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Einmalige Dienstleistung als Minderjähriger

5.6.2020 Thema abonnieren
 Von 
fb548374-65
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Einmalige Dienstleistung als Minderjähriger

Hallo liebes Forum,
ich habe einen kleinen Auftrag für das Anpassen eines Flyers/Buches bekommen. (<150€ )
Ich selbst bin 16 Jahre alt und habe vorher noch nie was "offizielles" gemacht.
Meine Frage ist jetzt, da ich ja eh keine (?) Steuern bezahlen müsste, ob ich einfach eine Rechnung schreiben kann und die dann bei meiner Steuererklärung angeben kann oder ob ich jetzt ein Gewerbe oder so anmelden muss. (Genehmigung meiner Eltern würde dann vorliegen)


Vielen Dank für eure Antworten!


-- Editiert von fb548374-65 am 05.06.2020 07:20

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10849 Beiträge, 3844x hilfreich)

Hallo,

eine einmalige, nicht auf Dauer angelegte Tätigkeit ist nicht gewerblich, erst recht wenn sie nicht nach außen gerichtet ist (etwa durch Werbung).

Schreibe einfach eine Quittung, fertig (aber ohne Mehrwertsteuer, das ist wichtig).

Ich gehe davon aus, dass das dein einziges Einkommen wäre, und dann musst du gar nichts weiter tun (keine Anmeldung, keine Steuererklärung).

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#2
 Von 
Ratgeber@123.net
Status:
Beginner
(101 Beiträge, 23x hilfreich)

Selbstverständlich kann auch eine Rechnung gelegt werden.

Signatur:Ehemaliger Nickname: Ratsuchender@123net
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#3
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10849 Beiträge, 3844x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Selbstverständlich kann auch eine Rechnung gelegt werden.
Ich hatte da Bedenken wegen der Minderjährigkeit.
Aber ja, kann man machen, praktisch ist eine Rechnung ohne Mehrwertsteuer auch nicht groß was anderes als eine Quittung.

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#4
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3108 Beiträge, 918x hilfreich)

Zitat (von fb548374-65):

Meine Frage ist jetzt, da ich ja eh keine (?) Steuern bezahlen müsste

Bei 150€ Umsatz dürfte keine Einkommenssteuer fällig werden, es sei denn, man verdient zusätzlich mehr als das steuerfreie Existenzminimum bzw. es ist ein Gesamtzuverdienst zum Einkommen aus einem sozialversicherungspflichtigem Beschäftigungsverhältnis, der den Freibetrag übersteigt.

Zitat:
ob ich einfach eine Rechnung schreiben kann und die dann bei meiner Steuererklärung angeben kann oder ob ich jetzt ein Gewerbe oder so anmelden muss. (Genehmigung meiner Eltern würde dann vorliegen)

Ein Gewerbe setzt voraus:

- eine gewerbliche Tätigkeit (also nicht freiberufliche, Landwirtschaft oder Verwaltung eigenen Vermögens)
- die Tätigkeit muß "nachhaltig" sein, d.h. auf Dauer angelegt (also nicht nur einmalig)
- es muß Gewinnerzielungsabsicht vorliegen (Gewinnerzielung ist dagegen nicht erforderlich)

Minderjährige brauchen übrigens für die Errichtung eines Gewerbes die Einwilligung des Familiengerichts, und selbst wenn sie die haben, für einige wichtige Geschäftsvorgänge noch mal extra die Einwilligung des Familiengerichts.

Ein Gewerbe wird hier aber nicht errichtet, das ist nicht das Problem.

Das eigentlich Problem wäre hier die fehlende Geschäftsfähigkeit. Minderjährige können wirksame Verträge nur abschließen, wenn sie den Vertrag mit denen ihnen zur freien Verwendung oder für genau diesen Zweck überlassenen Mitteln verwirklichen können.
Ansonsten ist der Vertrag "schwebend unwirksam", bis ihn die Sorgeberechtigten (beide!) bestätigt haben.

Nun sind für das "Anpassen eines Flyers oder Buches" vermutlich nur wenig bzw. gar keine eigenen "Mittel" (also Geld) notwendig. Der Minderjährige kann dabei aber durchaus vertragliche Verpflichtungen eingehen, die er aus eigenen Mitteln nicht erfüllen kann.

Beispiel: bei dem "Anpassen" wird eine Urheberrechtsverletzung begangen. Der geschädigte Urheber kann dann nicht nur den Herausgeber des Flyers in Regress nehmen, sondern auch dessen Dienstleister. Und schon liegt eine Rechnung über ein paar 1000 Euro auf dem Tisch - im schlimmsten Fall.

Deshalb stellt sich die Frage, ob im beschriebenen Fall überhaupt ein wirksamer Vertrag zwischen dem Auftraggeber und dem 16jährigen entstehen kann, wenn die Sorgeberechtigten nicht dem Vertragsabschluss zustimmen und ihn damit wirksam machen.

Das wäre m.E. der viel größere Knackpunkt. (Den sich auch der Auftraggeber vorher gut überlegen sollte.)

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#8
 Von 
Ratgeber@123.net
Status:
Beginner
(101 Beiträge, 23x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
bist du auch auf eine Sperre aus?

Wenn nicht unsere Steffi weiß, dass es erlaubt ist, völlig sinnentleerte Beiträge zu verfassen, wer dann?

Signatur:Ehemaliger Nickname: Ratsuchender@123net
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