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Handwerker hat mündliches Angebot nicht eingehalten

10.12.2019 Thema abonnieren
 Von 
123power
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 11x hilfreich)
Handwerker hat mündliches Angebot nicht eingehalten

Hallo, mich würde interessieren wie ihr die Sache seht: Unser Handwerker hat in den letzten drei Jahren viele Aufträge von uns bekommen und es hat fast immer gepasst. Aus dem Grund haben wir den letzten Auftrag ebenfalls an ihn vergeben. Mündlich ausgemacht war ein Festpreis von 300,- Euro netto für Arbeitszeit und allem nötigen Material. Das war für uns in Ordnung und auch im Budget (ging immerhin um eine Sache die unsere Mietwohnung und nicht unser Eigentum betrifft). Nun haben wir gestern die Rechnung bekommen in der er fast 1000 Euro brutto fordert. Er begründet das damit, dass es mehr Aufwand war, er hat aber während der Arbeit diesbezüglich nichts gesagt, sonst hätten wir die Arbeiten sofort abgebrochen. Angesichts der vielen Aufträge die er von uns schon bekam finde ich das eine bodenlose Frechheit. Ich wäre jetzt so vorgegangen: Schriftliche Mitteillung, dass wir die Rechnung so nicht akzeptieren, weil mündlich etwas andere vereinbart war und wir den Auftrag für die berechnete Summe niemals vergeben hätten. Die vereinbarten 300 Euro + USt. hätte ich mit Hinweis "wie am xx.xx.xxxx. und xx.xx.xxxx mündlich vereinbart" überwiesen.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8394 Beiträge, 3412x hilfreich)

Wie willst Du den Wortlaut des mündlichen Angebotes beweisen?
War es ein Festpreisangebot oder nur eine unverbindliche Aufwandsschätzung?

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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#2
 Von 
123power
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 11x hilfreich)

Muss ich es beweisen ? Oder muss es der Handwerker beweisen ? Warum sollte ich lügen ? Hab dem Handwerker bisher immer alles bezahlt und wir hatten auch ein gutes Verhältnis. Vereinbart war ein Festpreis pro Zimmer (50 Euro inkl. Material). Das macht bei sechs Zimmern 300 Euro netto. Dieser Preis wurde bei zwei vorherigen Terminen (als er etwas anderes in unserer Wohnung machte) von ihm bestätigt. Hab sogar extra nochmals nachgefragt ob das so passt und das Material da schon mit drin ist. Wie gesagt: Wir hätten die Arbeiten nicht machen lassen, hätten wir vorher gewusst, dass er plötzlich mehr als das Dreifache möchte (das sprengt nicht nur Budget, das hätte ich niemals in eine Mietwohnung investiert). Als Beweis könnte man im Streitfall vielleicht anführen, dass ich zwei Tage vor dem Termin das Geld vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto transferiert habe.

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#3
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(880 Beiträge, 256x hilfreich)

Zitat:
Muss ich es beweisen ?

Ja. Wobei man sich natürlich auch erstmal bestreiten könnte, einen Vertrag überhaupt geschlossen zu haben. Natürlich wird dann das Gericht nachfragen, warum man einen Handwerker ohne Auftrag in die Wohnung lässt zum arbeiten ;)

Zitat:
Als Beweis könnte man im Streitfall vielleicht anführen, dass ich zwei Tage vor dem Termin das Geld vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto transferiert habe.

Das Beweist leider gar nichts.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84734 Beiträge, 34558x hilfreich)

Zitat (von 123power):
Muss ich es beweisen ?

Nein. Aber dann wird man wohl um die Zahlung der 1000 EUR nicht herumkommen...



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
123power
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 11x hilfreich)

Schau ma mal. Er müsste ja dann auch beweisen, dass wir mündlich 1000 Euro bzw. eine Abrechnung auf Stundenbasis + Materialkosten vereinbart haben. Ich behaupte: Ein Auftrag mit diesen Konditionen wurde meinerseits nie vergeben, da wir niemals einen so hohen Betrag zur Renovierung in eine Mietwohnung stecken würden. Also auch anders herum wirds mit dem Beweisen eher schwierig !

Der Zug für weitere Aufträge ist mit dieser Aktion eh abgefahren...

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84734 Beiträge, 34558x hilfreich)

Zitat (von 123power):
Er müsste ja dann auch beweisen, dass wir mündlich 1000 Euro bzw. eine Abrechnung auf Stundenbasis + Materialkosten vereinbart haben.

Nein, muss er nicht, siehe § 632 BGB:
(1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Herstellung des Werkes den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Das er dort aus Langeweile 6 Zimmer gemacht hat, wird man wohl nicht glaubwürdig verargumentieren können.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
Anami
Status:
Weiser
(16350 Beiträge, 2521x hilfreich)

Zitat (von 123power):
Vereinbart war ein Festpreis pro Zimmer (50 Euro inkl. Material).
Darf man fragen, was er für diesen Festpreis machen sollte?

Wahrscheinlich werdet ihr euch außergerichtlich einigen. Das wäre für alle die günstigste Variante.

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#8
 Von 
guest-12330.04.2020 12:15:00
Status:
Student
(2417 Beiträge, 517x hilfreich)

Zitat (von 123power):
Er müsste ja dann auch beweisen, dass wir mündlich 1000 Euro bzw. eine Abrechnung auf Stundenbasis + Materialkosten vereinbart haben
Nein, muss er nicht beweisen.

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