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Gewährleistung Bauträger bei Sonderwünschen

14.9.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Bauträger Recht
 Von 
Hejdi
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 1x hilfreich)
Gewährleistung Bauträger bei Sonderwünschen

Guten Morgen,

es wurde von einem Bauträger eine Neubau-ETW gekauft. Die Gewährleistung beträgt 5 Jahre. Im Rahmen der Bauphase wurde durch die Käufer eine andere Toilette als im Exposé beschrieben ausgesucht, und vom durch den Bauträger beauftragten Installateur verbaut. Hersteller ist der gleiche wie im Exposé, jedoch höherwertiges Modell (leise absenkender Deckel und spülrandlos).

Nun tropft diese Toilette und der Installateur wurde zur Mängelbehebung kontaktiert. Die direkte Ansprache an den Installateur ist gewohnt und hat bisher funktioniert. Nachdem mehrere (ca. 3) Monate fruchtlos vergingen, wurde der Bauträger mit der Mängelbehebung beauftragt (per Email unter Nennung einer Frist von gut 2 Wochen). Der Bauträger antwortet, dass er den Mangel ablehnt, da es sich um einen Sonderwunsch handelt.

Wer hat Recht - kann sich der Bauträger einfach auf den Sonderwunsch berufen und die Mängelbehebung ablehnen? Dies würde ja sämtliche Sonderwünsche betreffen, z. B. auch das höherwertige Parkett, Wandfarbe oder ähnliches.

Danke!

-- Editiert von Moderator am 14.09.2020 21:29

-- Thema wurde verschoben am 14.09.2020 21:29

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Bauträger Recht


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15567 Beiträge, 2333x hilfreich)

Zitat (von Hejdi):
es wurde von einem Bauträger eine Neubau-ETW gekauft.
Im Kaufvertrag wird sich finden, welche Pflichten sich für den Verkäufer im Rahmen der Gewährleistung ergeben.
Zitat (von Hejdi):
Wer hat Recht
Bitte zunächst den Kaufvertrag prüfen.
Wofür gilt die von dir genannte Gewährleistung von 5 Jahren?

Es handelt sich hier nicht um eine baurechtliche Frage.

Vermutlich habt ihr einen Werkvertrag nach BGB oder einen Vertrag nach VOB?

Zitat (von Hejdi):
Die direkte Ansprache an den Installateur ist gewohnt und hat bisher funktioniert.
Wie war denn bezüglich des Mangels an dem SW-WC-Becken die Ansprache?
Wann war die Fertigstellung/Abnahme der ETW?

Habt ihr schriftlich und nachweislich sowie mit Fristsetzung vom Installateur die Mangelbeseitigung gefordert?

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#2
 Von 
Hejdi
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke schon einmal. Es handelt sich um einen "Bauträgerkaufvertrag".

Unter "Rechte bei Mängeln" steht in diesem Vertrag, dass die Verjährungsfrist 5 Jahre beträgt (mit Ausnahme von Malerarbeiten, Arbeiten am Grundstück, bewegliche Teile der Ausstattung, Sanitär- und Heizungsarmaturen etc." Hier gelten 2 Jahre).

Ich sehe die Toilette nicht als "bewegliches Teil" und auch nicht als Armatur und verstehe somit 5 Jahre als Frist. Abnahme war in 2016.

Weiter ist erwähnt "Bei Zweifeln über die zu erbringenden Leistungen geht die Baubeschreibung den Bauplänen vor". In der Baubeschreibung steht über die Toilette folgendes: "wandhängender Tiefspülklosettkörper Fa. XXX, Serie XXX, mit geräuscharmen Unterputz-Spülkasten". Bei "XXX" ist die Marke genannt. Wir haben lediglich das Modell in ein höherwertiges geändert.

Weiter steht im Vertrag "Ein Anspruch auf Übernahme von Sonderwünschen besteht nicht" [...] Sofern der Käufer die Ausführung von Sonderwünschen wünscht, hat er sich in Eigeninitiative mit dem Verkäufer in Verbindung zu setzen und schriftlich die Sonderwünsche sowie die Übernahme der dafür entstehenden Mehrkosten gegenüber dem Verkäufer zu erklären. Weitere Voraussetzung für die Ausführung der Sonderwünsche ist, dass diese technisch und bautechnisch [...] möglich sind [...]."

zu Gewährleistung der Sonderwünsche steht in diesem Absatz nichts.

Die Planung der Sanitäreinrichtungen ist in Absprache mit dem Bauträger zwischen dem Installateur, dem Lieferanten und uns direkt erfolgt, dem Bauträger lagen die Angebote etc. jedoch vor, so dass dieser in die Kommunikation eingebunden war und unsere Auswahl auch kennt. Bezahlt haben wir die höherwertige Ausstattung beim Sanitärinstallateur, der diese im Rahmen der sonstigen Sanitärarbeiten durchgeführt/eingebaut hat (also im Rahmen des Baus des MFH).

Von BGB oder VOB habe ich im Vertrag nichts finden können.

Die Mängelmeldung wurde dem Installateur -wie in der Vergangenheit gewohnt- per Whatsapp mitgeteilt, Fristnennung bisher also unverbindlich. Gegenüber dem Bauträger schriftlich per Email mit einer Frist von gut 2 Wochen. Der Installateur verweist auf die zähe Rückmeldung des Herstellers und äußert sich nicht weiter auf Nachfragen.

Haben wir alternativ 5 Jahre Gewährleistung beim Installateur, so dass es sich lohnt, diesem eine verbindliche Frist schriftlich mitzuteilen?




-- Editiert von Hejdi am 14.09.2020 12:35

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#3
 Von 
user08154711
Status:
Lehrling
(1098 Beiträge, 139x hilfreich)

Zitat (von Hejdi):
Bezahlt haben wir die höherwertige Ausstattung beim Sanitärinstallateur, der diese im Rahmen der sonstigen Sanitärarbeiten durchgeführt/eingebaut hat
Also müsst Ihr Euch an den Installateur wenden.
Zitat (von Hejdi):
Haben wir alternativ 5 Jahre Gewährleistung beim Installateur
Hängt vom Vertrag mit dem Installateur ab ...

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#4
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15567 Beiträge, 2333x hilfreich)

Zitat (von Hejdi):
Haben wir alternativ 5 Jahre Gewährleistung beim Installateur, so dass es sich lohnt, diesem eine verbindliche Frist schriftlich mitzuteilen?
Ich verstehe nicht, was du mit *lohnen* meinst.
Will man seine Rechte durchsetzen, empfiehlt es sich immer, doch mind. 80 Cent für ne Briefmarke, besser aber das Porto für ein nachweisliches Schriftstück Einwurfeinschreiben zu investieren. Dieses also an den Installateur.
Verbindliche Frist?
Du kannst ihm eine angemessene Frist setzen. Je nachdem, wie lange du schon mit ihm per Whatsapp rumspielst, kann die kürzer oder länger sein. 2-4 Wochen sollten angemessen sein.

Zitat (von Hejdi):
Der Installateur verweist auf die zähe Rückmeldung des Herstellers und äußert sich nicht weiter auf Nachfragen.
Zumindest verweist er nicht auf Ablauf der Gewährleistung...
Ob der Hersteller des besonderen WC-Beckens verantwortlich dafür ist, dass es nun tropft ?

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#5
 Von 
Hejdi
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 1x hilfreich)

Ach, mit „lohnen" meinte ich nur, ob es bei Installateuren überhaupt 5 Jahre Gewährleistung gibt oder ob da immer nur 2 Jahre gelten, dann könnte ich mir das Frist setzen sparen. Nicht die 80 Cent, aber das Unmut-auslösen ohne Rechtsgrundlage zu meinen Gunsten.

Also setze ich dem Installateur jetzt einfach mal eine angemessene Frist und warte auf seine Reaktion. Allein aus dem Nicht-beantworten der letzten Nachrichten, habe ich „Lust" dazu ;)

Ich bin gerade die alten Emails mit den Angeboten unserer Badausstattung durch gegangen, kann aber nirgendwo eine Vertragsgrundlage bzw. AGB entdecken, sondern lediglich das Angebot über Material XY zu Preis YZ und Zahlungsziel.

Der Hersteller ist sicher nicht verantwortlich, aber das ist jetzt der Stand, den der Installateur uns als Erkläring für sein Nichtstun mitteilt, er hätte so einen Fall noch nicht gehabt und kann es sich nicht erklären...

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#6
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15567 Beiträge, 2333x hilfreich)

Wenn er nach 2 Jahren aus der Gewährleistung raus wäre, hätte er euch das sicher ganz schnell mitgeteilt.
Evtl. versucht er mit dem Hersteller etwas in Sachen Versicherung zu *regeln*?
Ich würde wie oben eine angemessene Frist von 2 Wochen setzen.
Man könnte ihm dazu 3 Auswahl-Termine zur Besichtigung anbieten, falls/weil er es sich nicht vorstellen kann.

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#7
 Von 
Hejdi
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 1x hilfreich)

Vielen Dank, das hilft mir. Viele Grüße.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83439 Beiträge, 34341x hilfreich)

:forum:


Mit " Baurecht" hat das ganze ja 0,0 zu tun.



Zitat (von Hejdi):
Wer hat Recht - kann sich der Bauträger einfach auf den Sonderwunsch berufen und die Mängelbehebung ablehnen?

Nein.



Aber bevor man hier Fristen setzt, sollte man mal überlegen, wie man hier eigentlich die Beweislast erfüllen möchte, das es sich hier überhaupt um einen Mangel handelt welcher der Sachmängelhaftung unterfällt.

Denn wenn man den Installateur zu sehr nervt, könnte es sein, das der nicht mehr so koopertiv ist und sich mal nach der Rechtslage erkundigt...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
Hejdi
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
:forum:


Mit " Baurecht" hat das ganze ja 0,0 zu tun.

-Pardon - es erschien mir das passendste Forum zu sein...



Zitat (von Hejdi):
Wer hat Recht - kann sich der Bauträger einfach auf den Sonderwunsch berufen und die Mängelbehebung ablehnen?

Nein.



Aber bevor man hier Fristen setzt, sollte man mal überlegen, wie man hier eigentlich die Beweislast erfüllen möchte, das es sich hier überhaupt um einen Mangel handelt welcher der Sachmängelhaftung unterfällt.

Denn wenn man den Installateur zu sehr nervt, könnte es sein, das der nicht mehr so koopertiv ist und sich mal nach der Rechtslage erkundigt...


Danke für den Ratschlag. Ich erkundige mich auf diesem Weg nach der Rechtslage, da mir selbst es nicht gelungen ist, es über die vorliegenden Verträge für mich zu klären. Ich freue mich, wenn Du die Einschätzung Deiner Rechtslage für mich niederschreibst, so dass ich es nachvollziehen kann. Mein Eindruck war, dafür sei dieses Forum da...

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