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Altersdiskriminierung bei Firmenevent

23. Juni 2022 Thema abonnieren
 Von 
Betriebsrat22
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Altersdiskriminierung bei Firmenevent

Hallo zusammen,
wir hatten in unserer Firma den Fall, dass ein Event für "Young Professionals" veranstaltet wurde. Die Bedingung, an diesem Event teilnehmen zu können war, dass man unter 30 Jahre alt ist. Das hat im Betrieb natürlich für Unmut bei den Ü30 Kolleg:innen geführt, vor allem bei denen, die gerade die 30 Jahre überschritten hatten.
Meine Frage ist, ob es zulässig ist, firmenintern ein Event mit solchen Vorgaben zu veranstalten oder ob es sich hier im weitesten Sinne um "Altersdiskriminierung" handelt. Meiner Meinung nach wäre es problemloser, hätte sich die Einlassbeschränkung auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit bezogen, als auf das tatsächliche Alter.
Ich freue mich auf eine Antwort von euch :)

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
TidoZett
Status:
Praktikant
(621 Beiträge, 98x hilfreich)

Ich wurde auch diskriminiert in meiner Firma, weil ich als experienced zwar trotzdem neuer war in der Firma, aber eben kein Anfänger und daher auch nicht zum young professional event durfte. Wenn es Leute gibt, die dann ernsthaft von Diskriminierung sprechen würden, würde ich sie sofort in der Probezeit entlassen ;-)

Es wird sicherlich einen Grund geben, warum es ein Event für junge Kollegen gibt und keins für Ältere. Was wäre dies für einer bzw was ist der Inhalt des Events?

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(101398 Beiträge, 37225x hilfreich)

Zitat (von Betriebsrat22):
Meine Frage ist, ob es zulässig ist, firmenintern ein Event mit solchen Vorgaben zu veranstalten

Kommt ganz auf das Thema und den konkreten Inhalt des Events an.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8156 Beiträge, 3629x hilfreich)

Ein altersbedingter Ausschluss bei einer allg. Firmenfeier wäre wohl diskrimierend, aber hier geht es - wie der Name schon sagt - um eine VA für junge Mitarbeiter. Da wird es sicher um bestimmte Themen dieser jungen Mitarbeitergruppe gehen, oder was ist der Hintergrund?

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#4
 Von 
Betriebsrat22
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von HeHe):
Da wird es sicher um bestimmte Themen dieser jungen Mitarbeitergruppe gehen, oder was ist der Hintergrund?
Es war ein Netzwerktreffen, bei dem eine Altersbegrenzung eigentlich nicht notwendig war, sondern, meiner Meinung nach, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, um hier Personen, die den gleichen Stand im Unternehmen haben, untereinander zu verknüpfen.

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#5
 Von 
Betriebsrat22
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von TidoZett):
Es wird sicherlich einen Grund geben, warum es ein Event für junge Kollegen gibt und keins für Ältere. Was wäre dies für einer bzw was ist der Inhalt des Events?
Zu den "Jungen" Kollegen zählen auch Personen, die bereits seit über 6 Jahren im Unternehmen sind. Grundsätzlich ging es um ein Network-Event, bei dem, meiner Meinung nach, die Dauer der Betriebszugehörigkeit und nicht das Alter ausschlaggebend ist.

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#6
 Von 
Betriebsrat22
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Kommt ganz auf das Thema und den konkreten Inhalt des Events an.
Es ging um Networking in ungezwungener Runde. Jedoch ohne die Kollegen ü30.

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(101398 Beiträge, 37225x hilfreich)

Zitat (von Betriebsrat22):
bei dem eine Altersbegrenzung eigentlich nicht notwendig war, sondern, meiner Meinung nach, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, um hier Personen,

Der Veranstalter war da aber offensichtlich anderer Meinung. Nach bisherigem Sachverhalt sehe ich da keine Ansatzpunkte für Diskriminierung.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
bostonxl
Status:
Student
(2083 Beiträge, 302x hilfreich)

Zitat (von Betriebsrat22):
Es ging um Networking in ungezwungener Runde. Jedoch ohne die Kollegen ü30.
Und? Ist wie jede U30 Party. Man wollte halt den U30 Mitarbeitern/innen Gelegenheit zum geselligen Beisammensein geben, ohne die "alten Säcke" dabeihaben zu wollen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4711 Beiträge, 1219x hilfreich)

Zitat (von Betriebsrat22):
Meine Frage ist, ob es zulässig ist, firmenintern ein Event mit solchen Vorgaben zu veranstalten

Ja.
Zitat:
oder ob es sich hier im weitesten Sinne um "Altersdiskriminierung" handelt.

Nein.
Es gibt ja einen sachlichen Grund - wenn man ein Event für "junge Mitarbeiter" veranstalten will, darf man die Teilnahme auf junge Mitarbeiter beschränken. Mit einem sachlichen Grund ist eine "Selektion" immer zulässig.

"Jung" hat nichts mit Berufserfahrung zu tun oder der Zugehörigkeitsdauer zum Betrieb, sondern mit dem Lebensalter.

Anders sähe es vermutlich aus, wenn bei verschiedenen Mitarbeitern unterschiedlich verfahren würde. Also einer rein darf, obwohl er schon 55 ist, aber erst ein Jahr im Betrieb, und einer nicht rein darf, der zwar erst 30 ist, aber schon 10 Jahre im Betrieb.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#10
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9247 Beiträge, 3902x hilfreich)

Zitat (von Betriebsrat22):
Zu den "Jungen" Kollegen zählen auch Personen, die bereits seit über 6 Jahren im Unternehmen sind.


Dann hat das Event ja komplett seinen Zweck erfüllt, so konnten die länger Betriebszugehörigen ihren Kenntnisstand ja an die "neuen" Kollegen weitergeben.

Zitat (von bostonxl):
Man wollte halt den U30 Mitarbeitern/innen Gelegenheit zum geselligen Beisammensein geben, ohne die "alten Säcke" dabeihaben zu wollen.


Naja, die Bedenken des TE verstehe ich schon.
Sinnvoll ist es nicht einen "künstlichen Keil des Alters" durch den Betrieb zu ziehen.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(34881 Beiträge, 13245x hilfreich)

Die Bedenken haben aber auch nicht nur im Ansatz was mit Diskriminierung zu tun. Wie oft denn noch: ja, man darf Menschen ungleich behandeln. Und das insbesondere dann, wenn ungleiche Voraussetzungen da sind, und die sind hier da.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9247 Beiträge, 3902x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wie oft denn noch: ja, man darf Menschen ungleich behandeln.


Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet, sondern nur gesagt, dass es nicht besonders sinnvoll ist es zu tun.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4711 Beiträge, 1219x hilfreich)

Zitat (von Betriebsrat22):
Zitat (von HeHe):
Da wird es sicher um bestimmte Themen dieser jungen Mitarbeitergruppe gehen, oder was ist der Hintergrund?

Es war ein Netzwerktreffen, bei dem eine Altersbegrenzung eigentlich nicht notwendig war, sondern, meiner Meinung nach, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, um hier Personen, die den gleichen Stand im Unternehmen haben, untereinander zu verknüpfen.

Es geht nicht um eine "Notwendigkeit". Der AG kann nach seinem Ermessen bestimmte Mitarbeitergruppen in bestimmter Weise behandeln, solange es einen sachlichen Grund dafür gibtä.

Der AG könnte auch eine Veranstaltung "nur für MitarbeiterINNEN" machen - weil er z.B. möchte, daß die sich untereinander austauschen können, wie es um die spezifischen Bedürfnisse von Frauen im Betrieb steht.

Zitat:
Zu den "Jungen" Kollegen zählen auch Personen, die bereits seit über 6 Jahren im Unternehmen sind. Grundsätzlich ging es um ein Network-Event, bei dem, meiner Meinung nach, die Dauer der Betriebszugehörigkeit und nicht das Alter ausschlaggebend ist.

Es bleibt dem AG überlassen, wie er die Teilnehmergruppe definiert. Die Definition muss nur in sich kongruent sein.
Der AG kann dafür nach Lebensalter sortieren, oder nach Betriebszugehörigkeit, oder nach Dauer der Ausübung einer bestimmten Tätigkeit.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4711 Beiträge, 1219x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Sinnvoll ist es nicht einen "künstlichen Keil des Alters" durch den Betrieb zu ziehen.

Das macht jede U30- oder Ü50-Disco, und das kann äußerst sinnvoll sein.

Es haben nämlich junge Menschen durchaus nicht immer Lust darauf, von den angeblich "reiferen" Älteren Vorträge anhören zu müssen...

Daß man dabei immer ein Definitionsproblem hat, ist klar - der Mitarbeiter, der vor zwei Wochen 31 geworden ist, fragt sich nachvollziehbarerweise, wieso er deshalb nicht mehr dabei sein darf.

Das fragt sich jeder Jugendliche, der 17 Jahre und 330 Tage alt ist, auch. Und auch dem wird gesagt: volljährig mit allen Rechten und Pflichten bist Du erst in 35 Tagen.

Will man Gruppen definieren, muss man Grenzen definieren, und die sind immer in Einzelfällen wie ein Fallbeil.

(Kinder- und Senioren-Ermäßigungen sind auch immer an ein bestimmtes Alter gebunden...)

-- Editiert von eh1960 am 24.06.2022 11:08

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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