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Gewerbe rückwirkend anmelden 2 jahre

Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
guest-12315.06.2020 20:50:20
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Gewerbe rückwirkend anmelden 2 jahre

Hallo,

Ich habe ein paar Fragen bezüglich einer rückwirkenden Anmeldung seines Gewerbes. Nehmen wir als Beispiel, jemand ohne Gewerbe verdient online über einen Zeitraum von 2 Jahren 35.000€ und hat einen Umsatz von 350.000€. Wenn er rückwirkend ein Gewerbe anmelden wollen würde, auf was müsste er achten? welche und wie viel Steuern müsste er nachzahlen? und welche möglichen Strafen könnten auf ihn zukommen?
Im Internet steht, dass eine verspätete Anmeldung mit einem Bußgeld von bis zu 1000€ bestraft werden kann. Ist das richtig? und wie sieht es mit den Steuern aus? kann man eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung bekommen?
Wie würde man die Steuern bezahlen wenn man überhaupt keine Rechnungen oder Belege hätte?

Ich hoffe sie können meine Fragen beantworten.

Lg

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Gewerbe Anmeldung anmelden


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81079 Beiträge, 33913x hilfreich)

Zitat (von User1985):
Im Internet steht, dass eine verspätete Anmeldung mit einem Bußgeld von bis zu 1000€ bestraft werden kann. Ist das richtig?

Korrekt.



Zitat (von User1985):
und wie sieht es mit den Steuern aus?

Die wird man auch nachzahlen müssen. Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkmmensteuer.



Zitat (von User1985):
kann man eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung bekommen?

Klar.



Zitat (von User1985):
Wie würde man die Steuern bezahlen wenn man überhaupt keine Rechnungen oder Belege hätte?

Wie alle anderen auch: per Überweisung oder Barzahlung beim Finanzamt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
guest-12315.06.2020 20:50:20
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für ihre Antwort. Im Internet habe ich gefunden, dass man 7-19% Umsatzsteuern zahlen muss. Wie viel Umsatzsteuer müsste man in diesem Fall bezahlen? Wenn man 7% oder sogar 19% Umsatzsteuern bezahlt wäre der komplette Gewinn weg oder man hätte sogar einen deutlichen Verlust.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81079 Beiträge, 33913x hilfreich)

Da man keine Unterlagen hat, wird es wohl mit 19% berechnet werden.



Zitat (von User1985):
wäre der komplette Gewinn weg

Das man die Steuer nicht wie vorgeschrieben eingezogen hat kann einem dann auf die Füße fallen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28253 Beiträge, 15378x hilfreich)

Wie viel Umsatzsteuer müsste man in diesem Fall bezahlen? 66.500 Euro. Für sowas gibt es praktische Rechner im Netz, wie diesen: http://www.umsatzsteuer-rechner.de/
Wenn man 7% oder sogar 19% Umsatzsteuern bezahlt wäre der komplette Gewinn weg oder man hätte sogar einen deutlichen Verlust. Das dürfte noch eins der geringeren Probleme sein - ich empfehle, sich schon mal mit dem Insolvenzrecht zu befassen.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#5
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1064 Beiträge, 351x hilfreich)

Da gibt es eigentlich nur einen Rat:

Sofort ab zu einem auch in Steuerstrafverfahren bewanderten Steuerberater (der sich zudem in Sachen Selbstanzeige auskennen sollte)!
Das ist Steuerhinterziehung in Reinkultur, die verspätete Gewerbeanmeldung ist da das kleinste Problem.

Signatur:99 % aller Computerfehler sitzen vor dem Bildschirm ...
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#6
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2525 Beiträge, 807x hilfreich)

Zitat:
Sofort ab zu einem auch in Steuerstrafverfahren bewanderten Steuerberater (der sich zudem in Sachen Selbstanzeige auskennen sollte)!

Das ist in der Tat die beste Entscheidung.

Das Finanzamt wird für die 2 Jahre
1)die Umsatzsteuer
2) sowie die zu zahlende Einkommenssteuer, Kirchensteuer und den Soli haben wollen

Dazu kommt dass das ganze Einkommen mit in die Berechnung von (2) einfliesst. Und aus dem Gewinn berechnen sich dann auch die jeweiligen Vorauszahlungen für die nächste Zeit.

Es kann auch dazu kommen dass der Betrag aufgrund von Zuschätzungen steigt. Gerade wenn man keine Buchführung hat, kann es je nach Art des illegalen Gewerbes da noch zu bösen Überraschungen kommen.


Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#7
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8130 Beiträge, 3600x hilfreich)

Zitat (von guest-12315.06.2020 20:50:20):
Wie viel Umsatzsteuer müsste man in diesem Fall bezahlen?

Was hat man denn verkauft?
Wobei die 7% ohne Belege kaum zu realisieren sind....

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