Verpächter von Werkstatt verbietet gewisse Arbeiten

26. Juni 2024 Thema abonnieren
 Von 
kl_diva
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 19x hilfreich)
Verpächter von Werkstatt verbietet gewisse Arbeiten

Hallo,
ich muss leider nochmal nach Rat fragen. Es geht nach wie vor um den Verpächter von der Werkstatt meines Mannes. Mein Mann ist Glaser, es stehen also VOR der Werkstatt auf dem Hof einige Glasgestelle rum, nichts schlimmes, max 5 Stück je nach Auftragslage.
Ich muss dazu sagen, dass es sich um ein Gewerbegebiet bzw. Mischgebiet handelt, in dem die Werkstatt liegt. Im Dachgeschoss wohnt der Sohn des Verpächters, im 1. OG ist eine kleine Betriebsleiterwohnung. Dann gibt es nur noch meinen Mann mit seinen 2 Werkstatthallen.
Der Verpächter wohnt wo anders, lässt sich aber täglich blicken und kontrolliert alles.
Nun muss mein Mann ab und Fensterrahmen lackieren bzw. Glasrückwände (ohne Lackierpistole, nur mit Pinsel). Man riecht den Lack natürlich und er macht es, sofern es das Wetter erlaubt, im freien. Diese Arbeiten kommen ca. 5x im Jahr vor.
Der Verpächter hat sich bei ihm beschwert, dass diese Art von Arbeit nicht zu seinem Aufgabengebiet gehört und er gefälligst eine Absauganlage einbauen soll, damit das ganze Haus nicht so nach Lack stinkt.
Mein Mann ist total zerstört, denn für die paar mal eine Absauganlage einzubauen, wäre Irrsinn. Noch dazu handelt es sich ja um eine Werkstatt in einem Gewerbegebiet. Der Verpächter möchte nun prüfen lassen, ob er so eine Anlage nicht gesetzlich einbauen MUSS.
Wir haben schon einen Werkstattwechsel erwogen, aber es gibt hier einfach keine geeignete Halle.
Kann der Verpächter sowas verlangen?

Probleme mit dem Gewerbe?

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1241 Beiträge, 216x hilfreich)

Zitat (von kl_diva):
Nun muss mein Mann ab und Fensterrahmen lackieren bzw. Glasrückwände (ohne Lackierpistole, nur mit Pinsel). Man riecht den Lack natürlich und er macht es, sofern es das Wetter erlaubt, im freien.
Nicht erlaubt.
Zitat (von kl_diva):
Der Verpächter hat sich bei ihm beschwert, dass diese Art von Arbeit nicht zu seinem Aufgabengebiet gehört und er gefälligst eine Absauganlage einbauen soll, damit das ganze Haus nicht so nach Lack stinkt.
Korrekte Anforderung.

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#2
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17250 Beiträge, 5931x hilfreich)

Giftige Dämpfe muss niemand dulden. Geruchsbelästigung kann bis zu einem gewissen Grad, in einem Gebäude mit Gewerbebetrieb, hinzunehmen sein. Es kommt darauf an was genau an Lacken verarbeitet wird und was im Mietvertrag vereinbart wurde.
Wurde der Außenbereich denn überhaupt mit vermietet?

Zitat (von vacantum):
Nicht erlaubt.
Es kommt darauf an welche Art Lack dort verarbeitet wird.

-- Editiert von User am 26. Juni 2024 11:41

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33285 Beiträge, 5791x hilfreich)

Zitat (von kl_diva):
Noch dazu handelt es sich ja um eine Werkstatt in einem Gewerbegebiet
bzw. Mischgebiet--- wo eben auch mind. 1Wohnung bewohnt wird.
Zitat (von kl_diva):
Der Verpächter möchte nun prüfen lassen, ob er so eine Anlage nicht gesetzlich einbauen MUSS.
Das kann und darf der Verpächter tun.
Zitat (von kl_diva):
Kann der Verpächter sowas verlangen?
Na klar.

Der aktuelle Stand ist doch, dass er prüfen lassen will, ob und was und wie oft solche *Maler-und Lackierarbeiten* als geringe Neben-/Zusatzleistung für einen Glaser dort erlaubt ist... ob das in der Werkstatt stattfinden darf und ob 5x p.a. für ein Verbot schon reicht....und ob dafür eine Absauganlage unerlässlich ist.
Soll er doch mal prüfen lassen...

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39007 Beiträge, 14087x hilfreich)

Die erste Frage ist doch, was der Mietvertrag/Pachtvertrag hergibt. Wenn dort niedergelegt ist, dass der Hof auch für diese Arbeiten genutzt werden kann, dann stellt sich die Frage, ob diese Art der Nutzung zulässig ist. Das ist über die zuständigen Ämter zu klären.

wirdwerden

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33285 Beiträge, 5791x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wenn dort niedergelegt ist, dass der Hof auch für diese Arbeiten genutzt werden kann,
Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einem Pachtvertrag en detail aufgelistet und vereinbart wird, welche Arbeiten /Nebenarbeiten wo genau ausgeführt werden dürfen.
Es geht wohl nicht so sehr um den Ort der Arbeiten, sondern um den Geruch durch Lacke und Farben.
Zitat (von wirdwerden):
Das ist über die zuständigen Ämter zu klären.
Ja. Genau das will der Verpächter doch jetzt tun.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122572 Beiträge, 40151x hilfreich)

Zitat (von kl_diva):
Mein Mann ist total zerstört, denn für die paar mal eine Absauganlage einzubauen, wäre Irrsinn.

Der Schutz der Gesundheit anderer ist kein Wahnsinn.
Dann soll er das lackieren halt lassen.



Zitat (von kl_diva):
Der Verpächter möchte nun prüfen lassen, ob er so eine Anlage nicht gesetzlich einbauen MUSS.

Da reicht eigentlich eine Anzeige bei den zuständigen Ämtern, da muss man nichts selber prüfen.



Zitat (von kl_diva):
Kann der Verpächter sowas verlangen?

Nicht nur verlangen, Schutz vor der Absonderungen gesundheitlich schädlicher Dämpfe kann er sogar durchsetzen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39007 Beiträge, 14087x hilfreich)

Anami, nur weil man eine Werkstatt gemietet hat, incl. Freifläche, heißt das nicht automatisch, dass man den Hof auch zur Ausübung seines Gewerbes nutzen darf. Da muss man sich den Vertrag anschauen, es kann ja durchaus sein, dass der Hof nur als Park/Lagerfläche gedacht ist, das muss dann nicht ausdrücklich im Vertrag angeführt sein.

Wir haben hier also 2 Problemkreise, die beide abzuklären sind.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39007 Beiträge, 14087x hilfreich)

Anami, nur weil man eine Werkstatt gemietet hat, incl. Freifläche, heißt das nicht automatisch, dass man den Hof auch zur Ausübung seines Gewerbes nutzen darf. Da muss man sich den Vertrag anschauen, es kann ja durchaus sein, dass der Hof nur als Park/Lagerfläche gedacht ist, das muss dann nicht ausdrücklich im Vertrag angeführt sein.

Wir haben hier also 2 Problemkreise, die beide abzuklären sind.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33285 Beiträge, 5791x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
heißt das nicht automatisch, dass man den Hof auch zur Ausübung seines Gewerbes nutzen darf
Stimmt. Automatisch gilt hier gar nichts.
Zitat (von wirdwerden):
Wir haben hier also 2 Problemkreise, die beide abzuklären sind.
Naja, ich hab gar keinen. :smile: Und der Verpächter in seinem Problemkreis ist doch schon auf dem Weg und eruiert dit&dat..

Der total zerstörte Glaser könnte zunächst mal keine Lackierarbeiten ausführen, und abwarten, was der Verpächter nun demnächst und mit Recht und Grundlagen fordert.
...und inzwischen natürlich den Pachtvertrag ganz genau lesen.

Immerzu etliche Problemkreise zu formen--- ist manchmal evtl. juristisch interessant, aber in der Glaserpraxis evtl. überzogen oder voreilig? :???:

Um die Werkstatt im Misch-und/oder Gewerbegebiet zu erhalten, könnte der Glaser diese notwendigen seltenen Lackierarbeiten uU auch dort ausführen, wo es entspr. Schutzvorrichtungen bereits gibt. Handwerker helfen sich manchmal gegenseitig.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122572 Beiträge, 40151x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Immerzu etliche Problemkreise zu formen--- ist manchmal evtl. juristisch interessant, aber in der Glaserpraxis evtl. überzogen oder voreilig?

Nun, hätte man "lesen und verstehen" angewendet, wüsste man, das die Glaserpraxis gerade ganz real vor nicht geringen Problemen steht ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10932 Beiträge, 4250x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nun, hätte man "lesen und verstehen" angewendet, wüsste man, das die Glaserpraxis gerade ganz real vor nicht geringen Problemen steht ...


Richtig, denn anders als im privaten Bereich, bei dem man theoretisch sein Fahrzeug im Garten völlig legal lackieren könnte, ist das im gewerblichen Bereich ausgeschlossen.
Da helfen auch nicht die sich auf dem Markt befindlichen "aufblasbaren Lackierkabinen mit Absaugung", weil die im gewerblichen Bereich vorgeschriebenen Grenzwerte schlicht nicht eingehalten werden können.
Bei dem beschriebenen Umfang der Lackierarbeiten wäre eine entsprechende, technisch genehmigungsfähige Lösung, vollkommen unwirtschaftlich, sofern sie in diesem Bereich überhaupt genehmigungsfähig ist.

Von daher dürfte das hier ->
Zitat (von Anami):
Um die Werkstatt im Misch-und/oder Gewerbegebiet zu erhalten, könnte der Glaser diese notwendigen seltenen Lackierarbeiten uU auch dort ausführen, wo es entspr. Schutzvorrichtungen bereits gibt. Handwerker helfen sich manchmal gegenseitig.

die sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung sein.
Sei es eine Mietlackierkabine, oder eine Partnerschaft mit einem ansässigen Maler und Lackierer, je nach dem was verfügbar und wirtschaftlicher ist.

Es sei denn man möchte ein kleines Vermögen in die Hand nehmen um die technischen und rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und sich dann mit zusätzlicher Bürokratie betreffend Genehmigungen, Gutachten, Gefährdungsbeurteilungen, Gefahrstoffverordnung und dem Immissionsschutz auseinandersetzen.



-- Editiert von User am 1. Juli 2024 13:28

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