Urheberrecht Blogartikel

5. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Solitär
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Urheberrecht Blogartikel

Angenommen eine Führungskraft in einer Kommunikationsabteilung beauftragt externe Blogger um für das Unternehmen Fachartikel schreiben zu lassen. Auch ihre untergeordneten Mitarbeiter schreiben für den Blog. Die Führungskraft redigiert die Beiträge, jedoch nur sprachlich, nicht fachlich. Darf diese Person sich als Autor dieser Artikel unterhalb der Artikel mit Namen und Foto kenntlich machen?

-- Editiert von User am 5. Februar 2024 23:07

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121138 Beiträge, 39989x hilfreich)

Zitat (von Solitär):
Darf diese Person sich als Autor dieser Artikel unterhalb der Artikel mit Namen und Foto kenntlich machen?

Mit entsprechender Erlaubnis ... selbstverständlich.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Solitär
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die schnelle Antwort. Von den untergeordneten Mitarbeitern gibt es keine Erlaubnis in dem Sinn. Dürfen die Mitarbeiter drauf bestehen, selbst genannt zu werden bzw. den derzeit bestehenden Verweis auf den Autor zu unterlassen? Immerhin hat sie das Original dieser sprachlich verändert. Angenommen die externen Blogger haben auch keine Erlaubnis erteilt. Können diese dagegen vorgehen, obwohl der Text in den letzten Korrekturschleifen rein sprachlich minimal abgewandelt wurde? Wenn ja, mit welchen Mitteln und Erfolgsaussichten?

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16687 Beiträge, 9355x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Mit entsprechender Erlaubnis ... selbstverständlich.

Wenn die externen Blogger / untergeordneten Mitarbeiter Geld für ihre Artikel bekommen haben bzw. im Unternehmen der Führungskraft angestellt sind, dann ist aber von einer konkludenten Erlaubnis auszugehen.
Die Führungskraft hat halt die Artikel extern zugekauft bzw. durch eigene Angestellte erstellen lassen.
Ich sehe da keine realistische Chance für die externen Blogger / untergeordneten Mitarbeiter.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6298 Beiträge, 1506x hilfreich)

Zitat (von Solitär):
Darf diese Person sich als Autor dieser Artikel unterhalb der Artikel mit Namen und Foto kenntlich machen?

Der Blogautor ist Urheber des Beitrags.

§13 UrhG
Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.


Der Urheber kann vertraglich auf die Urhebernennung verzichten, das muss dann aber auch so vereinbart worden sein.

Ein Foto des Urhebers gehört m.A.n. nicht zum Umfang der üblichen Urhebernennung. Aaaber: da der Urheber ja bestimmt, welche Urheberbezeichnung zu verwenden ist und z.B. verlangen kann, daß ein Pseudonym oder ein Künstlername o.ä. verwendet wird, wäre es eine durchaus interessante Frage, ob die vom Urheber beanspruchte Urhebernennung nicht auch ein Foto des Urhebers sein kann.

In jedem Fall aber kann der Urheber auf Nennung seines Namens bestehen.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#5
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6298 Beiträge, 1506x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Wenn die externen Blogger / untergeordneten Mitarbeiter Geld für ihre Artikel bekommen haben bzw. im Unternehmen der Führungskraft angestellt sind, dann ist aber von einer konkludenten Erlaubnis auszugehen.

Nein. Daß der Urheber für die Nutzung seines Werkes bezahlt wird bedeutet nicht automatisch, daß er damit konkludent auf die Urhebernennung verzichtet. Es handelt sich dabei immerhin um ein sog. Urheberpersönlichkeitsrecht.

Das ist nicht mal dann der Fall, wenn es sich um eine jahrzehntelange "betriebliche Übung" handelt. Das hat sogar der SPIEGEL nach einem längeren Streit mit der Pressefotografen-Interessensvereinigung "Freelens" eingesehen. Und setzt seitdem Urhebervermerke an jedes Foto. (Was jahrzentelang verweigert worden war.)

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121138 Beiträge, 39989x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Die Führungskraft hat halt die Artikel extern zugekauft bzw. durch eigene Angestellte erstellen lassen.

In Deutschland ist es nicht möglich, sein Urheberrecht zu veräußern, aber die Übertragung der ausschließlichen, exklusiven Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte wäre möglich.

Man kann sich sogar vertraglich verpflichten auf das Recht der Nennung als Urheber verzichten - an solche Verträge werden aber u.U. höhere Anforderungen gestellt.

Man müsste die vertraglichen Vereinbarungen entsprechend prüfen.

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16687 Beiträge, 9355x hilfreich)



Mich dünkt, bei der Frage von "Solitär" geht um eine juristische Hausarbeit.
Denn ein ziemlich ähnlicher Fall wurde rein zufällig von einem OLG entschieden - das mit "Führungskraft und untergeordnetem Mitarbeiter", "Fachartikel" und "Minimale sprachliche Veränderung des Textes durch die Führungskraft" ist in der Kombination einfach zu verräterisch.
Das entsprechende Urteil möchte ich den Fragesteller selbst finden lassen.
Spoiler: Das OLG fand es in dem konkreten Fall OK, dass sich die Führungskraft als Autor präsentierte, und hat die Unterlassungsklage des Ghostwriters abgewiesen.
In der Hausarbeit wird man dann diskutieren können / müssen, aufgrund welcher Voraussetzungen das OLG sein Urteil gefällt hat und ob diese Voraussetzungen hier zutreffen.


-- Editiert von User am 6. Februar 2024 02:13

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#8
 Von 
Solitär
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die kompetenten Antworten!

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