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Gesellschaftsanteile verschenkt - Stammkapital nicht mehr vorhanden - Haftung?

20. Juli 2016 Thema abonnieren
 Von 
Gyros
Status:
Frischling
(43 Beiträge, 6x hilfreich)
Gesellschaftsanteile verschenkt - Stammkapital nicht mehr vorhanden - Haftung?

Es geht um folgenden fiktiven Fall:

1) Es gibt eine E GmbH mit 25.000 Stammkapital
2) Es gibt eine G UG (haftungsbeschränkt)
3) Alleiniger Geschäftsführer und Gesellschafter der G ist R.

Nun möchte die E GmbH der G UG einen Anteil an der Firma überschreiben (schenken). R. weiß jedoch, dass das Stammkapital bei der E nicht GmbH nicht mehr vorhanden ist. Ein Gesellschafter haftet ja immer bis zur Höhe der Einlage. Und eventuell auch noch für die Einlagen der anderen Gesellschafter, falls diese nicht mehr genug Kapital haben (Kapitalerhaltung)

Nehmen wir nun mal an die E GmbH hätte nur noch ein Vermögen von 5.000€ es würden also 20.000€ Stammkapital fehlen. Nun bekommt die G UG 25% Anteil geschenkt (6250€ Anteil am Stammkapital)

Die E GmbH geht nun Pleite. Müsste die G UG nun die 6.250€ Stammkapital wieder aufstocken, selbst wenn die Geschäftsanteile geschenkt wurden? Haftet die G UG eventuell für die gesamten 25.000€ wenn die anderen Gesellschafter keine eigenen Mittel haben (gesamtschuldnerisch)?

Wäre dies auch der Fall wenn die G UG lediglich als stiller Gesellschafter ohne Verlustbeteiligung auftritt und jährlich 25% ausgeschüttet bekommt und dafür eben keine Stimmrechte hat?

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
D_8699
Status:
Schüler
(150 Beiträge, 87x hilfreich)

Zitat (von Gyros):
Nun möchte die E GmbH der G UG einen Anteil an der Firma überschreiben (schenken).

Das kann sie normalerweise nicht. Die GmbH-Anteile gehören ja nicht der E-GmbH sondern deren Gesellschafter(n), Ausnahme sie hält eigene Anteile aus einer früheren Einziehung etc.

Ich gehe mal davon aus, dass der / die Gesellschafter Anteile an der E-GmbH auf die G-UG (oder deren Gesellschafter??) übertragen wollen.

Zitat (von Gyros):
Ein Gesellschafter haftet ja immer bis zur Höhe der Einlage.

Aber wenn die Stammeinlage einmal erbracht ist, ist die Haftung beendet. Wenn also das Stammkapital vollends eingezahlt wurde und der Gesellschaft uneingeschränkt zur Verfügung stand, ist die Haftung des Gesellschafters für "normale" Verluste der Gesellschaft beendet. Haftung für Pflichtverletzungen des Geschäftsführers sowie für deliktische Handlung klammer ich hier mal aus.
Zitat (von Gyros):
Die E GmbH geht nun Pleite. Müsste die G UG nun die 6.250€ Stammkapital wieder aufstocken, selbst wenn die Geschäftsanteile geschenkt wurden?

Nein. Egal, ob geschenkt oder gekauft. Voraussetzung s.o.: Das Stammkapital wurde (nachweislich!!!!) voll eingezahlt.
Wichtig hier: Die Übertragung der GmbH-Anteile muss vor einem Notar beurkundet werde. Dieser fragt ausdrücklich danach, ob die Geschäftsanteile vollständig eingezahlt sind. Auch hilft ein Blick in die Bilanz. Wurden dort keine "ausstehende Einlagen" bilanziert (in alten Jahren auf der Aktivseite, in neueren Jahren passivisch offen abgesetzt vom Nennkapital), ist dies schon mal ein hilfreiches Indiz.
Zitat (von Gyros):
Wäre dies auch der Fall wenn die G UG lediglich als stiller Gesellschafter ohne Verlustbeteiligung auftritt und jährlich 25% ausgeschüttet bekommt und dafür eben keine Stimmrechte hat?

Ein stiller Gesellschafter ist jemand, der der Gesellschaft Fremdkapital gegen eine (in der Regel ergebnisabhängige Verzinsung) zur Verfügung stellt. d.h. hier müsste Geld fließen. Da ja die Anteile geschenkt werden sollen, also die Zahlung von Geld in die GmbH erstmal nicht vorgesehen scheint, scheidet eine stille Gesellschaft mangels passivierungsfähiger Schuld der GmbH aus.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Gyros
Status:
Frischling
(43 Beiträge, 6x hilfreich)

Muss bei einer stillen Beteiligung zwingend Geld fließen? Man könnte ja auch einen symbolischen Euro dafür zahlen?

Die von dir genannten verbotenen Handlungen sind denke ich eher das Problem, wenn nun das Kapital wieder an die Gesellschafter der E GmbH geflossen ist oder anderweitig getrickst würde, käme die G UG eventuell in eine Haftungsfalle welche vermieden werden soll. G UG möchte lediglich am Gewinn beteiligt werden ohne Mitspracherecht, ohne Ausgaben (max. ein symbolischer Euro) etc.

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