Supermarkt Taschenabgabe Diskriminierung?

3. Februar 2012 Thema abonnieren
 Von 
Obstsalat
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Supermarkt Taschenabgabe Diskriminierung?

Guten Abend,

vor kurzem wollte ich in meinem Supermarkt, den ich nun gut 6 Jahre regelmäßig auf dem Weg von Schule - nach Hause besuche, einkaufen gehen, als mir der Zutritt verwährt wurde, da ich einen Rucksack mit mir führte.

Fakt:
- kein Schild was besagt, dass Taschen(Rucksäcke) draußen bleiben müssen.
- keine Schließfächer o.ä. Gegebenheiten um die Tasche sicher zu verstauen.
- Taschenverot bezieht sich nur auf Schüler(wie mich) und nicht auf andere Personengruppen wie z.B. Hausfrauen, Renter etc.

Im Grunde habe ich kein Problem meine Tasche abzugeben, jedoch fühle ich mich durch die willkürliche Selektion in Bezug auf das Taschenverbot diskriminiert. Ich als Schüler muss meine Tasche abgeben, weil eine haltlose Behauptung aufgestellt wird, dass ich stehlen würde, während andere friedlich mit ihren Handtaschen durch die Einkaufsgänge spazieren.

In der Filiale werden sogar Schüler rausgeworfen, die nichts kaufen wollen sondern nur ihre Freunde mit rein begleiten.

"Ihr 2 da! Geht mal von dem Regal weg. Habt ihr Geld dabei?"
"Nee ich begleite nur meinen Freund."
"Dann muss ich dich bitten den Laden zu verlassen."

Nun habe ich die Fragen:
1. Ist es erlaubt den Zutritt für einzelne Personengruppen zu beschränken? Im Prinzip ist es ja äquivalent dazu, als wenn ich sagen würde "Schwarze" dürfen keine Taschen mit rein nehmen, weil die zu viel stehlen.

2. Habe ich Recht darauf an der Kasse ein Inventarisierungsformular für den Inhalt meines Rucksacks zu verlangen? Müssen die mir einen zur Verfügung stellen?

Ich habe nicht so viel Ahnung von dem Ganzen, aber es wäre nett wenn man mir die zuständigen Paragraphen eines Gesetzbuches dazu notiert, damit ich weiß worauf ich mich berufen kann. :)

ich Bedanke mich schoneinmal für die Unterstützung

mit freundlichen Grüßen
Jan Seidel



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-- Editiert Obstsalat am 03.02.2012 18:01

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15 Antworten
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#1
 Von 
guest-12311.06.2012 09:58:36
Status:
Praktikant
(571 Beiträge, 281x hilfreich)

Theoretisch kann der Supermarkt, weil er ja Hausrecht hat den Zutritt beschränken. Wahrscheinlich habe die da Erfahrungswerte wer klaut ud wer nicht.

Ich finde aber trotzdem, dass es in eurem Fall Diskrimierung ist. Deshalb solltet ihr euch mal zusammenschließen und den Laden boykottieren.

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#2
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1040x hilfreich)

In vielen Märkten ist zu Pausenzeit bereits Sicherheitsdienst anwesend und lässt Schüler nur einzeln rein. Weil die Schüler (einzelne) klauen wie die Raben.

Da kein Mensch ne "Tasche" zu einkaufen braucht ist es durchaus angemessen, Das er Oma Müller aber auch mit Koffer rein lässt ist keine Diskriminierung.

Es ist das Geschäft des Inhabers

Du kannst dich "aufblasen" und bekommst dann eben "Hausverbot" - das entscheidet der Inhaber, Abteilungsleiter oder die an der Kasse.

Aber du kannst dich wehren - geht alle anderswo einkaufen. Bis auf die Diebe, die können weiter klauen.
Das ruiniert den Laden - oder er erwischt die Diebe alle und hat dann kein Problem mehr.



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#3
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1298x hilfreich)

Das Verhalten des Supermarktes ist in der Tat problematisch.

Wenn der Supermarkt verlangt die Taschen abzugeben, dann muss er regelmäßig alle gleich behandeln.

Wenn er bestimmte Personengruppen anders behandelt könnte dies gegen das AGG verstoßen.

Mit Hinweis auf das Hausrecht ist das nicht einfach auszuhebeln. Ein Geschäftsinhaber hat nur ein eingeschränktes Hausrecht, wenn er ein Geschäft für die Allgemeinheit eröffnet.

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#4
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2095 Beiträge, 1199x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Wenn er bestimmte Personengruppen anders behandelt könnte dies gegen das AGG verstoßen. <hr size=1 noshade>

§ 1 AGG :
quote:<hr size=1 noshade>Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. <hr size=1 noshade>

Worunter fallen bei dir denn klauende Schüler?

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#5
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1040x hilfreich)

Das falsche Gesetz erwischt ! das steht im "SGB II".

$45 Abs 1. Wer ohne Geld in einen Laden geht darf sich was mitnehmen

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#6
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1298x hilfreich)

@tom988,

ich hatte von "könnte" gesprochen.

Und hier wird ja eine bestimmte Personengruppe bestimmten Alters angesprochen.

Sehen Sie das Verhalten für rechtens an?

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#8
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1040x hilfreich)

Vermutlich darf auch Lieschen Müller mit der Einkaufstasche und dem Einkaufszettel rein.

Es geht wie in vielen Supermärkten zu Pausenzeiten um klauende Horden. 5 Idioten und einer kauf ein Brötchen.

Vermutlich lässt euch der Kaufmann einzeln rein. Zeig dein Geld vor, erkläre deinen Kaufwunsch. Dann gibt die Tasche deinem Kumpel.

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#9
 Von 
Ed Wood
Status:
Schüler
(349 Beiträge, 249x hilfreich)

quote:
Und hier wird ja eine bestimmte Personengruppe bestimmten Alters angesprochen.


Eben.

Wenn das rechtens wäre, könnte ich in meinem Laden verfügen, dass Hausfrauen zwischen 40 und 45 Jahren mein Geschäft nicht mit Handtaschen betreten dürfen.
Das Prinzip wäre ja haargenau dasselbe.

DAS würde aber einen Medienrummel wegen Diskriminierung geben. ;)

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"Vor Gericht und auf See sind wir alle in Gottes Hand."

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#10
 Von 
PerryRhodan
Status:
Praktikant
(958 Beiträge, 373x hilfreich)

quote:
Wenn das rechtens wäre, könnte ich in meinem Laden verfügen, dass Hausfrauen zwischen 40 und 45 Jahren mein Geschäft nicht mit Handtaschen betreten dürfen.


Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Für das vom TE beschriebene Verhalten des Ladenbesitzers gibt es ja, im Gegensatz zu deinem Absurdbeispiel, eine nachvollziehbare Begründung.



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#11
 Von 
Ed Wood
Status:
Schüler
(349 Beiträge, 249x hilfreich)

quote:
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Für das vom TE beschriebene Verhalten des Ladenbesitzers gibt es ja, im Gegensatz zu deinem Absurdbeispiel, eine nachvollziehbare Begründung.


Welche sollte das sein?
Dass Schüler prinzipiell Diebe sind?
Es geht hier nur darum, ob man gewissen Personenkreisen pauschal unterstellen darf, zu stehlen. Das erscheint mir juristisch äußerst fragwürdig.



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"Vor Gericht und auf See sind wir alle in Gottes Hand."

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#12
 Von 
guest-12311.04.2012 22:52:18
Status:
Student
(2108 Beiträge, 1040x hilfreich)

Der Supermarkt wird sicher nachmittags um 5 keinen Schüler raus werfen. Nur Schülergruppen von denen dann einer eine Kola kauft, aber 20 im Laden rumlungern. Will eben keiner.
Zumal es immer wieder Schwung gibt.

Die Frage ist ob ein Lebensmittelladen Gäste zu Besichtigung überhaupt rein lassen muss



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#13
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2506x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Für das vom TE beschriebene Verhalten des Ladenbesitzers gibt es ja, im Gegensatz zu deinem Absurdbeispiel, eine nachvollziehbare Begründung. <hr size=1 noshade>



Dem Laden ist nicht zumutbar, wenn der konkrete Verdacht besteht, dass die Schüler klauen, das tatenlos hinzunehmen.

§ 20 AGG lässt das ausdrücklich zu:

... wenn die unterschiedliche Behandlung
1. der Vermeidung von Gefahren, der Verhütung von Schäden oder anderen Zwecken vergleichbarer Art dient, ...


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#14
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1298x hilfreich)

"konkreter Verdacht"?

Wie sollte der begründet werden?

Das man Personen die von vornhinein nichts kaufen wollen zum Verlassen des Ladens auffordern kann sehe ich allerdings für gegeben.

Eine bestimmte Personengruppe eben ohne konkreten Verdacht etc. zu einem Verhalten zu zwingen, weil er stehlen könnte, kann dies sogar eine Beleidigung darstellen.

Wer möchte wegen seines Aussehens, Berufs oder Alters als potentieller Dieb angesehen und auch so behandelt werden?

Ich sehe auch das Problem des Händlers. Das ändert aber nichts daran, dass er m.E. eine Taschenabgabe einführen müsste die alle gleich trifft.


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" "

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#15
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2506x hilfreich)

quote:
Ich sehe auch das Problem des Händlers. Das ändert aber nichts daran, dass er m.E. eine Taschenabgabe einführen müsste die alle gleich trifft.




Nein, ganz sicher nicht. Das wäre dann tatsächlich rechtswidrig, wenn wegen einem schwarzen Schaf, das sonst diskriminiert würde alle in Sippenhaft genommen werden.

Dem Laden wird es nicht schwer fallen, das entspricht auch der Lebenserfahrung, der geklauten Warenart, dass die Kinder überproportional für den Warenklau verantwortlich sind. Vermutlich gibt es bereits etliche erwiesene Vorfälle.

Da die Jugendlichen/Kinder z.T. noch nicht einmal strafmündig sind, besteht i.Ü. keinerlei Handhabe.

Der Laden muss schliesslich auch an die "normalen" Kunden denken. Wenn die aus Sippenhaft generell unter Diebstahlsverdacht gestellt werden, würden ihm viele den Rücken kehren.

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