vertretungsberechtigte Kanzlei / Kontaktverbot zur Mandantin

16. Juni 2021 Thema abonnieren
 Von 
Micha2020
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)
vertretungsberechtigte Kanzlei / Kontaktverbot zur Mandantin

Ist es richtig, wenn sich in einem noch außergerichtlichen Rechtsstreit der Gegner durch eine Kanzlei vertreten lässt, man nicht mehr den Gegner (also deren Mandantin) direkt kontaktieren darf?

Zitat der Kanzlei
„ leider muss ich Sie letztmalig auffordern, die direkte Kommunikation in jeglicher Form nicht mit Organen oder Mitarbeitern unserer Mandantin, sondern ausschließlich über uns als vertretungsberechtigte Kanzlei zu führen."

Darf eine Kanzlei einem als Selbständiger verbieten, dass er seine Ansprechpartnerin eines Personaldienstleisters (angenommen es gibt einen laufenden Vertrag mit denen) kontaktiert?

Was droht ihm, wenn er es trotzdem tut?

Danke.


-- Editiert von Micha2020 am 16.06.2021 23:57

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118552 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von Micha2020):
Darf eine Kanzlei einem als Selbständiger verbieten, dass er seine Ansprechpartnerin eines Personaldienstleisters (angenommen es gibt einen laufenden Vertrag mit denen) kontaktiert?

Durchaus ja.
Notfalls könnte man es sogar - bei vorliegen entsprechender Gründe - gerichtlich durchsetzen.



Zitat (von Micha2020):
Was droht ihm, wenn er es trotzdem tut?

Irgendwas zwischen "nichts" und zivilrechtlicher / strafrechtlicher Verfolgung.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16302 Beiträge, 9230x hilfreich)

Zitat:
Darf eine Kanzlei einem als Selbständiger verbieten, dass er seine Ansprechpartnerin eines Personaldienstleisters (angenommen es gibt einen laufenden Vertrag mit denen) kontaktiert?

Jein.

Wenn das "Kontaktieren" rechtlich bedenklich ausfällt (Beleidigungen, Stalking), dann bestehen natürlich die normalen Abwehrrechte.

Ansonsten dürfen Sie sich natürlich wenden, an wen Sie wollen.
Wenn es um einen Rechtsstreit geht, ist es allerdings ziemlich sinnlos, Schriftverkehr am Anwalt vorbei zu führen.

Zitat:
Ist es richtig, wenn sich in einem noch außergerichtlichen Rechtsstreit der Gegner durch eine Kanzlei vertreten lässt, man nicht mehr den Gegner (also deren Mandantin) direkt kontaktieren darf?

Das gilt für Anwalte, nicht für Privatpersonen.
Wenn Sie selbst einen Anwalt haben, muss ihr Anwalt den Schriftverkehr mit dem gegnerischen Anwalt führen, weil es zu anwaltlichen Berufsordnung gehört, den Gegner nicht persönlich zu kontaktieren, wenn dieser anwaltlich vertreten ist. Ihr Anwalt (wenn Sie einen haben) würde Ärger mit der Rechtsanwaltskammer bekommen, wenn er den Gegner persönlich anschreiben würde. Wenn Sie einen Anwalt haben, wäre es auch äußerst geschickt, den Schriftverkehr komplett dem Anwalt zu überlassen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#3
 Von 
Micha2020
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Wenn Sie einen Anwalt haben, wäre es auch äußerst geschickt, den Schriftverkehr komplett dem Anwalt zu überlassen.


Problem ist leider, wenn man alles über den Anwalt machen lässt, sehr hohe Kosten entstehen (die man erst einmal selbst tragen muss), die eigentlich nicht sein müssten.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38139 Beiträge, 13929x hilfreich)

Wenn Du alles über den Anwalt der Gegenseite regelst, entstehen Dir doch keine Kosten, sondern der Gegenseite.

wirdwerden

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16302 Beiträge, 9230x hilfreich)

Und wenn Sie einen eigenen Anwalt haben, verschlechtern Sie Ihre Chancen, wenn Sie und Ihr eigener Anwalt aneinander vorbei arbeiten.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118552 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wenn Du alles über den Anwalt der Gegenseite regelst, entstehen Dir doch keine Kosten, sondern der Gegenseite.

Erstmal. Wer am Ende die Zeche bezahlt steht ja auf einem anderen Blatt.

Zumal die Gegenseite die ganzen Sachen ja eh an ihren Anwalt weiterreichen wird ...


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Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
Micha2020
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Erstmal. Wer am Ende die Zeche bezahlt steht ja auf einem anderen Blatt.


Beispiel: Kunde zahlt nicht, Auftragnehmer gerät dadurch in finanzielle Not, Mahnbescheid wird vom Kunden zu Unrecht widersprochen. Also muss Auftragnehmer ab einem gewissen Streitwert beim Landesgericht (wegen dem Gerichtsstand in einer anderen Stadt) das Geld einklagen. Die Kosten für Gericht und eigenen Anwalt trägt man erst einmal selbst (und die sind je nach Streitwert sehr hoch).

Es gibt zwar Prozesskostenhilfe, aber es findet sich kein Anwalt, der es mit "Prozesskostenhilfe" macht, weil er daran nicht genug verdienen würde.

Da würde man schon gerne unnötige Anwaltskosten vermeiden.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38139 Beiträge, 13929x hilfreich)

Bei Landgerichtsstreitwerten findet sich immer, wirklich immer ein Anwalt, der das Mandat auch für PKH-Gebühren übernimmt. Da hat die Ablehnung andere Gründe.

wirdwerden

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