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Selbstmordgefährdeter wird aus Krankenhaus und Therapie geworfen. Was ist, wenn er sich umbringt?


#31
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7858 Beiträge, 1386x hilfreich)

Zitat (von walküre1):
könnte man wohl berechtigt mal nachfragen, warum sie keine Anzeigen schreiben?
Ja, auch das kannst du machen.
Oder besser: Du redest es deinem Freund ein.

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#32
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71217 Beiträge, 32397x hilfreich)

Zitat (von walküre1):
könnte man wohl berechtigt mal nachfragen, warum sie keine Anzeigen schreiben?

Ja, kann man.
Nur muss darauf niemand antworten, noch ist jemand verpflichtet das überhaupt anzuzeigen, noch kann man daraus ein "nicht passiert" ableiten.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#33
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 14609x hilfreich)
Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#34
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2203 Beiträge, 751x hilfreich)

Zitat:
Sexuelle Belästigung dürfte ein Offizialdelikt sein. So, wenn jetzt die Frau, keine Strafanzeige stellt und das KH nichts zur Anzeige bringt, könnte man wohl berechtigt mal nachfragen, warum sie keine Anzeigen schreiben?

Das Krankenhaus kann die Sache nur zur Anzeige bringen, wenn die Frau einwilligt. Anderenfalls würde es die ärztliche Schweigepflicht verletzen.

Insofern muß die Frau das schon selber machen, sofern sie nicht so krank ist, daß sie es nicht selbst machen kann.

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#35
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(26521 Beiträge, 7581x hilfreich)

Wie mümmel schon schrieb ist sexuelle Belästigung ein relatives Antragsdelikt, das heißt entweder müsste die Frau Strafantrag stellen oder das Krankenhaus Strafanzeige erstatten und auf öffentliches Interesse spekulieren, was es aber gegen der Willen, bzw. ohne Einverständnis der Frau nicht darf.

Was bei dem ganzen langen thread noch offen ist, sind die Fragen ob es nun einen Gerichtsbeschluss zur Einweisung gab, oder nicht? Anscheinend nicht, da nur von einer Einweisung der Haus-Ärztin die Rede war.

Die nächste Frage ist, wie wurde er nun genau entlassen. Zunächst ist von einer Bitte die Rede gewesen, das Krankenhaus zu verlassen. Das wäre eine freiwillige Entlassung, bzw. ggf. eine einvernehmliche.
Dann ist von Rausschmiss die Rede. Was soll Rausschmiss genau sein? Eine disziplinarische Entlassung? Oder eine normale Entlassung wegen Behandlungsende?

Von all diesen Fragen hängt ab, ob die Ärztin sich strafbar gemacht hätte, wenn der Patient sich mehr oder weniger direkt nach der Entlassung etwas angetan hätte.

Aktuell ist keine Strafbarkeit der Ärztin erkennbar.

Und die potentielle Strafbarkeit der Ärzte nimmt ab, je mehr Zeit ins Land geht und er sich nichts antut.

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#36
 Von 
misterbona
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Mir felhlt allerdings darüber hinaus die Vorstellung dahingehend, wie der Rest des Krankenhauses vor dem Belästigenden geschützt werden soll.
wirdwerden


Das gibt es bei Gericht auch gerne. Aus einer Beschuldigung wird automatisch die Verurteilung (durch Zirkelschlüsse) von der alle bei Gericht fest überzeugt sind.

Beispiel:
„Im Hinblick auf Ihre zweite Frage weise ich darauf hin. dass ich nicht gesagt habe. dass diverse Gutachter Straftaten festgestellt hatten. Die Feststellung, ob ein Angeklagter eine bestimmte Straftat
begangen hat. obliegt allein dem Gericht und nicht den psychiatrischen Sachverständigen. Abhängig vom Gutachtensauftrag haben psychiatrische Sachverständige mit Hypothesen zu arbeiten, d. h. sie dürfen für die an sie gerichtete Frage unterstellen, dass ein Beschuldigter/Angeklagter bestimmten Taten begangen bzw. nicht begangen hat. Die endgültige Bewertung, ob eine Straftat vorliegt, obliegt jedoch stets und ausschließlich dem Gericht.

Dr. Beate Merk. MdL Staatsministerin

Vorstehendes ist bereits ständig eine Gefahr für Zirkelschlüsse, die ständig stattfinden, wenn man nicht Ergebnisoffen und unbefangen beurteilt und am besten noch so, dass die Feststellungen gerade eines psychologischen Gutachters auch falsch sein können.
Dr. Merk ist von der Tat und der Schuld und von der geistigen Krankheit, die auf der festgestellten Straftat beruht aber fest überzeugt. Warum?:

"Es trifft also nicht zu, wie immer wieder suggeriert wird, dass ein Gericht einfach nur eine Entscheidung getroffen hat. Vielmehr ist diese Entscheidung auf der Grundlage fachärztlicher Gutachten getroffen
worden. In diesen fachärztlichen Gutachten wurde festgestellt, dass der Betroffene M. eine Straftat begangen hat, dass er psychisch krank ist und dass er für die Allgemeinheit gefährlich ist."

Dr. Beate Merk, Bayrischer Landtag, Plenarprotokoll 16/114 vom 04.12.2012

Bereits rein statistisch kann die Wahrscheinlichkeit, dass es eine sexuelle Belästigung gegeben hat bei nur 50% liegen:
Sex vor Gericht, „Ich habe keine One-Night-Stands" mehr, Unschuldig Verurteilte, 50% falsche Anschuldigungen und Investmentbänker nackt im Hundekäfig mit Damenstrümpfen
welt.de, 31.03.2016

Das fahrlässige unechte Unterlassungsdelikt
Auch fahrlässige Erfolgsdelikte können unter den Voraussetzungen des § 13 StGB durch ein Unterlassen begangen werden.
Rengier, Strafrecht AT, § 54, Rn. 1, Kühl, Strafrecht AT, § 19, Rn. 1.

§ 13 Begehen durch Unterlassen
(1) Wer es unterläßt, einen Erfolg abzuwenden, der zum Tatbestand eines Strafgesetzes gehört, ist nach diesem Gesetz nur dann strafbar, wenn er rechtlich dafür einzustehen hat, daß der Erfolg nicht eintritt, und wenn das Unterlassen der Verwirklichung des gesetzlichen Tatbestandes durch ein Tun entspricht.

Für einen Garanten gilt aber zusätzlich die Pflicht, zu verhindern, dass der Betroffene (das Opfer) - auch ohne sein Zutun - verletzt wird. Er darf das Opfer also nicht nur nicht selbst verletzen, er muss auch Verletzungen, die er gar nicht selbst verursacht hat, zu verhindern versuchen. Diese Pflicht trifft nur ihn; wenn er nicht verhindert, dass jemand verletzt wird, für den er eine Garantenstellung innehat, obwohl er das könnte, macht er sich wegen einer Körperverletzung durch Unterlassen schuldig und kann genauso wie der Täter bestraft werden, der die Körperverletzung durch sein aktives Handeln herbeigeführt hat.

Daher genügt es, wenn der Babysitter die (Verantwortung für die) Kinder von den Eltern übernimmt; wenn der Arzt die Behandlung seines Patienten oder der Bereitschaftsarzt seinen Dienst beginnt; oder wenn der Rettungsschwimmer sich im Freibad oder der Sanitäter sich auf dem Sportplatz einfindet.

Demgemäss könnte sich eine Strafbarkeit im Falle eines Suizids ergeben.
Ob eine solche dann vorliegen würde, kann man wie schon vielfach gesagt wurde aufgrund fehlender Informationen überhaupt nicht beurteilen.

-- Editiert von misterbona am 08.09.2019 04:56

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#37
 Von 
MurphysLaw
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 38x hilfreich)

Zunächst einmal denke ich, dass die Ärztin, nach internen Beratungen mit Oberarzt/Chefarzt/restlichem Personal so entschieden hat!
Desweiteren vermute ich weiterhin, dass eine Abwägung getätigt wurde, ob es a) eine Verlegung in ein anderes Haus/andere Station vornehmen sollte oder b) direkt die Entlassung.

Da letzteres gemacht wurde, war es vermutlich so, dass, TROTZ der bisherigen "30 Minuten-Regel", eher von einer Nicht (mehr) -Eigengefährdung deines Freundes ausgegangen wurde, so dass eben der "Rauswurf" beschlossen wurde!

Niemand, weder wir hier, noch du waren dabei, als die mutmassliche Belästigung stattfand, desweiteren kann hier niemand (auch du nicht) sagen, wie dein Freund sich während der 4 Wochen in der Klinik auf Station verhalten hat und ob es, möglicherweise, im Vorfeld andere Probleme gab!

Es ist, nebenbei bemerkt, NICHT so, dass eine sex. Belästigung nur von hetero-sexuellen Männern begangen werden kann! Die weiter oben angesprochenen Motive, die dahinter stehen KÖNNEN, haben mitunter 0 mit der tatsächlichen sex. Orientierung eines möglichen Täters zu tun!
Für ein Dominanzverhalten oder zur Machtdemonstration gegenüber dem pot. Opfer ist jedenfalls weder ausschliesslich ein Heterosexueller, noch jemand, der SM-Vorlieben ausleben möchte, notwendig. Da bist du mit deinen, hier geäusserten Gedanken echt auf der falschen Fährte!

Letztendlich spricht, in meinen Augen, auch sein wiederholter Wunsch nach einem Nachmittag-Ausgang sowie die anscheinend vorangegangene "Runterstufung" intern von "Geschlossene Abteilung" auf "Offene Abteilung" gegen eine AKUTE Selbstgefährdung.

Natürlich kann niemand wissen, wie ernst es dein Freund mit seinen Selbsttötungsabsichten meint und keiner kennt seine Krankenakte inkl. möglicher erfolgter Medikation / THerapie etc.

Das Beste wird sein, deinem Freund seelischen Beistand zu leisten, ihn dazu zu bewegen, umgehend bei seinem, ihn eingewiesenen Neurologen/Psychiater zu erscheinen und mit diesem die weitere Behandlung zu besprechen. Möglichkeiten gibt es da viele: ambulante Psycho-Therapie, Medikamente, eventuell Tagesklinik oder auch eine AHB oder Reha.

Alles Gute!

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