Straf- und zivilrechtliche Schritte gegen eine Zeitung möglich?

8. März 2008 Thema abonnieren
 Von 
lustikuss
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 14x hilfreich)
Straf- und zivilrechtliche Schritte gegen eine Zeitung möglich?

Straf- und zivilrechtliche Schritte gegen eine Zeitung möglich?

Stellen wir uns mal folgenden Fall vor: Ein Vermieter liegt jahrelang mit seiner Mieterin im Clinch. Nach Auszug der Mieterin wendet sich der Vermieter an die örtliche Zeitung. In einem Artikel über eine ¾ Seite mit 6 Farbfotos wird behauptet, dass die Mieterin eine Mietnomadin sei, nicht renoviert hätte, einen enormen (Renovierungs-)schaden hinterlassen hätte, den Vermieter bei Abschluss des Mietvertrages getäuscht habe, das Haus völlig verdreckt und versifft sei usw.

Diese Behauptungen sind unwahr und nachweislich aus der Luft gegriffen und stellen offenbar einen Rachefeldzug des Vermieters dar, der 4mal Kündigungsklage eingereicht und jedesmal gescheitert war, bis die Mieterin jetzt von sich aus freiwillig ausgezogen war.

Im Zeitungsartikel wird zwar nicht der Name der Familie genannt. Jedoch wird der Straßenname genannt, in der es nur 3 Häuser gibt, das Haus wird auch noch abgebildet und es wird darauf hingewiesen, dass die Mieterin 6 Kinder hat. Für die Nachbarn in der weiteren Umgebung ist aufgrund der Abbildung des Hauses schon ersichtlich, um welche Familie es sich handeln muss. Da es die einzige Frau in diesem Ort mit 6 Kindern ist, ist auch für alle anderen Einwohner klar, um wen es in dem Zeitungsartikel geht.

Die Auswirkungen dieses unwahren Zeitungsartikels für die Familie sind schrecklich. Abgesehen davon, dass sich kein Familienmitglied mehr auf der Straße sehen lassen möchte, sich die Kinder weigern zur Schule zu gehen, um nicht gehänselt zu werden, eins der Kinder aufgrund dieses unwahren Artikels in psychiatrische Behandlung ist, die Mutter in eine tiefe Depression verfallen und wohl auch bald eine entsprechende Behandlung aufnehmen muß, hat die Mutter durch den Artikel so viele Kunden verloren, das ihre Existenz gefährdet ist und der ältesten Tochter ist nahegelegt worden, ihr Arbeitsverhältnis aufzugeben, was sie zwangsläufig auch tun mußte.

Was in so einem Fall tun? Gibt es eine Möglichkeit, gegen die Zeitung straf- oder zivilrechtlich vorzugehen? Strafrechtlich evtl. wegen Körperverletzung aufgrund der entstanden psychischen Schäden, sowie Beleidigung und Verleumdung, und zivilrechtlich wegen der finanziellen Schäden? Inwieweit wäre eine Zeitung in so einem Fall haftbar?

Viele der unwahren Behauptungen sind in Anführungszeichen gesetzt, also als wörtliche Aussage des Vermieters gekennzeichnet. Kann man aufgrund dieser Tatsache gegen den Vermieter vorgehen oder könnte sich dieser damit rausreden, dass er das niemals so gesagt und die Zeitung seine Aussage falsch wiedergegeben hätte.

Für Eure Antworten bedanke ich mich im voraus

Volker

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mitleser
Status:
Praktikant
(731 Beiträge, 353x hilfreich)

http://de.wikipedia.org/wiki/Gegendarstellung

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#2
 Von 
lustikuss
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 14x hilfreich)


Danke für die schnelle Antwort.

An eine Gegendarstellung habe ich auch gedacht. Dadurch werden die aber die entstandenen Schäden nicht ersetzt.

Außerdem wird dadurch vielleicht die ganze Angelegenheit sogar noch schlimmer gemacht, indem die Sache wieder zum Thema gemacht wird.

Ist eine Gegendarstellung überhaupt möglich, wenn die betreffende Person überhaupt nicht namentlich genannt wird?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1712x hilfreich)

Gegendarstellung hilft aber nicht bzgl. zivilrechtlicher Ansprüche.

Hierzu müßte man der Zeitung (da Vorsatz wohl wegfällt, also kein §187 StGB , möglicherweise aber §186 StGB ) zumindest miserable Recherche nachweisen können.
Davon ist wohl dann auszugehen, wenn seitens der Redaktion nicht einmal versucht wurde, bei so einer Geschichte beide Seiten zu hören.

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