Verliehenes Geld ist verlorenes Geld?

7. Dezember 2013 Thema abonnieren
 Von 
Madiii
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Verliehenes Geld ist verlorenes Geld?

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Freund hat folgendes Problem und jetzt wollten wir wissen wie wir rechtlich weiter verfahren können.
Einer alten "Freundin" hat er 2010 - 2012 Geld geliehen in Höhe von 1369 €. Nach dem diese Person verzogen ist und meinen Freund einfach im Stich gelassen hat, hat er mehrmals probiert mit ihr eine kleine Ratenzahlung zu vereinbaren. Leider kam nichts von der Seite der Schuldnerin. Daraufhin hat er eine Anwältin kontaktiert die auch sofort ein Mahnbescheid an die Schuldnerin verfasst hat da ja sonst die Schulden Ende des Jahres verjähren. So weit so gut. Die Schuldnerin hat den Betrag bestätigt und eine Auflistung verlangt. Diese bekam sie dann auch da sie nicht aufeinmal zahlen kann/will. Schlug sie eine Ratenzahlung von 50 € vor. Dies ist natürlich bei dieser Summe zu wenig meinte die Anwältin und wollte eine Ratenzahlung von 150 €. Jetzt kommt das Problem. Der Brief konnte nicht zugestellt werden. Laut Anwältin wenn die Eltern der Schuldnerin die Klageschrift auch nicht annehmen(davon gehen wir aus), verjährt der größte Teil der Schulden einfach. Jetzt ist ja bis 31.12.2013 nicht mehr lange. was können wir tun? Eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll? Oder müssen wir das einfach hinnehmen und haben einfach viel Geld verloren.
Kennt sich jemand aus oder hat einen Tip?
Um Antwort wäre ich dankbar.
Danke

Mit freundlichen Grüßen

Madeleine Geilhardt

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9 Antworten
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#1
 Von 
guest-12327.12.2013 13:12:34
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 241x hilfreich)

quote:
Laut Anwältin wenn die Eltern der Schuldnerin die Klageschrift auch nicht annehmen

Handelt es sich um Minderjährung oder sind die Elter der Betreuer des Kindes.

Für was hast du denn einen Anwalt, der sollte wissen wir man was zustellt. Entweder der Gerichtsvollzieher an die Meldeadresse oder eine öffentliche Zustellung.

Was für eine Klageschrift wenn ein Mahnbescheid ergangen ist ? Vor allen müsste das Verfahren die Verjährung doch unterbrechen?

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#2
 Von 
Madiii
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Nein, die Schuldnerin ist bereits Volljährig aber die Anwältin meint wenn die Schuldnerin auf einmal verzogen wäre dann können wir da nichts machen außer versuchen es an die Eltern zuzustellen sonst würde es verjähren. Das ist alles was ich weiß!
Mein Freund hat sich an den Anwalt gewendet um sein Geld zu bekommen. Sie hat ja den Mahnbescheid so nicht zahlen können und da kein Geld auf das Konto des Anwaltes eingegangen sind wollte Sie eine Klage verfassen. Der vorherige Briefkontakt mit der Schuldnerin wurde zugestellt.
DIe verjährung ist nur dann fehlgeschlagen wenn die Schuldnerin eine Verzichtserklärung für die verjährung unterschreibt.

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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12327.12.2013 13:12:34
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 241x hilfreich)

In Deutschland muss man sich "ummelden", also mal auf Meldeamt nach der neuen Adresse fragen. Wenn der Schuldner spurtlos verschwindet kann man es vergessen. Eine Zustellung bei den "Eltern" bringt gar nix, der Anwalt stimmt wohl etwas.

quote:
Sie hat ja den Mahnbescheid so nicht zahlen können und da kein Geld auf das Konto des Anwaltes eingegangen sind wollte Sie eine Klage verfassen.

Da die Klage teurer ist als der Mahnbescheid ist das sinnlos.

quote:
DIe verjährung ist nur dann fehlgeschlagen wenn die Schuldnerin eine Verzichtserklärung für die verjährung unterschreibt.

Die Verjährung unterbricht auch bei Klage oder Mahnbescheid.

Die Frage ist doch ob da was zu holen ist, sonst wirft man dem schechten Geld noch gutes hinterher

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#4
 Von 
Madiii
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

zu holen ist sicherlich was da die Schuldnerin ständig in den Urlaub fahren kann, heiraten kann, und so weiter. Also mittellos ist sie auf keinen Fall. Nur geht sie eben falsch mit Geld um, Arbeit hat sie auch. durch die Klage wollte die Anwältin erreichen das ganze vor Gericht zu ziehen. ALso was mach ich jetzt? hast du nen Tipp?

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#5
 Von 
Ebenezer
Status:
Lehrling
(1235 Beiträge, 630x hilfreich)


Wann hat er denn das Geld zum ersten mal zurückverlangt? Erst 2012 oder schon früher?

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#6
 Von 
guest-12327.12.2013 13:12:34
Status:
Schüler
(369 Beiträge, 241x hilfreich)

Tipp: Lesen

quote:
also mal auf Meldeamt nach der neuen Adresse fragen.


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#7
 Von 
kontrolleur
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 24x hilfreich)

Wie gesagt: EMA Einwohnermeldeamtsauskunft, die kann helfen aber eine Anwältin weiss das normalerweise.

Manche Anwälte sind Mitglied bei Auskunfteien, die aber häufig mehr zu Gewerbetreibenden Auskunft geben können oder man zahlt für eine Einzelauskunft.
Bei mir ging das früher immer so:
1. Brief kommt von Auskunftei mit Selbstauskunft
2. Nachdenken wo ist man grösserer Neukunde bei grösserem Unternehmen geworden oder bei welchem grossen Unternehmen ist man Neukunde geworden.
3. Nachdenken was das Unternehmen gerne hören möchte und das natürlich in einem gewissen Einklang mit den tatsächlichen Gegebenheiten eintragen.
4. Evtl. Selbstauskunft einholen bei Auskunftei ob auch alles von einem gewünschte bei diesen korrekt eingetragen worden ist.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ich niemals entsprechend verliehenes Geld bzw. besonders Miete von solchen Personen trotz grösster und allerhöchster Versprechen erhalten habe.
Bei manchen ist es auch so, dass diese sich allesmögliche leisten können. Tatsächlich war bei diesen aber nie was zu holen, weil die Einkommen beziehen welches unter dem Pfändungsfreien Einkommen liegt. Die Urlaube etc. können diese sich nur wieder über andere Personen erlauben oder auch wieder mit Geld was diese sich leihen.
Oder auch weil diese zB. keinen Strom, kein Wasser und kein Gas bezahlen und das dauert dann einige Zeit bis diese auch dort die Konsequenzen spüren.
Die Frau von einem ehemaligen Mietnomaden vor mir, sagt dazu in der neuen Wohnung, dass man einem das Wasser (über 2000 EUR Rückstand + 50 EUR Vollstreckung) und den Strom (über 7000 EUR Rückstand + über 1000 EUR Gerichts- und Vollstreckungskosten) abstellt, dass würde es in Polen nicht geben!
Bei mir gab es das zuvor mit dem Wasser auch nicht, weil keine einzelnen Zähler und Absperrhähne vorhanden waren.

Das schlimme ist, dass diese Menschen keine Konsequenzen spüren, wenn diese immer wieder Geld erhalten.
Als Wasser und Strom weg waren, da wurde endlich ein Antrag auf Hartz 4 gestellt.

Es wird einem dann nach einiger Zeit einiges klar. Man ist manchmal auch nicht er einzige Mensch, der diesen Menschen (zwangsweise) Geld leiht. Geliehenes Geld wird dann gerne wieder zurückgezahlt von Geld was woanders geliehen wurde.
Diese Menschen müssen es erstmal überhaupt schaffen ohne zusätzlich geliehenes Geld zu Rande zu kommen und erst dann könnte man Geld zurückerhalten.

quote:
Die Verjährung unterbricht auch bei Klage oder Mahnbescheid.


Die Verjährung wird gehemmt.
http://blog.justizfreund.de/?page_id=86

quote:
Eine Zustellung bei den "Eltern" bringt gar nix, der Anwalt stimmt wohl etwas.


Bringen tut die evtl. schon etwas, besonders wenn man den Vollstreckungsbescheid dadurch erreicht, denn dann hat man erstmal einen Titel und kann den 30 Jahre benutzen.
Die Schuldnerin müsste sich dann erst wieder in den Mühlen der Justiz dagegen wehren, wenn die überhaupt auf den Gedanken kommt, dass der evtl. nicht rechtmässig zugestellt sein könnte.

Bei Mietnomanden von mir sprach ich mit einem Anwalt und erzählte diesem mein Leid, ob ich da noch einen Vollstreckungsbescheid, den ich auch nicht mehr losgeworden bin beantragen müsste, weil es um die etwa 2000 EUR Schade wäre.
Er fragte mich ob ich das überhaupt wirklich will, denn er hat auch solche Fälle und auch einen Vollstreckungsbescheid seit 20 Jahren und weil er den hat läuft er da jedes Jahr einmal hinterher um zu versuchen an sein Geld zu gelangen und ob ich mir das auch jedes Jahr antun wolle um dann wieder die Anschrift evtl. auch noch für Geld zu ermitteln.

-- Editiert kontrolleur am 07.12.2013 18:50

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Status:
Lehrling
(1169 Beiträge, 633x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Die Schuldnerin hat den Betrag bestätigt und eine Auflistung verlangt. Diese bekam sie dann auch da sie nicht aufeinmal zahlen kann/will. Schlug sie eine Ratenzahlung von 50 € vor. <hr size=1 noshade>


Damit hat die Schuldnerin doch wohl (in 2013) ein wunderbares Anerkenntnis ggü. der befassten Kollegin abgegeben. Folge: Die Verjährungsfrist beginnt neu und Sie haben bis zum 31.12.2016 Zeit, die Dame wieder zu finden (§ 212 BGB ). Von Verjährungshemmung durch Verhandlungen, die hier ja wohl auch noch im Raume steht, will ich erst gar nicht reden.

Insoweit: Ist doch (fast) alles gut.

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1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16156x hilfreich)

So siehts aus, das war auch mein erster Gedanke mit dem Schuldanerkenntnis (hoffentlich liegt das schriftlich vor). Mir deucht aber ansonsten, dass die TE hier keinen gerichtlichen Mahnbescheid meint, sondern eine einfache Anwalts-Mahnung. Ansonsten würden wir uns auch auf einer Diskussion von 2046 befinden o.ä.

Wenn die Einwohnermeldeauskunft nicht fruchtbar ist, weil die Dame unerkannt verzogen ist, wäre eine zeitnahe Klage mit dann öffentlicher Zustellung möglich. Näheres weiß die Anwältin sicher, wenn man sie höflich darauf hinweist. ein dezenter Hinweis an die Eltern, dass eine Klage im Raum steht und sich die Tochter mal melden solle, kann natürlich auch helfen, die neue Adresse herauszufinden. ;-)

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 09.12.2013 11:33

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