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Frage bzgl Handwerker Rechnung

11.12.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Arbeit Firma Rechnung
 Von 
guest-12330.01.2018 07:51:22
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Frage bzgl Handwerker Rechnung

Hallo,

ich habe ein Sanitäter Firma beauftragt einen neuen Spülkasten im Wand (unterputz) zu bauen. Obwohl ich wüsste dass Sie die Fliesen-arbeitet nicht leisten werden, würde ich nicht informiert dass der Fliesenleger arbeit mit denen arbeit koordiniert sein muss.

Daher die Handwerker sind gekommen (meister + Azubi) um festzustellen dass Sie nicht viel machen können.

Jetzt habe ich eine Rechnung gekriegt wo sie jeweils für den Meister und Azubi 14 Zeiteinheiten rechnen wo ein Zeiteinheit = 10 Minuten --> als sie 2,3 stunden gearbeitet hätten.

Sie gesamte Rechnung liegt bei 480,€ ( mit Fahrkosten) und ich finde ungerecht dass für keine Arbeit...2,3 stunden gerechnet sein können. Ist das überhaupt gerecht und möglich?

Vielen Dank im Voraus!

-- Editiert von rcraciun am 11.12.2017 12:25

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Arbeit Firma Rechnung


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82226 Beiträge, 34129x hilfreich)

Zitat (von rcraciun):
Obwohl ich wüsste dass Sie die Fliesen-arbeitet nicht leisten werden, würde ich nicht informiert dass der Fliesenleger arbeit mit denen arbeit koordiniert sein muss.

Über absolut selbstverständliches muss man nicht informiert werden.



Zitat (von rcraciun):
und ich finde ungerecht dass für keine Arbeit.

Sie hätten ja gerne gearbeitet. Das sie es nicht konnten war je nicht deren Schuld. Sondern offenbar die des Auftraggebers. Der Auftraggeber hat einen Schaden verursacht, den muss er auch bezahlen (Schadenersatz).
Warum sollen die keinen Lohn bekommen, nur weil jemand anderes sie am arbeiten gehindert hat? Das wäre ungerecht ...

Ob diese Summe in der Höhe gerechtfertigt ist, wäre zu prüfen. Das kann man auch bei der HWK machen lassen.
Wenn aber nur der Arbeitsausfall und Fahrtkosten berechnet wurden, dann dürfte das in Ordung sein.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Ich würde es zu den vorvertraglichen Pflichten eines Sanitärunternehmens rechnen, sich bei Aufträgen durch einen (wahrscheinlichen) Laien erstmal danach zu erkundigen, inwieweit das Ganze mit den anderen Gewerken abgestimmt ist. Diese Firmen kennen doch die Probeleme ganz genau und es dürfte nicht das erste Mal sein, dass die ein Vorbauelement installiert haben.

Mal ganz davon abgesehen, kann ich rein technisch die Problematik nicht nachvollziehen: Erst kommt das Vorbauelement (HKW-Installateur), welches in einem Stahrahmen ist. Wenn das Dingen steht (das Hänge WC wird dann, falls kein Zweit-WC da ist, provisorisch an diesem Stahrahmen montiert), kommt das nächste Gewerk. Das kann dann ein Fliesenleger, ein Trockenbauer, ein Maurer oder sonstwas sein- der dann diesen Stahrahmen beplankt bzw. ummauert (das WC kommt davor natürlich wieder ab). Dann, je nach Fortgang und Verträglichkeit der Handwerker untereinander und mit dem Auftraggeber, kommen schnell noch die Fliesen und dann wieder das WC drauf. Wenn man viel Glück hat, kann einer von denen eine einigermaßen akzeptable Silikonfuge ziehen.

So ist der Gang der Dinge. Mit einem Duscheinbau will ich gar nicht anfangen...

Demnach ist die Rechnung des Sanitärbetriebs nicht nachvollziehbar (so, wie ich es verstanden habe, haben die ja nichts gemacht). Ein Angebot zu erstellen und dafür vor Ort mal zu gucken, ist üblicherweise kostenfrei- und danach sah mir das aus- oder wurde der Auftrag schon erteilt?

Zusatz:
Ich sehe gerade, dass Deine Beschreibung unklar formuliert ist: Welche "Handwerker" sind gekommen? Der Fliesenleger oder der Installateur? Ich bin in meinem Text davon ausgegangenb, der Sanitärinstallatuer wäre gekommen (und der hätte ja problemlos arbeiten können). Oder ist der Fliesenleger gekommen? Dass der aber nichts machen kann, ist ja offenbar auch für einen Laien selbsterklärend. Wo sollte der denn die Fliesen hinlegen?
Das wäre noch zu klären...

-- Editiert von Funkybull am 12.12.2017 17:56

Signatur: Wenn ich mich nicht irre (Sam Hawkens)
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#3
 Von 
guest-12330.01.2018 07:51:22
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

vielen Dank für die Antworten!

Die Sanitärinstallatueren sind gekommen und haben nachgefragt wann der Fliesenleger kommen wird. Ich hab von ihnen verstanden dass wenn die Fliese nicht montiert ist können sie nicht die Toilette zuruck montieren. Ich wäre dann ohne Toilette geblieben und das wäre nicht möglich gewesen.

Aber wie sie bei 140 Minuten/Pro Person Zeit gekommen sind ist mir leider unklar und habe ich dafür auch keine Erklärung gekriegt.

Ich habe die Rechnung Widerrufen (mit der Vorschlag dass ich die Anfahrt Kosten übernehme+ etwa Zeit die sie bei mir waren) aber sie bestehen auf den geforderten Betrag( Anfahrt + 140 Zeiteinheiten = 480).

Ich habe schon bei HWK angerufen, sie prüfen solche Fälle nicht, nur Qualitätsmangel oder andere Aspekten aber nicht Rechnungen.

Jetzt 2 fragen hätte ich:
1. Müsste ich nicht eine Arbeitsrapport unterschrieben nach der Einsatz? Sie haben mir nicht gegeben.
2. Ist die Firma nicht verpflichtet zu erklären wie die 2,3 stunden verwendet würden? In der Rechnung ist nur die grobe Zeit eingegeben, ohne detaillierte Beschreibung.

vielen Dank!

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#4
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von rcraciun):

Die Sanitärinstallatueren sind gekommen und haben nachgefragt wann der Fliesenleger kommen wird. Ich hab von ihnen verstanden dass wenn die Fliese nicht montiert ist können sie nicht die Toilette zuruck montieren. Ich wäre dann ohne Toilette geblieben und das wäre nicht möglich gewesen.

WC können sie sehr wohl temporär montieren
--> Siehe meine Beschreibung über das übliche Procedere

Zitat (von rcraciun):
Aber wie sie bei 140 Minuten/Pro Person Zeit gekommen sind ist mir leider unklar und habe ich dafür auch keine Erklärung gekriegt.

Warum zwei Monteure gekommen sind, die beide berechnet werden
und
warum sich jeder über 2 Stunden aufgeschrieben hat
wird das Geheimnis dieser Firma bleiben.

Wenn Du Zeugen hast, ist das gut- aber auch so ist offensichtlich, dass da zwei Dödel angekommen sind und evtl. 2 Stunden lang gepupst haben. Denn wenn ich es recht verstanden habe, ist effektiv nichts gemacht worden. Ergo können sich die beiden Spezis auch nichts aufschreiben.

Übrigens: Fahrtkosten dürfen _nicht_ als Arbeitszeit berechnet werden!
An Deiner Stelle würde ich nichts zahlen und den Anbieter wechseln.
Aus leidvoller Erfahrung darf ich Dir allerdings sagen, dass v.a. die Sanitärgilde immer wieder negativ auffällt. Vielleicht sind die, umgekehrt, auch von schlimmen Kunden genervt- aber trotzdem ist das kein Grund.

Tip: 3-4 Firmen anrufen, sagen, was Du willst, mit den dann anrückenden Meistern alles besprechen (v.a. auch Schnittstellen der Gewerke- bei der Gelegenheit nach Unternehmen fragen, mit denen die jeweils zusammenarbeiten) und dann Festpreisangebot anfordern.


Zitat (von rcraciun):
Jetzt 2 fragen hätte ich:
1. Müsste ich nicht eine Arbeitsrapport unterschrieben nach der Einsatz? Sie haben mir nicht gegeben.


Ja, ist normalerweise so

Zitat (von rcraciun):
2. Ist die Firma nicht verpflichtet zu erklären wie die 2,3 stunden verwendet würden? In der Rechnung ist nur die grobe Zeit eingegeben, ohne detaillierte Beschreibung.


In der Rechnung stehen immer nur abstrakt die Stunden, unterschieden nach den verschiedenen Abstufungen (Meister - Geselle - Helfer; Monteur habe ich auch mal gelesen, weiß aber gerade nicht die Zuordnung). Trotzdem müssen die sagen können, wofür die Zeit benötigt wurde. Und wenn keinerlei Materialkosten aufgeührt werden, dann sieht das schon komisch aus....

Signatur: Wenn ich mich nicht irre (Sam Hawkens)
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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82226 Beiträge, 34129x hilfreich)

Zitat (von Funkybull):
Warum zwei Monteure gekommen sind, die beide berechnet werden und warum sich jeder über 2 Stunden aufgeschrieben hat wird das Geheimnis dieser Firma bleiben.

Der Schilderung nach: Schadenersatz weil der Bauherr die Baustelle nicht entsprechend vorbereitet hat.



Zitat (von Funkybull):
Und wenn keinerlei Materialkosten aufgeührt werden, dann sieht das schon komisch aus....

Bestärkt die These das es Schadenersatz sein soll.



Zitat (von rcraciun):
Ich habe schon bei HWK angerufen, sie prüfen solche Fälle nicht,

Komisch, in hiesiger Gegend prüfen die auch bei Verdacht auf überhöhte / unberechtigte Rechnungen bzw. vermitteln.



Zitat (von rcraciun):
Müsste ich nicht eine Arbeitsrapport unterschrieben nach der Einsatz?

Nein.



Zitat (von rcraciun):
Ist die Firma nicht verpflichtet zu erklären wie die 2,3 stunden verwendet würden? In der Rechnung ist nur die grobe Zeit eingegeben, ohne detaillierte Beschreibung.

Nein. Kann aber sein, das sie dann vor Gericht verlieren würden, wenn sie es nciht begründen könnten.

Wenn sie es jedoch vor Gericht begründen könnten, würdest Du verlieren.


Ich würde daher nochmals ganz klar schreiben, das man die Rechung in der Höhe mangels Erläuterung nicht nachvollziehen kann und das man deshalb vorerst die Zahlung verweigert.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Funkybull):
Warum zwei Monteure gekommen sind, die beide berechnet werden und warum sich jeder über 2 Stunden aufgeschrieben hat wird das Geheimnis dieser Firma bleiben.

Der Schilderung nach: Schadenersatz weil der Bauherr die Baustelle nicht entsprechend vorbereitet hat.

Ich hatte aber dargestellt, dass das technisch gar nicht schlüssig sein kann. Selbst baer, wenn die beiden Herren völlig umsonst gekommen wären, wäre die Forderung nichtz plausibel.



Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Funkybull):
Und wenn keinerlei Materialkosten aufgeührt werden, dann sieht das schon komisch aus....

Bestärkt die These das es Schadenersatz sein soll.


Für was? Entgangenen Gewinn? Na klar, der zum selben Zeitraum konkurrierende Auftrag hätte mindestens eine Million gebracht... ;-)

Allerdings wäre noch interessant zu erfahren, wie der Auftrag konkret zustandegekommen ist. Eigentlich ist es immer so, dass ein Meister vorbeischaut und sich die Situation vor Ort anschaut. Dabei wird mit dem Bauherrn besprochen, was wie von wem gemacht werden soll und auf dieser Basis wird ein Angebot gemacht. Ist das hier anders gelaufen? Wenn nicht, kann ich das Ganze noch weniger verstehen- zumal sich sinnvollerweise die Gewerke untereinander absprechen sollen.



Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von rcraciun):
Müsste ich nicht eine Arbeitsrapport unterschrieben nach der Einsatz?

Nein.


Kenne ich aber auch nur so, also mit Stundenzettel zumindest.



Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von rcraciun):
Ist die Firma nicht verpflichtet zu erklären wie die 2,3 stunden verwendet würden? In der Rechnung ist nur die grobe Zeit eingegeben, ohne detaillierte Beschreibung.

Nein. Kann aber sein, das sie dann vor Gericht verlieren würden, wenn sie es nciht begründen könnten.

Wenn sie es jedoch vor Gericht begründen könnten, würdest Du verlieren.


Man kann zwar am Verstand einiger Richter/innen zweifeln, aber nicht alle kaufen alles ab.....

Signatur: Wenn ich mich nicht irre (Sam Hawkens)
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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82226 Beiträge, 34129x hilfreich)

Zitat (von Funkybull):
Ich hatte aber dargestellt, dass das technisch gar nicht schlüssig sein kann.

Wieso?
Erst muss doch der Fliesenleger mal seinen Job machen, dann der Installateur, dann wieder der Fliesenleger. Je nachdem kämen dann auch noch Maurer / Trockenbauer dazu.



Zitat (von Funkybull):
Selbst baer, wenn die beiden Herren völlig umsonst gekommen wären, wäre die Forderung nichtz plausibel.

Wenn ich für einen Auftrag 2 Leute für 2 Stunden terminiere und die dann durch Verschulden des Bauherren nicht arbeiten können, dann steht mir dafür entsprechender Schadenersatz zu.
Und etwas gearbeitet haben sie ja auch.



Zitat (von Funkybull):
Kenne ich aber auch nur so, also mit Stundenzettel zumindest.

Ja, ist auch üblich. Nur halt keine Pflicht.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Funkybull):
Ich hatte aber dargestellt, dass das technisch gar nicht schlüssig sein kann.

Wieso?
Erst muss doch der Fliesenleger mal seinen Job machen,

Wieso?
Es kommt natürlich immer auf die konkrete Situation an. Gut vorstellbar wäre es aber so, wie von mir geschildert. Die können ihr Fertigelement ganz einfach an die Wand montieren, Wasserverbindung herstellen, WC mit Abfluss dran und erstmal fertig. Rein funktional könnte das sogar so bleiben. Nach dem, was ich lesen konnte, haben se das aber eben nicht gemacht (Frage: Was haben se gemacht?) und den fehlenden Fliesenleger beklagt.


Zitat (von Harry van Sell):
Und etwas gearbeitet haben sie ja auch.


Würde ich als Meister der Firma auch immer mal sagen....
Aus der Darstellung des TE kann ich das nicht extrahieren.


Es gibt ja ein paar Fragen, die der TE noch benatworten könnte.

Signatur: Wenn ich mich nicht irre (Sam Hawkens)
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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82226 Beiträge, 34129x hilfreich)

Zitat (von Funkybull):
Aus der Darstellung des TE kann ich das nicht extrahieren.

Naja, weniger extrahieren - eher interpretieren.
Sie haben sich die Sachlage ja angesehen und über weiteres (für sie sinnvolles) Vorgehen entschieden.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#10
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Funkybull):
Aus der Darstellung des TE kann ich das nicht extrahieren.

Naja, weniger extrahieren - eher interpretieren.
Sie haben sich die Sachlage ja angesehen und über weiteres (für sie sinnvolles) Vorgehen entschieden.

Das erinnert mich an die Zeit, als ich mein erstes Auto (und wenig Geld) hatte. Zylinderkopfdichtung defekt. Das Auto stand eine halbe Ewigkeit in der Werkstatt, ohne dass effektiv etwas geschah. Ich bekam dann eine Rechnung, die noch über dem typischen Arbeitssatz der VW-Werkstätten lag (der gilt quasi als Richtwert). Auf meine Frage, wie denn dieser Betrag zustandegekommen sei, sagte man mir, dass man sich ja Gedanken gemacht hätte.

Also, zwar muss im Handwerk nicht selten auch gedacht werden, aber es heißt immer noch Handwerk. Und da möchte man die Ergebnisse auch sehen können...

Signatur: Wenn ich mich nicht irre (Sam Hawkens)
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#11
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4969 Beiträge, 2280x hilfreich)

Zitat (von Funkybull):
Übrigens: Fahrtkosten dürfen _nicht_ als Arbeitszeit berechnet werden!
An Deiner Stelle würde ich nichts zahlen und den Anbieter wechseln.

Echt, die Richter sehen das im Allgemeinen eben schon anders:
https://openjur.de/u/149165.html
Zitat:
Ein Werkunternehmer sei "grundsätzlich berechtigt, auch die Kosten erstattet zu verlangen, die ihm entstehen, wenn Leistungsort und Betriebsstätte auseinanderfallen. Denn ihm entstehen während der Fahrtzeit Kosten, ohne dass er etwas erwirtschaftet."

Danach sind auch Zeiten für die Arbeitsvorbereitung in der Firma mit zu ersetzen.
Zitat (von Funkybull):
Das erinnert mich an die Zeit,

Schön das man persönliche Erinnerungen hat, nur wird das ein Richter wohl kaum interessieren oder in einer Urteilsfindung beeinflussen.

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#12
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von 0815Frager):
Zitat (von Funkybull):
Übrigens: Fahrtkosten dürfen _nicht_ als Arbeitszeit berechnet werden!
An Deiner Stelle würde ich nichts zahlen und den Anbieter wechseln.

Echt, die Richter sehen das im Allgemeinen eben schon anders:
https://openjur.de/u/149165.html
Zitat:
Ein Werkunternehmer sei "grundsätzlich berechtigt, auch die Kosten erstattet zu verlangen, die ihm entstehen, wenn Leistungsort und Betriebsstätte auseinanderfallen. Denn ihm entstehen während der Fahrtzeit Kosten, ohne dass er etwas erwirtschaftet."

Danach sind auch Zeiten für die Arbeitsvorbereitung in der Firma mit zu ersetzen.

Kein Widerspruch im Urteil zu meiner Aussage- zu Deiner falschen Interpretation dagegen sehr wohl.

Der Stundensatz wird zwar manchmal als Berechnungsgrundlage genommen, allerdings wird dann davon etwas abgezogen. Ich sehe das sehr kritisch:
In manchen Gewerken und Gegenden gibt es Stundensätze von 50 € und mehr (netto). Zieht der Handwerker für die Fahrt "generös" 10% ab, wären wir bei 45 € / h
Und jetzt? Wie soll jetzt weitergerechnet werden? Der Sanitär-Heizung-Klima Betrieb setzt dann zur weiteren Eruierung der Lage vor Ort sicherheitshalber drei Monteure in den Transporter, unterwegs wird dann für einen anderen Kunden noch schnell was vom Großhandel abgeholt, dann noch eben zur Kaffeebude, dann am Ziel Parkplatzsuche, dann erstmal kurze Pause mit Radio hören, Zeitung lesen und Rauchen und dann zum Kunden- tutto completto 1 Stunde. Alle drei kommem rein, zwei hauen wieder ab und rauchen vor der Haustür weiter und der dritte stellt 30 Minuten lang fest, dass man jetzt erstmal sowieso nichts machen könne. Die anderen zwei mussten "auf jeden Fall aus Sicherheitsgründen und zum Anreichen von Werkzeug etc." mitgeschickt werden.
Jetzt fällt denen ein, dass man ja noch ein Reduzierstück holen und irgendwo draufschrauben könne (haben sie natürlich nicht im Firmenwagen, der sowieso kaum Standardteile mit sich führt)- also nochmal 30 Minuten zum Großhandel und zurück zum Kunden.

Die Drei müssen ja nun auch wieder ihren Rückweg antreten; nach der Anfaht kommt die Abfahrt: wieder 1 Stunde. Dass die 100 m weiter zum nächsten Kunden fahren und nicht zurück zur Werkstatt, braucht der vorherige Kunde schließlich nicht zu wissen.

Lassen wir mal die Abstufung in verschiedene Qualifikationsstufen außer acht und veranschlagen alle drei mit 50 € / h (vielleicht hat in diesem konstruierten Fall der Betrieb ja auch gleich drei Gesellen oder Meister geschickt), dann ergäbe sich:

Anfaht: 1 Stunde
Teile holen hin: 0,5 Stunden
Teile holen zurück: 0,5 Stunden
Abfahrt: 1 Stunde
Zusammen: 3 Stunden mit 3 Leuten macht 9 Mannstunden (sorry, sexistisch), als Fahrtzeit um 10% reduziert
Also: 9 x 45€ = 405 €

Arbeitszeit: 1/2 Stunde mit 3 Leuten macht 1,5 Fraustunden, volle Stundenberechnung
Also: 1,5 x 50 € = 75 €

Total: 405 € + 75 € = 480 €

Ich gebe zu: So macht Rechnungschreiben Spaß :-)


Ich denke, das Problem ist klar geworden. Deutlich besser ist da schon eine Fahrtkostenpauschale, abgestuft nach Entfernungen- wenn denn überhaupt die Fahrtkosten berechnet werden.

Als Verbraucher würde ich vorher immer abklären (wenn kein Festpreisangebot da ist): Wie werden die Fahrtkosten berechnet, wenn überhaupt, und wieviele Leute kommen wann zu welchen Arbeiten (und wie wird das begründet).

Schließlich:
Ich hatte neulich selbst zwei Herren aus der SHK-Gilde (Sanitär-Heizung-Klima, wie sich das ja jetzt nennt) "zu Gast":
Der Betrieb berechnet grundsätzlich eine Fahrtkostenpauschale von 18 € netto, was ok ist. Es kamen zwei, evtl. hätte aber auch einer gereicht, naja- was soll man dann machen? Direkt beim Eintreten sagen: "Stop" Einer ist genug!"? Es wurde rel. zügig gearbeitet, ein Pluspunkt. Als der Stundenzettel ausgefüllt wurde, blickte ich auf die Uhr und stellte fest, dass es ziemlich genau 1 Stunde war (zu diesem Zeitpunkt genau 55 Minuten), die gearbeitet wurde. Darüber waren wir uns einig.
Was steht auf dem Stundenzettel? "1,25 Stunden"- ich frage, wie er darauf kommt und der SHK-Mann sagt mir: "Wir müssen ja unsere Stunden voll bekommen. Das müssen Sie mit dem Chef diskutieren"

In Anbetracht dessen, dass der Termin schnell zustandekam und zügig gearbeitet wurde, habe ich nicht nur unterschrieben sondern auch entsprechend gezahlt. Man muss immer abwägen...

Signatur: Wenn ich mich nicht irre (Sam Hawkens)
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#13
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4969 Beiträge, 2280x hilfreich)

Zitat (von Funkybull):
Kein Widerspruch im Urteil zu meiner Aussage- zu Deiner falschen Interpretation dagegen sehr wohl.

Das Urteil wirklich gelesen?
Auch die Zeit in der Firma darf berechnet werden.
Zitat (von Funkybull):
In manchen Gewerken und Gegenden gibt es Stundensätze von 50 € und mehr (netto). Zieht der Handwerker für die Fahrt "generös" 10% ab, wären wir bei 45 € / h

Sorry das ist Quatsch, ein Stundenverrechnungssatz wird anders berechnet, man sollte sich ein wenig mit BWL befassen.
Übrigens sind 50€ die Stunde fast gar nichts, die Gemeinkosten in manchen Gewerken bewegen sich schon bei 20 bis 30€.

Zitat (von Funkybull):
Deutlich besser ist da schon eine Fahrtkostenpauschale, abgestuft nach Entfernungen- wenn denn überhaupt die Fahrtkosten berechnet werden.

Muss kein Handwerker anbieten, meist ist die gerechte Lösung Km für die Anfahrt und Zeit normal rechnen:
Zitat (von Funkybull):
Dass die 100 m weiter zum nächsten Kunden fahren und nicht zurück zur Werkstatt, braucht der vorherige Kunde schließlich nicht zu wissen.

Das ist wieder wohl eine pauschale Unterstellung und Bashing vom Handwerker.
Zitat (von Funkybull):
. Es kamen zwei, evtl. hätte aber auch einer gereicht, naja- was soll man dann machen? Direkt beim Eintreten sagen: "Stop" Einer ist genug!"?

Auch das steht dem Aufragnehmer bei einem Werkvertrag gar nicht zu, wie die Ausführung des Auftrages von sich geht, darauf hat der Auftraggeber kein Mitspracherecht, es ist ausschließlich die Erbringung der Leistung im Endergebnis erforderlich (§631 BGB ).

Zitat (von Funkybull):
Ich gebe zu: So macht Rechnungschreiben Spaß :-)

Echt, dann sollte man sich mal darin mehr Übung verschaffen und in ins reale Leben zurück kehren.

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#14
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8967 Beiträge, 2848x hilfreich)

Funkybull,

eigene Erfahrungen (schlechte wie gute) sind schön und gut um Sachverhalte einschätzen zu können.
Für die rechtliche Beurteilung sind eigene Erfahrungen aber oftmals ungeeignet.

Dem TS geht es darum, ob die Abrechnung vom 2,3 Stunden angreifbar ist.

Klares ja, wenn die Leute incl. Anfahrzeit nicht so lange tätig waren.

Ansonsten wäre zu prüfen wie lange die durchschnittliche Anfahrzeit, gerechnet ab dem Betrieb und die Zeit vor Ort war.
Und in dem Zusammenhang welche Regelungen es hinsichtlich der Anfahrzeit gibt.

Harry hat schon in der Antwort 1 die naheliegende Vermutung aufgestellt, dass die beiden gerne weiter gearbeitet hätten, dies aber aus Gründen, die der Auftraggeber zu vertreten hat, nicht möglich war.

Allein diese Teilaussage

Zitat (von rcraciun):
Ich wäre dann ohne Toilette geblieben und das wäre nicht möglich gewesen.
lässt für mich, ungeachtet Deiner richtigen Beschreibung wie ein Umbau oftmals vonstatten geht, den Verdacht aufkommen, dass der Auftraggeber den Abbau der alten Toilette und die Montage des Rahmens verhindert hat.

Ohne konkrete Informationen des TS, werden wir also nicht weiterkommen, sodass es letztlich nur bei der Prüfung der Stundenzahl bleibt.

Berry

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