Haftung der GmbH für fragwürdige Lieferanten.

29. März 2016 Thema abonnieren
 Von 
satriani-vai
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 19x hilfreich)
Haftung der GmbH für fragwürdige Lieferanten.

Hallo,

ich beobachte seit letzter Zeit zunehmend viele Angebote im Netz, zB. von den Onlineshops, die von fragwürdigen Lieferanten beliefert werden, meistens aus China. So entsteht die Frage, wer haftet eigentlich dafür wenn es sich um illegal beschaffener Ware handelt zB. durch Erpressung, Schwarzgeld oder was auch immer. Ich meine es ist klar, die deutschen Händler "können ja nicht wissen" oder werden zumindest so tuen als ob sie davon nichts wissen. Aber was ist wenn die deutschen Behörden erfahren, dass die Waren nicht sauber sind? Haften die Onlineshops dafür als sozusagen Mitschuldige? Da macht eine haftungsbeschränkte Rechtsform wahrscheinlich auch Sinn. Oder doch nicht? Und was passiert mit der ganzen Ware und dadurch verdientem Geld?

Gruß.

-- Editier von satriani-vai am 29.03.2016 09:26

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat:
Haften die Onlineshops dafür als sozusagen Mitschuldige?

Das wäre durchaus möglich, das die Firmen bzw. die Geschäftsführer zivil- und/oder strafrechtlich haften.



Zitat:
Da macht eine haftungsbeschränkte Rechtsform wahrscheinlich auch Sinn. Oder doch nicht?

Nö, macht keinen Sinn, denn in solchen Fällen wie "unerlaubten Handlungen" wirkt die Haftungsbeschränkung nicht als Schutz.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
satriani-vai
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 19x hilfreich)

Dann muss wohl ein beachtlicher Teil der Geschäftsführer in Deutschland hinter Gitter :augenroll:
Ich kann es einfach nicht glauben, dass die Lieferanten noch ein Profit machen, trotz solch niedrigen Beschaffungspreisen.Da ist bestimmt was faules dran.
Demzufolge, muss jede Firma sich vergewissern, ob die Ware sauber beschaffen wurde. Aber wie ist das möglich?
Wie kann ein Onlineshopbetreiber wissen, dass sein Lieferant die Ware legal besorgt? Hier muss auch die Logik mit dem Gesetz übereinstimmen.

-- Editiert von satriani-vai am 29.03.2016 13:59

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat:
Ich kann es einfach nicht glauben, dass die Lieferanten noch ein Profit machen, trotz solch niedrigen Beschaffungspreisen. Da ist bestimmt was faules dran.

Der Preis kann duchaus ein Indiz sein für nicht legale Vorgehensweise bei der Herstellung/Beschaffung.



Zitat:
Demzufolge, muss jede Firma sich vergewissern, ob die Ware sauber beschaffen wurde. Aber wie ist das möglich?

Da gibt es keine bestimmten, einheitlichen Standards. Das hängt von der Ware und auch von dem Lieferanten ab.

Im Bereich Smartphone z.B. da gibt es ensprechende Kontrollsysteme.
Auch im Bereich Textilfertigung gibt es Kontrollmöglichkeiten.



Zitat:
Wie kann ein Onlineshopbetreiber wissen, dass sein Lieferant die Ware legal besorgt?

So wie die Großen das auh mahen: Nachforschen & überwachen (z.B. vor Ort).



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
satriani-vai
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 19x hilfreich)

Nehmen wir ein Beispiele.
Lieferant A bietet folgende Bedingungen an. Die Ware wird zum Verkauf nach DE importiert. Der Händler in DE bekommt einen bestimmten Prozentsatz pro verkaufter Ware, wobei es sichherausstellt, dass der Lieferant A die Ware auf illegaler Art (zB. mit Schwarzgeld, Erpresstes Geld usw.) beim Lieferant B bzw. dem Hersteller einkauft.
Schaut mal bei alibaba.com rein. Ich habe aus Neugier ein paar Lieferanten angeschrieben, die unter anderem solche Bedingungen anbieten und zwar zum wesentlich niedrigerem Preis als die Hersteller selbst. Die Rede ist von über 50%!!! :schock:
Wie kann das sein?
Ich versuche herauszufinden wie sie tricksen. Mein Nachbar lebte einige Jahre in China und erzählte wie die Händler mit geklauten Bank- und Visakonten die Waren einkaufen und in die Welt verschicken.
Wie soll der deutscher Händler sich in dem Fall schützen?

Gruß.

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#7
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3146x hilfreich)

Zitat (von satriani-vai):
Die Rede ist von über 50%!!!

Je nach Art der Ware liegt das zwischen "vollkommen normal" und "da muss was faul sein".

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat:
Händler in DE bekommt einen bestimmten Prozentsatz pro verkaufter Ware, wobei es sichherausstellt, dass der Lieferant A die Ware auf illegaler Art (zB. mit Schwarzgeld, Erpresstes Geld usw.) beim Lieferant B bzw. dem Hersteller einkauft.

Nun, dann wird es für den Händler sehr schwer werden sich glaubwürdig auf "ich weis von nichts" zurückzuziehen. Mit entsprechneden Folgen.



Zitat:
Wie soll der deutscher Händler sich in dem Fall schützen?

Na er könnte einfach solche Quellen anderen überlassen und nur bei seriösen Großhändlern in D einkaufen.
Oder er schaut sich die Wege von Geld und Ware des Lieferanten genauer an.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3685 Beiträge, 1413x hilfreich)

Zitat (von satriani-vai):
wobei es sichherausstellt, dass der Lieferant A die Ware auf illegaler Art (zB. mit Schwarzgeld, Erpresstes Geld usw.) beim Lieferant B bzw. dem Hersteller einkauft.


Dann wär der Kauf beim Hersteller trotzdem legal und wirksam. Woher der Großhändler das Geld für den Kauf beim Hersteller hatte, interessiert den Einzelhänder überhaupt nicht bzw. muß er nicht für kriminelle Handlungen seines Großhändlers haften, schon gar nicht wenn diese mit der Ware gar nichts zu tun haben.

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