Selbstmordgefährdeter wird aus Krankenhaus und Therapie geworfen. Was ist, wenn er sich umbringt?

4. September 2019 Thema abonnieren
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Selbstmordgefährdeter wird aus Krankenhaus und Therapie geworfen. Was ist, wenn er sich umbringt?

Moin,

ich habe eine Frage zur vorzeitigen Entlassung aus dem Krankenhaus, aufgrund von angeblicher sexueller Belästigung gegenüber einer Mitpatientin.

Mein Freund ist wegen Suizidabsicht zur stationären Behandlung seit 4 Wochen in einem Krankenhaus. Heute ist er vorseitig nach Hause entlassen worden. Der Grund: er soll eine andere Patientin sexuell belästigt haben. Er bestreitet das und wollte wissen, wer ihm diesen Vorwurf macht. Ich kann verstehen, wenn der Name der Frau ihm nicht genannt wird, weil diese es soll will. Aber ihm wurde auf Nachfrage auch nicht gesagt, was er denn genau gemacht habe. Es wurde nicht konkret, sondern alleine der Vorwurf vorgetragen und die Bitte, das Krankenhaus sofort zu verlassen.

Pikantes Detail am Rand: mein Freund ist schwul und ungeoutet. Also null sexuelles Interesse an Frauen. Das er schwul ist, ist aber dem Personal nicht bekannt.

Frage: wenn er sich nun draußen umbringt, hätte ich einen Grund, die Ärztin, die ihn heute raus geworfen hat, anzuzeigen? Wenn ja, auf welcher Grundlage?

-- Editiert von Moderator am 04.09.2019 18:43

-- Thema wurde verschoben am 04.09.2019 18:43

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37 Antworten
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#1
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7422 Beiträge, 3087x hilfreich)

Ich glaube nicht.

Das Krankenhaus ist ja kein Gericht, welches über Schuld oder Unschuld entscheidet - aber offenbar hat die Mitpatientin die möglichen Geschehnisse glaubhaft geschildert, so daß man zu dem Schluss kam, daß die (psychische) Gesundheit durch den Verbleib Ihres Bekannten stärker gefährdet wäre als die Ihres Bekannten beim Abbruch der Therapie.

Sie waren ja nicht dabei, in so fern fällt die Beurteilung eh schwer. Die Tatsache, daß er vielleicht schwul ist, entlastet nicht zwangsläufig.

Signatur:

"Valar Morghulis"

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#2
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ fb367463-2

Ich wollte auch nicht so tun, als ob das Krankenhaus ein Gericht ist. Ich habe mich vielleicht missverständlich oben ausgedrückt.

Mir geht es hier darum, dass das Krankenhaus eben grade kein Gericht ist und deshalb nicht urteilen sollte. Aus meiner Sicht hat es sich aber wie ein Gericht verhalten und daraus ergibt sich möglicherweise ein strafrechtlich- relevanter Aspekt. Wenn eine Frau eine Anschuldigung vorträgt und diese nicht beweisen kann und die Ärztin trotzdem, als wenn sie eine Richterin ist, ein "Urteil" fällt, mit der Folge, dass ein anderer Patient sofort das Haus zu verlassen hat und dieser Patient dann draußen das umsetzt, weswegen er eigentlich dort behandelt wurde, könnte eine Art Behandlungsfehler vorliegen.

Zu meinem Hinweis auf die Homosexualität des Beschuldigten, dem eine sexuelle Belästigung im heterosexuellen Bereich vorgeworfen wird: für mich erschüttert so ein Hinweis gravierend die Glaubwürdigkeit der Frau.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118507 Beiträge, 39580x hilfreich)

Zitat (von walküre1):
Frage: wenn er sich nun draußen umbringt, hätte ich einen Grund, die Ärztin, die ihn heute raus geworfen hat, anzuzeigen?

Ob Dir das als Grund ausreicht, muss Du selbst wissen.



Zitat (von walküre1):
Wenn ja, auf welcher Grundlage?

In Deutschland darf jeder der glaubt er müsse die strafrechtliche Würdigung eines Verhaltens prüfen lassen, jemanden anzeigen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Harry van Sell

,,Ob Dir das als Grund ausreicht, muss Du selbst wissen."

Ja. Könnte der Ärztin Körperverletzung durch Unterlassen vorwerfen.

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#5
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3441 Beiträge, 544x hilfreich)

Es bleibt doch auch die Frage, ob der Bekannte tatsächlich so gefährdet ist wie sie schreiben, oder wie er es sagt.

Aus Sicht der Ärztin mag es ganz anders sein.

Er soll zu seinem behandelnden Neurologen usw. gehen und dieser kann mit der Klinik Kontakt aufnehmen, falls eine Einweisung notwendig ist, kann er ja in eine andere Klinik gebracht werden.

Sehr häufig haben solche Personen einen Betreuer, wenn ja, muss der kontaktiert werden.
Sie kennen nur seine Version, die von der Ärztin kann abweichend sein.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31509 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von walküre1):
Ja. Könnte der Ärztin Körperverletzung durch Unterlassen vorwerfen.
Ja, stimmt.
Aber erst, wenns passiert.
Außerdem: Auch in der psych. Klinik sind Suizidversuche möglich.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38128 Beiträge, 13927x hilfreich)

Ich habe erhebliche Zweifel, dass der Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllt ist. Allerdings hätte eine solche auch gegenüber der belästigten Frau bestehen können. Da scheint mir die akute Gefährdung, eher vorzuliegen. Fakt ist, dass die Ärztin insoweit eine Garantenstellung hat, sich strafbar macht.

Die Ärztin spielt sich auch nicht als Richterin auf. Sie hat ein Hausrecht, das übt sie zum Schutze aller Patienten wirksam aus, und das wars.

wirdwerden

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#9
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1812x hilfreich)

Hinzu kommt, daß sexuelle Belästigung nicht immer zwingend ein sexuelles Motiv (im Sinne einer "Erregung/Befriedigung" des Täters) hat. Oft ist es auch einfach ein Ausdruck von Dominanzverhalten/Herabwürdigung gegenüber der Frau als solcher. Dies kann folglich völlig unabhängig von der sexuellen Orientierung der Fall sein.

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#10
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Loni12

Das stimmt. Ich kenne nur eine Seite. Ich war auch nicht bei dem "Gespräch" ( Er saß der Ärztin gegenüber, hat den Vorwurf entgegen nehmen dürfen, einen Satz dazu sagen dürfen und dann sofort raus aus dem KH) dabei.

Allerdings finde ich eigenartig, dass , seine Bitte nach nachmittäglichen Aufenhalten außerhalb des KH, die Ärztin dies abgelehnt hat. Das war drei Tage vor dem Rauswurf. Sie sagte ihm, dass , wenn er das Krankenhausgelände verlässt bzw. auf der Station niemand weiß, wo er sich aufhält, die Polizei verständigt wird und er, sollte er gefunden werden, wieder auf die geschlossenen Station wechselt.

Ich kann natürlich nicht 100 % feststellen, ob ein derartiges Verhalten ( Patientenrauswurf), sachgemäßes und dem Stand der Medizin entsprechendes Verhalten ist?

Für mich als Leihen sieht es so, als wenn diese Ärztin durch ihre abrupte Beendigung der - aus meiner Sicht notwendigen Hilfe, Behandlung eine Situation geschaffen hat, die im schlimmsten Fall mit dem Tod des Patienten beantwortet werden könnte.

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#11
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Flo Ryan

,,Andere würden das, da ungeoutet, wohl eher als Schutzbehauptung ansehen."

Keine Schutzbehauptung, sondern eine Tatsachenfeststellung, welche die Behauptung der Frau stark unglaubwürdig erscheinen lässt.

Wie viele Schwule kennen Sie, denen sexuelle Belästigung an FRAUEN vorgeworfen wird?

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#12
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ BigiBigiBigi

,,... Ausdruck von Dominanzverhalten/Herabwürdigung.."

Wenn es in den SM - Bereich geht bzw. Ausdruck einer sadistischen Prägung ist, dann spielt die sexuelle Orientierung keine Rolle? Wenn die Erniedrigung einer Person, aus einem sexuellen Motiv heraus passiert, weil, es geht hier um sexuelle Belästigung, dann müsste ein derart veranlagter schwuler Mann, sich ein Opfer gleichen Geschlechts zu suchen. Weil, welchen sexuellen Lustgewinn hätte sonst der Homo, am Opfer, welches ein Hetero ist?

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#13
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ wirdwerden

,,Ich habe erhebliche Zweifel, dass der Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllt ist. "

Das glaube ich auch. Abgesehen von uns Leien, ist die beweiskräftige Beurteilung, ob z.B. der vorseitige Abbruch dieser ärztlichen Behandlung auch tatsächlich Folge von Ärztepfusch ist, auch für Fachleute wie ein von der Staatsanwaltschaft bestellter Gutachter, nur schwierig zu gestalten.

Sollte der Rauswurf zu schlimmen Konsequenzen für den Patienten führen, wie sollen Angehörige diese Konsequenzen als Behandlungsfehler nachweisen? Ein beauftragter Sachverständiger für den medizinischen Bereich ist für die meisten Opfer bzw. deren Angehörigen nicht bezahlbar.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38128 Beiträge, 13927x hilfreich)

Nochmals, ein Rauswurf ist kein Behandlungsfehler.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Nochmals, ein Rauswurf KANN, muss nicht, aber kann sehr wohl ein Behandlungsfehler im Sinne einer Missachtung der notwendigen Sorgfaltspflicht sein.

Warten wir mal den Entlassungsbefund ab.


-- Editiert von walküre1 am 05.09.2019 10:05

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#16
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3441 Beiträge, 544x hilfreich)

Vielleicht stand er eh schon kurz vor der Entlassung - und dachte, durch diese Tat kann er bleiben.

Wäre er akut gefährdet ,hätte ihn die Ärztin sicher in eine andere Klinik verwiesen.
Nachdem die Familie nun den Bericht abwartet, scheint es ja nicht akut zu sein, ansonsten wie ich bereits schrieb, zum Neurologen.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Heiserkeit
Status:
Lehrling
(1510 Beiträge, 560x hilfreich)

Man sollte hier erstmal unterscheiden ob die Person freiwillig im Krankenhaus bzw. einer psychiatrischen Station ist od. ob er nach dem PsychKG (z.B. durch Polizei/Ordnungsamt/Gesundheitsamt eingewiesen u. erst danach wurde ein richterlicher Beschluss erwirkt - Stichwort "Suizidversuch") od. dem FamFG (es wurde erst ein richterlicher Beschluss eingeholt u. erst dann aufgenommen - Stichwort "Zwangsbehandlung") dort ist.

Das Verlassen des Krankenhausgeländes kann einfach versicherungstechnische od. straf-, zivil-, arbeits-rechtliche Gründe haben. Steht die Person z.B. unter Medikamenten, dann kann es sein das Sie nicht verkehrssicher u. somit eine Gefahr für sich u./od. andere ist.
Würde man eine ernsthafte Suizidabsicht unterstellen, dann dürfte er die Station gar nicht verlassen bzw. wäre auf einer geschlossenen Station untergebracht.

Da er, zum. verstehe ich die Aussage "wieder auf die geschlossenen Station wechselt" so, im Moment freiwillig dort ist u. es keinen richterlichen Beschluss gibt, spricht nichts gegen einen Abbruch der stationären Behandlung u. einer ambulanten Weiterbehandlung od. der Weiterbehandlung in einem anderen Krankenhaus.
Würde man (also die behandelnde Ärzte) eine ernsthafte Suizidabsicht erkennen können, dann hätte man ihn vermutlich eher verlegt.

2x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

,,Vielleicht stand er eh schon kurz vor der Entlassung..."

Stand bevor es zum Belästigungsvorwurf gekommen ist: Er darf nicht länger wie 30 Min. von seiner Station entfernen.

,, ... und dachte, durch diese Tat kann er bleiben."

Im Gegenteil. Es fing die 4. Woche an. Stichwort ,, Lagerkoller". Er war auf einem 3 - Bett - Zimmer. Die, die noch, wie ich den Wehrdienst machen musste, wissen vielleicht, was ich meine.

@ Heisenzwerg

Er war aufgrund einer Einweisung seiner ihn ambulant behandelnden Ärztin da.

Deinen Kommentar muss ich noch ein oder zwei mal lesen. Weil, Dein Beitrag ist der erste, bei dem ich nicht mehr so sicher bin, ob eine Anzeige von mir etwas bringen würden, für den Fall, dass er sich jetzt draußen etwas antut.

Danke Dir.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31509 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von walküre1):
Mein Freund ist wegen Suizidabsicht zur stationären Behandlung seit 4 Wochen in einem Krankenhaus.
Zitat (von walküre1):
Allerdings finde ich eigenartig, dass , seine Bitte nach nachmittäglichen Aufenhalten außerhalb des KH, die Ärztin dies abgelehnt hat
Was erwartest du denn? Wer wegen Suizidverdacht in der Psychiatrie ist, kann sich doch nicht den nachmittäglichen Ausgang aus dem KH wünschen...Die Ärztin musste das ablehnen.
Zitat (von walküre1):
sachgemäßes und dem Stand der Medizin entsprechendes Verhalten ist?
Was hat das dem Stand der Medizin zu tun? Ein Patient kann sich selbst entlassen/auf eigenen Wunsch... oder eben aus gewissen Gründen aus dem KH verwiesen werden. Eine psych. Station eines KH hat noch ganz andere Regeln zu beachten.

Zitat (von walküre1):
Warten wir mal den Entlassungsbefund ab.
Wieso Befund? Man wird lesen, dass die weitere stationäre Behandlung nicht mehr durchgeführt wird. O.B.

Du machst hier ein Thema auf, welches keines ist.
Dein Freund ist doch wegen des Suizidversuchs erst in die Psychiatrie gekommen. Den Versuch hat er *draußen* gemacht. Und er war zuerst auf der geschlossenen Station. Dann auf der offenen. So geht das iaR.
Auch nach einer regulären Entlassung mit *Gutem Befund* ist nicht sicher, ob er *draußen* nicht einen erneuten Suizidversuch unternimmt.
Welchen Vorwurf ziehst du dann? Man hätte ihn zu früh entlassen?

Zitat (von walküre1):
ob eine Anzeige von mir etwas bringen würde,
Bitte, was sollte denn eine Anzeige von dir bringen?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

------Was erwartest du denn? Wer wegen Suizidverdacht in der Psychiatrie ist, kann sich doch nicht den nachmittäglichen Ausgang aus dem KH wünschen...-----

Wo habe ich denn geschrieben, dass ich so etwas grundsätzlich unnormal finde?


----- Die Ärztin musste das ablehnen. ----

Und. Die Regel bestand bis zum Rauswurf.


----- Was hat das dem Stand der Medizin zu tun? ---

Sehr viel. Fahrlässige Körperverletzung?

----- Wieso Befund? Man wird lesen, dass die weitere stationäre Behandlung nicht mehr durchgeführt wird. O.B.-----

Noch nie im KH gewesen?

Jeder bekommt den Entlassungsbrief. Gibt es einen Anspruch drauf. Was muss da drin stehen? Bingo !

---- Bitte, was sollte denn eine Anzeige von dir bringen?---

Nichts. Einfach ab jetzt mich ignorieren. Danke.

-- Editiert von walküre1 am 05.09.2019 14:57

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38128 Beiträge, 13927x hilfreich)

Hatte doch schon geschrieben, ich meine auch recht deutlich, dass keine Körperverletzung vorliegt. Mir felhlt allerdings darüber hinaus die Vorstellung dahingehend, wie der Rest des Krankenhauses vor dem Belätigenden geschützt werden soll.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

,,...wie der Rest des Krankenhauses vor dem Belätigenden geschützt werden soll."

Wie kommst Du darauf, dass er ein Belästiger ist? Oder ist das genau so gewiss, wie , dass es aus medizinischer Sicht kein Problem ist, einen psychisch- kranken Menschen von jetzt auf gleich zu entlassen, zu dem es noch vor kurzem hieß, er dürfe sich nicht mal 30 Min. wegbewegen?

Der Mann ist kein Belästiger. Hier soll ein homosexueller Mann, eine heterosexuelle Frau sexuell belästigt haben. Das angebliche Opfer ist selber Patientin einer psychiatrischen Station. Die Frau hat außer ihrer bis jetzt Behauptung, nichts weiter vorzubringen. Es kann von daher ein ,,Missbrauch mit dem Missbrauch" nicht ausgeschlossen werden.

Fakt ist: sie kann es nicht beweisen.
Fakt ist: hier hat eine Behauptung, eine schwerwiegende Folge. Ein anderer Patient verliert seinen stationären Therapieplatz, auf den er als Kassenpatient hat, lange warten müssen.

Vielleicht kannst du dir theoretisch vorstellen, dass der "Belästiger", wie du ihn nennst, unschuldig ist und das angebliche Opfer, aus welchen Gründen auch immer, die sexuelle Belästigung erfunden haben könnte, um den Missbrauch zu instrumentalisieren?

Ich bin überrascht, wie viele hier davon ausgehen, dass eine Beschuldigung schon ausreicht, um u.U. krasse Konsequenzen zu ziehen. Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich verharmlose sexuelle Belästigungen nicht. Aber der sog. Missbrauch mit dem Missbrauch kann Ehen, Familien, berufliche Karrieren zerstören. Alleine aufgrund des Verdachts wird schon was klebriges hängen bleiben. Auch wenn später eine evtl. Unschuld erwiesen ist.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
NaibaF123
Status:
Student
(2124 Beiträge, 325x hilfreich)

Zitat (von walküre1):
sondern alleine der Vorwurf vorgetragen und die Bitte, das Krankenhaus sofort zu verlassen.

Ich weiß nicht, was hier diskutiert wird. Der Freund hat eine Bitte erhalten, welcher er anstandshalber nachgekommen ist.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31509 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von walküre1):
Sehr viel. Fahrlässige Körperverletzung?
Wer ist verletzt seit dem Rauswurf?
Soll man sich nun streiten, ob es ein Rauswurf war oder die bitte des Arztes, der Patient möge das KH verlassen.
Dann eben das....
Zitat (von walküre1):
Jeder bekommt den Entlassungsbrief.
Selbstverständlich. Aber du hast oben geschrieben, wir warten auf den Entlassungsbefund.
In dem Entlassungsbrief wird zu lesen sein, warum er das KH verlassen hat. Dass seine Behandlung nicht zu Ende geführt wurde. Dass das KH deshalb keine Verantwortung übernimmt.
SO schreiben sie es auch bei Entlassung auf eigene Verantwortung.
Jede Menge Papier--- zur Absicherung/Abgrenzung der medizinischen Tätigkeit.
Zitat (von walküre1):
Ein anderer Patient verliert seinen stationären Therapieplatz, auf den er als Kassenpatient hat, lange warten müssen.
Nun ja, wenn es jetzt so ist, dass ein suizidgefährdeter Mensch nicht wegen Suizidgefahr in die Psych. kam--- sondern lange auf einen Therapieplatz wartete--- dann kann man ein neues Thema aufmachen.
Therapie ist schließlich was anderes.

Es geht doch nicht ums Beweisen von irgendwas.
Dein Freund lebt.
Er sollte sich tatsächlich überlegen, ob er eine Therapie will.
Alles andere ist doch nur Phantasie....was wäre, wenn.

Zitat (von Anami):
Auch nach einer regulären Entlassung mit *Gutem Befund* ist nicht sicher, ob er *draußen* nicht einen erneuten Suizidversuch unternimmt.
Welchen Vorwurf ziehst du dann? Man hätte ihn zu früh entlassen?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ NaibaF123

Der hat 30 Min. Zeit gehabt. Das war ein Rauswurf und keine Bitte.

Wenn pure Behauptungen einer psychisch - kranken Frau, gegen einen anderen Patienten ausreichen, dass dieser seine Therapie aufgeben muss, ist das keine Frage von Anstand. Es gab mal einen Präsidenten des Deutschen Familiengerichtstages, der hat von 40 % Fake - Missbrauchsvorwürfen gesprochen, welche Frauen in strittigen Sorgerechtsprozessen, als Waffe gegen ihre Männer einsetzen. In den USA beraten inzwischen männliche Professoren ihre Studentinnen nur noch bei offener Bürotür, aus Angst vor dem Missbrauch mit dem Missbrauch.

Selbst wenn aus einem Verdächtigen, ein Ex - Verdächtiger wird, bekommt der Mann doch niemals seine Reputation wieder zurück. Oben gibt es einen Kommentar, der bezeichnet meinen Freund als ,, Belästiger" und mach sich Gedanken, wie denn die gesamte restliche Klinik geschützt werden könnte, wenn so ein ,,Belästiger" in der Therapie weiterhin verbleibt.

Besteht nicht die Gefahr bei so manch einer Ärztin, welche sich mit jenem Eifer als gute und besorgte, politisch korrekte und engagierte Ärztin stilisiert, das diese sich zur üblen Nachrede verleiten lässt?

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3441 Beiträge, 544x hilfreich)

Fakt war doch, die Ärztin sah keine andere Möglichkeit als den Patienten zu entlassen. Da sein Zustand offenbar nicht lebensbedrohlich war, musste er an keine andere Klinik verwiesen werden.

Das, was sie als pure Behauptung sehen, war evtl. doch schwerwiegender. Die Schilderungen der Frau waren für die Ärztin vermutlich nachvollziehbar und glaubwürdig.

Niemand weiß doch, wie sich ihr Bekannter in der Klinik dem Personal und anderen Patienten gegenüber verhielt. Vielleicht war das der Tropfen auf dem heißen Stein, wo die Ärztin sagte, jetzt reicht es.

Sie kennen nur seine Berichterstattung und wenn er akut gefährdet wäre, hätte seine Familie sicher etwas unternommen. Die scheint ja für ihr zuständig zu sein und nicht sie.

Evtl. machen sie da ein Fass auf, welches schädlich für den Patienten sein könnte. Erzählen sie ihm eigentlich von ihren Vorhaben/Gedanken? Das könnte kontraproduktiv sein, sie drängen ihn damit immer mehr in die Opferrolle, die es real eher nicht gibt.

Sie werden den genauen Sachverhalt nie erfahren, weil es sie nichts angeht und die Aussagen des Patienten stimmen vermutlichen mit den tatsächlichen Gegebenheiten nicht überein.

Sie helfen dem Patienten mehr, wenn sie ihn ablenkten mit ihm etwas unternehmen und nicht ständig dieses Thema warmhalten, damit ist ihm nicht geholfen.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Loni12

,,Da sein Zustand offenbar nicht lebensbedrohlich war, musste er an keine andere Klinik verwiesen werden."

Darum die Drohung, dass, wenn er länger als 30 Min. nicht erreichbar ist, eine Rückverlegung auf die Geschlossene angeordnet wird. Passt gut zusammen.

,, Die Schilderungen der Frau waren für die Ärztin vermutlich nachvollziehbar und glaubwürdig."

Und der Mann durfte dagegen 2 Sätze sagen und dann aber raus. Passt auch gut.

,,Niemand weiß doch, wie sich ihr Bekannter in der Klinik dem Personal und anderen Patienten gegenüber verhielt."

Das Personal ist nicht der Grund für den Rauswurf, sondern bisher haltlose Beschuldigungen einer psychisch -kranken Mitpatientin. Aussage gegen Aussage.


,, hätte seine Familie sicher etwas unternommen. Die scheint ja für ihr zuständig zu sein und nicht sie."

Welche Familie? Gibt es hier nicht.

,,Evtl. machen sie da ein Fass auf, welches schädlich für den Patienten sein könnte. Erzählen sie ihm eigentlich von ihren Vorhaben/Gedanken? "

Ist das so? Sein erster Gedanke war, eine Strafanzeige gegen die Frau wegen Rufmord und übler Nachrede zu stellen. ICH habe ihn davon abgehalten. Er solle erst einmal den Entlassungsbefund abwarten.

,,...sie drängen ihn damit immer mehr in die Opferrolle, die es real eher nicht gibt."

Real gibt er eher den Täter her? Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen ist.

,,... und die Aussagen des Patienten stimmen vermutlichen mit den tatsächlichen Gegebenheiten nicht überein."

Immerhin vermuten Sie nur. Da gibt es Andere hier, die sind schon weiter.


,,... nicht ständig dieses Thema warmhalten, damit ist ihm nicht geholfen."

Der Mann fühlt sich beschämt und gekränkt. Offensichtlich kann man manche Dinge nur nachvollziehen, wenn man selbst davon betroffen ist. Und offensichtlich ist unsere Gesellschaft inzwischen für das Thema sexuelle Belästigung derart sensibilisiert, dass sich zu dem nach wie vor guten Grundgedanken, eine Kehrseite entwickelt hat, wonach eine Tendenz zu beobachten ist, in der Sexualstraftäter omnipräsent zu sein scheinen.

Ich lese in diesem Thread, dass Männer schon bei geäußertem Verdacht als schuldig gebrandmarkt sind.



-- Editiert von walküre1 am 06.09.2019 09:02

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3441 Beiträge, 544x hilfreich)

Zitat:
Welche Familie? Gibt es hier nicht.


Weiter oben stand etwas von Angehörigen und da nahm ich an, es sind die ihres Freundes.

Trotzdem, sie glauben nur das was ihr Freund sagt und meinen die betroffene Frau lügt und somit die Ärztin mit.
Ich riet schon einige mal, zum Neurologen gehen, der kann mit der Klinik Kontakt aufnehmen bzw. hat den Entlassungsbrief und wenn ihr Freund es erlaubt, sind sie bei diesem Arztgespräch dabei und hören was Sache ist.

Entlassungsberichte von psychisch Erkrankten bekommen Betroffene eher nicht. Diese werden an den einweisenden Arzt, Hausarzt, Neurologen usw. geschickt und der erklärt den Brief und wenn Ärzte diesen Brief weitergeben fehlen manchmal Seiten oder Stellen sind geschwärzt.
Ihr Freund wird somit lange auf einen Entlassungsbrief warten.

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31509 Beiträge, 5569x hilfreich)

Da du aber einfach nicht locker lässt und unbedingt der Ärztin was am Zeug flicken willst:
Mach es, wenn dein Freund einen erneuten Suizidversuch unternimmt.
Vorher ergibt dein ganzer Plan 0,0 Sinn.

Zitat (von walküre1):
Ich lese in diesem Thread, dass Männer schon bei geäußertem Verdacht als schuldig gebrandmarkt sind.
Du kannst auch noch mehr hineinlesen--- wir werden hier kein Ende in deinem Sinne finden.
Niemand aus dem Forum kennt irgendjemanden in diesem Sachverhalt.
Und das KH hat nicht geurteilt, sondern entschieden.
Du möchtest nur Antworten hören, die dir in die Farbe spielen.

Das geht nicht.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
walküre1
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Freunde

Wir kürzen es ab bzw. machen jetzt Feierabend.

Sexuelle Belästigung dürfte ein Offizialdelikt sein. So, wenn jetzt die Frau, keine Strafanzeige stellt und das KH nichts zur Anzeige bringt, könnte man wohl berechtigt mal nachfragen, warum sie keine Anzeigen schreiben?

Also, abwarten.

0x Hilfreiche Antwort

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