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Handwerkerrechnung kürzen bei vermuteten Mängeln

3.1.2020 Thema abonnieren
 Von 
Lonia 77
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Handwerkerrechnung kürzen bei vermuteten Mängeln

Hallo zusammen,
über die Feiertage war es schwierig jmd.. zu finden, deshalb "vermuteten Mängeln"
Hallo, meine Dachterrasse wurde saniert und das Wasser lief nicht richtig ab. Habe dann über "Sanierung" nachgelesen und mir fielen noch weitere Dinge auf. Der 3/4 ist bereits überwiesen und ich wollte den Rest wenn ich mir sicher bin, dass es keine Mängel sind . (z.B. ist die Wartungsklappe nur 25 x 35 -kaum ranzukommen. etc..)
Macht es denn einen Unterschied, ob ich alles bezahle und o. Teilrechnungsbetrag zurückbehalte ?
Der Handwerker ist jetzt schon ziemlich sauer u. drohte mit Rechtsmitteln.

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83576 Beiträge, 34363x hilfreich)

Eine eventuelle, unspezifizierte Befürchtung von Mängeln dürfte da nicht ausreichen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15620 Beiträge, 2343x hilfreich)

Zitat (von Lonia 77):
meine Dachterrasse wurde saniert und das Wasser lief nicht richtig ab.
Zitat (von Lonia 77):
Der Handwerker ist jetzt schon ziemlich sauer u. drohte mit Rechtsmitteln.
Ich vermute, du hast einen Vertrag mit einem Handwerker geschlossen?

1. Was habt ihr vereinbart/ Was steht im Vertrag?/Auf welcher Vertragsgrundlage?
2. Wann wurde saniert? Und wann lief Wasser nicht richtig ab?
3. Wann und wie hast du ihn zur Mängelbeseitigung aufgefordert?
3. Welche Frist hast du ihm gegeben?
4. Hat er deine Vermutungen abgewehrt? Wenn ja, wie?

Zitat (von Lonia 77):
Wartungsklappe nur 25 x 35
Was wurde denn beauftragt?
Zitat (von Lonia 77):
kaum ranzukommen.
Wie und womit willst du da rankommen?

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#3
 Von 
Lonia 77
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo, zu Deinen Fragen:
hoffe ich hab es richtig verstanden. Es handelte sich um die Sanierung einer Loggia;auf welcher Vertragsgrundlage - ?; Loggia wurde vor ca, einem Monat fertiggestellt. Ich sagte Ihm, dass das Wasser ziemlich lange auf einigen Dielenbrettern bleibt, weiterhin dass die WPC Dielen bis an die Wand reichen und kein Abstand von mind. 1 cm da ist.
Hab ihn nicht aufgefordert die Mängel zu beseitigen, da er sie nicht als Mängel anerkennt. Er ist noch in Urlaub.

Meine wichtigstes Anliegen ist : macht es einen Unterschied wenn ich die Rechnung komplett bezahle oder hab ich dadurch mehr Nachteile, wenn er meine Einwende weiterhin ignoriert

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#4
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15620 Beiträge, 2343x hilfreich)

Zitat (von Lonia 77):
auf welcher Vertragsgrundlage - ?;
Wer hat ihn gerufen? Woher weißt du, was er als Bezahlung haben will? Habt ihr keinen Vertrag gemacht? Auch keinen mündlichen?
Zitat (von Lonia 77):
dass das Wasser ziemlich lange auf einigen Dielenbrettern bleibt,
Was ist ziemlich lange? Stimmt das Gefälle nicht oder warum nur auf einigen Dielen? Ist ja *super* Holz-Plastik. Warum sollte das ein Mangel sein?
Zitat (von Lonia 77):
und kein Abstand von mind. 1 cm da ist.
War das vereinbart und warum soll dort der Abstand sein?
Zitat (von Lonia 77):
Hab ihn nicht aufgefordert die Mängel zu beseitigen,
Dann braucht er auch nichts machen.
Zitat (von Lonia 77):
macht es einen Unterschied wenn ich die Rechnung komplett bezahle oder hab ich dadurch mehr Nachteile, wenn er meine Einwende weiterhin ignoriert
Wenn du die Rechnung komplett bezahlst, hat sich das mit den Mängeln oder Einwendungen erledigt.

-- Editiert von Anami am 07.01.2020 15:26

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83576 Beiträge, 34363x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Wenn du die Rechnung komplett bezahlst, hat sich das mit den Mängeln oder Einwendungen erledigt.

Diese Theorie entspricht nicht der Realität ... es wird nur eventuell etwas schwieriger sein.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15620 Beiträge, 2343x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Diese Theorie entspricht nicht der Realität ...
Ich formuliere um:

Wenn du die Rechnung komplett bezahlst, wird der Handwerker erst recht nicht mehr die von dir vermuteten Mängel akzeptieren/beseitigen.
Du müsstest dann andere Wege gehen, um das zu erreichen, was du willst.

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#7
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11868 Beiträge, 7919x hilfreich)

Es hängt letztendlich an der Frage, ob ein Mangel im rechtlichen Sinn vorliegt.
Ein Mangel liegt (vereinfacht) vor, wenn der Ist-Zustand vom Soll-Zustand abweicht.
Wenn man aber keinen Soll-Zustand definiert hat, ist es regelmäßig schwierig, Mängelrechte durchzusetzen.
Da zeichnet sich hier ja schon ab. Wenn der Handwerker die Mängel nicht anerkennt, sagt er damut ja, dass er genau das geliefert hat, was dem Soll-Zustand entspricht.
Mit "vermuteten Mängeln" kommt man da nicht weit.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#8
 Von 
Lonia 77
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal Danke, mit dem Handwerker wurde ein Vertrag geschlossen, daß er die Dachterasse sanieren sollte. War nicht mehr dicht. Der Preis wurde schriftlich detailiert aufgelistet und ich war einverstanden. Warum dann das Wasser auf einigen WPC -Dielen ein paar Tage nicht abtrocknet weiß ich auch nicht, dachte es liegt am unterschiedlichen Gefälle. Der Handw. sagte oben auf den Dielenbrettern sei kein Gefälle, da manche Leute es so wollten (wegen Tisch ect.)
Ich habe dann angefangen über Dachsanierung zu lesen und es steht in der Verlegeanweisung dieser Dielen, daß man einen Abstand zur Wand von 1-2 cm lassen soll. Da der Holzanteil sich ausweitet od. zusammenzieht. Wenn also kein Platz da ist, könnte es nach oben gedrückt werden. Über den Abstand war nichts im Angebot vermerkt.
Im Nachhinein sind mir noch andere Dinge aufgefallen, über die ich vorher nichts wußte; z.B warum kein Unkrautvlies mitverlegt wurde, da Samen in die Zwischenräume fallen kann u. wieder Unkraut wächst, vielleicht sogar die Wurzeln die Folien zerstören ect.
Bedeutet es nun für mich, wenn diese Dinge nicht ausdrücklich im Angebot stehen, ist es kein Mangel od. erst dann, wenn auch ein Schaden daraus resultiert.
Kann ich mir schriftlich bestätigen lassen, daß wenigstens der kaum vorhandene Abstand zur Wand keine Schäden nach sich ziehen wird und ihm erst dann den Restbetrag überweisen. Muß ich mit Inkasso rechnen, weil ich schon jetzt in Verzug bin.

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#9
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11868 Beiträge, 7919x hilfreich)

Zitat:
Erstmal Danke, mit dem Handwerker wurde ein Vertrag geschlossen, daß er die Dachterasse sanieren sollte. War nicht mehr dicht.

Dann war der Soll-Zustand "dicht". Wenn der Ist-Zustand auch "dicht" ist, hat der Handwerker seine Arbeit ornungsgemäß erledigt.

Zitat:
Warum dann das Wasser auf einigen WPC -Dielen ein paar Tage nicht abtrocknet weiß ich auch nicht, dachte es liegt am unterschiedlichen Gefälle. Der Handw. sagte oben auf den Dielenbrettern sei kein Gefälle, da manche Leute es so wollten (wegen Tisch ect.)

Wenn der Handwerker nicht damit beauftragt wurde, ein Gefälle herzustellen, dann ist das fehlende Gefälle auch kein Mangel.

Zitat:
Ich habe dann angefangen über Dachsanierung zu lesen und es steht in der Verlegeanweisung dieser Dielen, daß man einen Abstand zur Wand von 1-2 cm lassen soll. Da der Holzanteil sich ausweitet od. zusammenzieht. Wenn also kein Platz da ist, könnte es nach oben gedrückt werden.

Dann hat der Handwerker die Dielen also fachgerecht und ordnungsgemäß verlegt.

Zitat:
Bedeutet es nun für mich, wenn diese Dinge nicht ausdrücklich im Angebot stehen, ist es kein Mangel od. erst dann, wenn auch ein Schaden daraus resultiert.

So ungefähr. Der Handwerker muss natürlich alle Arbeiten fachgerecht nach den Regeln der Baukunst ausführen.
Ob das Weglassen eines Unkrausvlieses "unfachmännisch" ist und / oder den Regeln der Baukunst widerspricht, ist keine juristische Frage, sondern eine Frage für einen Handwerks-Experten.

Also:
Der Handwerker muss liefern, was bestellt wurde und zwar ordnungsgemäß und fachgerecht - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Kritisch wird es, wenn der Kunde etwas bestellt, was für den Handwerker erkennbar nicht zu einem odnungsgemäßen und fachgerechten Ergebnis führen wird. Dann müsste der Handwerker den Kunden zumindest darauf hinweisen. Aber dafür sehe ich hier keinen Anhaltspunkt. (Bei meinem Arbeitgeber kommen beispielsweise recht häufig sinnlose Aufträge herein, wo schon klar ist, dass das Ergebnis für den Kunden nutzlos wäre, wenn wir den Auftrag ausführen würden. Da können wir auch nicht einfach sagen, der Kunde hat es so bestellt, wir haben den Auftrag wie bestellt ausgeführt und der Kunde soll für das nutzlose Ergebnis zahlen. Stattdessen müssen wird den Kunden auf die Nutzlosigkeit des Auftrags hinweisen.)

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83576 Beiträge, 34363x hilfreich)

Zitat (von Lonia 77):
Der Handw. sagte oben auf den Dielenbrettern sei kein Gefälle, da manche Leute es so wollten (wegen Tisch ect.)

Ja, es wird in der Regel als durchaus suboptimal empfunden, wenn der Tisch schief steht und der Kuchen langsam vom Teller rutscht ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#11
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(15620 Beiträge, 2343x hilfreich)

Zitat (von Lonia 77):
Da der Holzanteil sich ausweitet od. zusammenzieht.
Du hast aber diese WPC-Dielen. Die bestehen ja zu ca 40% aus Plastik, sind also formstabil und quellen oder schrumpfen so gut wie nicht. Zwischen den einzelnen Dielen wirst du auch einen Abstand haben.

Es ist leider immer wenig hilfreich, hinterher über die Arbeiten nachzulesen, die man beauftragt hat.
Vorher wäre besser gewesen, und wahrscheinlich hätte es auch nicht viel mehr gekostet.

Was du gelesen hast, KANN man alles machen. Ein Forderung aus einer Fachvorschrift oder DIN o.s.ä. gibt es nicht.
Hat er dir nun inzwischen erklärt oder hast du gelesen, dass die Größe der sog. Wartungsklappe völlig o.k. ist?

Ich meine, du solltest dem Handwerker die Restsumme nun zeitnah überweisen.

Zitat (von Lonia 77):
Kann ich mir schriftlich bestätigen lassen, daß wenigstens der kaum vorhandene Abstand zur Wand keine Schäden nach sich ziehen wird und ihm erst dann den Restbetrag überweisen.
Das wird der Handwerker nicht machen.

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