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Kunde zahlt nicht aufgrund von Mitbewerber-Angeboten

3.6.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Angebot Kunde
 Von 
AlexB78
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Kunde zahlt nicht aufgrund von Mitbewerber-Angeboten

Hallo,

ich bin Freiberufler und habe für ein Unternehmen einen neuen Internetauftritt umgesetzt.

Mein Ansprechpartner während dieses Projekts ist mir persönlich bekannt, wodurch der Auftrag auch zustande gekommen ist.

Aufgrund dessen habe ich statt eines Vertrages nur ein relativ formloses Angebot per Mail abgegeben, das ich mit einer fixen Summe beziffert habe. Dies beinhaltete eine Übersicht der zum Leistungsumfang gehörenden Funktionen etc.

Diesem Angebot wurde formlos zugestimmt und darüber hinaus eine 30%-ige Anzahlung vom Kunden (mit Rechnung) geleistet.

Nun, nachdem sich das Projekt durch diverse Umstände über mehrere Monate gezogen hat, war eigentlich der Abschluss und die Übergabe der Website geplant. Im Gespräch vor Ort wurde mir nun plötzlich gesagt, dass man nicht mehr bereit sei den vollen Betrag zu zahlen sondern nur noch ca. die Hälfte, da man jetzt - nach Abschluss der gesamten Arbeiten - Angebote/Meinungen von Mitbewerbern eingeholt habe und diese dem Internetauftritt einen geringeren Wert als den von mir im Angebot festgelegten zusprechen. Abgesehen davon, dass diese Wertermittlungen nach meiner Begutachtung offensichtlich nur sehr oberflächlich und auch diverse Extra-Funktionen nicht mit in die Kalkulation mit einbezogen haben, erachte ich dies auch nicht als rechtlich relevante Grundlage für eine Zahlungsverweigerung.

Ich habe alle im Angebot genannten Leistungen vollständig umgesetzt. Im Gegenteil, ich habe während der Projektumsetzung aus Kulanz noch diverse Zusatzleistungen erbracht, die nicht zum Angebotsumfang gehörten. Was ich auch an Argumenten anführe, der Kunde zeigt sich nicht einsichtig.

Meiner Meinung nach sind diese Angebote Dritter irrelevant für meinen Anspruch auf die volle Angebotssumme, da dieser zugestimmt und darüber hinaus auch eine Anzahlung geleistet wurde, was ebenfalls einer Einverständniserklärung zum vereinbarten Preis gleichkommt. Liege ich damit falsch? Und kann ich den noch offenen Restbetrag nun, ggf. mit entsprechenden Mahnschreiben, einfordern? Wie stehen meine rechtlichen Chancen, sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen?


Viele Grüße
Alexander

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Angebot Kunde


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(13055 Beiträge, 5235x hilfreich)

Zitat (von AlexB78):
Liege ich damit falsch?

Zitat (von AlexB78):
Und kann ich den noch offenen Restbetrag nun, ggf. mit entsprechenden Mahnschreiben, einfordern?
Klar

Zitat (von AlexB78):
Wie stehen meine rechtlichen Chancen, sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen?
Wenn alles so stimmt wie von dir vorgetragen: sehr gut

Signatur: Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84897 Beiträge, 34588x hilfreich)

Zitat (von AlexB78):
Meiner Meinung nach sind diese Angebote Dritter irrelevant für meinen Anspruch auf die volle Angebotssumme,

Der Schilderung nach ja.



Zitat (von AlexB78):
Und kann ich den noch offenen Restbetrag nun, ggf. mit entsprechenden Mahnschreiben, einfordern?

Ja, das ganze sollte dann gerichtsfest sein.



Zitat (von AlexB78):
Wie stehen meine rechtlichen Chancen, sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen?

Da die Hellseher in Quarantäne sind, versuche ich es mal: gut.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
AlexB78
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal vielen Dank für euer beider Einschätzungen.

Zitat (von Harry van Sell):
Der Schilderung nach ja.

Inwiefern? Angenommen ich liege preislich über dem branchenüblichen Durchschnitt, wäre das rechtlich überhaupt relevant? Ich bin da in meiner fachlichen Einschätzung des Werts sehr sicher, bin aber auch nicht so naiv zu glauben, dass es für jede Meinung nicht auch einen entsprechenden Gegenpart geben kann.

-- Editiert von AlexB78 am 03.06.2020 13:52

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84897 Beiträge, 34588x hilfreich)

Zitat (von AlexB78):
Angenommen ich liege preislich über dem branchenüblichen Durchschnitt, wäre das rechtlich überhaupt relevant?

Es könnte rechtlich relevant werden, Gerichte lieben den " branchenüblichen Durchschnitt", gibt es nichts anderes greifbares bildet der dann durchaus die Basis für die Vergütung.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
AlexB78
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Es handelt sich ja um eine individuelle Auftragsarbeit, zu der man mitunter sicher "Vergleichswerte" finden kann, aber diese, abgesehen vom groben Rahmen, ja nichts mit der individuellen Umsetzung und ihren Kosten zutun haben. Das hat mir so auch nochmal eben ein fachkundiger Anwalt bestätigt. Von daher sehe ich in diesem Aspekt keine haltbare Grundlage für eine Gegenklage.

Danke für eure Meinungen :)

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84897 Beiträge, 34588x hilfreich)

Zitat (von AlexB78):
Es handelt sich ja um eine individuelle Auftragsarbeit

Komm tauf die Umsetzung an.

Wenn man nit WordPress und Plugins arbeitet ist die technische basis ja weniger indiwiduell.
Und wenn dann für die Installation von WordPress mal eben 8 Stunden berechnet werden, wird es durchaus Diskussionsbedarf geben.

Beim Design ist dann schon die Frage Template, Template mit Anpassungen oder ganz individuell.



Aber die reine, unsubstantierte Aussage "Mitbewerber ist billiger" ist unhaltbar.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
radfahrer999
Status:
Richter
(8500 Beiträge, 4697x hilfreich)

So "Kunden" wünscht man keinem

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#8
 Von 
TidoZett
Status:
Schüler
(417 Beiträge, 74x hilfreich)

Wieso lässt sich der Dienstleister hier so ins Bockshorn jagen und ist plötzlich unsicher über den Wert seiner Tätigkeiten?? Und welche Relevanz sollen denn andere "Meinungen" haben?

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