Auto Werkstatt Rechnung

4. November 2008 Thema abonnieren
 Von 
fowler
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 2x hilfreich)
Auto Werkstatt Rechnung

Hallo, weiß nicht genau ob ich hier richtig bin, aber ich fang einfach mal an.

Meine Freundin hat ihr Auto einem Nachbarn überlassen der eine Werkstatt hat. Das Auto fuhr nicht mehr und ich vermutete, dass der Anlasser kaputt sei. Sie hatte ihm gesagt er soll sich das Auto mal anschauen und ihr dann sagen was es ungefähr kosten wird, aber noch nichts daran reparieren. Der Nachbar hatte sich nun das Auto angeschaut und ihr telefonisch mitgeteilt, dass es der Anlasser ist und er einen alten Anlasser hat bei dem er mal schauen muss ob er evtl. passt. Er hat einen Tag später nochmals angerufen und ihr mitgeteilt, dass ausser dem Anlsser noch einige weitere Mängel behoben werden müssen. Wir sind dann heute hingefahren und haben uns erklären lassen was alles gemächt werden müsste, insgesamt ca. 500€. Zu unserer Überraschung hatte er aber bereits den Anlasser eingbaut, ohne zu fragen ob wir ihn überhaupt haben wollen. Meine Freundin hatte ihm ja gesagt er solle es sich nur anschauen und noch nichts reparieren, da wir uns nicht sicher sind,ob sie nochmals Geld in die alte Kiste investieren soll. Er verlang nun 140€ für die Reparatur. Also für den gebrauchten Anlasser und die Arbeitskosten.

Wir finden das ganz schon dreist, dass er ihn einfach eingebaut hat.

Wie ist denn die rechtiche Lage bei so etwas. Müssen wir ihm nun 140€ bezahlen?

Vielen Dank schon mal im vorab...

-- Editiert von fowler am 04.11.2008 20:26

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1170x hilfreich)

Rechtlich ist es so, wie Siegfried schreibt: Keine Vergütungsanspruch ohne wirksamen Reparaturauftrag. Nach der Sachverhaltsschilderung liegt ein solcher nicht vor. Als Unbeteiligter würde man sich aber vielleicht fragen, was den Nachbarn nach dem Telefonat mit der Freundin dazu bewegt haben mag, zwar den Anlasser einzubauen, aber die anderen Reparaturen nicht durchzuführen. Wie auch immer – der Nachbar muss einen Vertragschluss beweisen, wenn er seine Arbeit vergütet haben möchte.

Wenn es zum Streit kommt, ist auch denkbar, dass der Nachbar Geld für die Untersuchung des Autos haben möchte. Nach der Sachverhaltsschilderung ist jedenfalls eine Vergütung dafür nicht ausgeschlossen worden, sondern alles im Ungefähren geblieben („…Sie hatte ihm gesagt er soll sich das Auto mal anschauen …“). Ist keine Vergütung vereinbart worden, die Leistung aber nur gegen Vergütung zu erwarten gewesen, dann wird die übliche Vergütung geschuldet; 632 BGB. Man könnte hier zu dem Ergebnis kommen, dass auch bei bloßer Untersuchung eines Kfz ohne anschließenden Reparaturauftrag eine Vergütung verkehrsüblich ist – würde ich jedenfalls so sehen.

Praktisch problematisch wird es, wenn sich der Nachbar wegen eines von ihm behaupteten Anspruchs auf sein Pfandrecht aus § 647 BGB beruft. Natürlich muss der Nachbar seinen Anspruch auch hier nachweisen, aber das Auto wird er in einem solchen Fall trotzdem erst einmal nicht wieder rausrücken.

Aus meiner Sicht sollten Sie versuchen, dass Problem unjuristisch im Gespräch mit dem Nachbarn klären.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1170x hilfreich)

> ... der Nachbar hat meiner Meinung nach gar kein Pfandrecht, es ist doch weder ein mdl. noch ein schrftl. Auftrag erteilt worden, ...

Richtig, jedenfalls nach der Sachverhaltsschilderung von fowler. Deshalb habe ich ja auch geschrieben, dass sich der Nachbar wegen eines von IHM BEHAUPTETEN Anspruchs auf das Pfandrecht berufen könnte, denn wenn der Werkunternehmer sich erst dann auf sein Pfandrecht berufen, wenn er seinen Anspruch nachgewiesen hat, dann wäre ja sein Pfandrecht wertlos bzw. hinge von guten Willen des Besteller ab.

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