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Was passiert mit dem Haus nach der Trennung?

15.9.2020 Thema abonnieren
 Von 
hopeful123
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Was passiert mit dem Haus nach der Trennung?

Hallo,

es steht eine Trennung bevor.
Der Mann hat eine Firma. Die Frau ist geringfügig bei ihm beschäftigt. Ein gemeinsames Kind. 6 Jahre.
Es besteht ein gemeinsames Darlehen für das Wohnhaus. Im Grundbuch sind beide zur Hälfte eingetragen. Der Mann hat allerdings bisher das Darlehen alleine abbezahlt. (Ich weiß, dass das leider unrelevant ist.)
Wie läuft das mit dem Haus? Wie ist die Rechtsprechung? Würde die Frau das Haus bekommen, obwohl sie es nicht zahlen kann? Muss der Mann für sie Unterhalt zahlen u. a. dann auch das Dach über dem Kopf (Darlehen), da sie nach der Trennung gar kein Einkommen mehr hat, obwohl sie sich Arbeit suchen könnte?

Ich hoffe, mir kann das jemand erklären.


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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1752 Beiträge, 238x hilfreich)

Besteht Gütertrennung, oder eine Zugewinngemeisnchaft?
Grundsätzlich ist die Tatsache "Haus" nicht anders zu behandeln, als würde es um einen Haufen Bargeld gehen.
Wenn die Frau, mit allem, was ihr von Gesetzeswegen zusteht, das Haus dennoch nicht unterhalten kann, ist das ihr Problem. Dann müsste sie sich überlegen, wie sie es schafft, oder das Haus wird anderweitig genutzt. Denkbar wäre:
- Mann nutzt es und zahlt ausgleich
- Haus wird versteigert und Schulden/erlöse aufgeteilt.

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#2
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4524 Beiträge, 2220x hilfreich)

Zitat (von hopeful123):
da sie nach der Trennung gar kein Einkommen mehr hat

Doch, den Minijob zzgl. Unterhalt.

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#3
 Von 
hopeful123
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
Besteht Gütertrennung, oder eine Zugewinngemeisnchaft?

Zugewinngemeinschaft
Der Mann möchte das Haus gerne behalten. Die Frage ist nur wie er den Zugewinnausgleich zahlen kann. Da ist ja auch noch die Firma.
Kann die Frau dann nicht eigentlich froh sein, wenn er das Haus behalten möchte? Er macht sie ja in dem Sinn dann "schuldenfrei" oder nicht?

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#4
 Von 
hopeful123
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Doch, den Minijob zzgl. Unterhalt.

Ich denke, sie wird dann nicht mehr bei ihm in der Firma arbeiten, wenn er sich trennt.
Er hat schon angedeutet, dass sie sich gar keine Arbeit suchen wird. Ziemlich böse das ganze. Sie hält ihn aufgrund der finanziellen Situation sozusagen an der Leine.

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#5
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1752 Beiträge, 238x hilfreich)

Zitat (von hopeful123):
Die Frage ist nur wie er den Zugewinnausgleich zahlen kann.
Na das können wir doch nicht beantworten. Entweder in Bar, oder indem er den Kredit übernimmt und die Frau im Gegenzug aus dem Grundbuch entlassen wird. Möglichkeiten gibt es da viele, welche im speziellen Fall die richtigen sind, müssen zwei Erwachsene Menschen und wenn das nicht fruchtet das Familiengericht klären.

Zitat (von hopeful123):
Er hat schon angedeutet, dass sie sich gar keine Arbeit suchen wird. Ziemlich böse das ganze. Sie hält ihn aufgrund der finanziellen Situation sozusagen an der Leine.
Nein, so einfach ist es dann nicht. "Ich habe keine Lust zu arbeiten" reicht regelmäßig nicht aus. Die Frau muss schon nachweislich keine Arbeit finden. Im Zweifelsfall wären da schon Bemühungen der Bewerbung nachzuweisen, oder eine schlüssige Argumentation, warum sie (bspw.) EU ist.
Im Gegenteil, bei der Unterhaltsbemessung wird regelmäßig ein fiktiver Erwerb unterstellt.

Zitat (von hopeful123):
Da ist ja auch noch die Firma.
Korrekt. Anteile an KApitalgesellschaften fallen auch unter den Zugewinn. Das macht die Sache natürlich im Zweifelsfall unendlich kompliziert und kann nicht zuletzt der Gesellschaft selbst ordentlich zusetzen. Eine einvernehmliche Lösung ist daher wohl in beidseitigem Interesse.

-- Editiert von NaibaF123 am 15.09.2020 12:51

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#6
 Von 
hopeful123
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
[quote[/Entweder in Bar, oder indem er den Kredit übernimmt und die Frau im Gegenzug aus dem Grundbuch entlassen wird.

Ich würde das so verstehen, er bekommt ihre Hälfte der Schulden auf den Deckel, am Abtrag würde sich nichts ändern und abzahlen tut er das Darlehen eh schon alleine?

Bekommt sie dann trotzdem noch einen Ausgleich?

Zitat (von hopeful123):
Da ist ja auch noch die Firma.
Korrekt. Anteile an KApitalgesellschaften fallen auch unter den Zugewinn. Das macht die Sache natürlich im Zweifelsfall unendlich kompliziert und kann nicht zuletzt der Gesellschaft selbst ordentlich zusetzen. Eine einvernehmliche Lösung ist daher wohl in beidseitigem Interesse.

Also ist es durchaus denkbar, dass sie ihn finanziell ruiniert?

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#7
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1752 Beiträge, 238x hilfreich)

Bitte die Zitierfunktion ordentlich (oder gar nicht) nutzen. Es ist kaum zu entschlüsseln was hier der zusätzliche (Fragen)Text sein soll.

Zitat (von hopeful123):
Bekommt sie dann trotzdem noch einen Ausgleich?

Ganz salopp: Zugewinn bedeutet Vermögen jetzt minus (Anfangsvermögen Partner A plus Anfangsvermögen Partner B) geteilt durch zwei = der jeweilige Zugewinn. Der wird (wie auch immer) ausgezahlt. Das ganze geht natürlich auch ins negative, bedenkt man die Verschuldung.

Zitat (von hopeful123):
Also ist es durchaus denkbar, dass sie ihn finanziell ruiniert?
Nein*, da der Frau maximal die Hälfte des Zugewinns zusteht.

*Denkbar wäre hier natürlich ein Szenario, dass die Frau mit einem massiven Anfangsvermögen in die Ehe gegangen ist und der Zugewinn stark negativ war. Aber auch dann wäre es nicht der eine Partner, welcher den anderen ruiniert, sondern eher eine Ehe, in welcher massiv schlecht gewirtschaftet wurde.
Ich glaube hier fehlt es an Grundlagen, was die Definition und Bedeutung einer Zugewinngemeinschaft bedeutet. Das sollte man sich mal zu Gemüte führen. Dabei dann auch mal in Richtung Unterhaltsfragestellungen querlesen.

-- Editiert von NaibaF123 am 15.09.2020 14:14

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37655 Beiträge, 13516x hilfreich)

Zitat:
Also ist es durchaus denkbar, dass sie ihn finanziell ruiniert?

Es kommt darauf an, was man darunter versteht. Wie waren denn die Vermögensverhältnisse zum Zeitpunkt der Heirat? Gab es die Firma da schon und wenn ja, in welchem Umfang.

Bezüglich des Hauses zahlt entweder die Frau den Mann aus oder der Mann die Frau.

Dem Mann kann es jedoch leicht passieren, dass die Frau mindestens für die Zeit zwischen Trennung und Scheidung im Hinblick auf das Wohl des Kindes einen Anspruch darauf hat, das Haus alleine zu bewohnen (§ 1361b BGB).

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#9
 Von 
hopeful123
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Firma bestand schon vor der Ehe.
Wie die vermögensverhältnisse waren und jetzt auch sind, weiß ich leider nicht genau. Er meinte mal, es wäre ziemlich gleich.

Wenn sie zum wohl des Kindes das Haus bewohnen darf, muss sie dann für ihre Hälfte das Darlehen mitbezahlen oder? Er dann nur den Unterhalt für sie und Kind?

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#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37655 Beiträge, 13516x hilfreich)

Zitat:
Er meinte mal, es wäre ziemlich gleich.

Der Frau steht jedenfall die Hälfte der Wertsteigerung der Firma zu. Ganz grob dürfte dieFrau doch wissen, ob sich seit der Heirat die Zahl der Angestellten erhöht hat oder oder der Umsatz und der Gewinn stärker als die Inflationsrate gestiegen ist. Das sind letztlich die Parameter, die den Wert eines Unternehmens ausmachen.

Zitat:
Wenn sie zum wohl des Kindes das Haus bewohnen darf, muss sie dann für ihre Hälfte das Darlehen mitbezahlen oder?

Tatsächlich wird der Unterhalt gekürzt. Im Trennungsjahr kann die Frau davon durchaus profitieren. Dennoch möge sie sich schon mal Gedanken darüber machen, wie es nach der Scheidung aussieht. Das Trennungsjahr ist in dieser Hinsicht wie eine Schonfrist zu sehen.

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#11
 Von 
hopeful123
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Das heißt, wenn sie jetzt das Haus im Trennungsjahr bewohnt, es aber danach nicht finanzieren bzw unterhalten kann, muss sie eine andere bleibe suchen und der Mann kann zurück ins Haus?

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#12
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1752 Beiträge, 238x hilfreich)

Zitat (von hopeful123):
Das heißt, wenn sie jetzt das Haus im Trennungsjahr bewohnt, es aber danach nicht finanzieren bzw unterhalten kann, muss sie eine andere bleibe suchen und der Mann kann zurück ins Haus?

Das kann eine mögliche Lösung sein, ja.

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#13
 Von 
hopeful123
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Kann die Ehefrau den Ehemann bei der Trennung einfach aus dem gemeinsamen Haus schmeißen, obwohl er eigentlich die Raten bezahlt?

Anmerkung: Es ist ein Zweifamilienhaus und eine Wohnung davon steht leer, wäre aber bewohnbar.

VG

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#14
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14161 Beiträge, 2145x hilfreich)

Zitat (von hopeful123):
Kann die Ehefrau
Wenn der Ehemann sich das gefallen lässt, kann sie das.

Ob es ein Haus mit X Wohnungen ist, dürfte bei dieser Frage nebensächlich sein.

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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