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Fehler an Solaranlage innerhalb Gewährleistungspflicht

2.10.2020 Thema abonnieren
 Von 
Paddy007
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 2x hilfreich)
Fehler an Solaranlage innerhalb Gewährleistungspflicht

Guten Tag,

ich habe bauen lassen (durch ein Hausbauunternehmen nach BGB) und die Abnahme des Hauses (Oktober 2017) durchgeführt. In Rücksprache habe ich mich direkt an die Heizungsfirma gewandt.
Im März 2019 gab es einen Fehler an der Solaranlage (Druckverlust durch ein defektes Entlüftungsventil am Kollektor) woraufhin die ausführende Heizungsfirma den Mangel behob und die Anlage auffüllte.
Seit Anfang September merke ich ich wieder, dass ich keinen Solardruck auf der Anlage habe (Manometer und Solarertrag).
Ich habe die Firma wieder angeschrieben, welche mir mitteilte, dass ich mein Wartungsunternehmen beauftragen soll die Anlage zu prüfen. Daraufhin habe ich die Firma gefragt welchen Hintergrund dies hat und ob der Mangel nicht durch die Gewährleistung abgedeckt ist. Daraufhin bekam ich folgende Antwort und würde mich über eine Einschätzung bedanken, ob dies so richtig ist, oder ob die Firma doch im Boot ist.

"Ein Gewährleistungsmangel ist ein Mangel, der bereits bei Abnahme bestand. Bei Abnahme lagen keine Mängel vor. Die Beweispflicht geht bei Abnahme auf den Eigentümer über.
Die Herstellergarantie ist nach 2 Jahren abgelaufen. Sollte das Wartungsunternehmen einen Mangel feststellen, werden wir das prüfen."

Vielen Dank für jede Hilfe im Voraus.

-- Editiert von Paddy007 am 02.10.2020 11:22

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82043 Beiträge, 34092x hilfreich)

Zitat (von Paddy007):
Fehler an Solaranlage innerhalb Gewährleistungspflicht

Es gib hier keine Gewährleistungspflicht.



Zitat (von Paddy007):
Daraufhin bekam ich folgende Antwort und würde mich über eine Einschätzung bedanken, ob dies so richtig ist,

Man trägt als Auftraggeber hier in dem Falle die volle Beweislast dafür, das ein Fall der gesetzlichen Mängelhaftung vorliegen würde.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12650 Beiträge, 5164x hilfreich)

Zitat (von Paddy007):
"Ein Gewährleistungsmangel ist ein Mangel, der bereits bei Abnahme bestand.
Das ist korrekt wenn man als Privatperson kauft. Reden wir von Stromerzeugung oder von Warmwasser? Bei Strom bist du aber wohl im gewerblichen Bereich. Dann gilt das HGB und die Konditionen sind frei verhandelbar. Wenn also ein Gewerbevertrag besteht, dann ist es gut möglich, dass mit der Abnahme, oder zumindest kurz danach, die Frist zur Mängelrüge endet. Das steht dann aber im Vertrag den du geschlossen hast.

Zitat (von Paddy007):
Die Beweispflicht geht bei Abnahme auf den Eigentümer über.
Das ist bei Privatkäufern falsch. Die Beweispflicht geht erst 6 Monate danach auf den Käufer über. Vorher hat der Verkäufer die Beweispflicht dass die Anlage bei Übergabe mangelfrei war. Bei einem Gewerbekunden kann das vertraglich geregelt werden.

Zitat (von Paddy007):
Die Herstellergarantie ist nach 2 Jahren abgelaufen.
Wann die Garantie abläuft steht in den Garantie Unterlagen




-- Editiert von -Laie- am 02.10.2020 13:30

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#3
 Von 
Paddy007
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Zitat (von Paddy007):
"Ein Gewährleistungsmangel ist ein Mangel, der bereits bei Abnahme bestand.
Das ist korrekt wenn man als Privatperson kauft. Reden wir von Stromerzeugung oder von Warmwasser? Bei Strom bist du aber wohl im gewerblichen Bereich. Dann gilt das HGB und die Konditionen sind frei verhandelbar. Wenn also ein Gewerbevertrag besteht, dann ist es gut möglich, dass mit der Abnahme, oder zumindest kurz danach, die Frist zur Mängelrüge endet. Das steht dann aber im Vertrag den du geschlossen hast.

Zitat (von Paddy007):
Die Beweispflicht geht bei Abnahme auf den Eigentümer über.
Das ist bei Privatkäufern falsch. Die Beweispflicht geht erst 6 Monate danach auf den Käufer über. Vorher hat der Verkäufer die Beweispflicht dass die Anlage bei Übergabe mangelfrei war. Bei einem Gewerbekunden kann das vertraglich geregelt werden.

Zitat (von Paddy007):
Die Herstellergarantie ist nach 2 Jahren abgelaufen.
Wann die Garantie abläuft steht in den Garantie Unterlagen




-- Editiert von -Laie- am 02.10.2020 13:30



Es handelt sich hier um eine Solaranlage für die Brauchwassererwärmung.
Die 6 Monate sind ja allerdings um. Ich habe allerdings auch im Netz die Begründung der Heizungsfirma gefunden, dass sich nach der Abnahme des Gebäudes die Beweislast umkehrt.

Wie ist es denn, wenn ich jetzt einen Monteur hole und dieser feststellt, dass wieder so ein Ventil defekt ist? Vielleicht sogar das ausgetauschte?
Was haben dann die 5 Jahre für einen Vorteil für mich? Da die Anlage ja die ersten 1 1/2 Jahre lief, kann ein Mangel beim Einbau ja ausgeschlossen werden?
Bin da nicht ganz so im Thema drin.

-- Editiert von Paddy007 am 02.10.2020 13:44

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#4
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12650 Beiträge, 5164x hilfreich)

Zitat (von Paddy007):
Es handelt sich hier um eine Solaranlage für die Brauchwassererwärmung.
Dann bist du also wohl Privatperson. Auf die Solaranlage hast du also 2 Jahre "Gewährleistung". Diese Zeit ist jetzt aber sowieso um. Und selbst wenn die Zeit noch nicht um wäre könntest du wohl nicht beweisen, dass der Mangel bereits beim Kauf der Anlage bestanden hätte.

Zitat (von Paddy007):
Wie ist es denn, wenn ich jetzt einen Monteur hole und dieser feststellt, dass wieder so ein Ventil defekt ist? Vielleicht sogar das ausgetauschte?
Dann steht es dir frei dies reparieren zu lassen oder auch nicht. Es ist deine Entscheidung.

Zitat (von Paddy007):
Was haben dann die 5 Jahre für einen Vorteil für mich?
Welche 5 Jahre? Du meinst die "Gewährleistung" für die Arbeiten zur Errichtung der Solaranlage? In der Realität herzlich wenig. Eine "Gewährleistung" ist eben keine Haltbarkeitsgarantie.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82043 Beiträge, 34092x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Das ist bei Privatkäufern falsch.

Das es hier aber nun gar keinen Privatkäufer gibt, frage ich mich, was die Ausführungen dazu sollen?



Zitat (von Paddy007):
Die 6 Monate sind ja allerdings um.

Da es diese hier nicht gibt, ist das auch egal.



Zitat (von Paddy007):
Ich habe allerdings auch im Netz die Begründung der Heizungsfirma gefunden, dass sich nach der Abnahme des Gebäudes die Beweislast umkehrt.

Hinsichtlich der Mängel gilt, dass vor der Abnahme der Werkunternehmer dafür darlegungs- und beweispflichtig ist, dass seine Werkleistung mangelfrei ist, nach der Abnahme trägt diese Darlegungs- und Beweislast der Auftraggeber. Siehe § 640 BGB.



Zitat (von Paddy007):
Was haben dann die 5 Jahre für einen Vorteil für mich?

In der Realität eher nur einen sehr beschränkten Vorteil.



Zitat (von Paddy007):
Da die Anlage ja die ersten 1 1/2 Jahre lief, kann ein Mangel beim Einbau ja ausgeschlossen werden?

Nicht unbedingt, der Mangel kann ja auch schon latent vorhanden gewesen sein.
Das Problem ist nur, das der Nachweis hier teurer sein dürfte, als die Reparatur - falls er denn überhaupt erfolgreich wäre.
Also das durchsetzen des Rechtes am Ede nicht nur mit hohen Kostenrisiko behaftet ist, sondern am Ende vermutlich auch noch unwirtschaftlich.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12650 Beiträge, 5164x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das es hier aber nun gar keinen Privatkäufer gibt
Wieso solle es hier keinen Privatkäufer geben???
Natürlich ist der Käufer hier eine Privatperson. Wie kommst du denn zum gegenteiligen Schluß?

Signatur: Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28
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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82043 Beiträge, 34092x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Natürlich ist der Käufer hier eine Privatperson.

Es gibt nicht mal einen Käufer hier, nur den Auftraggeber eines Werkvertrages ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12650 Beiträge, 5164x hilfreich)

Und du glaubst wirklich, dass er die Solarmodule einfach irgendwo gefunden hat???

-- Editiert von -Laie- am 07.10.2020 20:12

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82043 Beiträge, 34092x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Und du glaubst wirklich, dass er die Solarmodule einfach irgendwo gefunden hat???

Nö, aber man sollte die Unterschiede zwischen Kaufvertrag und Werkvertrag nicht ignorieren...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#10
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12650 Beiträge, 5164x hilfreich)

Für die Solaranlage gibt es sicherlich einen Kaufvertrag.

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#11
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2833 Beiträge, 689x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Für die Solaranlage gibt es sicherlich einen Kaufvertrag.


Nein, den gibt es nicht.

Signatur: Gruß Charly
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#12
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12650 Beiträge, 5164x hilfreich)

Warum denkst du das?

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#13
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2833 Beiträge, 689x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Warum denkst du das?


Weil es hier keinen Käufer, sondern einen Besteller und einen Werkunternehmer gibt. Darum gibt es keinen Kaufvertrag sondern einen Werkvertrag.

Signatur: Gruß Charly
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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82043 Beiträge, 34092x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Für die Solaranlage gibt es sicherlich einen Kaufvertrag.

Wenn dann gäbe es den zwischen dem Hausbauunternehmen und seinem Lieferanten. Nur ist der hier total irrelevant.


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