Rechtliche Lage bei Unfall mit fremden Auto?

16. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
ThrowAcc
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Rechtliche Lage bei Unfall mit fremden Auto?

Hallo liebe Community,

Ich habe heute ein Anliegen, wo ich selber gerne einfach mal eure Einschätzung zu meiner Rechtslage hören wollen würde…
Folgende Situation:

Ich war auf der Arbeit und bekam einen Anruf von meiner Freundin. Es handelte sich um einen Notfall und ich musste schnell in die Wohnung. Natürlich war ich sehr panisch. Ich bin mit den öffentlichen unterwegs also bin ich panisch zu meiner Kollegin gerannt und wollte ihr Bescheid geben, dass ich schnell nach Hause muss. Kurz in die Umkleide, umgezogen und dann wollte ich zur Bahn laufen da die nächste Bahn in einigen Minuten abgefahren wäre. Meine Kollegin hat mich abgefangen und drängte mich dazu einfach ihr Auto zu nehmen. Ich hab dies zuerst abgelehnt und nach weiterem Drängen hab ich mich darauf eingelassen (natürlich nicht schlau wenn man panisch ist, aber ich war im Kopf sowieso nicht ganz da). Kurz bevor ich zuhause angekommen bin, ist es zu einem kleinen Unfall gekommen wo die Stoßstange zu schaden gekommen ist. Keine sonstigen Personen- oder Sachschäden sind entstanden. Polizei wurde in Kenntnis gesetzt und das ganze musste zu allen Überfluss trotz des Notfalls natürlich ordnungsgemäß aufgenommen werden. Ich habe meine Kollegin sofort kontaktiert und sie ist zum Unfallort gekommen und hat das Auto geholt. Es war ganz normal fahrtüchtig. Wir haben uns darauf geeinigt dass mein Notfall erstmal Vorrang hat und wir uns am nächsten Tag über die Situation unterhalten. Am nächsten Tag haben wir uns getroffen und ich habe ihr gesagt, da meine Private Haftpflicht den Schaden sowieso nicht übernimmt und sie auch nicht Vollkaskoversichert ist, dass ich den Schaden am Auto aus eigener Tasche zahle. Ich kenne mich etwas mit Autos aus, geschätzter Kostenpunkt für mich wäre so bei 1000€ gewesen. Sie ist am selben Tag noch zu einer Werkstatt und dann anschließend zu einem Gutachter gefahren. Am Telefon hat sie mir dann erzählt, dass der Gutachter ein Gutachten aufgesetzt hat was etwas über das doppelte liegt was ich geschätzt habe. Nach mehreren Forderungen mir dieses Mal zu schicken wurde nicht reagiert und ständig ausgewichen. Ich habe mich schließlich dazu bereit erklärt das aus eigener Tasche zu zahlen, nichtsdestotrotz erwarte ich da etwas mehr Zusammenarbeit. Nun sind mehrere Tage vergangen und ich werde dazu gedrängt den Betrag vom Gutachten an die Kollegin zu überweisen, damit diese den Schaden reparieren lassen kann. Auf die Nachfrage nach dem Gutachten wurde mir aber gesagt dass dieses aktuell wohl im Büro ihres Vaters liegt der gerade im Urlaub ist. Ich habe dann vorgeschlagen, dass ich entweder einfach mit zur Werkstatt fahre wo der Schaden dann repariert wird und es vor Ort bezahle, oder man mir einfach die Rechnung zukommen lassen soll und ich diese dann begleiche. Es wird jedoch ausgewichen, man wüsste ja noch nicht wo und wann man es machen kann/will. Es wird weiterhin darauf gepocht dass das Geld aber überwiesen werden soll und so langsam bin ich mit Geduld und Nerven am Ende. Meine Frage an euch: wie sieht es rechtlich für mich aus? Wenn ich mich nun einfach quer stelle das Geld zu überweisen, was könnte auf mich zukommen und womit müsste ich rechnen?
Das ganze zieht sich nun seit 4 Wochen und ich bin gewillt den Schaden zu übernehmen, aber auch nur wenn das ganze korrekt abläuft.

Vielen Dank im Voraus für eure Zeit


-- Editiert von User am 16. Oktober 2023 03:08

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(657 Beiträge, 115x hilfreich)

Ich kann deinen Unmut verstehen.

Da sind direkt mehrere Dinge die mich doch ein wenig wundern. Warum überhaupt ein Gutachten, wenn klar ist das du die Reparatur bezahlst?

Sinnvoll wäre wohl gewesen, mit dem Auto in die Werkstatt zu fahren und du bezahlt die Reparatur. So hab ich es in einen solchen Fall auch schon gemacht - und dem (fremden) Schadensverursacher damit viel Geld gespart. Unter Kollegen sollte das eingentlich genau so laufen.

Ein Gutachten kostet nur weiteres Geld. Und noch ein weiterer Faktor kommt hinzu: aus meiner persönlichen Erfahrung sind die Kosten in Gutachten oft deutlich höher als die in der Werkstatt.

Aus meiner Sicht muss deine Kollegin schon irgendeinen Beleg vorlegen um Geld zu bekommen. Entweder das Gutachten oder (besser) die Reparaturrechnung. Sonst würde ich gar nichts zahlen.

Netter Zug von der Kollegin dir das Auto zu leien. Umso trauriger das sie dich jetzt abzocken will.

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#2
 Von 
Jey2604
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 2x hilfreich)

Ich würde ohne Beleg nichts zahlen.
Erzählen kann man ja viel.

Die Geschädigte ist nicht schlechter oder besser zu stellen als vor dem Unfall.

DH die Reparaturkosten werden übernommen oder die Gutachtenkosten werden Netto ausbezahlt, da ja keine Mwst abgefallen ist.

Was ist den mit den Kosten für den Gutachter? Hat sie sich da nicht geäußert?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6942 Beiträge, 1461x hilfreich)

Zitat (von ThrowAcc):
Meine Frage an euch: wie sieht es rechtlich für mich aus? Wenn ich mich nun einfach quer stelle das Geld zu überweisen, was könnte auf mich zukommen und womit müsste ich rechnen?


Mein Standpunkt ist:
Keine Zahlung ohne Vorlage eines Beleges

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Zitat (von ThrowAcc):
wie sieht es rechtlich für mich aus?
Du bist verpflichtet den Schaden zu begleichen. Es spielt dabei keine Rolle ob die Geschädigte den Wagen reparieren lässt oder nicht. Du hast Schadenersatz zu leisten.
Über die Höhe des Schadens lässt sich vortrefflich streiten.

Zitat (von ThrowAcc):
Ich kenne mich etwas mit Autos aus, geschätzter Kostenpunkt für mich wäre so bei 1000€ gewesen.
Völlig irrelevant was du schätzt! Die Geschädigte hat einen Anspruch auf eine fachgerechte Reparatur, bzw. finanziellen Ersatz für den Schaden. 1000€ Reparaturkosten sind heutzutage gar nichts mehr. Also ein Bagatellschaden. Da sogar die Polizei gerufen wurde gehe ich nicht von einem Bagatellschaden aus. 2000€ wäre immer noch eine kleine Reparatur. Der Beschreibung nach ist diese Summe also zunächst einmal nicht unrealistisch.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39619x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Keine Zahlung ohne Vorlage eines Beleges

So ist es, als Geschädigter ist man in der Pflicht den Schadennachzuweisen.
Der Schädiger hat das Recht einen geringeren Schaden nachzuweisen.

Als Schädiger sollte man jedoch möglichst gerichtsfest erklären, das man zur Zahlung berechtigter Ansprüche grundsätzlich bereit ist.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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