Zählt die mündl. Aussage eines Gutachters, die er nicht schriftlich belegt hat?

27. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
zauselchen
Status:
Beginner
(113 Beiträge, 18x hilfreich)
Zählt die mündl. Aussage eines Gutachters, die er nicht schriftlich belegt hat?

Ein Hallo an Alle,
ich muss mich heute noch einmal an Euch wenden.
Mein Bad wurde mittlerweile wiederhergestellt. Die Versicherung will nun nicht zahlen, da
sie der Auffassung waren, dass der Fliesenleger zu hoch abgerechnet hat.
Es wurde ein Gutachter bestellt, der berechnen sollte, ob dieser Fliesenleger zu hoch
abgerechnet hat. Ebenso sollte der Gutachter angeben, ob es notwendig war, dass ich das ganze Bad habe fliesen lassen.
Der erste Gutachter im Jahr 2017/2018 sagte aus, wenn keine ähnliche Fliesen im Handel mehr vorhanden sind, dann könnte ich alle Wände fliesen lassen.
Ich bin im Jahr 2017 zwölf Fliesenfachgeschäfte abgelaufen und bekam überall eine Absage, das es das Format 30x40cm nicht mehr in Handel gab.
Gleichzeitig habe ich 3 Aussagen von Fliesenlegern bzw. Fliesenhandel, dass es diese Fliesen nicht
mehr gibt. Diese Schriftstücke liegen dem Landgericht vor.
Aus diesem Grund habe ich dann tatsächlich das ganze Bad fliesen lassen, da ich nicht zwei Wände in Hoch und zwei Wände im Querformat haben wollte.
Der zweite Gutachter von 2023 hat in seinem Gutachten (ob es das Fliesenformat noch im Handel gibt) auch nichts geschrieben.
In der Verhandlung sagte er plötzlich aus, dass er einen Fliesenleger gefunden hätte, der ihm dieses Format noch besorgen könnte. Als ich Ihm sagte, dass ich ihm das nicht glaube, meinte er, er hätte selbst im Internet nachgesehen und hat dieses Format selbst auch mehrmals gefunden.
Als ich Ihn dann fragte, in welchen Portalen er denn gesucht hätte und ob er dafür auch Beweise vorlegen könnte, wurde dies von dem Gutachter verneint.
Nun hat die Richterin seine Aussage als glaubwürdig angesehen und meinte das mir dann nur zwei Wände zustehen und einen Ausgleich für das „optische".
Ich habe jetzt mehrere Tage im Internet verbracht und nachgeforscht. Es gibt dieses Fliesenformat nicht mehr. Ich habe nur zwei Portale gefunden, die ähnliche Fliesen anbieten.
Lieferbar waren einmal 3qm und bei einem anderen Portal gerade mal 30 Fliesen.
Stückpreis der Fliese 18,90€ bzw. 43,75@€. Ich brauche 13qm.
Somit wäre ja mein Bad nicht instand zu setzen, oder es entstünden Kosten von bis zu 4800€ .
Die Verkündung ist am 14.2. kann ich da vorher noch einmal einen Einwand einbringen?
Ich fühle mich da so ziemlich veräppelt.
Ich hoffe Ihr könnte mir auch diesmal wieder weiterhelfen, was kann ich noch machen?
Danke schon einmal im Voraus.
Euer Zauselchen

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32663 Beiträge, 5724x hilfreich)

Zitat (von zauselchen):
Zählt die mündl. Aussage eines Gutachters,
Vielleicht...oder auch nicht.
Zitat (von zauselchen):
Die Verkündung ist am 14.2. kann ich da vorher noch einmal einen Einwand einbringen?
Ja, das ist möglich. Allerdings ist nicht gesagt, dass dein Einwand beim Richter Gehör findet/ berücksichtigt wird.
Zitat (von zauselchen):
Der erste Gutachter im Jahr 2017/2018 sagte aus, wenn keine ähnliche Fliesen im Handel mehr vorhanden sind, dann könnte ich alle Wände fliesen lassen.
Hat der das auch geschrieben oder mittlerweile ca 5-6 Jahren?
Es gab ja damals mit dem Fliesenleger mehr als nur Streit um das Fliesenformat.
Der hat also doch geklagt, weil du nicht abgenommen/nicht die Restsumme bezahlt hattest?

Ich hab nicht alles rückwärts gelesen, aber meine Frage: Läuft dir beim Duschen das Wasser in den Flur? Oder hat der Fliesenleger dort nachgebessert?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121174 Beiträge, 39993x hilfreich)

Zitat (von zauselchen):
kann ich da vorher noch einmal einen Einwand einbringen?

Klar.

Um mal die Relevanz eines solchen Enwandes zu visualisieren




Zitat (von zauselchen):
Zählt die mündl. Aussage eines Gutachters, die er nicht schriftlich belegt hat?

Ich verstehe den Sinn der Frage nicht, angesichts der Tatsache, das man die Antwort ja schon kennt?



Zitat (von zauselchen):
Ich bin im Jahr 2017 zwölf Fliesenfachgeschäfte abgelaufen und bekam überall eine Absage, das es das Format 30x40cm nicht mehr in Handel gab.

Google in 2023; Ungefähr 13.200.000 Ergebnisse in 0,44 Sekunden für das Fliesen Format 30x40cm
Und zumindest in 2018 gab es das Format auch, da habe ich nämlich eine größere Menge ganz regulär im Baumarkt gekauft.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
zauselchen
Status:
Beginner
(113 Beiträge, 18x hilfreich)

Hallo Anami,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Der erste Gutachter hat das in seinem damaligen Gutachten auch so geschrieben.
Da ich mein Bad eigentlich behalten wollte, bin ich 2017 überall im Fliesenfachhandel gewesen und bekam überall Absagen.
Deshalb beschloss ich dann 2022 das Bad mit allen 4 Wänden zu fliesen.

Mit dem neuen Fliesenleger war abgemacht, das er den Boden behindertengerecht herstellt.
Das hat er dann ja nicht gemacht und ich wußte lange nicht, ob das Wasser aus dem Bad läuft.
Ihr habt mir damals geraten einen privaten Gutachter einzuschalten. Das habe ich gemacht.
Der hat festgesstellt, dass er Murks gemacht hat und noch mehrere Mängel festgestellt.
Mängelrügen hat der Fliesenleger nicht akzeptiert, da er keinen Mangel gesehen hat. Er wollte dann
einen Abnahmetermin. Der wurde auch ausgemacht und der Fliesenleger erschien mit einem neuen
Gutachter. Diesen lies ich aber nicht herein. Er selbst lehnte es ab, mit meinem Gutachter zu reden um
die Mängel vor der Abnahme zu besprechen. Da ich Ihn zum Nachbessern nicht bewegen konnte,
bekam er von mir die Minderung.
Er klagte dann. Da sitzen wir auch noch zu Gericht. Dem ersten Gerichtstermin ist er trotz Ladung ohne
Entschuldigung fern geblieben.
Mit dem Wasser ist das so, würde ich Duschen, so müsste ich nach ca. 1 Min. ständig das Wasser mit einem Schieber in den Duschbereich ziehen. Das ist Streß, deshalb habe ich die Dusche bisher nicht genutz.
PS: Positiv ist jetzt, das der zweite Gutachter festgestellt hat, das dieser Fliesenleger viele Gewerke ganz geschickt doppelt abgerechnet hat. Für Laien nicht sofort zu erkennen.

Hallo Harry van Sell,
auch Ihnen Danke für Ihre Antwort.
Zur mündl. Aussage des zweiten Gutachters. Im Gutachten hat er nichts erwähnt, dass es dieses Fliesenformat im Handel nicht mehr gibt. Obwohl diese Frage ja an Ihn gestellt war.
Während der Verhandlung kam er dann plötzlich, das ein befreundeter Fliesenleger gesagt hat, dass es dieses Format noch im Handel gibt. Als ich nachfragte, über welche Firma er diese Fliesen denn beziehen kann, konnte der Gutachter jedoch keine Aussage treffen. Schriftl. hatte er auch nichts vorzuweisen.
Seine Antwortauf meine Frage war: "ich habe selbst im Internet recherchiert und einige Fliesen gefunden."
Ich fragte Ihn nach den Portalen, bzw. den Fliesenfirmen, die dieses Format noch herstellen. Das konnte mir der Gutachter nicht beantworten. Etwas schriftliches, das es diese Fliesen für 13qm noch gibt hat er somit nicht erbracht.

Bei Google kommen bei mir aktuell 586.000 Meldungen in 0,37 Sek. für das Format 30x40 weiß glänzend
Wenn man aber richtig nachforscht und die einzelnen Fenster öffnet, sieht man schnell, dass da gar keine Fliesen von 30x40 angeboten werden.
Ich habe das Format in Google nur in zwei Portalen gefunden und das als Restfliesen. Diese werden pro
Stück angeboten. Es gibt somit das Format noch aber zu Apothekerpreisen. Ich habe auch über das Bestellformular nachgeschaut, ob noch 13qm zu liefern sind. Das ist nicht möglich einmal waren 30 Fliesen lieferbar für das Stück 43,75€ . Im anderen Portal wurden mir Fliesen angeboten für 3,65qm das Stück für 18,90€. Hier stellt sich mir die Frage, ob das denn Wirtschaftlich ist, wenn tatsächlich 13qm lieferbar wären.
So würden für zwei Wände Kosten in Höhe von 2050 bis 4800 € entstehen. Wer macht denn das?
Zumal hatte ich ja 2017 die schriftl. Aussagen von drei Fliesenlegern bzw. Fliesenhandel, das Sie dieses Fliesenformat nicht haben, nicht bestellen können und auch nicht reproduzieren, da dies zu teuer wird.

Danke nochmals , das Ihr mir geantwortet habt.
Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße Zauselchen :-)






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#4
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1781 Beiträge, 388x hilfreich)

Zitat (von zauselchen):
Der wurde auch ausgemacht und der Fliesenleger erschien mit einem neuen
Gutachter. Diesen lies ich aber nicht herein.

Absätze helfen. Textwände ohne Inhalt nicht.

Ich habe bei dem "Zitat" (die "schönen" Zeilenumbrüche wurden leider nicht "zitiert") mit dem lesen abgebrochen ;)

Spätestens hier wurde der entscheidende Fehler begangen.

P.S.: Jede Partei hat immer das Recht, auf eigene Kosten einen Sachverständigen hinzuzuziehen.
Dieses Recht wurde verwehrt.
Es gab damit keine förmliche Abnahme, somit wurde, da das Bad vermutlich genutzt wird, die Leistung konkludent "abgenommen" ;)

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121174 Beiträge, 39993x hilfreich)

Zitat (von zauselchen):
Deshalb beschloss ich dann 2022 das Bad mit allen 4 Wänden zu fliesen.

Ohne erneute Beweissicherung, das zumutbare Fließen nicht erhältlich sind?



Zitat (von zauselchen):
der Fliesenleger erschien mit einem neuen Gutachter. Diesen lies ich aber nicht herein.

Das könnte einem noch recht empfindlich auf die Füße fallen. Die Vereitelung von Beweissicherung / Begutachtung ist meist ein schwerer Fehler.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16690 Beiträge, 9355x hilfreich)

Zur Grundfrage:

Zitat (von zauselchen):
Zählt die mündl. Aussage eines Gutachters, die er nicht schriftlich belegt hat?

Ja - denn ein Gutachter (bzw. das was er in der Verhandlung erzählt) ist selbst ein Beweismittel.
Genau wie eine Zeugenaussage ein Beweismittel ist, ist auch eine "Gutachteraussage" ein Beweismittel.
Und genausoweinig wie ein Zeuge seine Aussage belegen muss, muss auch ein Gutachter seine Aussage nicht belegen.
Allerdings unterliegt auch ein Gutachten (genau wie eine Zeugenaussage) der freien Beweiswürdigung des Gerichts. D.h. ein Gericht muss sich mit der Glaubwürdigkeit / Kompetenz des Gutachters befassen. Wenn das Gericht die Glaubwürdigkeit / Kompetenz nicht anzweifelt, kann man wenig machen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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