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In virtuelle Items investieren

11.7.2020 Thema abonnieren
 Von 
1581740
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
In virtuelle Items investieren

Hallo,
Ich habe vor, 2000 € in virtuelle Items zu Investieren, mit der Absicht sie in der Zukunft Gewinnbringend zu verkaufen (ich spekuliere auf eine Wertsteigerung). Vorab wollte ich anmerken, dass ich noch minderjährig bin.
Mein Plan ist es, mit dem Geld Csgo Sticker und Kisten zu kaufen und warten bis diese im Wert steigen und sie dann anschließend verkaufen. Worauf muss ich dabei achten? Muss ich nach dem Verkauf irgendwelche Steuern zahlen? Oder gibt es einen Zeitraum, nach dem ich die Items steuerfrei verkaufen kann? Muss ich irgendetwas dokumentieren wie z. B. alle Käufe und später alle Verkäufe? Und was ist, wenn ich von Privatpersonen kaufe und dadurch keine richtige Rechnung oder einen Beleg habe?

Ich würde mich über ihre Hilfe sehr freuen!
Lg

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81444 Beiträge, 33999x hilfreich)

Zitat (von 1581740):
Worauf muss ich dabei achten?

Als erstes mal darauf, das die Erziehungsberechtigten dem ganzen zustimmen.



Zitat (von 1581740):
Muss ich nach dem Verkauf irgendwelche Steuern zahlen?

Sofern man dann der Steuerpflicht unterliegt ja.



Zitat (von 1581740):
Muss ich irgendetwas dokumentieren wie z. B. alle Käufe und später alle Verkäufe?

Nein, müssen muss man nicht. Es wäre aber sehr empfehlenswert um Probleme und Nachteile zu vermeiden.



Zitat (von 1581740):
Und was ist, wenn ich von Privatpersonen kaufe und dadurch keine richtige Rechnung oder einen Beleg habe?

Das ist dann Pech. Wobei man ja bei Übergabe des Geldes eine Quittung verlangen kann.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
1581740
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Unterliegt man damit der Steuerpflicht oder nicht?

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#3
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2534 Beiträge, 810x hilfreich)

Man braucht natürlich auch die Erlaubnis des Spieleanbieters

Zitat:
Unterliegt man damit der Steuerpflicht oder nicht?

Der Steuerpflicht unterliegt man immer, es sei denn man hat Umsätze unter einer gewissen Grenze. Im übrigen würde ich für eine weitere Recherche mal entsprechende Seiten für Gewerbegründer oder auch die Foren der Spieleanbieter / Fans nutzen.

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81444 Beiträge, 33999x hilfreich)

Zitat (von 1581740):
Unterliegt man damit der Steuerpflicht oder nicht?

Kommt darauf an, ob man einen der zahlreichen Freibeträge überschreitet und wenn ja welcher das ist.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
go506818-52
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Oft steht in den AGBs, dass die digitalen Items Eigentum des Spielepublishers bleiben. Somit hast du kein Recht diese Items zu verkaufen.

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#6
 Von 
Artikel26/Resolution217A(III)
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von go506818-52):
Oft steht in den AGBs, dass die digitalen Items Eigentum des Spielepublishers bleiben. Somit hast du kein Recht diese Items zu verkaufen.

Grds. ja.
Man könnte mit § 903 BGB dagegen argumentieren, nur da könnte der Betreiber auf die AGBs hinweisen, dass allesweiterhin das Eigentum des Betreibers bleibt.

Dann stellt sich aber die Frage, ob dann überhaupt ein Kauf nach § 433 BGB zustande gekommen ist, denn wenn eine Leistung zwar verkauft (und nicht vermietet), aber nicht frei von Rechten anderer ist, ist das nicht schlüssig.

Und hier frage ich:
Wenn der Betreiber selbst InGame Währung verkauft, und man diese kauft - dann darf der Käufer per BGB darüber frei verfügen.
Eine AGB eines Privatunternehmens kann nicht das Gesetz aushebeln, oder welche (Sonder-) Regelungen treffen hier zu?

Ich bin der Meinung, er hat das Recht, sie zu verkaufen. Der Betreiber gestattet es nur nicht.

Grüße

-- Editiert von Artikel26/Resolution217A(III) am 14.07.2020 23:18

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81444 Beiträge, 33999x hilfreich)

Zitat (von Artikel26/Resolution217A(III)):
Eine AGB eines Privatunternehmens kann nicht das Gesetz aushebeln, oder welche (Sonder-) Regelungen treffen hier zu?

Überhaupt keine Sonderregelungen.

Als erstes gilt ja mal Vertragsfreiheit, Privatautonomie.
Den (lockeren) Rahmen dafür setzen dann die diversen Gesetze.
In den Gesetzen gibt es abdingbare Paragrafen ("das Gesetz aushebeln") und unabdingbare Paragrafen ("das Gesetz nicht aushebeln").


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3098 Beiträge, 918x hilfreich)

Zitat (von 1581740):

Vorab wollte ich anmerken, dass ich noch minderjährig bin.

Damit braucht es für die genannten Geschäfte jeweils die Einwilligung beider Sorgeberechtigter (Eltern), damit die Verträge überhaupt wirksam werden.
Außerdem handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit, dafür muß ein Gewerbe angemeldet werden, und das bedeutet für einen Minderjährigen, daß er nicht nur die Einwilligung der Sorgeberechtigten für die Gewerbeanmeldung braucht, sondern auch die Einwilligung des Familiengerichts.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#9
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10838 Beiträge, 3843x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Außerdem handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit,
Das ist jetzt schon mehrfach hier zu lesen - trotzdem muss es nicht stimmen.

Möglich wäre nämlich auch, dass es (nur) Spekulationsgeschäfte sind (auch nicht unbedingt steuerfrei, je nach dem halt).

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#10
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3098 Beiträge, 918x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Hallo,

Zitat:
Außerdem handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit,
Das ist jetzt schon mehrfach hier zu lesen - trotzdem muss es nicht stimmen.

Möglich wäre nämlich auch, dass es (nur) Spekulationsgeschäfte sind (auch nicht unbedingt steuerfrei, je nach dem halt).


Die Verwaltung ausschließlich eigenen Vermögens ist keine gewerbliche Tätigkeit - aber davon ist im EP nichts zu lesen.
Die Beschreibung im EP ist vollkommen diffus ("virtuelle Items" kann alles mögliche sein), aber es spricht praktisch alles dafür und kaum etwas dagegen, daß es sich bei dem Geplanten um eine gewerbliche Tätigkeit handelt.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#11
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10838 Beiträge, 3843x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
aber davon ist im EP nichts zu lesen.
Doch. Praktisch ist sogar nur davon zu lesen, Zitat: "Kisten zu kaufen und warten bis diese im Wert steigen und sie dann anschließend verkaufen (ich spekuliere auf eine Wertsteigerung).".

Das wäre ähnlich wie bei Lego, Münzen, Briefmarken oder Telefonkarten (gerade die letzten beiden Beispiele sollen zeigen, dass es alles andere als sicher ist das ein Boom auch weitergeht).

Darauf aufbauend möchte ich auch noch die Fragen beantworten (immer unter der Voraussetzung, dass es sich wirklich um eine Spekulation handelt - die Grenzen sind fließend):

Zitat:
Muss ich nach dem Verkauf irgendwelche Steuern zahlen?
Ja. Bei einem Minderjährigen gehe ich aber davon aus, dass der Grundfreibetrag reicht, ergo Null Steuern.

Zitat:
Oder gibt es einen Zeitraum, nach dem ich die Items steuerfrei verkaufen kann?
Ja, genau ein Jahr.

Zitat:
Muss ich irgendetwas dokumentieren wie z. B. alle Käufe und später alle Verkäufe?
Das sollte man immer tun, auch aus anderen Gründen.

Zitat:
Und was ist, wenn ich von Privatpersonen kaufe und dadurch keine richtige Rechnung oder einen Beleg habe?
Irgendetwas wird man doch immer bekommen (können). Ansonsten Eigenbelege, wie glaubhaft die am Ende sind kann ich nicht beurteilen.

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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