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Nebengewerbe - Arbeit für Vollzeitstelle ausführen

 Von 
LordOfLight
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Nebengewerbe - Arbeit für Vollzeitstelle ausführen

Moin in die Runde,

hoffe ich bin hier im richtigen Thema. Und zwar arbeite ich Vollzeit in einem Handwerksunternehmen als Technischer Zeichner. Nun habe ich noch ein Nebengewerbe gegründet wo ich ab und zu mal ein paar Aufträge reinkriege, zum Beispiel Grundrisse von Bestandsgebäuden zeichnen etc..
Nun ist mir bewusst, dass ich z.B. in der gleichen Firma keinen Mini-Job ausüben darf, aber wie verhält es sich, wenn ich nebenbei von meiner Vollzeit-Firma ein paar Aufträge bekomme, mal 100 EUR im Monat, ein anderer Monat dann vielleicht mal 1000 EUR. Würde das so funktionieren, wenn ich dann mit meinem Gewerbe ganz normal Rechnungen an meine Vollzeitfirma schreiben würde?
Oder geht das nicht?

Danke schonmal für die Antworten.

-- Editiert von Moderator am 09.10.2020 12:58

-- Thema wurde verschoben am 09.10.2020 12:58

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Monat Gewerbe Schreiben


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82210 Beiträge, 34123x hilfreich)

Zitat (von LordOfLight):
Würde das so funktionieren, wenn ich dann mit meinem Gewerbe ganz normal Rechnungen an meine Vollzeitfirma schreiben würde?

Das würde so funktionieren - Probleme gäbe es erst, wenn die Tätigkeit die Gernzen zur Scheinselbständigkeit überschreiten würden.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
LordOfLight
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von LordOfLight):
Würde das so funktionieren, wenn ich dann mit meinem Gewerbe ganz normal Rechnungen an meine Vollzeitfirma schreiben würde?

Das würde so funktionieren - Probleme gäbe es erst, wenn die Tätigkeit die Gernzen zur Scheinselbständigkeit überschreiten würden.

Danke schon mal für die Einschätzung. Ich kriege pro Jahr vielleicht 10 Aufträge, mal mehr mal weniger, ist ein reiner kleiner Nebenverdienst zwischen 500-2000 EUR im Jahr. Meine Firma wo ich normal angestellt bin würde mir allerdings pro Monat noch 1-2 Aufträge extra generieren, so wie halt gerade die Auftragslage ist. Das Problem sehe ich eher darin, dass die Tätigkeit zum Größtenteil ja auch mit meinem normalen Vollzeitjob übereinstimmt.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sich ja ansonsten jeder Büromensch "selbstständig" machen könnte und dann nebenbei für den Chef die gleichen Aufgaben übernimmt wie schon in seinem normalen Büroalltag und mit der Selbstständigkeit dann halt dieses Minijob-Verbot umgehen würde. Ich kann dazu allerdings so kein Gesetzestext finden.

-- Editiert von LordOfLight am 09.10.2020 17:55

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#3
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3191 Beiträge, 932x hilfreich)

Zitat (von LordOfLight):
Würde das so funktionieren, wenn ich dann mit meinem Gewerbe ganz normal Rechnungen an meine Vollzeitfirma schreiben würde?
Oder geht das nicht?

Es kann funktionieren, aber unter Umständen auch nicht.

Das Bundessozialgericht hat dazu befunden:
Es ist der ursächliche Zusammenhang nach der Eigenart der jeweiligen selbstständigen Tätigkeit zu bestimmen. Das Prinzip der "einheitlichen Beschäftigung" gilt dann nicht mehr, wenn weder die selbstständige Tätigkeit als solche noch die konkrete Art und Weise ihrer Ausübung vom Bestand der Beschäftigung als Arbeitnehmer abhängig ist (BSG, Urteil vom 31.10.2012, B 12 R 1/11 R ). Jetzt muss das Landessozialgericht weitere Nachforschungen anstellen.

Falls es als "einheitliche Beschäftigung" zu werten ist, geht es nicht.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#4
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3191 Beiträge, 932x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Probleme gäbe es erst, wenn die Tätigkeit die Gernzen zur Scheinselbständigkeit überschreiten würden.

Probleme gibt es sofort immer dann, wenn beide Tätigkeiten als "einheitliche Tätigkeit" gewertet werden.

Angestellt als technischer Zeichner und "selbständig" für den Arbeitgeber Grundrisse von Gebäuden zeichnen...

Ich ahne Probleme mit der Kranken- und Rentenversicherung. Und ich ahne, daß der Arbeitgeber davon Abstand nehmen wird, sobald er sich auch nur ansatzweise über die Kniffeligkeit der Rechtslage klar wird.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#5
 Von 
LordOfLight
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Zitat (von Harry van Sell):
Probleme gäbe es erst, wenn die Tätigkeit die Gernzen zur Scheinselbständigkeit überschreiten würden.

Probleme gibt es sofort immer dann, wenn beide Tätigkeiten als "einheitliche Tätigkeit" gewertet werden.

Angestellt als technischer Zeichner und "selbständig" für den Arbeitgeber Grundrisse von Gebäuden zeichnen...

Ich ahne Probleme mit der Kranken- und Rentenversicherung. Und ich ahne, daß der Arbeitgeber davon Abstand nehmen wird, sobald er sich auch nur ansatzweise über die Kniffeligkeit der Rechtslage klar wird.

Ja, sowas habe ich mir schon gedacht gehabt. Danke für die Erläuterung. Ich arbeite in unserer Firma allerdings auch noch im IT-Bereich so nebenbei wenn es mal Probleme gibt (Firmennetzwerk, Rechner- und Softwarepflege etc.), was mit meinem eigentlichen Job gar nichts mehr am Hut hat, das würde dann ja bedeuten, wenn ich mein Nebengewerbe auch noch auf IT-Angelegenheiten ausweite, ich diese dann ganz normal in Rechnung stellen könnte, weil diese Tätigkeit an sich nicht in meinem Berufs- bzw. Anforderungsprofil enthalten ist und daher gleichbedeutend mit einem anderen Tätigkeitsbereich ist, richtig?

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#6
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2584 Beiträge, 818x hilfreich)

Zitat:
wenn ich mein Nebengewerbe auch noch auf IT-Angelegenheiten ausweite, ich diese dann ganz normal in Rechnung stellen könnte, weil diese Tätigkeit an sich nicht in meinem Berufs- bzw. Anforderungsprofil enthalten ist und daher gleichbedeutend mit einem anderen Tätigkeitsbereich ist, richtig?

Das ist falsch! Ich rate auch dringend von dieser Konstellation ab - dass Sie der Firma, in der Sie als solzialversicherungspflichter Angestellter geführt werden, Rechnungen schreiben. Und zwar egal für welche Arbeiten.

WENN Sie das wirklich so vorhaben...
- müssen Sie Ihre Firma VOLL aufziehen. Das heisst: Sie müssen aktiv Werbung machen, sollten auch mehrere Kunden haben und alle Leistungen die Sie erbringen von zuhause aus mit dem eigenen Equiment machen

Und selbst dann gibt es KEINE Garantie dass die Rentenversicherung bei einer Prüfung das so akzeptiert

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#7
 Von 
LordOfLight
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Zitat:
wenn ich mein Nebengewerbe auch noch auf IT-Angelegenheiten ausweite, ich diese dann ganz normal in Rechnung stellen könnte, weil diese Tätigkeit an sich nicht in meinem Berufs- bzw. Anforderungsprofil enthalten ist und daher gleichbedeutend mit einem anderen Tätigkeitsbereich ist, richtig?

Das ist falsch! Ich rate auch dringend von dieser Konstellation ab - dass Sie der Firma, in der Sie als solzialversicherungspflichter Angestellter geführt werden, Rechnungen schreiben. Und zwar egal für welche Arbeiten.

WENN Sie das wirklich so vorhaben...
- müssen Sie Ihre Firma VOLL aufziehen. Das heisst: Sie müssen aktiv Werbung machen, sollten auch mehrere Kunden haben und alle Leistungen die Sie erbringen von zuhause aus mit dem eigenen Equiment machen

Und selbst dann gibt es KEINE Garantie dass die Rentenversicherung bei einer Prüfung das so akzeptiert


Danke für die Nachricht. Ich mache für meine Firma Werbung. Habe allein im letzten halben Jahr circa 200 EUR nur fürs Marketing ausgegeben, sprich Anzeigen schalten, Visitenkarten, Internetseite und eigene Domain, etc. Ein paar Aufträge bei verschiedenen Kunden, die alle per Rechnung belegt werden können.
Des Weiteren lassen sich die IT-Leistungen ganz einfach von zu Hause erbringen, sprich Serverwartung per Fernwartung von meinem Heim-PC. Die Rechnung würde dann ja auch nur etwas über IT-Angelegenheiten aussagen, das kann man dann eigentlich gar nicht mehr mit meiner normalen Vollzeitstelle verbinden, bzw. nachvollziehen ob das jetzt von zu Hause aus geschehen ist, oder ob man dafür in der Firma hätte sein müssen. Meiner Meinung nach. Das ist ja auch nicht meine einzige Einnahmequelle als Kunde, sondern einfach einer mehr, der mir jeden Monat mal mehr oder weniger einbringt.

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#8
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2584 Beiträge, 818x hilfreich)

Wie viel man an Werbung ausgibt ist egal. Die Rentenversicherung prüft die Tätigkeit gegenüber der Firma in der sie angestellt sind. Da kommen schon mal locker 40 Fragen auf einen zu, durch die man sich durchwursteln muss.

Zitat:
Die Rechnung würde dann ja auch nur etwas über IT-Angelegenheiten aussagen, das kann man dann eigentlich gar nicht mehr mit meiner normalen Vollzeitstelle verbinden, bzw. nachvollziehen ob das jetzt von zu Hause aus geschehen ist, oder ob man dafür in der Firma hätte sein müssen.

Keine Bange, das prüft der Prüfer garantiert. Es geht immer darum, so viel sozialversicherungspflichte Jobs zu schaffen wie es möglich ist. Und auch bei IT kann der Prüfer der Firma sagen: Das sind zu viele Stunden, da müssen Sie jemanden für einstellen.

Zitat:
Das ist ja auch nicht meine einzige Einnahmequelle als Kunde, sondern einfach einer mehr, der mir jeden Monat mal mehr oder weniger einbringt.

Aber wenn Sie bei diesem Kunden quasi als Angestellter beschäftigt sind und die weiteren Tätigkeiten auch dem Angestelltenverhältnis entsprechen sind Sie Scheinselbstständig. Und zwar in Bezug auf eben diese Tätigkeit.

Ich mache Sie sicherlich nicht ohne Grund etwas Bange. Ich habe das Prozedere nämlich hinter mir und weiss, wie geprüft wird.

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