glaubwürdigkeit von Anwälten

3. April 2007 Thema abonnieren
 Von 
ulrich-berlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)
glaubwürdigkeit von Anwälten

hey
mir ist folgendes passiert.
vor 2 wochen hatte ich einen gerichtstermin.während der verhandlung wurde durch den richter ein vergleich angestrebt ich sollte von meinem antrag rund 2000.-€ nachlassen .darufhin fragte ich meinen anwalt wie hoch den nun noch die kosten von ihm seien würden ,daraufhin erhielt ich die antwort sie haben ja schon fast alles bezahlt außerdem bekommen sie ja noch einen großen teil der gerichtskosten zurück .
aufgrund dieser aussage meines anwaltes , dass also keine größeren weiteren kosten auf mich zukommen würden stimmte ich dem vergleich zu .2 tage nachdem auch die gegenseite dem urteil zustimmte , erhielt ich eine rechnung von meinem anwalt über fast die gleiche summe wie die ich schon bezahlt hatte also doppelte kosten für mich .darauf sprach ich meinen anwalt an was das denn solle er antwortette na ja so genau kenne ich mich den berechnungen nicht aus und es täte ihm leid aber er müße nach der gebührenordnung abrechnen da er sonst seine anwaltszulassung verlieren würde.der streitwert war 20000€ anwaltskosten 3261,80
zuzügl gerichtskosten 288€
hätte ich das vorher gewußt wäre ich den vergleich nicht eingegangen.kann man jetzt noch etwas gegen diesen anwalt unternehmen.wie ist es mit den getroffenen aussagen meines anwaltes ?
kann mir jemand eine rat geben

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6997 Beiträge, 3920x hilfreich)

Mich würde mal interessieren, was in dem Vergleich zur Kostentragung vereinbart wurde. Wenn ein Vergleich dahingehend geschlossen wurde, dass der Beklagte an den Kläger 18.000,00 € zahlen muss, dann wäre es eingentlich sachdienlich gewesen, dem Beklagten zumindest den Großteil der Kosten des Rechtsstreites aufzuerlegen. Das würde bedeuten, dass der Kläger einen entsprechenden Kostenerstattungsanspruch gegen den Beklagten hat.

Ehrlich gesagt, kann ich die Kostenrechnung des Anwaltes nicht ganz nachvollziehen. Bei einem Streitwert von 20.000,00 € komme ich auf folgende Berechnung:

1,3 Verfahrensgebühr 839,80 €
1,2 Terminsgebühr 775,20 €
1,0 Einigungsgebühr 646,00 €
Postauslage 20,00 €
Zwischensumme 2.099,00 €
Umsatzsteuer 398,81 €
Gesamt 2.497,81 €

Woher kommen denn die zusätzlichen 763,99 €? Für Fahrtkosten und Abeseneheitsgebühr ist das etwas viel.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
ulrich-berlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

Auflistung der Kosten
Vorgerichtliches Verfahren
1,3 Geschäftsgebühr Nr.2400 VV 471,90 € +16%Mwst
1,3 Proßessgebühren 3100 VV
839,80€ +19% Mwst
1,2 Terminsgebühr 3104 VV
775,20 € +19% Mwst
1,0 Einigungsgebühr 1003 VV
646,00
Post 20,00 € +19%Mwst.
gesamtkosten 3261,80 incl.Mwst

-- Editiert von ulrich-berlin am 13.04.2007 09:41:45

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#3
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6997 Beiträge, 3920x hilfreich)

o.k., dann war der RA offensichtlich bereits vorgerichtlich für Dich tätig. Warum hat er diese Kosten, denn dann nicht als Schadenersatzforderung mit in den Prozess eingebracht?

Im Übrigen stellt sich immer noch die Frage, was in dem Vergleich zur Kostentragung vereinbart wurde.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
ulrich-berlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

für die kostenverteilung wurde 50-50 vereinbart also jeder trägt seine kosten selbst.viel wichtiger wäre eigentlich zu wissen in wie weit man den anwalt belangen kann denn wie ich bereits schrieb hat er mir während der verhandlung mitgeteilt dass kaum noch kosten auf mich zukommen würden aufgrund dieser aussage habe ich ja den vergleich geschlossen

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6997 Beiträge, 3920x hilfreich)

Warum wurde denn eine Kostentragung von 50/50 vereinbart, wenn Du nur 10 % des Klagebetrages nicht erhalten hast? Wollte der Beklagte sonst den Vergleich nicht schließen? Ich hätte als Anwalt zumindest versucht noch eine andere Kostenverteilung hin zu bekommen.

Das mit der Haftung des RA für seine Aussage ist so eine Sache. Zum einen müsste ja konkret nachgewiesen werden, dass tatsächlich eine Pflichtverletzung Deines RA vorlag. Du behauptest er hätte Dich falsch über die Kosten informiert. Hierzu hast Du in Deinem Ausgangbeitrag geschrieben:


daraufhin erhielt ich die antwort sie haben ja schon fast alles bezahlt außerdem bekommen sie ja noch einen großen teil der gerichtskosten zurück


Hier wäre interessant, was Du alles bereits bezahlt hattest. Mit dem Hinweis darauf, dass Du einen Großteil der Gerichtskosten zurück bekommst, hat er zudem Recht. Vor Klageerhebung wurden drei Gerichtsgebühren eingezahlt (3 x 288 €), davon bekommst Du zwei Gerichtsgebühren (2 x 288 €) und somit 576 € zurück.

Dann muss Dir auch noch ein Schaden enstanden sein. Es muss also geschaut werden, welche Kosten auf Dich zugekommen wären, wenn Du den Vergleich nicht geschlossen hättest. Die Terminsgebühr, war bereits in dem Zeitpunkt angefallen, als der RA den Termin wahrnahm. Der Vergleichsschluss hat also darauf gar keine Auswirkung. Lediglich die Einigungsgebühr wäre ohne Vergleich nicht angefallen.

Das bedeutet aber noch nicht, dass sie als Schadenposition zu berücksichtigen ist. Du müsstest Dir nämlich ersparte Aufwendungen anrechnen lassen. D.h. bei Durchführung des Rechtsstreites und einem Urteil, wären für Dich die drei Gerichtsgebühren erst mal insgesamt futsch gewesen. Sprich durch dne Vergleichsschluss hast Du zwei Gerichtsgebühren gespart. Zudem muss geschaut werden, ob im Rahmen des Rechtsstreites noch weitere Kosten auf Dich zugekommen wären. Wenn noch eine umfangreiche Beweisaufnahme und sogar ein Sachverständigengutachten notwendig gewesen wäre, dann könnten die Kosten, die auf Dich im Rahmen des Rechtsstreites noch zugekommen wären, auch mal ganz leicht die zusätzlichen Kosten eines Vergleichs durch die Einigungsgebühr übersteigen.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
ulrich-berlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

vielen dank für deine ausführungen.bei der aufteilung der kosten 90-10 oder so hätte sich die gegnerische partei nicht eingelassen,obwohl selbst der richter voll auf meiner seite war und die gegnerische partei immer wieder darauf hingewiesen hat , dass er mit wesentlichen mehrkosten hätte rechnen müßen da er einen prüfbaren buchauszug hätte vorlegen müßen.ich bin ja nur sauer über meinen anwalt das er mir nicht die richtigen kosten aufgezeigt hat und meines erachtens auch mich nicht richtig beraten hat.was solls mal wieder daraus gelernt

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1711x hilfreich)

Ich weiß ja nicht - wenn ein Richter schon 90:10 zu meinen Gunsten vorschlägt, würde ich mich nie auf 50:50 bei den Kosten einlassen, sondern einfach schauen, daß ich den Prozeß gewinne.
Ich kenne zwar keine Statistiken, aber die Wahrscheinlichkeit, daß für den 'Gewinner' des Vergleichs das Endurteil schlechter als der Vergleich ausfällt, sind wohl extrem gering.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
RA Dirk J. Lamottke
Status:
Schüler
(203 Beiträge, 61x hilfreich)

Hallo,
ich weiß nicht wie der Anwaltskollege darauf kommt, bei dem hier gegebenen Streitwert von 20.000 € eine 1,3 Geschäftsgebühr in Höhe von (netto)471,90 € abzurechnen. Bei dem streitwert wird meines wissens eine Gebühr in Höhe von 839,90 € fällig, die zu 50% mit der Verfahrensgebühr zu verrechnen ist. Dementsprechend beträgt die zu zahlende (anteilige) Geschäftsgebühr nach meiner Ansicht hier nur 419,95 € und nicht 471,90 €. Also ca 50 € weniger zu zahlen. Vielleicht hilft das ein wenig über den Ärger hinweg.

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