Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
13.493 Ratgeber, 2.347.261 Forenbeiträge, 254.709 Rechtsberatungen
616.934
Registrierte
Nutzer

Selbst gekochtes Verkaufen

27. Oktober 2016 Thema abonnieren
 Von 
piposen
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 4x hilfreich)
Selbst gekochtes Verkaufen

Hallo zusammen,

ich hoffe ihr könnt mir grundlegend weiterhelfen, da ich ein wenig auf dem Schlauch stehe.

Also es ist so, meine Frau würde gerne selbstgemachte Marmelade verkaufen. Sie macht immer viel zu viel davon und nachdem ich allen Bekannten ein Glas geschenkt habe sind meist noch 20 über :D

Deswegen ist die Frage bzw die Fragen: Wenn sie z.B. 3 mal im Jahr 20 Gläser Marmelade über z.B. bei eBay verkaufen will, braucht sie dafür einen Gewerbeschein? Und falls nicht, wie ist es geregelt. Wie viele Gläser kann sie verkaufen ohne ein Gewerbe anmelden zu müssen? Gibts da ne Richtlinie? Oder braucht sie dann generell einen Gewerbeschein auch wenn sie nur die Reste abverkauft.


Vielen Dank schon mal ihr lieben !

Probleme mit dem Gewerbe?

Probleme mit dem Gewerbe?

Ein erfahrener Anwalt im Gewerberecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Gewerberecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103912 Beiträge, 37577x hilfreich)

Zitat (von piposen):
Deswegen ist die Frage bzw die Fragen: Wenn sie z.B. 3 mal im Jahr 20 Gläser Marmelade über z.B. bei eBay verkaufen will, braucht sie dafür einen Gewerbeschein?

Ja.

Aber der ist das kleinste Problem. Etwas komplizierter (und teurer) wird es alle Lebensmittel- und hygienerechtlichen Vorgaben einzuhalten.



Zitat (von piposen):
und nachdem ich allen Bekannten ein Glas geschenkt habe sind meist noch 20 über :D

A) schenkt jedem 2 Gläser
B) sucht euch mehr Bekannte



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
piposen
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 4x hilfreich)

OK, da hätte ich eigentlich auch drauf kommen können, dass man da in Deutschland 18 Zertifikate braucht :D

Danke jedenfalls für die schnelle Hilfe! Dann bekommt jetzt jeder 2! Qualität find ich besser als Quantität :P

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Blaki
Status:
Praktikant
(861 Beiträge, 745x hilfreich)

Guten Abend,

der Verkauf von 60 Gläsern Marmelade im Jahr hat steuerlich nichts mit Gewerbe zu tun. Für ein ernstahftes Gewerbe müsste eine Gewinnerzielungsabsicht nach Abzug aller Kosten (Lebenshaltung) zu sehen sein. Vermutlich übersteigen die Herstellungskosten bereits bei weitem den Gesamterlös.

Es ist nicht verboten, so deklarierte "hausgemachte Marmelade" in geringem Umfang zu verkaufen. Wenn der Verkäufer die Inhaltsstoffe auf der Verpackung angibt (Verbraucherschutz wegen Allergien u.s.w.) kann wenig passieren. Hierfür gibt es gegenüber der industriellen Fertigung genügend Ausnahmeregelungen.

Die Mutter eines Kindergartenkindes kann ihren selbstgebackenen Kuchen auch für 1,00 Euro pro Stück am Tag der offnen Tür verkaufen, ohne einen Gewerbeschein zu benötigen oder rechtlich belangt zu werden.

Selbst wenn Sie ein Restaurant betreiben wollten, brauchen Sie im Prinzip keine besonderen Qualifikationen. Sie müssen nur einmal beim Gesundheitsamt nachweisen, das Sie frei von ansteckenden Krankheiten sind. Das war´s. Jeder ist selbstverantwortlich dafür, was er isst. Vorsätzliche Vergiftung natürlich ausgeschlossen.

Letztlich ist aber ein Lottospiel, ob nicht irgendwer vorgibt, durch die Marmelade verletzt worden zu sein und darauf klagt. Der Kläger wäre beweispflichtig. Wie könnte der Kläger beweisen, durch die Marmelade einen Schaden erlitten zu haben? Was könnte / müsste alles dazu passieren?

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist, könnte sich Ihre Frau einer derartigen Haftungsanforderung nicht entziehen. Sie müsste auf eine Klage hin versuchen, mit einem Rechtsanwalt aus der Sache raus zu kommen. Das alles könnte ziemlich teuer werden.

Allein aus diesem (sehr unwahrscheinlichem) Grund würde ich keine Lebensmittel im Internet verkaufen.

Mit freundlichem Gruß





Signatur:

Blaki

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103912 Beiträge, 37577x hilfreich)

Zitat (von Blaki):
Selbst wenn Sie ein Restaurant betreiben wollten, brauchen Sie im Prinzip keine besonderen Qualifikationen.

Das eine Qualifikationen entbehrlich ist, entbindet nicht von der Pflicht die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.



Zitat (von Blaki):
Sie müssen nur einmal beim Gesundheitsamt nachweisen, das Sie frei von ansteckenden Krankheiten sind. Das war´s.

Das ist schlicht falsch.



Zitat (von Blaki):
Jeder ist selbstverantwortlich dafür, was er isst.

Und das ist - in Bezug auf die Zubereitung von verzehrfähigem - schilcht Unfug.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 234.677 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
96.519 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen