte Bedingungen nicht interessieren - der muss sich nach dem Vertrag richten.



Zitat (von ravenhawk90):
obwohl die "endgültige Dienstleistung" gar nicht in der Qualität angeboten werden kann?

Die Theorie das die Dienstleistung gar nicht in der Qualität angeboten werden kann, nur weil eine andere Hand genutzt wird, würde man vor Gericht beweisen müssen.
Und wenn man die Arbeiten verweigert hat, dürfte das führen dieses Beweis recht schwerfallen.


Signatur:

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#15
 Von 
ravenhawk90
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ist hier irrelevant


Obwohl das Angebot "Gutachtliche Begleitung der Vorabnahme" hieß? Ist eine Video-Begleitung 1:1 beliebig austauschbar vor dem Gesetz?

Zitat (von Harry van Sell):
Die Theorie das die Dienstleistung gar nicht in der Qualität angeboten werden kann, nur weil eine andere Hand genutzt wird, würde man vor Gericht beweisen müssen.
Und wenn man die Arbeiten verweigert hat, dürfte das führen dieses Beweis recht schwerfallen.


Also muss man es einfach hinnehmen und kann im Nachhinein erst auf Schadensersatz verklagen, nachdem man verstümmelt wurde?
Ach herje, deine Aussagen bestätigen wieder mal, warum man Deutschland eine Service-Wüste nennt. Für alles gibt es extrem hohe Auflagen und Gesetze, nur bei der Dienstleistung ist plötzlich alles beliebig.

Danke für deine fachliche Auskunft.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121984 Beiträge, 40086x hilfreich)

Zitat (von ravenhawk90):
Obwohl das Angebot "Gutachtliche Begleitung der Vorabnahme" hieß?

Selbstverständlich.
Die Gutachtliche Begleitung der Vorabnahme wollte der Sachverständige ja erbringen. Da ist der Gerd der Intelligenz des Kamerahalters irrelevant. Die Eignung der Begleitperson ist mit "atmet" und "hält Kamera korrekt nach Anweisung" völlig erfüllt.



Zitat (von ravenhawk90):
Also muss man es einfach hinnehmen und kann im Nachhinein erst auf Schadensersatz verklagen, nachdem man verstümmelt wurde?

Nun, es hängt erheblich on Grad der Komplexität ab.

Wenn der Friseur die Haare durch einen Unkundigen erledigen will, muss man das nicht hinnehmen, da dafür durchaus Kenntnisse vorhanden sein müssen. Da ändert es auch nichts, wenn der Meister daneben steht.
Ist es der Geselle, sieht das schon wieder anders aus.

Genauso wäre es wenn man zuvor festlegt, das die Leistung explizit und höchstpersönlich durch Person X erbracht werden muss. Dann muss man nicht mal einen anderen Meister akzeptieren.


Signatur:

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#17
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32984 Beiträge, 5765x hilfreich)

Zitat (von ravenhawk90):
Hätte ich von vorne rein gewusst, dass es per Video gemacht wird,
Das konntest du nicht vorher wissen. Dem BSV ist nur das eingefallen.
Zitat (von ravenhawk90):
nur bei der Dienstleistung ist plötzlich alles beliebig.
Da darf ich widersprechen. Auch eine solche Dienstleistung kann man ganz haarklein und juristisch sauber bis ins letzte Komma vereinbaren.
Leider wird es häufig nicht gemacht, das hat aber nichts mit Service-Wüste zu tun.
Eine BSV-Leistung ist kein Service, sondern Geschäft. Viele SV gestalten ihre Angebote/Verträge sehr genau.

Zitat (von ravenhawk90):
Ist eine Video-Begleitung 1:1 beliebig austauschbar vor dem Gesetz?
Nein. Auch nicht vor Gericht.

Oben hast du seine angebotenen Leistungen genannt. Nun ist es Gutachtliche Begleitung der Vorabnahme geworden.

Zitat (von ravenhawk90):
Diese beiden Aussagen machen mir nun wirklich Angst für die Zukunft.
Dazu besteht kein Grund, denn HvS stellt hier vermutlich die Ansicht der Gegenseite dar.

Wenn du die 500,- zahlen willst, steht dem nichts entgegen. Jeder darf wegen evtl. zu erwartender Streitereien kneifen und zahlen, selbst wenn außer An-und Abfahrt nichts geleistet wurde.

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#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121984 Beiträge, 40086x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Nein. Auch nicht vor Gericht.

Das ist schlicht falsch.



Zitat (von Anami):
denn HvS stellt hier vermutlich die Ansicht der Gegenseite dar.

Nö.

Man bekommt was man vereinbart hat - das findet sich so im Gesetz.
Ist die Vereinbarung nicht exakt genug, kann der Dienstleister die Spielräume ganz legal zu seinen Gunsten nutzen.


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