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Handwerkerrechnung kürzen wegen Verzug?

7.9.2015 Thema abonnieren
 Von 
ChristofR87
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Handwerkerrechnung kürzen wegen Verzug?

wir haben das Dachgeschoss komplett neu gebaut. Hierbei haben wir auch einen Elektriker beauftragt, welcher die Elektrik für 110qm verlegte. Mündlich wurde von allen Seiten regelmäßig Fertigstellungstermin Ende August besprochen, da wir aus unserer Wohnung zum 31. raus mussten.
Anfang August waren alle anderen Handwerker fertig und wir wollten früher umziehen, somit haben wir den Elektriker mehrfach gebeten etwas Gas zu geben. Tägliche Rückfragen ergaben immer die gleiche Antwort, der regionale Stromanbieter welcher den Zähler einbaut kommt trotz ,ehrfacher Anfrage nicht. Somit sind wir am 30.08. zwangsweise umgezogen und haben von unserem freundlichen Vermieter (meine Eltern) teilstrom für Kühlschrank, TV, Licht. Herd, Backofen etc. geht nicht!
Am 01.September wurde es unserem Bauleiter auf unser Bestreben hin zu bunt und er hat selbst bei dem Stromanbieter bzgl. Termin zum Zählereinbau angerufen. Hierbei stellte sich raus, dass von unserem Elektriker kein Antrag vorliegt. Hierbei könnte man nun meinen, der Antrag könnte auch beim Stromanbieter verschütt gegangen sein. Da stellt sich allerdings die Frage, wie kann der Bauleiter in einem Telefonat herausfinden das der Antrag noch fehlt und der Elektriker trotz mehrfachem Nachfragen nicht? Aus meiner sicht ein Lügenmärchen des Elektrikers !
Nachdem der Bauleiter beim Elektriker richtig Druck erzeugte, kommt nun am 08.09. der Stromanbieter zum Zählereinbau.
Tendenziell wird der Elektriker nun bis 11.09. seine Arbeiten abschließen.

Kann die Rechnung nun gekürzt werden, wenn ja in welcher Höhe?

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83284 Beiträge, 34317x hilfreich)

Man hatte offenbar keinen Fix-Termin und hat den unverbindlichen Termin dann nochmal nach vorne gezogen.

Da dürfte es schwer sein, sich auf "Verzug" zu berufen. Es war wohl auch keine Inverzugsetzung erfolgt?



Zitat:
Am 01.September wurde es unserem Bauleiter auf unser Bestreben hin zu bunt

Und vorher wurde er in der Angelegenheit nicht aktiv?



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
ChristofR87
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

nein, vorher waren wir in der Annahme dass der Elektriker wenigstens den vereinbarten Termin Ende August einhält.
Wieso sind Sie der Meinung das der mündlich vereinbarte Termin unverbindlich ist? Der Elektriker wusste ganz klar, dass wir Ende August aus unserer Wohnung müssen und das es sich ohne Strom schlecht leben lässt ist glaub ich jedem bekannt.

-- Editiert von ChristofR87 am 07.09.2015 15:21

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#3
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8277 Beiträge, 3639x hilfreich)

Grundsätzlich sind mündliche Absprachen gültig, keine Frage.
ABER, ich kann Ihnen garantieren, dass sich der Elektriker an nichts erinnern kann, wenn es ans Geld geht.
Dann müssten Sie die mündlichen Absprachen beweisen, was erfahrungsgemäß schwierig bis unmöglich sein dürfte.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83284 Beiträge, 34317x hilfreich)

Für einen Fixen Termin ist z.B. ein Datum erforderlich und nicht ein undifferenzierter Zeitraum "Ende "August".
Bei dem einen ist "Ende "August" der 31.08, bei dem anderne die letzet August Woche, bei wieder einem anderen die letzen 7 Tage (oder nur die letzen 3 Tage).



Zitat:
Der Elektriker wusste ganz klar, dass wir Ende August aus unserer Wohnung müssen

Wenn man sich darauf berufen will benötigt man auch einen ensprechenden gerichtsfesten Nachweis.

War das so im Angebot/Auftrag schriftlich niedergelegt oder irgendwie sonst nachweisbar vereinbart?.



Dann wäre noch die Frage zu klären war es die Aufgabe des Elektrikers, sich um die vertraglichen/terminlichen Details mit dem Netzbetreiber zu kümmern?

Warum hat der Bauleiter nicht früher gehandelt? Die Kontrolle der Einhaltung des Bauzeitenplan scheint ja schon mal nicht funktioniert zu haben ...
Was steht denn im Bautagebuch zum Thema "Zähler"?

Versäumnisse des Bauleiters werden dem Bauherren zugeschlagen (der dann den Bauleiter möglicherweise in Regress nehmen kann).



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
ChristofR87
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

wie er Ende August interprätiert ist mir eigentlich egal. Der springende Punkt ist wir haben September.
Ja selbstverständlich war es die Aufgabe des Elektrikers den Netzbetreiber zu bestellen, sonst hätten wir ihn doch nicht täglich gelöchert wann der nu aufschlägt und er im Gegenzug uns belogen er fragt dort ständig nach.
Der Bauleiter ist wie wir auch davon ausgegangen, dass der Elektriker entweder wie gewünscht etwas früher oder spätestens zum abgemachten Zeitpunkt Ende August fertig ist.

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#6
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4636 Beiträge, 2244x hilfreich)

Zitat:
Ja selbstverständlich war es die Aufgabe des Elektrikers den Netzbetreiber zu bestellen,

Das wurde schriftlich vereinbart?

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#7
 Von 
ChristofR87
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

nein, aber wäre er dafür nicht verantwortlich hätte er das doch sagen können bzw. nicht behaupten er hat s in Auftrag gegeben und mehrfach nach gehakt.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83284 Beiträge, 34317x hilfreich)

Zitat:
hätte er das doch sagen können

Juristisch kommt es darauf an ob er das hätte müssen.



Zitat:
bzw. nicht behaupten er hat s in Auftrag gegeben

Das wird er vermutlich bestreiten bzw. sagen man hätte ihn missverstanden.
Kann man das gerichtsfest beweisen?



Zitat:
und mehrfach nach gehakt.

Mag sein das er das sogar gemacht hat. Eventuell hat er die falsche Telefonnummer angerufen bzw. den falschen Ansprechpartner.
Ansonsten siehe oben, die Beweisproblematik.



Wenn man das dann alles merh oder weniger gerichtsfest gelöst hat, kommt der nächste Teil.
Wer Schadenersatz will, muss einen Schaden nachweisen und auch nachweisen was er als Schadenminderung unternommen hat.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
ChristofR87
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

zu deutsch: da wir nicht jedes Wort schriftlich haben sondern nur per mündlicher Vereinbarung zwischen Bauherr, Bauleiter und Elektriker und der Schaden nur mein eigenes Wohngefühl (9 Tage wohnen ohne Strom..) kann man ihm nicht an den Kragen?
Ein Hoch auf Deutschland....

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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83284 Beiträge, 34317x hilfreich)

Schriftliche Vereinbarungen sind nicht notwendig wenn man mündliche Vereinbarungen beweisen kann (z.B. durch glaubwürdige Zeugen).
Ohne Beweise läuft jedoch vor Gericht nichts, das ist nun mal das Grundprinzip des Rechtsstaates, das Leute nicht einfach auf Zuruf veruteilt werden.



"Wohlbefinden" löst kein wirklichen Schadenersatzansprüche aus.
Materialien für die Notstromversorgung, Mehrkosten die durch die externe Bereitung einer warmen Mahlzeit je Person/Tag entstehen, das alles könnte Ersatzansprüche auslösen.



Natürlich könnte man dieRechung etwas kürzen mit der Begründung "Verzug" und hoffen das er es akzeptiert.
Nur ohne jedwede Beweise würde man vor Gericht verlieren und hätte dann noch einn paar hundert EUR zusätzlich zu zahlen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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