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Kunde zahlt einfach nicht

15.10.2009 Thema abonnieren Zum Thema: Kunde Firma Geld
 Von 
otelloo
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Kunde zahlt einfach nicht

Hallo,

ich habe für einen Kunden ein Haus gebaut. Das schon 2005-2006.
Es gab Probleme mit dem Fliesenleger der leider manche Fliesen hohl
verlegte. Das musste geändert werden. Gleichzeit waren wir vor Gericht mit dem Kunden da er meinte er müsse eine Menge Geld einbehalten. Wir haben ein Urteil bekommen das der Kunde uns über 20.000 Euro bezahlen muss wenn das mit den Fliesen geklärt ist. Leider hat der Richter im Urteil versäumt zu erwähnen in was für einen Zeitraum das zu erfolgen hat. Nun sind wir über 2 Jahre mit dem Kunden dran um die Fliesen auszutauschen bzw. hatten wir das schon getan, dann gefiel ihm das Fugenbild nicht mehr. Dazu kam dann noch ein Sachverständiger der uns sagte wie das Fugenbild auszusehen hat. Wir kamen dem wieder nach, dann meinte der Kunde das einzelne Fliesen gesplitter wären. Der Gutachter kam wieder und sagte das alles ok sei und das die Fugen nur noch mal mit einem Schleifstein behandelt werden müssen.
Es ist offentsichtlich das er nicht bezahlen will. Trotz Urteil und Gutachter. Er verschiebt Termine, ist dann wochenlang nicht zu erreichen etc.
Er will sich das Geld sparen und wartet das uns die Luft ausgeht.
Wir haben schon 2 Anwälte damit beautragt. Es passiert nichts ausser Schriftverkehr der alles nur noch mehr in die Länge zieht.
Unser letzter Anwalt meinte man müsse nochmal vor Gericht und ein Urteil mit Fälligkeit der Arbeiten holen. Das kostet wieder Geld und eine Menge Zeit.

Ich habe nichts dagegen dem Kunden 2000 Euro zu erlassen, dann kann er den Mist selber machen, aber er will das nicht. Er will das die Fachfirma das macht. Dann aber kriegen wir keine Termine hin.

Wie kriege ich diesen Typen zum bezahlen. Am liebsten würde ich ihm sowas wie Moskau Inkasso auf den Hals hetzen. Wenn ich wüsste das das geht und welche Firma in meiner Nähe sowas macht, dann sofort.

Wir haben jede Menge Geld in Anwalt, Gutachter und Gericht gesteckt und der Kunde lacht uns noch aus, das wir nicht an unser Geld kommen.

Hat jemand einen Tip ???


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Kunde Firma Geld


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
fridolin501
Status:
Lehrling
(1016 Beiträge, 542x hilfreich)

Klar ist doch, dass es Mängel gab, die unstreitig erst zu beheben waren, bevor der Betrag von 20.000 Euro fällig ist. Offensichtlich sind die Mängel aber noch nicht wirklich behoben, jedenfalls ist der Kunde nicht zufrieden.

Wenn das Fugenbild auch laut Gutachter nicht in Ordnung ist, muss wohl nachgebessert werden. Wenn dann nachgeschliffen werden muss, ist immer noch nicht alles in Ordnung. Insofern sehe ich nicht unbedingt, dass der Kunde "trotz Gutachter und Gericht" nicht zahlen will. Wohl eher gerade deshalb, weil nicht alles in Ordnung ist.

Wenn ein Kunde ein Haus bestellt, dann doch ohne Mängel! Dass er die Mängel durch eine Fachfirma beheben lassen möchte, ist sein gutes Recht.

Die Idee mit "Moskau-Inkasso" mag einem zwar in deiner Situation in den Sinn kommen, aber ich würde die Finger von solchen "Firmen" lassen! Erledige lieber die Mängelbeseitigung so, wie es Gericht bzw. Gutachter vorgegeben haben.

Wenn es da Schwierigkeiten mit Terminen geben sollte, kannst du dem Kunden z. B. einige Termine vorschlagen und ihm erklären, dass du für den Fall, dass er diese Termine ausschlägt, ihm bis zu einem bestimmten Datum Zeit gibst, selbst Termine innerhalb einer bestimmten Frist zu benennen, an denen dann die Arbeiten erledigt werden. Wenn der Kunde das dann nicht macht, setzt du ihn in Annahmeverzug. Danach könntest du dann die Vollstreckung des dir noch zustehenden Betrages einleiten.



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#2
 Von 
otelloo
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antwort.
Es muss nur noch mit einem Schleifstein einmal über die Fugen geschliffen werden, das könnte der Kunde sogar selber. Laut Gutachter wäre auch so alles ok.
Das Problem ist das er keine verbindlichen Termine nennt oder einfach nicht erreichbar ist bzw. sich immer wieder versucht mit anderen vorgeschobenen Mängeln die Zahlung zu verweigern.
Sein Spiel ist offensichtlich und wir können nur zuschauen.
Er hat sogar vor dem Fliesenleger bestätigt das er eigentlich keinen mehr sehen will und da meine Firma eh in Schwierigkeiten ist es sich eh nicht lohnt zu zahlen.
Das haben wir schriftlich bestätigt vom Fliesenleger, aber unser Anwalt bewegt sich auch nicht.

Es muss doch mal was passieren. Und nicht erst noch 1 Jahr warten.

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#3
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6301 Beiträge, 2408x hilfreich)

Ist alles OK setzt man Frist und klagt. Bekommt man kein "Nachbesserungstermin" klagt man.....

Man muss eben einen Anwalt beschäftigen der sich nicht verarschen lässt.

K.

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"Ich hab keine Ahnung, davon aber mehr als genug."

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#4
 Von 
otelloo
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja aber wieder klagen und wieder Geld für Anwalt und Gericht.
Es ist schon soviel Geld dafür drauf gegangen und jetzt schon wieder ?!
Ich bin nicht mehr bereit nur noch zu geben.
Bei 24.000 Euro die offen sind soll nochmal der Streitwert bezahlt werden.
Neee, das kann ich nicht nochmal und dann ewig auf einen Termin warten.
Da muss man doch anders Druck machen können.

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#5
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6301 Beiträge, 2408x hilfreich)

Wieso musst du zahlen, wenn du einen Anspruch auf das Geld hast und der die Zahlungsfrist versäumt hat zahlt doch er die Kosten. Klar wenn man sich ständig vergleicht bleibt man auf vielen Kosten sitzen.

K.

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"Ich hab keine Ahnung, davon aber mehr als genug."

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#6
 Von 
fridolin501
Status:
Lehrling
(1016 Beiträge, 542x hilfreich)

Ein Rechtsanwalt arbeitet bei dem Streitwert kaum ohne einen Vorschuss...

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#7
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6301 Beiträge, 2408x hilfreich)

Das sind ja keine Kosten sondern Auslagen die man wieder bekommt.

K.

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"Ich hab keine Ahnung, davon aber mehr als genug."

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#8
 Von 
otelloo
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Wer zahlt denn meinen Anwalt ?
Das muss ich doch machen oder ?? Mein Anwalt sagte schon, wenn wir neu klagen um wenigstens ein Urteil mit Frist zu bekommen möchte er erstmal 500 Euro Vorschuss und dann wer weiß was noch kommt.
Der Punkt ist, das ich es mir nicht mehr Leisten kann und mir wirklich die Luft ausgeht. Er ist kurz davor zu gewinnen. Das hat er seit dem Bau geplant. Seit 2005 sind wir dran und er holt immer was neues hervor um nicht zu bezahlen oder das Verfahren wieder in die Länge zu ziehen.
Deshalb kam auch eher der Gedanke das Geld "einzutreiben"
Hat man denn noch ne andere Wahl ??? Man sieht doch was ein Bauherr machen kann vor dem Recht.

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#9
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6301 Beiträge, 2408x hilfreich)

quote:
Hat man denn noch ne andere Wahl ???

Na es geht schon schneller wenn man einwandfreie Arbeit abliefert und wenn der Anwalt nicht so blöd ist sinnlose Vergleiche abzuschliessen.

quote:
Hat man denn noch ne andere Wahl ??? Man sieht doch was ein Bauherr machen kann vor dem Recht.

Das sehen viele Bauherren genau andersrum.

K.

Der Trick ist genug Geld im voraus zu nehmen :-)

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"Ich hab keine Ahnung, davon aber mehr als genug."

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#10
 Von 
otelloo
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Fliesenleger hat Mist gemacht und da steckt man halt nicht selber drin. Habe die Fliesen ja nicht selber verlegt.
Das ist aber nicht das Thema, sondern das der Bauherr das schon im voraus geplant hat uns auflaufen zu lassen. Wir haben 2009 das sind 4 Jahre für ein paar Fliesen. Gutachter, Gericht und unzähliger Schriftwechsel weil Anwälte ja gerne schreiben.
Ich brauche mal einen der Handelt, aber das Geld habe ich nicht mehr.
Deshalb will ich das Geld auch eintreiben. Warum sollte ich die Fliesen drei- bis vierfach selber für den Bauherren bezahlen ?

Das fiese ist einfach das es bewußt vom Bauherren verzögert wird und ich habe keine Handhabe.

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#11
 Von 
fridolin501
Status:
Lehrling
(1016 Beiträge, 542x hilfreich)

Was mich bei der ganzen Sache wundert, ist, dass es um 24000 Euro geht, aber nur um ein paar Fliesen. Da muss doch mehr streitig sein als die Fliesen...

Was genau sind denn die Argumente des Kunden, diese 24000 Euro nicht zu zahlen?

Es ist ja auch so, dass Bauherren in der Regel das Recht zur Einbehaltung von Beträgen (in der Regel 5% von der Bausumme) haben, zumindest, wenn die Vertragslage nach VOB geregelt ist. Beruft sich der Kunde darauf? Dann müsste er ja spätestens 4 Jahre nach Abnahme den unstreitigen Betrag zahlen.

Vielleicht solltet du mal anhand deiner Unterlagen ganz genau überprüfen, mit welcher Begründung der Betrag einbehalten wird, ob es sich dabei um mehrere Teilbeträge handelt, die aus unterschiedlichen Gründen nicht gezahlt werden etc. Danach wird die Sache vielleicht klarer...?

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#12
 Von 
otelloo
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Am Anfang waren es noch ein paar andere Dinge die er beanstandet hatte. Das wurde aber schnellstens geregelt. Er hat einfach das 3fache des Wertes einbehalten. Als die anderen Dinge erledigt waren kam er auf die Idee zu behaupten das Geld trotzdem zu behalten weil er ja nicht weiß wie Aufwendig das mit den Fliesen wird. Sein Anwalt hat immer schön geschrieben das es sich immer weiter hinauszögerte. Definitiv ist der Raum wieder bewohnbar und er stört sich an etwas was man nur bei genauem hinsehen bemerkt und innerhalb von einer Stunde erledigt sein kann. Er will es aber nicht, da er bewußt das Geld sparen will.
Er ist so Hinterhältig.

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#13
 Von 
fridolin501
Status:
Lehrling
(1016 Beiträge, 542x hilfreich)

Hat er das Dreifache des Wertes für die Mängel an den Fliesen einbehalten oder an allen Mängeln? Das dreifache darf er ohnehin nur einbehalten, wenn Mängel vorher angezeigt wurden und diese nicht behoben sind.

Wenn z. B. ursprünglich Mängel da waren, deren Beseitigung 8000 Euro gekostet hätte, darf der Besteller das Dreifache, also 24.000 Euro einbehalten. Wenn inzwischen nur noch Mängel da sind, die zu beseitigen ca. 500 Euro kostet, kann er noch 1.500 Euro einbehalten. Mehr nicht. Der Rest ist dann auszuzahlen.

Nur wenn das so ist und dieser Anspruch auf Einbehalt nicht mehr gegeben ist, würde ich ihn letztmalig auffordern, den unstreitigen Betrag auszuzahlen und ihm eine knappe Frist von 10 Tagen setzen. Danach kannst du klagen oder einen MB beim Gericht beantragen.

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#14
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6301 Beiträge, 2408x hilfreich)

Ich würde ihm ein "Angebot" finanzieller Art machen. Die Hälfte auf den Tisch und Ruhe ist :-)

Lieber nen Spatz in der Hand als ne Taube auf dem Dach.

K.

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"Ich hab keine Ahnung, davon aber mehr als genug."

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