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Handwerkerrechnung vs Angebot

 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 65x hilfreich)
Handwerkerrechnung vs Angebot

Guten Morgen,

könnte mir bitte zunächst jemand den Unterschied zwischen einem Angebot und einem Kostenvoranschlag erklären?

Wir haben ein Angebot einer Sanitärfirma vorliegen. Vor Arbeitsbeginn waren zwei Handwerker bei uns um sich ein Bild von der Baustelle zu machen ... CU-Rohr verlegen, Kalt- und Warmwasser- und Abwasserleitungen verlegen. Die Arbeiten in Form und Umfang waren also klar VOR Arbeitsbeginn definiert.
Nun steht im Angebot jeweils ein Pauschalpreis was die Lohnkosten der Arbeitsleistung der bestimmten Arbeitsausführungen betrifft. Die Materialkosten sind detailliert aufgeführt.
Wir haben die Firma beauftragt ....

Die erste Abschlagsrechnung haben wir gezahlt, wobei mir die Summe der Lohnkosten recht hoch vorkam.
Jetzt kam die zweite Abschlagsrechnung und wieder sind die Lonkosten höher als erwartet, diesmal steht dort auch eine Arbeitszeit von 42h (in der ersten Rechnung steht keine Stundenangabe)
Meine Frage, kann die Firma nachdem sie einen Pauschalpreis genannt hat, nach Stunden abrechnen?
Am Ende des Angebots steht noch, welcher Stundenlohn für den Handwerker berechnet wird,falls Arbeit die nicht zuvor abgesprochen wurde ausgeführt werden muss. Dieser Stundenlohn liegt 3,50 Euro unter dem jetzt in den Rechnungen abgerechneten Lohn, auch das erscheint mir merkwürdig.

Ich hoffe mir kann jemand sagen, ob das alles so in Ordnung ist, oder ob ich dagegen Einspruch erheben kann.

Viele Grüße

Mellia

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Handwerker Angebot Kostenvoranschlag Firma


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84795 Beiträge, 34570x hilfreich)

Da genau die letzen beiden Beitäge vor deinem
[URL=http://www.123recht.net/Kann-Handwerker-nachtr%C3%A4glich-mehr-Geld-verlangen-__f288638.html]Kann Handwerker nachträglich mehr Geld verlangen?
[/URL]
[URL=http://www.123recht.net/Kosten-erh%C3%B6hen-sich-dramatisch-__f288011.html]Kosten erhöhen sich dramatisch
[/URL]
exakt das selbe Problem behandlen - lesen.



Wenn dann noch Fragen sind frag.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#2
 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 65x hilfreich)

Hallo,

leider kann ich inhaltlich der beiden genannten Beiträge keine Parallele zu meinem Fall finden.

Inzwischen habe ich mit dem Chef der Sanitärfirma Kontakt aufgenommen (telefonisch) und ihm gesagt, dass ich mit der Abrechnung nicht einverstanden bin, da er begonnen hat Lohn und Materialkosten detailliert abzurechnen. Ich bat ihn sich an das Angebot welches er uns erstellt hat zu halten.
Daraufhin hat er gesagt, dass sein Handwerker, der die Arbeiten bei uns ausführt ihm erklärt hat, dass sich alles geändert hätte, andere Arbeiten anfallen und mit uns abgesprochen wurde, dass jetzt detailliert nach Material und Aufwand (Stunden) abgerechnet wird.
Natürlich ist mit uns nichts abgesprochen und auch die Arbeiten sind die, wie im Angebot beschrieben, geblieben.
Nun warte ich seit Anfang der Woche auf eine Reaktion, weil er den Sachverhalt mit dem Handwerker klären wollte.
Bisher warte ich vergebens ...

Mein Gefühl sagt mir, ich muss jetzt etwas Schriftliches machen.
Wie und in welcher Form reagiert man?
Habe ich mit der Zahlung der 1. Abschlagsrechnung unwissend ein Einverständnis zu dieser Art von Abrechnung gegeben?
Inzwischen habe ich gegooglet und habe gelesen, dass ein Angebot bindend ist.

Viele Grüße

Mellia

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84795 Beiträge, 34570x hilfreich)

Also in dem Beitrag Kann Handwerker nachträglich mehr Geld verlangen? ist keine parallele zu deinem Fall?

Dein Handwerker verlangt also weniger Geld?




quote:
Inzwischen habe ich gegooglet und habe gelesen, dass ein Angebot bindend ist.

Da hast du leider die falsche Seite erwischt.

Ein Angebot ist keinesfalls bindend.

Auch das ein Angebot nur um 20% überschritten werden darf ist in dieser Form ein Märchen.

Ein Angebot darf auch um 2000% überschritten werden.

Es gibt jeoch Unterschiede in den Rechtsfolgen.


Wird ein Angebot überschritten, ist zu differenzieren ob es sich um eine wesentliche oder um eine unwesentliche Überschreitung handelt.

Ob eine Überschreitung der veranschlagten Gesamtsumme wesentlich ist, muss im Einzelfall festgestellt werden. Eine allgemein gültige Prozentzahl gibt es nicht.

Gleichwohl hat sich durch die ständige gängige Rechtssprechung herauskristalisiert, das ein Angebot in der Regel um bis zu 20% überschritten werden darf wenn die Überschreitung als unwesentlich gelten soll.
Gleichwohl gilt auch hier immer der Grundsatz der Einzelfallbetrachtung. Mir persönlich ist eine Bandbreite von 10-40% bekannt.

Wird ein Angebot nur unwesentlich überschritten, entfällt die Pflicht den Auftragnehmer darüber zu informieren. Trotzdem muss der Auftragnehmer die volle Vergütung (also inkl. der Überschreitung) zahlen.

Bei einer wesentlichen Überschreitung besteht eine Informationspflicht des Auftragnehmers an den Auftraggeber.
Wird dies nicht beachtet, besteht die Gefahr, das der Auftragnehmer seinen Vergütunganspruch der über der unwesentlichen Überschreitung liegt verliert.
Der Auftragnehmer müsste dann eventuell nur die verminderte Vergütung (also Kostenvoranschlag inkl. der unwesentlichen Überschreitung) zahlen.

Deweiteren besteht natürlich auch die Möglichkeit das Angebot in Absprache mit dem Auftraggeber zu erweitern.
Die hieraus entstehende Überschreitung ist vollumfänglich von Auftraggeber zu tragen.
Jedoch ist der Auftragnehmer für diese Abänderung beweispflichtig.




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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#4
 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 65x hilfreich)

Hallo,

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Also in dem Beitrag Kann Handwerker nachträglich mehr Geld verlangen? ist keine parallele zu deinem Fall?
___________________________________________________________

Nun ja, ich dachte bei einer Angebotsversteigerung im Internet über ein Handwerkerportal gelten nochmal andere Gesetze.

Zumindest habe ich jetzt schon einmal eine Einschätzung was die Kosten betrifft, also wieviel mehr sein kann ...Danke dafür.

Ich wäre schön, wenn ich noch eine Hilfestellung bekäme hinsichtlich meines jetzt erforderlichen Verhaltens.
Soll ich abwarten bis der Sanitärchef sich meldet oder soll ich einen schriftlichen Einwand schicken? Vom Gefühl her denke ich reicht das Telefonat mit ihm nicht.
Die noch auszuführenden restlichen Arbeiten ruhen im Moment, weil sich Chef nicht äußert, wie lange muss ich das hinnehmen?

Viele Grüße

Mellia

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84795 Beiträge, 34570x hilfreich)

Eventuell das Angebot mal scannen und hier einstellen? Personenbezogene Daten, Firmennamen Aktenzeichen etc. bitte unkenntlich machen.
www.imageshack.us ist ein
Bilderdienst mit dem man kostenlos ohne Anmeldung die Scans hierhin verlinken kann.



quote:
Die noch auszuführenden restlichen Arbeiten ruhen im Moment,

Welcher Grund genau wurde denn für das Ruhen der Arbeit angegeben? War die Angabe des Grundes mündlich oder schriftlich?





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