Vollmacht verhindern / anzweifeln

20. Februar 2009 Thema abonnieren
 Von 
Blubb85
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 2x hilfreich)
Vollmacht verhindern / anzweifeln

Hallo zusammen,

ich bin in einer sehr verzwickten Situation. Kurze Eckdaten:
Ich bin im Alter von 3 Jahren (väterlicherseits) adoptiert worden, hatte aber seit ich 9 Jahre alt bin wieder Kontakt zu meinem biologischen Vater (im Nachfolgenden einfach nur Vater genannt, da er das einfach für mich war, auch wenn nicht vor dem Gesetz) und meiner biologischen Großmutter, und bin auch im Alter von 18 Jahren zu ihm gezogen.

Mein Vater ist nun vor 4 Wochen gestorben. Er hatte eine Generalvollmacht für meine Oma (89 Jahre alt). Mein Vater hat keine weiteren Geschwister, und ich bin auch der einzigste Enkel.

Ich habe meiner Oma nun angeboten, das sie mir eine Vollmacht ausstellen kann, damit ich mich um Ihre Angelegenheiten kümmern kann, was sie auch zuerst einwilligte. Einen Tag vor dem Notartermin erfahr ich, das dieser Abgesagt wurde. Eine langjährige Freundin meiner Oma, die sich auch nach dem Tod meines Vaters um sie gekümmert hat, hat sie "bequatscht", das sie mir keine Vollmacht gibt, sondern ihr eine Vorsorgevollmacht ausstellt. Und hat natürlich auch gleich einen Termin beim Notar ausgemacht (der soll in 2 Wochen stattfinden). Da meine Oma geistig nichtmehr all zu fit ist, und Dinge ohne Sie aufzuschreiben einfach wieder vergisst, habe ich ein Problem... die Betreuerin sitzt mind. 3x täglich bei ihr, und nimmt sie auch mit zu sich. Mittlerweile wurde sogar eine Anwältin mit ins Spiel gebracht die bei einem "gemeinsamen Gespräch" vermitteln soll. Leider steckt diese Anwältin mit der Betreuerin unter einer Decke, da sie und meine Oma auch schon lange befreundet sind... ich nenne es einfach mal "Vätterleswirtschaft".

Ich habe mich mit der Betreuerin unterhalten, und habe ihr gesagt, das ich für meine Oma sorgen möchte usw. was sie nicht akzeptiert, da sie sich ja mehr um meine Oma kümmert als ich (ist ihr Argument). Da es mir wirklich nur um das Wohl meiner Großmutter geht, und nicht möchte das ihr, nicht unerhebliches Vermögen nicht durch eine Familienfremde Person mit einer bankvollmacht mißbraucht werden kann, habe ich auch angeboten, das wir gerne eine gemeinsame Vollmacht für meine Oma ausschreiben lassen können, damit wir beide sicherstellen können, das nur zum Wohl meine Oma gehandelt wird, und ihr Vermögen und Lebensstandard nach ihrem Willen weiter bestehen bleibt.

Darauf ging die Dame nicht ein, mit dem Kommentar, dass das "rechtlich bedenklich" wäre und man dann ja gar nicht für meine Oma entscheiden könnte, weil es zwischen den beiden Bevollmächtigten ja immer Konflikte geben würde.

Und genau DAS macht mich stutzig. Für das nächste Gespräch hat meine Oma dann die Betreuerin und die befreundete Anwälting hinzugezogen, von denen ich genau weiß, das diese sie beeinflussen und überreden... und nicht beraten.

Ich werde in dieses Gespräch auch mit meinem Anwalt gehen, wollte aber vorher nochmals hier nachfragen, ob jemand hier zufällig Erfahrung hat, oder Tipps hierzu geben kann.

Ich würde gerne den Termin in 2 Wochen für die Vorsorgevollmacht irgendwie verhindern und versuchen meine Oma dazu zu bringen, eine unabhängige Beratung aufzusuchen. Kann man z.B. dem Notar die Infos geben, das er die Entscheidungsfreiheit meiner Oma anzweifelt und die Vollmacht nicht genehmigt?

Ich finde es einfach eine bodenlose Frechheit von einer Familienfremden, wenn auch langjährige Freundin, so einen Keil zwischen uns zu treiben, und vor allem zweifle ich die Beweggründe an, da sie einer gemeinsame Vollmacht absolut nicht zustimmt. Ausserdem nutzt sie es mehr oder weniger schamlos aus, dass meine Oma es am nächsten Tag wieder vergessen hat, wenn ich mit ihr geredet habe.

Ich bin für jeden Tip dankbar...
Erschwerend ist halt (wie oben schon gesagt), dass das Verwandschaftsverhältniss zu meiner Oma eigentlich erloschen ist.

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8404 Beiträge, 3762x hilfreich)

Zitat: ´´Ich würde gerne den Termin in 2 Wochen für die Vorsorgevollmacht irgendwie verhindern und versuchen meine Oma dazu zu bringen, eine unabhängige Beratung aufzusuchen. Kann man z.B. dem Notar die Infos geben, das er die Entscheidungsfreiheit meiner Oma anzweifelt und die Vollmacht nicht genehmigt?``

Du willst also zum Wohle der Großmutter Ihre Entscheidungsfreiheit anzweifeln lassen? Würde die angehende Betreuerin der Oma hier posten, würde sie wahrscheinlich fragen, wie man einen ´´gierigen Ex-Enkel da raushalten´´ kann. Da die Oma nicht entmündigt ist (vergesslich zu werden ist nicht unbedingt ein Merkmal für Unzurechnungsfähigkeit), bleibt jeder Partei nur abzuwarten, wem sie ihr Vertrauen letztendich aussprechen will.

-- Editiert von HeHe am 20.02.2009 13:40

3x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Blubb85
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 2x hilfreich)

Wie bitte?

Ich würde mal sagen, da von MIR der Vorschlag kam, eine Gemeinsame Vollmacht ausstellen zu lassen, damit von BEIDEN Seiten aufgepasst werden kann, dass das Vermögen etc. nur zu ihrem Wohl eingesetzt wird, kann man mir nicht vorwerfen das ich in irgendeiner Weise gierig wäre.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1298x hilfreich)

Sie sollten auch Augenmerk auf ein eventuelles Testament legen.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8404 Beiträge, 3762x hilfreich)

ICH werfe dir keine Gier vor, wollte nur den Hinweis geben, dass jede Seite ihre Begründung haben wird. Letztendlich muss die Großmutter entscheiden. Hast du sie den darauf angesprochen, dass eine Vollmacht, die sie zwei Parteien geben soll, für sie die sicherere Variante wäre?

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Wellkamp
Status:
Praktikant
(961 Beiträge, 462x hilfreich)

> dass eine Vollmacht, die sie zwei Parteien geben soll, für sie die sicherere Variante wäre

Wieso sollte das sicherer sein?

Entweder kann jeder der beiden Bevollmächtigten weiterhin in Eigenregie entscheiden, dann hat man nichts gewonnen.
Oder man baut eine Klausel ein, daß sich beide einig sein müssen, dann wird in den meisten Fällen die Entscheidung blockiert sein und man hat mit der Vollmacht gar nichts gewonnen.

1x Hilfreiche Antwort

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