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Unternehmen mit Verlust verkaufen?

31. Dezember 2018 Thema abonnieren
 Von 
guest-12301.06.2020 16:41:46
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)
Unternehmen mit Verlust verkaufen?

Guten Abend und schon mal einen guten Rutsch,

ich hätte da eine eher etwas merkwürdigere Frage.
Ich bin derzeit am Studieren und in den nächsten Monaten fertig.
Seit einem Jahr habe ich ein Unternehmen/Online-Shop mit richtigem Lager (kein Dropshippingzeugs).

Nun habe ich im ersten Jahr einen Umsatz von knapp 55.000€ gehabt. Hierfür habe ich von einem Freund einen Kredit i.H.v 40.000€ bekommen. Der aktuelle Warenwert beträgt noch knapp 40.000€.

Also wird das investierte Geld mehr als verdoppelt.

Da ich als Student von meinem Geschäftsführergehalt leben muss und auch sonst etwas verschwenderisch war (Hohes Gehalt, Macbook für 2.000€, Dienstwagen, etc.) habe ich das erste Jahr mit -7.000€ abgeschlossen. Wenn ich das ein oder andere weggelassen wäre, dann wäre ich deutlich im positiven Bereich.

An sich ist das Unternehmen in meinen Augen profitabel, wenn man nicht so verschwenderisch mit dem Umsatz umgehen würde. Das ist mir leider erst im Jahresabschluss aufgefallen.

Nun ist das leider sehr zeitaufwendig für mich. Besonders die Erstellung des Online-Shops mit sämtlichen Suchmaschinenoptimierungen & anderer Software die ich eingeführt habe...
Das Verpacken/Versenden der Ware beansprucht 1 Stunde pro Woche. Die meiste Zeit vergeht/verging also vor dem Computer.

Nun zu meiner Frage. Nach meinem Studium möchte ich mit einem richtigen Job anfangen und daher die Firma verkaufen.
Würde aber jemand eine Firma kaufen, die noch Verbindlichkeiten hat und im ersten Jahr auch noch Verluste hatte?
Die ganze Systeme die ich zur Optimierung des Online-Shops angewendet habe und um es professioneller zu machen ist für mich schon sehr viel Wert.

Es gibt derzeit einen umkämpften Markt für die Produkte aber meine Konkurrenz hat einen "lächerlichen" Aufritt im Internet. Deren Auftritte sehen so aus, als ob es ein 13 Jähriger mit etwas IT Kenntnissen erstellt hätte.
Wenn mich Kunden anrufen denken die immer, dass es sich hierbei um eine Riesen Firma handeln müsse, obwohl ich alleine arbeite.

Die Konkurrenz könnte doch daran interessiert sein oder nicht?
Die Ware lässt sich ja verkaufen. Dann noch meine ganzen Systeme und Zulieferer, die sauschwer zu finden waren.

Was denkt ihr?

Soll ich erst versuchen die Firma auf 0 zu bringen?
Ich weiß aber auch nicht, ob ich die Firma in Zukunft neben einer 35 Stunden Woche noch so führen könnte.




-- Editiert von casio456 am 31.12.2018 19:03

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103712 Beiträge, 37549x hilfreich)

Zitat (von casio456):
Also wird das investierte Geld mehr als verdoppelt.

Wie denn das?



Zitat (von casio456):
Würde aber jemand eine Firma kaufen, die noch Verbindlichkeiten hat und im ersten Jahr auch noch Verluste hatte?

Klar.
Zum einen kann man die Verluste steuermindernd geltend machen.
Zum anderen ist es nicht ungewöhnlich, das eine Firma in den ersten Jahren Verluste macht



Zitat (von casio456):
Ich weiß aber auch nicht, ob ich die Firma in Zukunft neben einer 35 Stunden Woche noch so führen könnte.

Warum nicht?
Das große, aufwändige hat man offenbar schon hinter sich, jetzt gibt es das Verpacken mit 1h / Woche und den laufenden Betrieb. Wenn man sich dann eventuell noch eine 450 EUR Kraft leistet ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12301.06.2020 16:41:46
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe mich da wohl etwas unverständlich ausgedrückt. Mit verdoppeln meinte ich, dass man z.B. 10 investiert und der Warenwert nach dem Einkauf dann 20 beträgt vor Steuern und anderen Abgaben.

Bezüglich des Verkaufs. An wen ist es ratsam sich zu melden? Gibt es da empfehlenswerte Plattformen?
Ich habe bis jetzt zwei mal Post erhalten von irgendwelchen Vermittlungsunternehmen mit der Anfrage, ob ich meine Firma verkaufen würde. Bin aber davon ausgegangen, dass es nur unseriöse Werbung war.

Bezüglich Weiterführung ist es zwar richtig, dass der Aufwand deutlich geringer geworden ist, aber dennoch erwische ich mich selbst, wie ich am Wochenende sitze und Pläne schmiede, was ich noch verbessern könnte.
Bin da leider keiner der mal Pause macht und ständig neues erforscht.
Will mich auch nach dem Master ein wenig auf meine Karriere konzentrieren.

PS: Komme ich auf irgendeine "Liste" wenn ich mich bei Verkaufsplattformen melde?
Vielleicht will ich es ja weiterführen und will später keine Probleme bekommen, falls ich einen Kredit aufnehmen möchte.

-- Editiert von casio456 am 31.12.2018 21:42

-- Editiert von casio456 am 31.12.2018 21:44

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103712 Beiträge, 37549x hilfreich)

Zitat (von casio456):
An wen ist es ratsam sich zu melden?

Ich würde da mit der IHK Kontakt aufnehmen.



Zitat (von casio456):
Gibt es da empfehlenswerte Plattformen?

Da wäre mir keine bekannt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9539 Beiträge, 3955x hilfreich)


Grundsätzlich:

Eine Firma zu verkaufen, die auf dem Papier rote Zahlen schreibt ist selten eine gute Grundlage für einen ordentlichen Preis.

Zitat (von casio456):
Was denkt ihr?

Soll ich erst versuchen die Firma auf 0 zu bringen?


Wenn es keine "Super Wunder Startup Hyperbranche" ist, sollte das Unternehmen nicht nur auf 0 stehen, sondern deutlich schwarze Zahlen schreiben, sowie eine deutlich darstellbare positive Umsatzprognose für die kommende Zeit aufweisen.

Zitat (von casio456):
...wenn ich mich bei Verkaufsplattformen melde?


Nö.
Es gibt aktuell aber auch keine wirklich sinnvoll / seriös nutzbare Plattform, die ich Ihnen ans Herz legen könnte.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4936 Beiträge, 1246x hilfreich)

Zitat (von casio456):

Nun zu meiner Frage. Nach meinem Studium möchte ich mit einem richtigen Job anfangen und daher die Firma verkaufen.
Würde aber jemand eine Firma kaufen, die noch Verbindlichkeiten hat und im ersten Jahr auch noch Verluste hatte?

Selbstverständlich.

a) jemand, der ein Potential für die Zukunft sieht; die allermeisten Unternehmen machen in den ersten Jahren Verluste.

b) jemand, der die mitgekauften Verluste steuerlich nutzen kann.

Was man immer braucht, ist eine saubere Bewertung des Unternehmens. Das macht man mit Hilfe eines Steuerberaters.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort


#7
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4936 Beiträge, 1246x hilfreich)

Zitat (von Eugenie):
vielleicht findet man einen noch dümmeren Käufer, der eine Firma mit Schulden kauft!

Auf jeden Fall findet man noch dümmere Nicht-Käufer, die nicht begreifen, daß es sich steuerlich sehr gut lohnen kann, ein Unternehmen mitsamt dessen Schulden zu kaufen.

Das mindert nämlich die eigene Steuerlast...

Wurde weiter oben schon mehrfach erklärt, ist aber wohl zu hoch für manche Leute.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest-12301.06.2020 16:41:46
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nochmal,
ich habe die Firma nun auf der Seite von IHK (next gen) inseriert und bekomme pro Tag eine Anfrage. Einige davon sind seeeehr interessiert.
Ich werde mal ein paar telefonische Gespräche führen um den Markt abzutasten.
Falls es ernst werden sollte schalte ich meinen Steuerberater ein.

0x Hilfreiche Antwort

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