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Rechnung ist deutlich höher als das Angebot

22.11.2021 Thema abonnieren
 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(114 Beiträge, 75x hilfreich)
Rechnung ist deutlich höher als das Angebot

Hallo,

Von einer Dachdeckerei habe ich ein Angebot über eine Vergrößerung des Dachüberstandes, am Wohnhausdach erhalten und angenommen.
Das Angebot wurde vom Chef erstellt, nachdem er vor Ort war und alles ausgemessen hat.
Das Angebot, wurde mit 3,55 qm Dachfläche berechnet und einem Überstand von 85cm …

Nachdem die Arbeiten nun erledigt sind kam die Rechnung mit einer berechneten Dachfläche von 8,55 qm, bei einem Überstand von 85 cm.

Offensichtlich hat der Dachdeckermeister da wohl falsche Maße ins Angebot genommen.

Nun, da ich kein Dachdecker bin, habe ich mir über die Größenordnung keine Gedanken gemacht und auch während der Arbeiten ist mir nicht aufgefallen, dass es „ mehr" ist.
Ich wurde auch zu keiner Zeit darüber informiert, dass die Arbeiten im Umfang das Angebot um 100% übersteigen.

Dass die Rechnung, letztlich deutlich teurer ist, muss ich sicher nicht erwähnen. Es sind 70% mehr als im ursprünglichen Angebot.

Darf das so?

Viele Grüße Mellia

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(94111 Beiträge, 36084x hilfreich)

War es ein verbindliches Angebot bzw. wie verbindlich war das Angebot?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(114 Beiträge, 75x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
War es ein verbindliches Angebot bzw. wie verbindlich war das Angebot?


Wir danken Ihnen für Ihre Angebotsanfrage und sichern eine prompte und fachgerechte Ausführung der Arbeit zu.
Die Ausführung und Abrechnung erfolgt nach den Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks und einen dazugehörigen Normen der neuesten Fassungen.
Die Preise verstehen sich alle inklusive Lohn und Material.
Die Endabrechnung erfolgt nach genauen Aufmaß.

…. der letzte Satz dürfte dann die Rechnung rechtfertigen?

Aber ich meine, darf ein Angebot so ungenau sein? Darf sich der Dachdeckermeister so verrechnen?

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(94111 Beiträge, 36084x hilfreich)

Zitat (von mellia35):
…. der letzte Satz dürfte dann die Rechnung rechtfertigen?

Durchaus, ja.



Zitat (von mellia35):
Aber ich meine, darf ein Angebot so ungenau sein? Darf sich der Dachdeckermeister so verrechnen?

Unter Umständen ja.

Ich würde da mal als erstes den Handwerker fragen, wie er sich denn diese Diskrepanzen erklärt.
Als zweites würde ich mal prüfen lassen, ob die Materialien da überhaupt in der Menge verbaut wurden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
bostonxl
Status:
Praktikant
(743 Beiträge, 72x hilfreich)

Zitat (von mellia35):
Das Angebot, wurde mit 3,55 qm Dachfläche berechnet und einem Überstand von 85cm …
Also auf einer Länge von 4,17 m. Wie ist denn die tatsächliche Länge? Entspricht die den 8,55 qm - also 10 m?

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#5
 Von 
Anami
Status:
Heiliger
(20972 Beiträge, 4284x hilfreich)

Zitat (von mellia35):
…. der letzte Satz dürfte dann die Rechnung rechtfertigen?
Du hast ihm vermutlich den Auftrag erteilt?

Wie lang ist denn dieses Dach, wo er den Überstand vergrößert hat?
Sind das ca 4,17m oder sind das ca 10 m? Der Unterschied wäre dir sicher aufgefallen.

Zitat (von mellia35):
und auch während der Arbeiten ist mir nicht aufgefallen, dass es „ mehr" ist.
Mehr als was?

Bevor man etwas prüfen lässt, könnte man die Länge des fertigen neuen Dachüberstandes mal eben selbst messen. zB 2x den Zollstock... ;) ---wären ca 4 m.

Falls das rauskommt, kann man den Dachdecker darauf hinweisen und fragen, wieso nun 8,55 qm berechnet wurden.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#6
 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(114 Beiträge, 75x hilfreich)

So … ich habe heute nochmal nachgemessen … im Angebot ist der Dachüberstand mit einer Gesamtfläche von 3,55 qm berechnet, mit einem Überstand vom Haus von 85 cm. Genau so wurde es auch ausgeführt.
Und jetzt kommt das aber, um diesen Überstand zu bauen mussten Ziegel, die ja schon auf dem Altdach lagen auf einer Fläche von etwa 4 qm entfernt werden, dort mussten neue Konterlatten und Dachflächenlatten, eine Unterdeckbahn usw eingebaut werden, um den Überstand dann überhaupt erstellen zu können. Diese ganze Arbeit war im Angebot nicht berücksichtigt.
Tatsächlich wurde ein fliegender Dachüberstand in einer Größe von 3,5 qm geplant.

Nun bin ich ratlos. Wie kann sowas passieren? Darf sowas passieren? Wie kann man die Hälfte der Planung nicht im Angebot erfassen? Ich kann klar sagen, ich hätte das Angebot nicht in Auftrag gegeben, wäre die Arbeit komplett berechnet worden.
Und muss ich damit rechnen, dass die Arbeit um 100% mehr kostet, wenn ich unterschreibe, das am Ende nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet wird?
Ehrlich … man geht von kleinen Abweichungen aus, aber doch nicht in der Größenordnung und dass nur die Hälfte der Arbeit im Angebot erfasst wurde …

Ich hoffe ihr habt verstanden was passiert ist, ist echt schwer zu erklären.

Viele Grüße Mellia

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#7
 Von 
Anami
Status:
Heiliger
(20972 Beiträge, 4284x hilfreich)

Zitat (von mellia35):
Wie kann sowas passieren? Darf sowas passieren?
1. Weil der Dachdecker nicht alle Leistungen berücksichtigt hat. 2.Weil er kein Leistungsverzeichnis mit sämtlichen Positionen erstellt hat.
3. Weil er evtl. schnell mal drüber gemessen hat mit dem großen Daumen
4. Ja, das darf passieren. 5. Das passiert sogar häufig. 6. Immerhin hat er die Arbeit ordentlich erledigt.
Zitat (von mellia35):
Wie kann man die Hälfte der Planung nicht im Angebot erfassen?
So wird es evtl. nicht gewesen sein. Welcher Dachdecker erstellt für so´n ** Dächlein eine PLANUNG? Ich kenne keinen.
Zitat (von mellia35):
ist echt schwer zu erklären.
Nö. Überhaupt nicht schwer.
Zitat (von mellia35):
Darf das so?
Es ist offenbar so. Willst du denn nicht wissen, was du nun tun kannst?
Zitat (von mellia35):
um diesen Überstand zu bauen mussten Ziegel, die ja schon auf dem Altdach lagen auf einer Fläche von etwa 4 qm entfernt werden, dort mussten neue Konterlatten und Dachflächenlatten, eine Unterdeckbahn usw eingebaut werden, um den Überstand dann überhaupt erstellen zu können.
Woher weißt du das plötzlich?

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#8
 Von 
Daskalos
Status:
Schüler
(385 Beiträge, 99x hilfreich)

Lies mal hier:
https://www.fitformoney.de/rechnung-hoeher-als-angebot/#Warum_wird_eine_Rechnung_hoeher_als_das_Angebot

besonders die dritte dicke Überschrift nach dem Rohbaubild. Eine kleine drei - zeilige Tabelle ist dort zu sehen. :rock:

-- Editiert von Daskalos am 23.11.2021 19:20

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(94111 Beiträge, 36084x hilfreich)

Zitat (von mellia35):
Wie kann man die Hälfte der Planung nicht im Angebot erfassen?

Es gab eine Planung?
Wer hat denn diese Planung erstellt? Ein Architekt? Hatte der auch irgendwie die Bauaufsicht / Ausführungsaufsicht?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(114 Beiträge, 75x hilfreich)

Leute, ich bin nicht vom Bau, legt doch bitte nicht jedes Wort von mir auf die Goldwaage.
Ihr habt doch anscheinend verstanden worum es geht …
Es wäre nett, wenn mir jemand weiterhelfen kann, dass er schreibt, was ich tun kann … ansonsten könnt ihr euch eure Ironie sparen, denn die hilft mir nicht weiter, die kratzt eher noch weiter an meinem Nervenkostüm.

Es gibt natürlich keinen schriftlichen, gemalten, Plan … das ist wahrscheinlich auch wieder falsch … aber für mich macht derjenige, der das Angebot erstellt einen Plan, auch wenn der nur in seinem Kopf existent ist.
Und dieser Plan sollte vollständig sein und ein komplettes Angebot umfassen und nicht nur nen halbes ..

Grüße Mellia

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(94111 Beiträge, 36084x hilfreich)

Zitat (von mellia35):
Es gibt natürlich keinen schriftlichen, gemalten, Plan

Schade, das hätte die ganze Sache deutlich vereinfacht.



Zitat (von mellia35):
Es wäre nett, wenn mir jemand weiterhelfen kann, dass er schreibt, was ich tun kann …

Siehe #3.
Je nach Antworten sieht man dann weiter.

Und den unstrittigen Betrag mit entsprechender Mitteilung schon mal zahlen. Nicht das der noch angemahnt wird ...


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#12
 Von 
mellia35
Status:
Beginner
(114 Beiträge, 75x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Siehe #3.
Je nach Antworten sieht man dann weiter


Werde dort morgen anrufen …

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#13
 Von 
Anami
Status:
Heiliger
(20972 Beiträge, 4284x hilfreich)

Zitat (von mellia35):
Ihr habt doch anscheinend verstanden worum es geht …
Du könntest das doch einfach schreiben...Wie wärs? Goldwaage hin oder her.
Wir können nicht wissen, was und ob er geplant hat, was in der Rechnung wirklich genau steht und wie viel du bereit wärst, zu zahlen.

Du möchtest vermutlich nicht die komplette Rechnung bezahlen? Richtig verstanden?

Dann könntest du dem Dachdecker schreiben, dass das Angebot X € für 3,55qm lautete, dass du während der Arbeiten keinen Hinweis von ihm erhalten hast, dass es doch erheblich teurer würde wegen xyz.
und dass du nicht bereit bist, diese Rechnung in voller Höhe zu bezahlen, weil es nun 70% teurer wäre..
DAS könnte man dem Handwerker schreiben.
Vermutlich meldet er sich dann bei dir.
DANN folgt der nächste Schritt...den man hier noch nicht kennt.


Anrufen?
Ja, geht auch... :augenroll:

-- Editiert von Anami am 24.11.2021 13:56

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#14
 Von 
FancyFox
Status:
Beginner
(132 Beiträge, 8x hilfreich)

Wurde denn nun ein verbindlicher oder nur ein unverbindlicher Kostenvoranschlag angefordert und unterbreitet? Ein verbindlicher Kostenvoranschlag ist eben ziemlich verbindlich. Da darf der Endpreis immer noch etwas höher liegen als im Kostenvoranschlag, aber eben nicht so viel höher.

Wichtig bei Streitigkeiten mit Handwerkern ist, dass man keinesfalls leichtfertig den kompletten Rechnungsbetrag überweist. Wenn man erst mal bezahlt hat, dann muss man sich das Geld wieder holen. Wenn man hingegen noch nicht (den vollen Betrag) gezahlt hat, dann ist man in einer deutlich besseren Verhandlungsposition. Ggf. holt man sich Hilfe bei einem Anwalt.

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#15
 Von 
Anami
Status:
Heiliger
(20972 Beiträge, 4284x hilfreich)

Zitat (von FancyFox):
Wurde denn nun ein verbindlicher oder nur ein unverbindlicher Kostenvoranschlag angefordert
Bitte #2 lesen:
Zitat (von mellia35):
habe ich ein Angebot über eine Vergrößerung des Dachüberstandes, am Wohnhausdach erhalten und angenommen.
Zitat (von FancyFox):
Wichtig bei Streitigkeiten mit Handwerkern ist, dass man keinesfalls leichtfertig den kompletten Rechnungsbetrag überweist.
Ja. Deshalb hat der TE hier gefragt.

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