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Handwerker für Abriss und Asbest Entsorgung

19.4.2020 Thema abonnieren
 Von 
Elr0nd
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 1x hilfreich)
Handwerker für Abriss und Asbest Entsorgung

Hallo,
ich möchte gerne einen Handwerker beauftragen, der mir eine große gemauerte Gartenhütte mit Asbest Dach abreißt. Muss ich hierbei auf irgendwelche Lizenzen achten und bin ich verpflichtet zu prüfen wo das Asbest und der Bauschutt entsorgt werden?
Oder geschieht das auf Risiko des Handwerkers falls der es nicht sachgemäß entsorgt? Ich will vermeiden, dass das auf mich zurück fällt.

Wenn ich einen pauschalen Preis mit dem Handwerker vereinbare und ihn bar bezahle - bin ich dann verpflichtet zu prüfen ob er das versteuert? Oder ist das seine Sache und auch sein Risiko?

Besten Dankim Voraus!

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83508 Beiträge, 34353x hilfreich)

Abfälle asbesthaltiger Baustoffe gelten als gefährliche Abfälle.
Bedeutet die müssen speziell gelagert und speziell entsorgt werden. Für die Entsorgung von Asbest gibt es spezielle Entsorgungsbehälter (Big Bags) und Schutzkleidung (Schutzanzug, Atemschutzmaske, etc.) für die Demontage falls nötig.
Die HWK sollte da seriöse Unternehmen benennen können die das machen.



Zitat (von Elr0nd):
Ich will vermeiden, dass das auf mich zurück fällt.

Der Handwerker ist mitunter nur Erfüllungsgehilfe, bedeutet das man durchaus mit haftet.

Wer sicher gehen will, der entsorgt selber bzw. beauftragt einen zugelassenen Entsorger.



Zitat (von Elr0nd):
Wenn ich einen pauschalen Preis mit dem Handwerker vereinbare und ihn bar bezahle - bin ich dann verpflichtet zu prüfen ob er das versteuert?

Nö. Kann man ja gar nicht prüfen ob der versteuert.
Man muss dann aber bei Barzahlung nicht wundern, wenn mal irgendwann Zoll oder Steuerfahndung anklopfen.




-- Editiert von Harry van Sell am 19.04.2020 23:49

Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Elr0nd
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 1x hilfreich)

Bin ich denn als Laie, der sich mit den Sachen nicht auskennt, tatsächlich haftbar für die Entsorgung, die jemand durchführt, der sich augenscheinlich besser auskennen müsste?

Ich möchte natürlich, dass die Sachen ordnungsgemäß entsorgt werden, letztendlich liegt das ja aber nicht in meinem Handlungsspielraum.

Ich kann ja schlecht verlangen, dass ich bei der Entsorgung mitfahren oder einen Beleg sehen möchte. Letztendlich bezahle ich den Handwerker ja dafür, dass ich mich darum nicht kümmern muss.

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#3
 Von 
dimo1991
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 12x hilfreich)

Zitat:
Ich kann ja schlecht verlangen, dass ich bei der Entsorgung mitfahren oder einen Beleg sehen möchte.

Natürlich kann man einen Nachweis über die fachgerechte Entsorgung verlangen; seriöse Unternehmen werden diesen Wunsch auch anstandslos erfüllen. Auch werden solche Unternehmen eine entsprechende Zulassung besitzen und diese auf Wunsch vorlegen. Deshalb finde ich den Rat, sich bei der HWK zu informieren, den richtigen Weg.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31581 Beiträge, 12519x hilfreich)

Die Frage ist doch nicht, wieso man verantwortlich ist, sondern, was man getan hat, um der Verantwortung gerecht zu werden. Wenn man alles erforderliche getan hat, dann kann man im Falle der Inanspruchnahme eben diese Verantwortung an den Verursacher weitergeben.

wirdwerden

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#5
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3364 Beiträge, 1871x hilfreich)

Bei uns wäre die HWK absolut ahnungslos bzw. würde nur auf die Vorschriften im Gewerblichen Bereich verweisen - aber das kann ja örtlich ganz verschieden sein.

Hast du denn geprüft, ob du eine Abrissgenehmigung benötigst? oder den Abriss beim Bauamt anzeigen musst? (> Bauamt)

Meist sitzen Bauamt und Abfallberatung unter einem Dach beim Landratsamt.
Von daher rate ich dir, dich dorthin zu wenden.
Üblicherweise haben die dort auch entsprechende Merkblätter zum Umgang mit Asbestabfällen
> hier ein Beispiel

"Ich kann ja schlecht" > das zählt nicht ;)
Letztendlich gilt: dein Müll = deine Verantwortung
Ggf. muss du dir halt die Befähigungsnachweise und Entsorgungsnachweise vorlegen lassen ... und dann wieder beim Bauamt einreichen oder auch nur für den Fall eventueller Überprüfungen gut aufbewahren.

Aber da es sich nur um die Dacheindeckung handelt:
Kleinstmengen können ggf auch selbst vorsichtig abgebaut und entsorgt werden
Auch hier erfährst du die örtlichen Vorschriften am besten direkt übers Landratsamt.
> auch hier ein Beispiel
und daraus:
Schutzmaßnahmen bei Arbeiten an bzw. beim Umgang mit asbesthaltigen Produkten oder Abfällen (z. B. Welldacheindeckungen, Fassadenplatten) im privaten Bereich: Die Arbeiten, z. B. Entfernen von Dacheindeckungen, Fassadenplatten, sind nach den Vorschriften der Bayerischen Bauordnung (BayBO) und der Gefahrstoffverordnung so auszuführen, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben und Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht durch frei werdende Asbestfasern gefährdet werden.Private Bauherren oder Sanierer, die für den eigenen Bedarf solche Arbeiten selbst oder mit nachbarschaftlicher Hilfe durchführen, benötigen für die Ausführung dann keine zugelassenen Unternehmer, wenn diese mit der nötigen Sachkunde und Erfahrung erfolgt. Ist dies nicht gewährleistet,hat der Bauherr ein asbestsachkundiges Unternehmen mit der Durchführung der Arbeiten zu beauftragen.Der Gesetzgeber hat mit der Gefahrstoffverordnung und den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 519) strenge Vorschriften erlassen, die eingehalten werden müssen. Aus der Sicht des Umwelt-und Arbeitsschutzes ist, nicht zuletzt auch wegen möglicher Schadensersatzansprüche, folgendes zu beachten: .....

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#6
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15602 Beiträge, 2339x hilfreich)

Zitat (von Elr0nd):
Ich möchte natürlich, dass die Sachen ordnungsgemäß entsorgt werden, letztendlich liegt das ja aber nicht in meinem Handlungsspielraum.
Doch. Dein Handlungsspielraum ist groß.
Lass dir von mind. 3 für Asbest-und Schadstoffentsorgung zugelassene Abrissfirmen Kostenangebote machen.
Verzichte auf mündlich genannte Pauschalpreise und auf Barzahlung.
Sondern mach es *ordentlich*. Mach es nicht *grau*.
Dann bist du sicher, der Abfall wird sicher behandelt und richtig entsorgt. Kostet einfach etwas mehr.

Variante: Du beauftragst nur den Abriss/Entsorgung des *Asbestdaches* und wählst ein dafür zert. /zugelassenes Unternehmen.
Das restliche Mauerwerk dürfte sonstiger Bauschutt sein und einfacher und preiswerter entsorgt werden dürfen. Das kann ein anderer oder du selbst machen.

Die HWK? Die HWK nennt keine Unternehmen.
Es gibt das Branchenbuch online. Dort findet sich, was du suchst. Gleich unter A wie Abriss und A wie Asbestentsorgung.

Fragen: Was ist ein Asbestdach? Wie viele qm hat diese Dachfläche?

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#7
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8287 Beiträge, 3642x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Fragen: Was ist ein Asbestdach?

Ein Dach welches mit Asbest belastet ist, vermutlich mit Eternitplatten aus den 70/80 Jahren oder eben eine der vielen anderen möglichen Quellen....

Zitat (von Anami):
Wie viele qm hat diese Dachfläche?

Willst Du dem TE ein Angebot unterbreiten, oder welcher Sinn steckt hinter der Frage?

-- Editiert von spatenklopper am 27.04.2020 14:28

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