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Handwerkerrechnung- Sach-Gerätekosten - Steuerliche Bewertung

17.10.2020 Thema abonnieren
 Von 
Pirmin123
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Handwerkerrechnung- Sach-Gerätekosten - Steuerliche Bewertung

Meine Handwerkerkosten weisen bei verschiedenen Handwerkern nur einen Pauschalpreis für Sach- Material- und Gerätekosten aus. Ob dafür welche Steuer schon entrichtet wurde, ist nicht ersichtlich. Nach Addition mit den Arbeitskosten wird dafür die Mehrwertsteuer errechnet. Ist dieses Vorgehen korrekt?
Eine aktuelle Rechnung weist einen Einkauf von Material mit Mehrwertsteuer in Fotokopie eines Kassenbelegs nach. Hierauf wird vom Handwerker wieder nach Addition mit den Arbeitskosten die Mehrwertsteuer erneut berechnet. Ist das zulässig?
Auf dieser Rechnung ist eine Ust.-Id.-Nr. angegeben.




-- Editiert von Moderator am 18.10.2020 16:44

-- Thema wurde verschoben am 18.10.2020 16:44

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14758 Beiträge, 2219x hilfreich)

Mal bei den Steuerexperten im Unterforum *Steuerrecht* fragen?

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82083 Beiträge, 34100x hilfreich)

Zitat (von Pirmin123):
Ob dafür welche Steuer schon entrichtet wurde, ist nicht ersichtlich.

Geht einen auch nichts an.
Falls man meint, das der Auftragnehmer Steuern hinterzieht / manipuliert, dann zeigt man das bei den zuständigen Behörden an.



Zitat (von Pirmin123):
Nach Addition mit den Arbeitskosten wird dafür die Mehrwertsteuer errechnet. Ist dieses Vorgehen korrekt?

Ja, das ist laut Gesetz so vorgeschrieben.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Pirmin123
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Antwort An Harry von Sell.

Ich unterstelle dem Handwerker keine Steuerhinterziehung, sondern frage, ob er sie noch mal berechnet und in die eigene Tasche steckt.

Pirmin

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37936 Beiträge, 13608x hilfreich)

Zitat:
Ich unterstelle dem Handwerker keine Steuerhinterziehung, sondern frage, ob er sie noch mal berechnet und in die eigene Tasche steckt.

Damit ich das richtig verstehe:

Der Handwerker kauft Ware für 100€ zzgl. 16% MWSt. ein, zahlt also 116€.
Diese Ware verkauft er Dir für 120€ zzgl. 16% MWSt., also für 139,20€

Ist das so gemeint?

Dann hat der Handwerker eine Marge in Höhe von 20€, da er von den 19,20€ MWSt., die er Dir in Rechnung stellt und die er an das Finanzamt abführen muss die 16,00€ MWSt. aus seinem Einkauf als Vorsteuer wieder abziehen kann. Effektiv zahlt der Handwerker dann 3,20€ MWSt. an das Finanzamt.

Dabei handelt es sich aber um das ganz normale gesetzliche Vorgehen bei der Berechnung der Umsatzsteuer.

Dass ein Handwerker auf einen Einkaufspreis eine Marge von 20% für den Weiterverkauf an den Kunden aufschlägt ist übrigens auch nicht ungewöhnlich. Das liegt vielmehr im üblichen Rahmen.

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#5
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1289 Beiträge, 325x hilfreich)

Zitat (von Pirmin123):
und in die eigene Tasche steckt
Natürlich "steckt er sich da was in die eigene Tasche"! Egal ob nun pauschaler Ansatz oder Einzelnachweis, der Unternehmer schlägt IMMER einen gewissen Prozentsatz auf seine tatsächlichen Kosten als Gemeinkosten- und Gewinnaufschlag drauf! Schließlich will/muss er von seiner Arbeit (und das bedeutet hier NICHT nur Arbeitszeit!) leben und hat nichts mit Steuerrecht aber sehr viel mit BWL zutun!

taxpert

Signatur:"Yeah, I'm the taxman and you're working for no one but me!" The Beatles, Taxman
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#6
 Von 
Pirmin123
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten.
Das ganze hat ein Gschmäckle.
Wenn das die BWL so vorsieht, muss man dort noch Hausaufgaben machen.
Eine Rechnung muss transparent und nachvollziehbar sein. Sonst taugt sie nicht.
Prirmin123

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#7
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1289 Beiträge, 325x hilfreich)

Zitat (von Pirmin123):
Eine Rechnung muss transparent und nachvollziehbar sein. Sonst taugt sie nicht.
Warum sollte Dir der Handwerker offenlegen müssen, was er an Die verdient? Als Du dir heute Morgen Semmln geholt hast, waren da auch die Material-Einzelkosten, Material-Gemeinkoste, Lohn-Einzelkosten und Lohn-Gemeinkosten aufgeschlüsselt und der darauf erhobene Gewinnzuschlag? Oder wie stellst Du dir das vor?

Eine Handwerkerrechnung wäre sogar dann steuerlich nicht "angreifbar", wenn insgesamt nur ein Pauschalbetrag inkl. USt angegeben wäre!

taxpert

Signatur:"Yeah, I'm the taxman and you're working for no one but me!" The Beatles, Taxman
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#8
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10942 Beiträge, 3849x hilfreich)

Hallo,

es ist sogar noch schlimmer, denn oft erhalten Handwerker noch Rabatte in Form von Cashbacks, davon siehst du in den Kassenbelegen überhaupt nichts.

Was daran intransparent sein soll kann ich aber auch nicht nachvollziehen.

Zitat:
Eine aktuelle Rechnung weist einen Einkauf von Material mit Mehrwertsteuer in Fotokopie eines Kassenbelegs nach.
Warum gibt der Handwerker diese Daten heraus?

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#9
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10942 Beiträge, 3849x hilfreich)

Doppelpost

-- Editiert von reckoner am 19.10.2020 15:01

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#10
 Von 
Pirmin123
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Das ist ja ein echter Hürzköper.

Aber im Ernst. Wenn ein Handwerker Arbeitsmaterialien bis zu einem gewissen Preis so abrechnet, geschenkt. Aber wenn ein Flaschner einen Kostenvoranschlag für 2 Heizkörper für 4000 € ohne Mwst. macht, die im Internet zusammen mit Mwst. für 1500 € zu haben sind ...
Erstaunlich. daß in unserem politischen Diskurs dieses Thema bislang so gar keine Rolle spielt und die Handwerkerschaft so mauern kann. Jedenfalls haben viele die Nase voll und sind schon vor mir in boomende Baumärkte und Internet abgewandert und decken sich dort ein.

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#11
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2444 Beiträge, 580x hilfreich)

Zitat (von Pirmin123):
Erstaunlich. daß in unserem politischen Diskurs dieses Thema bislang so gar keine Rolle spielt...

In welcher Hinsicht sollte das in einer freien Marktwirtschaft politische Beachtung finden?

Zitat (von Pirmin123):
und die Handwerkerschaft so mauern kann

Wie taxpert schon sagte: wer legt denn Einkaufspreise oder andere Kalkulationen seinen Kunden vor?
Haben Sie sich im Restaurant schon beschwert, dass das Bier, welches im Einkauf vielleicht 2 EUR je Liter kostet, für 2,50 EUR je 0,3-Glas verkauft wird?
Uns ist ja nicht bekannt, in welcher selbstlosen Branche Sie tätig sind.

Sind Sie an einen Handwerker gebunden? Können Sie Preise vergleichen?
Waren fragen Sie nicht Mitbewerber?

Zitat (von Pirmin123):
Jedenfalls haben viele die Nase voll und sind schon vor mir in boomende Baumärkte und Internet abgewandert und decken sich dort ein.

Irgendwann sind Handwerker noch stärker ausgelastet, sodass sie ihren Kunden sagen werden: "Frag' doch den Baumarkt, ob er Dir das einbaut."

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
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#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82083 Beiträge, 34100x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Irgendwann sind Handwerker noch stärker ausgelastet, sodass sie ihren Kunden sagen werden: "Frag' doch den Baumarkt, ob er Dir das einbaut."

Es gibt heute schon genug Handwerker welche sich weigern das Baumarktzeug / Kundenmaterial zu verarbeiten.
Wenn das nämlich Probleme macht steht nicht nur der Kunde beim Handwerker auf der Matte, er kann auch tatsächlich dafür haften obwohl er nicht schuld daran ist.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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