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Nach Anzahlung Bekanttgabe Lieferterminverzögerung

12.7.2013 Thema abonnieren Zum Thema: Vertrag Firma
 Von 
freier_Autor
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 44x hilfreich)
Nach Anzahlung Bekanttgabe Lieferterminverzögerung

Gesetzt den Fall eine Firma wird beauftrag einen Wintergarten zu bauen. Laut Vertrag wird als Zeitpunkt für den Baubeginn des Wintergartens 10 Wochen nach Angebotbestätigung vereinbart. Die vertraglich vereinbarte Anzahlung erfolgte. Eine Woche Nach Anzahlung gibt die Firma bekannt, dass aufgrund des langen Winters Verzögerungen von 4 Wochen auftreten werden.
Seitdem versucht der Kunde immer wieder einen Termin zu erfahren, die Firma meldet sich von sich aus nicht.
1) Muss dies hingenommen werden?
2) Ist ein Rücktritt möglich wegen nichterfüllung?
Auf welchen Paragraphen könnte sich der Betroffene berufen?

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Vertrag Firma


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2282 Beiträge, 1319x hilfreich)

Sie sollten der Firma eine Lieferfrist setzen mit der Androhung, anderenfalls vom Vertrag zurück zu treten.

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#2
 Von 
freier_Autor
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 44x hilfreich)

Die Firma hat den ersten Teil der Lieferung inkl Montage erledigt nachdem schriftlich im Beisein der Geschäftsführerin ein Endtermin fixiert wurde. Der Aufbau des zweiten Teil verzögert sich nun, aus meiner Sicht kann deshalb der vollständige Wintergarten nicht termingerecht übergeben werden.
Am schr. fixierten Abnahmetermin werde ich eine Mahnung mit Verzugsschaden senden müssen damit ich irgendwann den Wintergarten auch vollständig erhalte.
Welchen Betrag kann ich ansetzen pro Tag verspäteter Lieferung?
(Bestellung des Anbaus März, bisher steht der Metallrahmen)

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#3
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2062x hilfreich)

<BLOCKQUOTE>quote:<hr height=1 noshade>Welchen Betrag kann ich ansetzen pro Tag verspäteter Lieferung? <hr height=1 noshade></BLOCKQUOTE>


Bei einem privaten Wintergarten entsteht durch den Verzug kein materieller Schaden. Das wäre nders bei einer Fa., die Produktionsausfall oder Mehrkosten zu verzeichnen hat.

"Privat" entsteht kein bezifferbarer Schaden.

Da bliebe nur die Möglichkeit, den Unternehmer in Verzug zu setzen, den Vertrag zu kündigen und eine andere Firma mit der Fertigstellung zu beauftragen.

Für etwaige konkrete (!) Mehrkosten würde der "alte" Betrieb dann haften. Er behält aber die Ansprüche so weit er den Bau bereits fertiggestellt hat.

Das ergibt eine ungute Rechnerei und sehr viel Konfliktpotential. Falls man sich aussergerichtlich nicht arrangieren kann und die Juristen ins Spiel kommen, drohen dann teure Gutachterentscheidungen, so ist das leider.

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#4
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2282 Beiträge, 1319x hilfreich)

" Nach Fristablauf werde ich Ihre weiteren Leistungen ablehnen,ein anderes Unternehmen mit der Fertigstellung beauftragen, und Sie mit den Kosten Belasten."

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#5
 Von 
freier_Autor
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 44x hilfreich)

Gesetzt der Fall der Wintergartenbauer hat zwei von drei Arbeitsschritten ausgeführt und hält den Käufer wieder hin.

In einer der vielfältigen Mails wurde ihm "angemahnte Termintreue" die nicht eingehalten wurde aufgeführt. Dies reicht wohl nicht aus, eine Mahnung muss schriftl (nicht per Mail) ausgesprochen werden oder?

Was kann außer dem folgenden Text geschrieben werden?

Mahnung!
Sehr geehrte xx
aufgrund der Tatsache, dass trotz wiederholter telefonischer und per Email angemahnten Termintreue nicht einmal ein weiterer Baufortschritt angeboten wurde setze ich Ihnen eine Frist den Wintergarten bis 01.11.2013 fertig zu stellen. Aus diesem Grunde setze ich Sie in Lieferverzug, kündige den bestehenden Vertrag und werde eine andere Firma beauftragen alle noch ausstehenden Arbeiten auf Ihre Kosten auszuführen.
Bisher zuviel entrichtete Anzahlungen bitte ich umgehend zurück zu überweisen. Sollte diese Zahlung nicht termingerecht zum 01.11. eingehen, setze ich marktübliche Zinsen an.



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#6
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2062x hilfreich)

<BLOCKQUOTE>quote:<hr height=1 noshade>Was kann außer dem folgenden Text geschrieben werden? <hr height=1 noshade></BLOCKQUOTE>

Das in Verzug setzen ist eigentlich sogar formlos, mündlich möglich. Schriftform, Einschreiben empfiehlt sich nur wegen des Zugangsnachweis. Wenn der Empf. sich weder an Anrufe oder Emails erinnern kann, hat man sonst Pech.

So viel musst du gar nicht schreiben, die Fa. weiss ja, was los ist.

Betr.: Fertigstellung Werkvertrag vom ...
Bezug: Telefonat(e) vom ..., Email(s) vom ...

... setze ich Ihnen eine letzte Frist, den Auftrag bis spätestens 01.11.13 abzuschliessen.

Nach Fristablauf werde ich den Rücktritt erklären und den Bau anderweitig vergeben. Zur Geltendmachung des mir entstehenden Schadens werde ich dann anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. ...


Auf Schönheit kommt es nicht an, wichtig ist die Fristsetzung mit Zugangsnachweis.

Der Rücktritt, genauer gesagt der Teilrücktritt muss dann nach Fristablauf erklärt werden, eigene, zweite, neue Erklärung, nur so kommt man "sauber" aus dem Vertrag und sichert den Schadensersatz.

Ab da müsste dann ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden, wenn die Frist ergebislos verstreicht, schon um beweistechnisch alles professionell zu sichern und um den konkreten Schaden "sauber" zu ermitteln.

Ich hoffe es kommt nicht so weit, wie gesagt, wenn sich der Handwerker quer legt, geht da nichts ohne Gutachter. Das kostet, dauert und man weiss nie so genau, was da heraus kommt.

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#7
 Von 
freier_Autor
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 44x hilfreich)

Danke für die Antwort!

Die Versicherung gibt an, dass Baurecht in Deutschland nicht versichert werden kann (!?)
Das kann ich mir nicht vorstellen.
Außerdem habe ich Bauleistungs- oder Bauwesenversicherung bei Google gefunden oder greift die bei einem Wintergarten etwa nicht?
Ich muss mir erst einmal überlegen welche Kosten auf mich zukommen, wenn ich jetzt einen Anwalt einschalte. Eine Alternative ohne Anwalt sehe ich kaum noch... (Außer Gespräche führen)
Gruß



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#8
 Von 
freier_Autor
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 44x hilfreich)

NAchtrag.
So wie das läuft mit der "fiktiven" Firma sollte ich bei der Endzahlung einen Zahlungsrückbehalt von 10% (?) für 6 Monate (?) machen, falls mir nachträgliche Mängel auffallen. (Ich fürchte, wenn die Firma einmal fertig werden sollte hätte ich es sehr schwer meine Gewährleistung zu bekommen.)

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