Arbeiten ohne Werkvertrag - Rechnung höher als vereinbart

14. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
hg6806
Status:
Beginner
(111 Beiträge, 15x hilfreich)
Arbeiten ohne Werkvertrag - Rechnung höher als vereinbart

Guten Tag,

eine Frage zu einem möglichen Fall.
Ein Handwerksunternehmen wird gerufen um Montagearbeiten in einem Haus zu verrichten.
Der Unternehmer kommt, meint die Arbeiten wären in einem Tag mit 2-3 Monteuren erledigt.
Ein Werkvertrag wird nicht aufgesetzt.
Nun benötigen die Monteure doppelt so lange, die Rechnung wird entsprechend doppelt so teuer.
Wie sieht das Ganze rechtlich aus?
Muss der Unternehmer trotzdem den vollen Betrag erhalten oder kann der Auftraggeber hier etwas einstreichen.
Der Knackpunkt ist, dass kein Werkvertrag besteht, der Auftraggeber hat keinerlei Verträge unterschrieben.

Wenn nun ein Schaden entsteht, z.B. durch eine nicht fachgerechte Monate ein Brand beispielsweise entsteht, wie schaut da die Gewährleistung aus?


Vielen Dank im Voraus für Antworten!

-- Editiert von User am 14. Mai 2024 09:57

-- Editiert von User am 14. Mai 2024 09:58

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32769 Beiträge, 5739x hilfreich)

Zitat (von hg6806):
Wie sieht das Ganze rechtlich aus?
Ich nehme an, der Unternehmer fordert die Summe für die doppelte Arbeitszeit, weiteres für Material und Fahrtkosten. Dazu die MwSt.
Zitat (von hg6806):
oder kann der Auftraggeber hier etwas einstreichen.
Ist damit --zurückbehalten/kürzen---gemeint?
Zitat (von hg6806):
Der Knackpunkt ist, dass kein Werkvertrag besteht
Es knackt nicht, denn es besteht ein mündlicher Vertrag.

-Was sollte die Leistung mit 2-3 Monteuren an 1 Tag kosten?
-Hat der Unternehmer diese Summe genannt?
-Hat er Gründe genannt, warum man 2Tage benötigt hat?

Zitat (von hg6806):
Wenn nun ein Schaden entsteht, z.B. durch eine nicht fachgerechte Monate ein Brand beispielsweise entsteht, wie schaut da die Gewährleistung aus?
Das ist eine ganz andere Frage, die nichts mit der doppelten Dauer/Summe zu tun hat.
Es kommt drauf an.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121346 Beiträge, 40009x hilfreich)

Zitat (von hg6806):
Muss der Unternehmer trotzdem den vollen Betrag erhalten

Ich sehe keinen Grund, weshalb es nicht so sein sollte.



Zitat (von hg6806):
kann der Auftraggeber hier etwas einstreichen.

Können kann man vieles, in Abhängigkeit der persönlichen Talente, der Motivation und des
nanziellen Spielraumes.
Rechtlich ist das "können" aber regelmäßig wesentlich unrelevanter als das "dürfen".
Und für ein "dürfen" erscheint mit ein Irrtum bei einer unverbindlich geäußerten Meinung dann doch etwas arg dünn.



Zitat (von hg6806):
Wenn nun ein Schaden entsteht, z.B. durch eine nicht fachgerechte Monate ein Brand beispielsweise entsteht, wie schaut da die Gewährleistung aus?

So wie der Gesetzgeber es vorschreibt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Daskalos
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 184x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ich sehe keinen Grund, weshalb es nicht so sein sollte.


Vielleicht, weil der Unternehmer einen Kostenvoranschlag von einem Tag genannt hat und nun zwei benötigt / berechnet... :neck:

@hg6806: Schon mal den Unternehmer darauf angesprochen???

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32769 Beiträge, 5739x hilfreich)

Zitat (von Daskalos):
weil der Unternehmer einen Kostenvoranschlag von einem Tag genannt hat
Nö. Ein Kostenvoranschlag hätte voraussichtliche Kosten genannt. Diese lesen sich in Euro und nicht in Tagen.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121346 Beiträge, 40009x hilfreich)

Zitat (von Daskalos):
Vielleicht, weil der Unternehmer einen Kostenvoranschlag von einem Tag genannt ha

Es aber keinen Kostenvoranschlag ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7441 Beiträge, 1551x hilfreich)

Wenn man so garnichts vereinbart hat und auch kein Angebot hat....wie kommt man dann auf zu hohe Kosten? Bauchgefühl?

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121346 Beiträge, 40009x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Wenn man so garnichts vereinbart hat und auch kein Angebot hat....wie kommt man dann auf zu hohe Kosten? Bauchgefühl?

Ich würde eher vermuten, dass man der Meinung, es könnte in einem Tag zu schaffen sein, eine Verbindlichkeit zugemessen hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
hg6806
Status:
Beginner
(111 Beiträge, 15x hilfreich)

Die Sache hat sich nun erledigt.
Nach einem sehr wilden und lauten Wortgefecht vor Ort, bei dem es noch nicht einmal um die Rechnung ging sondern generelle Mängelbeseitigung, bei dem der Unternehmer aggressiv alles heruntergespielt hat, war ich auf den heutigen Tag mit einem erneuten Besuch und er Rechnung gespannt.
Die Rechnung war zwar über den vereinbarten 2-3 Personen pro Tag aber noch im Rahmen.
Der Unternehmer hatte sich zudem entschuldigt und dass es ihm Leid tut so aus der Haut gefahren zu sein.

Meiner Meinung nach für einen Unternehmer dem Kunden gegenüber nicht tragbar.

Wir haben uns letztendlich geeinigt, ich werde den Betrag fristgerecht überweisen.
Empfehlen werden ich ihn nicht, einen Auftrag von einem Nachbarn hatte er dadurch direkt schon gestern abend verloren.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32769 Beiträge, 5739x hilfreich)

Zitat (von hg6806):
Die Sache hat sich nun erledigt.
Das ging ja flott. Gestern hattest du gar nichts zu einer möglichen Mängelbeseitigung geschrieben.
Zitat (von hg6806):
Die Rechnung war zwar über den vereinbarten 2-3 Personen pro Tag aber noch im Rahmen.
In welchem Rahmen?
Gestern hattest du geschrieben, die Rechnung wird doppelt so teuer. Das war also nur Ahnung
Zitat (von hg6806):
Meiner Meinung nach für einen Unternehmer dem Kunden gegenüber nicht tragbar.
Wieso nicht? Er hat sich entschuldigt---ihr beide hattet heftig gestritten. Hast du dich auch entschuldigt?
Zitat (von hg6806):
ich werde den Betrag fristgerecht überweisen.
Das ist zu empfehlen.

Nicht zu empfehlen ist, ein Problem, welches noch keines ist und nicht konkret beschrieben ist, schon gleich in die Welt zu fragen, wie das Ganze nun rechtlich aussähe.
:respekt:

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#10
 Von 
hg6806
Status:
Beginner
(111 Beiträge, 15x hilfreich)

Nun, sorry für das Fragen aber ich spiele in Konfliktsituationen immer ganz gerne worst case Szenarien durch und so stellte sich mir die generelle Frage, wie sich in einem solchen Fall das Ganze ohne bestehenden Werkvertrag rechtlich ausschaut.
Ich denke das ist für andere auch interessant die auch ohne einen Werkvertrag schon Probleme mit Handwerkern hatten.

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121346 Beiträge, 40009x hilfreich)

Zitat (von hg6806):
so stellte sich mir die generelle Frage, wie sich in einem solchen Fall das Ganze ohne bestehenden Werkvertrag rechtlich ausschaut.

Dann müsste man erst mal bestimmen, um was für einen Vertrag es sich handelt.
Dann prüft man, welche Rechte anwendbar wären und wer was wie konkret beweisen kann.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#12
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32769 Beiträge, 5739x hilfreich)

Zitat (von hg6806):
Ich denke das ist für andere auch interessant die auch ohne einen Werkvertrag schon Probleme mit Handwerkern hatten.
Es muss doch gar kein schriftlicher (Werk)Vertrag sein.
Evtl. hatten andere Kunden mit anderen Handwerkern ganz andere Probleme, wenn sie so wie du nur eine mündliche ungenaue Absprache über den Zeit-und Personalaufwand für diese Leistung hatten.
Sogar mit einem schriftlichen (mehrseitigen) Werkvertrag kommt es häufig vor, dass sich während der Bauzeit und nach Fertigstellung der Leistung noch diverse Probleme zu allen möglichen Einzelpunkten ergeben.

Aber schön, dass ihr euch einigen konntet.

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